Update | 01.06.2020,13:21 Uhr

Für alle, die es wissen … aber besonders für die, die es noch nicht wissen, warum ein gemeinsames Einander-Beschützen in einer pandemischen Zeit wie heute … sinnvoll, menschlich, wechselseitig solidarisch ist (… es kann Jede, Jeden … auch Dich (be-)treffen …):

Musikalisches Statement … eindrücklich, begreiflich und wirklich …

Update | 21.05.2020,14:56 Uhr

In unserem Online-Mitmach-Projekt „Zu-Hause gemacht …“ beschreibt Wolke (die uns allen die Geschichte von Leo und dem orangenen Elefanten erzählt hat) in einem kleinen Post an ihre zu meist jungen Leser*innen sehr bildhaft „wie man am besten mit der Corona-Situation“ umgehen sollte …

Da uns die „wolkige Metapher“ sehr gut gefallen hat… auch hier zum Nachlesen:



Stellt Euch vor:

Wir alle müssen einen Berg überwinden. Einen unbekannten Berg, der noch nie beklettert wurde. Ein Glück, uns helfen erfahrene Bergsteigerinnen und Bergsteiger. Die wissen ganz genau, was man alles tun muss beim Bergsteigen. Wir alle sind sicher angeseilt und alle passen sehr genau auf, welchen Schritt auch derjenige tut, der direkt vor dir hochklettert. Wenn jemand ausrutscht, kann man sofort reagieren. So kann niemand abstürzen: Weil das Seil ganz fest ist und alle aufeinander aufpassen.

Das ist fast genauso wie jetzt. Wenn wir alle aufeinander aufpassen, können wir die schwierige Situation mit dem Corona-Virus gut schaffen. Die Regeln mit dem Abstand und dem Mund-Nasen-Schutz sind nicht schön („ … die sind richtig doof!“). Aber sie sind wie das Seil beim Klettern auf einen unbekannten Berg. Wer würde da das Seil durchschneiden, welches verhindert, in die Tiefe zu stürzen?

o.K. … ohne Kommentar

Update 13.05.2020 | 17:17 Uhr

Es ist immer wichtig, „gesunden Menschenverstand” zu nutzen. Heute ist dies lebenserhaltend!

Eine kleine einführende Geschichte
Seit Jahrzehnten schwimmen und baden Kleine und Große in einem Teich – in einer ehemaligen Kiesgrube am Stadtrand. Bis zu dem Tag, an welchem aus nicht geklärten Gründen Menschen nach dem Baden schwere Vergiftungssymptome zeigen. Einige versterben an der Vergiftung.

Im Wasser des Teichs werden bei Labor-Analysen sehr giftige Salze gefunden. Wie die hoch toxischen Salze in den Teich gekommen sind, weiß noch niemand. Es wird viel geforscht – auch nach der Entgiftung des Teiches. Die extrem giftigen Salze müssen gebunden und so unschädlich gemacht werden. Es gibt erste Erfolge. Und es hat sehr viel geregnet. Das Salz im Wasser wurde sehr verdünnt. Aber ein ungefährliches Baden ist in weiter Ferne. Auch weil noch unklar ist, wie das giftige Salz in den Teich kam.

Unsere Frage:

Wer würde es wollen, dass (eigene) Kinder, Familie, Freund*innen und… in diesem Teich baden?

Diese Frage ist natürlich metaphorisch, sinnbildlich auf unser aller Jetzt-Situation zu übertragen.

Was sollte, müsste, könnte … getan werden? Lockerungen schrittweise, regional verhältnismäßig angepasst bzw. „historisch sächsisch“… das ist die Frage, die heute viele Menschen beschäftigt?

Und das Dilemma ist so ähnlich wie mit dem vergifteten Teich. Extrem wichtige Fragen zu der jetzigen Corona-Pandemie können nicht beantwortet werden! Aber unabhängig von Antworten, wissenschaftlichen Erkenntnissen „wachsen Verschwörungstheoretiker*innen wie Unkraut auf öffentlichen Boden“. Diese berufen sich oft auf abstruse Behauptungen von einzelnen akademischen, selbst ernannten Fach-Experten bzw. von jahrzehntelangen wissenschaftlichen Ruheständler.

