Workshops & Specials

Zu den unterschiedlichsten Themenbereichen gibt es in der Frauenkultur Kreativ-Workshops, öffentliche soziokulturelle Aktionen und Specials – natürlich aus feministischer Sicht. Die Angebote sind beteiligungsorientiert und kunstgenreübergreifend – und bieten immer auch die Möglichkeit des Gesprächs, der soziokulturellen Begegnung zwischen Akteur*innen, Künstler*innen und den Teilnehmer*innen bzw. Besucher*innen verschiedener Generationen.

Dezember 2020

05.12. Verschoben! Mami Wata und Ananse. Wassergöttin und Spinnenmann.

Samstag | 10:00 bis 14:00 Uhr

WORKSHOP

Ein Workshop über narrative Traditionen in Westafrika.
Entwürfe und Modelle weiblicher Existenz im Beziehungs-Diskurs der Geschlechter

Prof. Dr. BEA LUNDT, Berlin/Winneba (Ghana)

Afrikanische Kulturen sind deutlich oral geprägt und das Erzählen von Geschichte spielt eine große Rolle in der Überlieferung und Religion wie in der alltäglichen Gegenwart. Bea Lundt beleuchtet in diesem Workshop zwei oft wiederkehrende Gestalten der Erzählkultur näher: Mami Wata, die Göttin des Wassers, ist eine Gestalt mit ungemein starken magischen Kräften, die zwar heilbringende – aber auch bedrohliche Aspekte hat. Auf den ersten Blick ähnelt sie der europäischen Meerjungfrau/Nymphe, die unter dem Namen Melusine oder Undine bekannt ist… und über die zahlreiche Geschichten kursieren. Transkulturell vergleichend sollen narrative Traditionen über Wasserfrau(en) vorgestellt und unter dem Genderaspekt diskutiert werden.

Spiegelbildlich wird eine in Westafrika dominante männliche Figur vorgestellt: Ananse, der Spinnenmann, der sich egoistisch und skrupellos verhält, sogar gegenüber seiner eigenen Familie. Am Beispiel dieser Trickster-Gestalt werden Überlebenstechniken reflektiert und Moralkonzepte eingeübt. Traditionell sind die Narrationen über Ananse in einem ländlichen Ambiente angesiedelt und mit Tieren wie Elefanten und Farmen verbunden. Können Kinder und Jugendlichen diese Gestalt angesichts des sozialen Wandels in ihren städtischen Alltag transferieren? Um diese Frage zu beantworten, wurde in einem Slum aus europäischem Elektroschrott in Accra mit Schulkindern und Jugendlichen ein kleiner Ananse-Film gedreht, der im Workshop zu sehen ist.

Im Workshop werden unterschiedliche Materialien eingesetzt: ein einführender kurzer Vortrag mit Bildern der Wasserfrau aus Europa und Afrika, die gemeinsam gedeutet und diskutiert werden. Im zweiten Teil stehen neben dem Film Texte über die Ananse-Gestalt zur Verfügung, die gemeinsam gelesen, interpretiert und mit europäischen Narrationen verglichen werden.

BEA LUNDT publiziert über Genderstrukturen europäischer Narrationen des Mittelalters und der Frühen Neuzeit und beschäftigte sich in den letzten Jahren bei ihren Aufenthalten in Westafrika intensiv mit afrikanischen Erzähltraditionen – u.a. veröffentlichte Märchen aus Benin und gab 2018 einen Band über die Gestalt des Ananse heraus. | Anmeldung bis zum 03.12.2020 erforderlich.

Teilnahmegebühr: 9,- | 5,- Euro ermäßigt

09.12. Pandemiebedingt verschoben! Sprich mit mir!

Mittwoch | 15:00 bis 17:00 Uhr

SPRACHTANDEM-PROJEKT

Ein Projekt der Frauenkultur und des Museums der bildenden Künste Leipzig für Frauen und Mädchen ab 14 Jahren. Interessierte Frauen können an jedem 2. Mittwoch im Monat das Museum der bildenden Künste besuchen und im Sprachtandem dabei Sprache neu lernen. Eine deutsch-sprechende und eine deutsch-lernende Frau gehen gemeinsam durch das Museum – und erzählen einander, was sie sehen. Sie entdecken zusammen Bilder und lernen gemeinsam Deutsch oder auch eine andere Sprache…

Heute: Kreative Praxis mit Aquarellmalerei

Die Bilder deutscher und französischer Künstler*innen des 19. Jahrhunderts aus der Kunst-Richtung des Impressionismus können uns neue Ideen geben, selbst etwas zu malen. Im Atelier des Museums können die Teilnehmerinnen* mit Farben experimentieren und verschiedene Gedanken zum „alten Jahr 2020“ auf das Papier bringen. Natürlich mit allen bekannten Abstandsregeln.