Der heute am SARS-COV2-Virus virologisch wissenschaftlich forschende Christian Drosten sagt dazu:

Was ich höre, auch von scheinbaren Fachleuten, das entbehrt einfach jeder Grundlage. … deren Wissensstand geht nicht über eine oberflächliche Kenntnis von Studentenlehrbuchwissen hinaus. … Und mit dieser Wissensbasis posaunt man dann Videos in die Öffentlichkeit und stärkt den wirklich gefährlichen Verschwörungstheoretikern, die auch zum Teil politische Agenden haben, den Rücken. Das ist unverantwortlich.

Unsere Frage:

Glauben Sie dem Menschen mehr, der weiß, was er jetzt tut? Oder dem, der nur so tut, als ob er alles wissen würde, was er nie oder vor sehr langer Zeit getan hat?

Aber sicherlich, letztendlich entscheidet über einen Sprung in den Teich … Jede und Jeder selbst.

Update 28.04.2020 | 12:17 Uhr

Ein kausaler und sehr relevanter Zusammenhang gegenwärtiger bzw. zukünftiger Pandemien

In einem Interview formulierte Prof. Dr. med. Christoph Lübbert (Chefarzt der Klinik für Infektiologie und Tropenmedizin am St. Georg und zugleich Bereichsleiter für Infektions- und Tropenmedizin am Universitätsklinikum Leipzig (UKL)) u.a. einen kausalen und sehr relevanten Zusammenhang gegenwärtiger bzw. zukünftiger Pandemien.

„Es geht bei den Infektionskrankheiten zu circa 70 Prozent um Zoonosen, also Erreger aus dem Tierreich,in dessen Biotope wir immer weiter vordringen. Für die extreme Lebensraumzerstörung, zum Beispiel in Afrika und Asien, bekommen wir als Quittung die zunehmende Übertragung von solchen Viren.

Vor Jahrzehnten war vielleicht mal eine Missionsstation im Urwald von einem Virus betroffen. Heute werden Fledermäuse und andere Tiere aus der Wildnis in großem Maßstab gefangen und in die Großstädte gebracht. Dann haben Sie ein Problem, weil schnell ein paar Tausend Menschen betroffen sind. Über die Flugverbindungen verbreitet sich das Ganze schnell weltweit. Die Globalisierung hat ihren Preis. Es ist wichtig, dass wir unseren Frieden mit der Natur machen. Wir haben etwas davon.“ Interview: Björn Meine

Hier das gesamte Interview bei www.pressreader.com zum Nachlesen.




Für alle noch eine nachdenkenswerte Sichtweise:

Der niederländische Virologe Ab Osterhaus formulierte in der Übertragung von Viren folgende Zusammenhänge (RND-Interview): „Unser ganzer Planet hat sich geändert. Es ist nicht allein der Kontakt mit den Tieren. Es gibt natürlich das Problem mit dem Wildtierkonsum.“ Auf die Frage nach einem Verzicht auf Fleisch sagte er: „Ja, das könnte vielleicht dazu beitragen, aber wer könnte den Menschen weltweit das Fleisch wegnehmen? …“
Eine Perspektive, über die ich nachdenke (esse noch Fleisch) …
Für ein gemeinsames Nachdenken
Thea

Von Thea -> Hier auf unserer Seite am 27.04.2020

Update 24.04.2020 | 15:17 Uhr

Lächerlich? Mundschutz: Ja oder Nein?
Eine scheinbar unendliche Geschichte mit unterschiedlichen Akteur*innen …

Aktuell wird medial die Meinung von Herrn M. verbreitet: Es sei „lächerlich“ einen provisorischen Mundschutz (selbstgemachter oder nur ein Tuch) zu tragen. Das Infektionsrisiko „wird durch Tragen eines solchen Provisoriums aus Stoff vergrößert” … weil „im Stoff konzentriere sich das Virus, beim Abnehmen werde die Gesichtshaut berührt …“.

Da wir in den letzten drei Tagen mehrfach große Unsicherheiten von Menschen in Bezug auf „Mundschutz” (mit)erlebt haben und Herr M. mit „seiner Meinung” diese Unsicherheiten noch vergrößert – machen wir nochmals eine kleine Perspektive auf Mundschutz-Tragen? Ja oder Nein?

Wie ist jetzt die alltägliche Ist-Situation?

Ein sehr einfaches beispielhaftes Bild:
Beim Sprechen/Lachen/Niesen/Husten werden z.B. 100 gelbe kleine infektiöse Spucke-Tröpfchen (kleine und größere) beim Einkaufen ausgesandt – von Herrn W., der sich ohne es zu wissen, mit dem Corona-Virus (exakte Bezeichnung: SARS-CoV-2) infiziert hat. Herr W. hat keine klinischen Symptome einer Corona-Infektion. Die Erkrankung mit diesem Virus wird als Covid-19 bezeichnet.

Alltägliche Situation:
unser einfaches Beispiel

Mit selbstgenähtem
Mundschutz/Tuch/Schal

Ohne selbstgenähten
Mundschutz/Tuch/Schal

100 gelbe infektiöse Tröpfchen werden von Herrn W. im Supermarkt (in dem ich auch einkaufe) ausgesandt.

Ein Teil der 100 gelben Tröpfchen z.B. 60 Tröpfchen bleiben im Stoff hängen. Nur noch 40 Tröpfchen könnten mich treffen.

Alle 100 gelben infektiösen Tröpfchen könnten mich treffen.

Da die Tröpfchen-Infektion der häufigste Weg bei einer Corona-Infektionen ist -> folgt:

Weniger Tröpfchen im Supermarkt: Infektionsrisiko kann kleiner werden!

Alle 100 Tröpfchen im Supermarkt: Infektionsrisiko ist unverändert hoch!

Wie und wo könnten sich die Viren über die Töpfchen von Herrn W. bei mir (oder bei anderen) anreichern?

Die 40 Tröpfchen mit Viren von Herrn W. könnten mich überall treffen! Je nachdem wo Herr W. sich befindet – auf Gemüse, Jacken, auf Haaren, Schuhen, im Gesicht… auch auf meinen Mund-Nasen-Schutz.

Alle 100 Tröpfchen mit Viren von Herrn W. könnten mich überall treffen! Je nachdem wo Herr W. sich befindet – auf Gemüse, Jacken, auf Haaren, Schuhen, im Gesicht… auch direkt auf Mund und Nase von mir.

Wie und wo könnten sich die Viren über die Töpfchen von Herrn W. bei ihm selbst anreichern?

In der Innenseite seiner selbstgenähten Stoff-Maske konzentrieren sich seine eigenen gelben Tröpfchen mit Viren. Das bedeutet: Je länger Herr W. seine Maske trägt, desto größer wird die Konzentration mit seinen eigenen Viren.

Herr W. sendet alle 100 infektiösen Tröpfchen im Supermarkt aus. Von denen fallen einige auf seine Jacke oder Schuhe. Ein Stoffstück mit höherer Konzentration seiner eigenen Viren hat er natürlich nicht.

Wie hoch ist die Infektionsgefahr durch die Maske von Herrn W. für ihn selbst? ->

Für Herrn W. persönlich ist es unbedeutend, weil er ja schon infiziert ist und es seine eigenen Viren sind.

Entfällt, da Herr W. ja keinen Mundschutz trägt

Wie hoch ist die Infektionsgefahr durch die Maske von Herrn W. für andere Menschen? ->

Für andere nicht infizierte Menschen ist die Infektionsgefahr vorhanden, wenn sie mit seiner Maske in Berührung kommen! Aber wer kommt mit der Maske von Herrn W. in Berührung?

Entfällt, da Herr W. ja keinen Mundschutz trägt.

Was muss zwingend mit benutztem selbstgenähten Stoff-Mundschutz getan werden?

Herr W. gibt seine benutzte, ungewaschene Maske nie weiter. Seine virenkonzentrierte Maske wäscht/bügelt er selber! So ist niemand gefährdet!

Entfällt, da Herr W. ja keinen Mundschutz trägt.

Fazit 1

Es macht Sinn einen selbstgemachten Mundschutz zu tragen! Das gilt nur: Wenn weiter alle Sicherheitsabstand und Hygiene-Maßnahmen einhalten!

Es ist falsch (wie o.g.) zu behaupten, dass ein provisorischer Mundschutz die Infektionsgefahr erhöht!


Durch das Tragen eines Mundschutzes bleiben (je nach Machart) vielleicht 50 bis 60 Tröpfchen im Material des Mundschutzes „hängen“ (in unserem Beispiel).

Da die Infektion mit dem Corona-Virus überwiegend über den „Tröpfchen-Weg“ stattfindet, ist die Verringerung der Tröpfchen-Menge genau der Sinn des Mundschutz-Tragens.