Bitte anmelden in der Frauenkultur Leipzig, Tel.: 0341-213 00 30 oder im MdbK: kirsten.huwig@leipzig.de, Tel.: 0341-21699958
Die Teilnahme ist kostenlos.

Ort: Museum der Bildenden Künste Leipzig, Katharinenstraße 10, 04109 Leipzig

Februar 2021

21.02. Die ureigenen Kräfte der Frauen... und warum auch Yoga nicht immer wohltuend ist.

Sonntag | 11:00 bis 13:00 Uhr

MATINEE
mit LUISA FRANCIA

Wir werden bewertet, abgewertet, verglichen, belächelt, ausgelacht vielleicht, wenn wir uns auf unsere ursprünglichen Kräfte als Frauen besinnen. Es scheint zwar, dass „die Frau“ gerade im Aufwind ist, alle reden plötzlich über Frauen, über Missbrauch, me too usw. … doch das darf uns nicht täuschen. Es geht nicht um unsere ureigenen Kräfte – es geht um die Anpassung an gesellschaftliche Normen, um die geschmeidige „Eingliederung“ der Frauen ins patriarchale System. Schließlich sollen sie am Ende, freiwillig natürlich, ihre Funktion als Serviceeinrichtung erfüllen. Gönnerhaft werden die Frauen gelobt und hervorgehoben, und erstaunt wackeln alle mit den Köpfen: was, das können Frauen auch?! Gerade junge Frauen werden bedrängt, ganz toll, ganz leistungsfähig zu sein und gehen dabei oft über ihre Kraft. Fremden Befehlen zu folgen hat eben die Wirkung, dass das eigene Gespür verloren geht. Wie finden wir zum eigenen Gespür? Wie widersetzen wir uns Erwartungen oder gar Befehlen? Viele Frauen gehen zum Yoga und lassen sich dort oft die absurdesten Turnübungen aufdrängen. Om? Au!! Auch wenn die Tradition noch so alt ist – wenn sie nicht wohltuend ist, hat sie keinen Sinn.

“Ich lese dazu aus einigen meiner Bücher und erzähle über die weiblichen Urkräfte, Intuition, Mitgefühl, Durchsetzungskraft, Heiterkeit, Widerspruchsgeist…. zum Beispiel. Und dann kommen wir ins Gespräch…”

LUISA FRANCIA ist Schriftstellerin, Künstlerin, Reisende, hat eine erwachsene Tochter, spricht fünf Sprachen und veröffentlichte weit über dreißig Bücher, von denen einige Bestseller wurden. Sie gibt Seminare, hält Lesungen und Vorträge, die sich mit dem tieferen Verständnis spiritueller Energien beschäftigen. Sie führt unter www.salamandra.de ein Internet-Tagebuch… Eintritt: 6,- | 4,- Euro ermäßigt

Aufgrund der anderen, begrenzteren Platz-Kapazitäten, ist es sehr hilfreich, wenn eine Platz-Reservierung (per Mail oder per Telefon) im Vorfeld der Veranstaltung erfolgt.

21.02. Wie können wir im Körper wirklich zuhause sein?

Sonntag | 14:00 bis 17:00 Uhr

WORKSHOP

mit LUISA FRANCIA

Im Nachmittagsworkshop spielen wir mit Körperkräften, mit dem Atem, der Stimme und erfahren, warum es nicht um Leistung, um Anstrengung, um Grenzen überschreiten geht, was bei spirituellen Turnstunden wie Yoga und anderen Körperertüchtigungen schiefgehen kann und warum es gut ist, immer auf die Eigenmacht und die magischen Kräfte des Körpers zu hören. Ein Ritual beschließt den Nachmittag. Anmeldung bis zum 19.02.2021 erforderlich.

Teilnahmegebühr: 50,- | 35,- Euro ermäßigt