Selbstgemachter Mundschutz – wenn alle einen Mundschutz tragen (egal ob selbstgemacht oder gekauft) – ist folgend als eine sinnvolle Notfall-Maßnahme zu sehen. Diese stellt keinen vollständigen Infektionsschutz dar!

Mundschutz-Tragen ist sinnvoll – unter strenger Beibehaltung aller bekannten Hygiene-Maßnahmen und besonders des Sicherheitsabstandes – um die Anzahl von Infektionen zu verringern.

Unser Fazit 2:

Die o.g. Meinung von Herrn M. scheint eine „zu kurz gedachte zu sein“ – zu mindestens „in der Form”, wie sie gerade medial verbreitet wird. Sie vergrößert nur die bereits vorhandene sehr große Unsicherheit, besonders bei Menschen der Risiko-Gruppe. Und dies ist kein bisschen „lächerlich“!



Gedanken zum „Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes“.

Gestern mussten wir auch mal Einkaufen-Gehen. Ja, alle mit Maske, wir auch (Modell: Siehe unten).
Nach dem Einkauf, Maske ab … zum Fahrrad. Da stand eine ältere Frau neben uns, zitternd, sehr blass … hielt sich auf einmal am Fahrrad-Bügel fest und … Wir konnten ihren Sturz gerade noch verhindern. Als die Frau dann auf einem Kisten-Stapel saß (der hilfsbereite Hygiene-Mitarbeiter vor der Tür hatte die Kisten, Wasser, kleinen Riegel besorgt)… und sie wieder etwas Farbe in ihr Gesicht bekam … erzählte sie, dass sie nicht gut Luft unter der Maske (in der Apotheke gekaufte) bekommen hat …

Das geht nicht nur älteren Menschen so, dass das Tragen eines Mund-Nasen-Schutz (egal ob selbstgenäht oder gekauft) sehr ungewohnt ist. Hinzu kommt eine sehr große Verunsicherung, wie dieser Mundschutz „richtig“ zu tragen ist. Besonders von den pandemischen Fach-Expert*innen kommen immer wieder höchste Warnungen wegen „des falschen Masken-Tragens“.

Aber alle wissen es doch: Der nicht professionelle Mund-Nasen-Schutz (den die meisten tragen) stellt keinen vollständigen Infektionsschutz dar!

Beim Einkaufen könnten auf mich als gesamte Person (einschließlich auf das, was ich trage) infektiöse Tröpfchen der unterschiedlichsten Größe herunterrieseln. Wenn eine infektiöse Person mir von hinten auf mein T-Shirt lacht, dann könnte es sein, dass mein T-Shirt viel infektiöser ist als mein selbstgemachter Mundschutz.

Was ist also wichtig?

  1. Die saubere Maske vorher mehrfach ausprobieren und das „Auf- und Absetzen ein bisschen üben“.
  2. Die Maske sollte so sitzen, dass man gut damit klar kommt. Und man nicht mehrfach beim Einkaufen am Mund-Nasen-Schutz herumziehen muss.
  3. Das Tragen von „zu straff und zu enganliegenden Masken“ kann zu Atem-Problemen führen und damit das Risiko vergrößern, wie bei der älteren Frau … zu kollabieren, zu stürzen und sich dadurch ernsthaft verletzen zu können …
  4. Die bekannten Hygiene-Maßnahmen und Abstand immer beachten! (siehe oben)

Das Tragen eines provisorischen Mund-Nasen-Schutzes ist eine Behelfsmaßnahme, die für die Träger*innen kein anderes gesundheitliches Risiko mit sich bringen darf.

Zurzeit wird sehr viel diskutiert, z.B.:

Ist es sinnvoll für alle Menschen in der gegenwärtigen Situation eine Mund-Nasen-Maske zu tragen?

Ja oder Nein? Die mittellerweile sehr bekannten Professoren D & K, natürlich Fach-Experten auf dem Gebiet virologischer Übertragungen, sagen mal so und mal so. Auch andere Fach-Expert*innen (mit vergleichbarem akademischem Grad) sagen mal so und mal so. Was denn nun?

Die Ist-Situation:

  1. Die meisten Menschen kennen den eigenen viralen Zustand nicht. Also, ich habe Schnupfen. Bin ich infiziert oder nicht?
  2. Bei der Mehrheit der Infizierten mit SARS-CoV-2 ist der Verlauf mit milden Erkältungssymptomen verbunden. Sehr viele wissen nicht, dass sie infiziert sind.
  3. Zur gegenwärtigen Zeit der Kontaktreduktion ist eine der wahrscheinlichsten „Infektionstätigkeiten“: Das Einkaufen. Weil sich hier alle treffen können.
  4. Wenn alle Menschen beim Einkaufen eine Mund-Nasen-Maske tragen würden, hätten wir folgende Situation: Die winzigen, kaum sichtbaren Tröpfchen, die alle Menschen besonders beim Sprechen, Lachen, Husten, Niesen aussenden, würden zum Teil auch in einer selbstgenähten Mund-Nasen-Maske „hängenbleiben“ – infektiöse wie auch nichtinfektiöse. Das Luftgemisch im Supermarkt, dass alle einatmen, wäre auf alle Fälle „weniger gehaltvoll“ und „weniger ansteckend“. Das würde bedeuten: Wir schützen einander.
  5. Atem-Schutzmasken sind knapp. Es gibt für den privaten Alltagsbereich kaum welche.

Diese sehr einfache Perspektive, der gegenwärtige Stand der Pandemie, das Ziel der Infektionsverlangsamung und das Wissen um die Befähigung zur Selbsthilfe begründen unsere Aktion „Wir können selber etwas tun!“:

Alle Menschen, die dies ähnlich sehen, die Zeit, Lust, Können und Materialien haben …

nähen Mund-Nasen-Masken für andere – und schützen sich so aber auch selbst mit.

Für all die, die mehr Mund-Nasen-Masken nähen, als sie selbst verteilen können/wollen – würden wir die Verteilung organisieren. Wobei wir die selbstgenähten Mund-Nasen-Masken besonders an bedürftige Menschen mit wenigen finanziellen Mitteln weitergeben wollen.

Update 20.04.2020 | 15:52 Uhr

Die zum Teil abstrusen Diskussionen um das „Dafür und Dagegen“ von Mund-Nasen-Schutz sind mittlerweile weniger geworden. Leider nicht weniger geworden ist die fast inflationär formulierte „solidarische Bedeutung“ des Mundschutz-Tragens.

Nun ist es rein formal sehr verständlich, dass der Sachverhalt – „mehr ältere Menschen erkranken schwer(er) an Covid-19 als denn jüngere“ – immer wieder betont wird, auch um generationsübergreifende Ängste in den unterschiedlichsten Bezügen (persönliche, berufliche, familiär, soziale …) zu vermeiden. Das hat gut funktioniert. Leider hat man den Eindruck: „zu gut!“

Das Netz ist auch hier gesellschaftlicher Spiegel: Die „Alten-Risiko-Gruppe“ wird quasi stigmatisiert wie

„wegen denen müssen wir uns einschränken“ oder „die sollen einfach nicht mehr rausgehen dürfen, ist doch nur zum eigenen Schutz von denen… “

Oft Gehörtes, Gelesenes … „jung, immun, nix Corona, Mund-Nasen-Maske schützt nur die Risiko-Gruppe, deshalb ist Tragen solidarisch“ – hat leider dazu geführt, dass ein Teil der Nicht-Risikogruppe etwas sehr Entscheidendes ausblendet:

Fast niemand kennt das eigene Immunsystem so gut, dass mit Sicherheit ein sehr milder Verlauf bei Infektion zu prognostizieren ist. Niemand kann zu 100% ausschließen, dass trotz „strotzender Gesundheit“ nicht irgendeine unerkannte, körperliche, enzymatische … Besonderheit vorliegt, die ein schwereres Covid-19-Risiko darstellen könnte.

Das sind alles Konjunktive! Ja, aber alles welche, bei denen die Wahrscheinlichkeit nicht Null ist!

Das bedeutet, dass auch Menschen, die sich der Nicht-Risiko-Gruppe zugehörig fühlen bzw. medizinisch dieser zugeordnet werden – an Covid-19 schwer(er) erkranken können.

Aus diesem Sachverhalt folgt:
Einen Mund-Nasen-Schutz tragen ist kein ausschließlicher Solidaritätsakt mit der Risiko-Gruppe! Mund-Nasen-Schutz-Tragen reduziert auch die Wahrscheinlichkeit, dass man selber angesteckt wird – natürlich nur dann, wenn alle einen tragen. Dies betrifft alle, losgelöst vom Alter.

Fazit: Mund-Nasen-Schutz-Tragen = Solidarität mit allen! Mich selbst eingeschlossen!

Update 16.04.2020 | 12:04 Uhr

Aktualisierung einer Anfrage, die wir sehr gern weitergeben …

Liebe Solidarische Gemeinschaft,

wir wollen die Verbreitung des Coronavirus aktiv mindern, eindämmen bzw. verschiedene gefährdete Gruppen mit unserem Engagement schützen. Aufgrund der angespannten Situation in der Coronalage werden Behelfsmasken in vielen Einrichtungen hier in Leipzig unbedingt gebraucht. Sie gehen momentan zuneige, was wir nicht hinnehmen wollen.

Schon jetzt fehlt sämtlicher Atemschutz für verschiedene Personen- und Berufsgruppen vor allem bei Busfahrer*Innen, Verkäufer*Innen, Pflegekräften, Geflüchteten, Apotheker*Innen etc. Ein ausgesprochenes Dankeschön reicht nicht. Aktuell ruft das Uniklinikum Leipzig die Bevölkerung auf, mit selbst genähten Behelfsmasken auszuhelfen. Bitte sagt uns gerne Bescheid, welche Einrichtung noch Behelfsmasken braucht.

Wenn sich eine akut Infizierte Person im öffentlichen Raum bewegen muss, kann das Tragen eines Mund – Nasen -Schutzes oder einer alternativen, ggf. textilen Barriere im Sinne eines Mund -Nasen – Schutzes durch diese Person sinnvoll sein, um das Risiko einer Ansteckung anderer Personen durch die größtmögliche Zurückhaltung von Tröpfchen, welche beim Husten oder Niesen entstehen, zu verringern (Schutz der Mitmenschen).

Da wir dem mutig entgegenstehen und kreativ sind, wagten wir den Schritt in die Aktivität hinein.

Wir sind momentan einige ehrenamtliche Näher*Innen, die selbstständig zuhause nähen hauptsächlich nach den Nähanleitungen der Feuerwehr Essen. Wir beliefern Euch mit Stoffen, Nähutensilien und viel Power.

Wir suchen auf jeden Fall noch fleißige Näher*Innen aus Leipzig, vor allem Nähutensilien wie z.B. Gummilitze 3mm- 1cm, Nähgarn, Nähmaschinennadeln, Baumwollschrägband ab 2cm Breite und Draht bzw. Pfeifenreiniger und Bindedraht, Elastikkordeln, Haushaltsband ab 2cm, Bikiniträger, Schnürsenkel, Sicherheitsnadeln, Metallstäbchen im Hefter, Scheren, Bügeleisen, Stoffe (aus kochfester 100% Baumwolle wie Bettlaken, Geschirrtücher, Tisch- und Bettdecken, Molton, Jutebeutel, Spucktücher, Stoffballen, Bindebänder von Taschen) und Kooperationen verschiedenster Art.

Die Spenden können in der Woche von 12 – 16 Uhr ins LinXXnet, Brandstraße 15 in 04277 Leipzig, gebracht werden. Dort gibt es auch eine Box, wo ihr fertige Behelfsmasken hineinlegen könnt.

Wir kümmern uns um den Rest und verteilen Sie dann weiter.

Bleibt gesund und Liebe Grüße,

Sabrina Füldner
Stadtbezirksbeirätin Leipzig-Südost LINKE
sabrina.fueldner@gmx.de

Update 10.04.2020 | 13:37 Uhr

Wir haben jetzt mehrere selbstgenähte Mund-Nasen-Masken aus Stoff (Modell -> siehe Bild unten) zur kostenlosen Weitergabe an Menschen, die sich selbst keine nähen können und deren finanzielle Möglichkeiten stärker begrenzt sind (z. B. Leipzig-Pass-Inhaber*innen).

Ganz vielen Dank den solidarischen Näher*innen!

Bitte bei uns anrufen 0341 – 2130030 oder per Mail: hallo@frauenkultur-leipzig.de

Update 07.04.2020 | 12:04 Uhr

Eine Anfrage, die wir sehr gern weitergeben …

Liebe Solidarische Gemeinschaft,

wir wollen die Verbreitung des Corona-virus aktiv mindern, eindämmen bzw. verschiedene gefährdete Gruppen mit unserem Engagement schützen. Aufgrund der angespannten Situation in der Corona-Lage werden Behelfsmasken in vielen Einrichtungen hier in Leipzig unbedingt gebraucht. Sie gehen momentan zuneige, was wir nicht hinnehmen wollen.

Schon jetzt fehlt sämtlicher Atemschutz für verschiedene Personen- und Berufsgruppen vor allem bei Busfahrer*Innen, Verkäufer*Innen, Pflegekräften, Geflüchteten, Apotheker*Innen etc. Ein ausgesprochenes Dankeschön reicht nicht. Aktuell ruft das Uniklinikum Leipzig die Bevölkerung auf, mit selbst genähten Behelfsmasken auszuhelfen. Aber auch z.B. die Unterkunft für 500 Geflüchtete in Gohlis, Max-Liebermann-Str., braucht Euch. Sie haben nur zwei Personen, die aktuell Behelfsmasken in der Einrichtung nähen.

Wenn sich eine akut Infizierte Person im öffentlichen Raum bewegen muss, kann das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes oder einer alternativen, ggf. textilen Barriere im Sinne eines Mund-Nasen-Schutzes durch diese Person sinnvoll sein, um das Risiko einer Ansteckung anderer Personen durch die größtmögliche Zurückhaltung von Tröpfchen, welche beim Husten oder Niesen entstehen, zu verringern (Schutz der Mitmenschen).

Da wir dem mutig entgegenstehen und kreativ sind, wagten wir den Schritt in die Aktivität hinein.

Wir sind momentan einige ehrenamtliche Näher*Innen, die selbstständig zuhause nähen hauptsächlich nach den Nähanleitungen der Stadt Essen. Wir beliefern Euch mit Stoffen, Nähutensilien und viel Power.

Wir suchen auf jeden Fall noch fleißige Näher*Innen aus Leipzig, Nähmaschinen zum Ausleihen, vor allem Nähutensilien wie z.B. Gummilitze 6mm, Nähgarn, Nähmaschinennadeln, Baumwoll-schrägband 2cm breit und Draht bzw. Pfeifenreiniger, Bügeleisen, Stoffe (aus kochfester 100% Baumwolle wie Bett-laken, Geschirrtücher, Tisch- und Bettdecken, Spucktücher) und Kooperationen verschiedenster Art.

Die Spenden können in die Windscheidstraße 3a gebracht werden und bitte vorher eine Email zwecks Absprache an: Helfeninleipzig@use.startmail.com

Lasst uns zusammen ein kleines notwendiges Wunder schaffen, um möglichst viele Menschen in Leipzig vor einer größeren Pandemie zu bewahren.

Wer für einen guten Zweck uns unterstützen oder mitmachen will für unser aller Gesundheit und würdevolles Leben ist bei uns genau richtig.

Vielen Dank für die unglaublich großartige Solidarität und Hilfsbereitschaft!
Bleibt gesund und Schöne Ostern,

Sabrina Füldner | Stadtbezirksbeirätin Leipzig-Südost LINKE

Update 06.04.2020 | 12:56 Uhr

Wegen des Verständnisses :)

Gedacht für das Tragen eines Atem-Schutzes “aus der Do-it-yourself-Fertigung” beim Einkaufen …
Ban … Besser als nix … ohne weiteren Kommentar …

Update 04.04.2020 | 15:21 Uhr

Was wir noch sagen wollten …

Selbst gebastelter, selbst genähter Atemschutz ist eine Behelfsmaßnahme, ein Provisorium, quasi „Erste Hilfe in der gegenwärtigen Schutzmasken-Mangelzeit“. Das wissen alle, die diese nutzen bzw. herstellen! Ja, und auch dies ist bekannt, das diese „Erste-Hilfe-Maßnahme“ keinen vollständigen Schutz bietet, dass die Masken „unprofessionell, also falsch“ getragen werden. Müssen sie ja auch – weil all diese Kreationen höchst unprofessionell sind. Auch das wissen alle!

Einige TV-Moderator*innen und medialen Fach-Expert*innen konnten diesen Sachverhalt intellektuell noch nicht ganz entschlüsseln – zumindest scheint es so. Auch ein Sachverhalt ist: Unbegründete Überheblichkeit von TV-Moderator*innen und medialen Fach-Expert*innen wegen „Selbstgehäkelter“ ist nicht nur erbärmlich, sondern spiegelt auch einen sehr limitierten „Denke- und Erfassungshorizont“ wider.

Kleiner Hinweis: Auch standardisierte Atemschutzmasken FFP3 bieten keinen vollständigen Schutz … das weiß das medizinische Fachpersonal leider allzu gut

Eine schön einfache Anleitung hier unter:

Kleiner Hinweis: Zum Einfassen (an den Rändern des Maskenstoffes) können statt Schrägband auch einfach Stoffstreifen genommen werden. Schrägband haben nicht alle zu Hause. Damit diese Stoffstreifen dann nicht ausfransen, schneidet man sie etwa 2 bis 3 cm breit zu. Dann klappt man die Schnittkannten nach innen und bügelt sie einmal, damit sie nicht gleich wieder aufklappen. Und dann kann man sie verwenden, wie das Schrägband in der Anleitung :)

Anleitung:
https://einzigware.de/wp-content/uploads/2020/03/mund-nasen-maske-anleitung.pdf

https://einzigware.de/


Wir haben diese Anleitung schon ausprobiert.

Diese Anleitung funktioniert auch ohne Draht oder Pfeifenputzer. Hatten wir nicht. Und statt Bändern haben wir Gummiband angenäht.

Unsere erste Erfahrung: Einkaufen-Gehen mit selbstgenähter Mund-Nasen-Maske

30. und 31. 03.2020 | Unsere selbstgenähte Mund-Nasen-Maske -> siehe Bild oben

Losgelöst von allen Pro‘s und Contra’s, losgelöst ob „aus Solidarität mit anderen oder/und mit sich selbst“: Eine nicht sterile und nicht medizintechnisch schützende, selbstgebastelte Mund-Nasen-Maske verhindert quantitativ etwas die Tröpfchen-Aussendung – und ein Teil der eigenen infektionssensiblen Stellen wie Mund und Nase sind etwas bedeckt. Dies ist so ähnlich wie bei einer offenen Unfallwunde (ohne 1.Hilfe-Kasten): Abdecken mit einem sauberen Taschentuch. Besser als nichts.

Mit Atem-Schutz versus ohne Atem-Schutz beim Einkaufen:

Hier unsere erste Erfahrung: Einkaufen-Gehen mit selbstgenähtem Atem-Schutz

• Die Mund-Nasen-Maske kommt in meine saubere Innen-Jackentasche
• Dann mit dem Rad zum Konsum.
• Vor dem Konsum wird die Mund-Nasen-Maske aufgesetzt.
• Sehe mich in der spiegelnden Fensterscheibe: Sehe voll doof aus.
• Warte in einer drei Personen-2-Meter-Abstand-Schlange ca. 5 Minuten
• Ein Glück, es ist im Moment kalt. Der Atemschutz wärmt (sehr).
• Meine Brille beschlägt, sehe aber noch alles.
• Ein junger Mann schlängelt sich pfeifend und grinsend an mir vorbei.
• Kaufe zügig ein. Nicht viel, Käse, Aufstrich, Zitrone, Avocado.
• Mir wird wärmer. Bezahle passend (aufgerundet).
• Draußen am Rad stecke ich die Mund-Nasen-Maske in den Beutel.

Einkauf & Mund-Nasen-Maske kommen für 24 Stunden in Quarantäne auf den Balkon (Ist ja recht kalt).
Wir haben uns überlegt, dass 3 Minuten-Bügeln auch zur Zerstörung von Viren reichen müssten (bei 150 Grad). Ansonsten Kochwäsche oder nochmals für einen Tag oder zwei Tage in Quarantäne auf den Balkon. (je nach Einkaufsverlauf).

Mit Mund-Nasen-Maske versus ohne Mund-Nasen-Maske beim Einkaufen:

Das Argument: Mund-Nasen-Masken könnten beim Auf- oder Absetzen die Infektionsgefahr erhöhen, können wir aus unserer Erfahrung nicht bestätigen. Die selbstgenähte Maske „vom Ohr-Rand“ abziehen ist vergleichbar mit Mütze zurechtrücken.

Der größte Effekt beim Einkaufen mit selbstgenähter Mund-Nasen-Maske wäre natürlich dann gegeben, wenn alle eine tragen würden. Da es Atem-Schutzmasken aber nicht ausreichend gibt, kann natürlich auch keine bindende Verfügung von Seiten des Staates erlassen werden.

Deshalb „selber nähen“ und andere mitversorgen, die nicht nähen können oder denen Mittel dazu fehlen.

Wichtiger sicherlich ist:
Der Abstand von 2 Metern, die bekannten Hygiene-Maßnahmen und nicht jeden Tag Einkaufen gehen.