Lesungen, Vorträge & Filme

Zu den unterschiedlichsten Themenbereichen gibt es in der Frauenkultur Vorträge, Lesungen & Filme aus feministischer Sicht. Es gibt Porträts zu einzelnen Künstler*innen oder zu Frauen*, die in einem historischen Kontext stehen. Und natürlich Autor*innen-Lesungen aller Art. Alle Veranstaltungen bieten die Möglichkeit des Gesprächs zwischen Referent*innen, Künstler*innen und den Besucher*innen.

August 2019

22.08. Entkörperung durch Verkörperung von Theorie

Donnerstag | 19:00 bis 21:00 Uhr

VORTRAG UND DISKUSSION

Eine phänomenologische Erweiterung der Butler’schen Gendertheorie am Beispiel eines literarischen Titels von Marquis de Sade

LAURA HOMMERS
Eine Veranstaltung in der Reihe Women in science

Laura Hommers widmet sich der Frage der Materialität des Butler’schen Geschlechts. Durch die Diskursanalyse wird nach Butler ein Geschlecht hergestellt, welches besonders in deutschen Rezensionen von Das Unbehagen der Geschlechter, als ein Geschlecht ohne Körper (Entkörperung durch Theorie (Barbara Duden, 1993)) dargestellt wird. In Hommers’ Arbeit wird jedoch gezeigt, dass sich die Rezensionen und Butler auf zwei verschiedenen Untersuchungsebenen befinden und die Kritiken an der Theorie unter anderem aus diesem Grund nicht greifen können. Um die Konstruktion der Butler’schen Materialität aufzuzeigen, werden sexuelle Tableaux von Marquis de Sades Die Philosophie im Boudoir (1795) untersucht. In diesen sexuellen Handlungen wird die Materialität durch die Neuinterpretation von erogenen Zonen sichtbar, welche gleichzeitig eine Vielfalt von Geschlechtsidentitäten und sexuellen Begehren aufzeigen. Am Ende ihrer Untersuchung kann Laura Hommers feststellen, dass es nicht mehr darum geht ein Geschlecht zu haben, sondern ein Geschlecht zu sein.

Eintritt: frei

September 2019

15.09. Das Mädchen Wadjda

Sonntag | 16:00 bis 17:30 Uhr

KINDER-FILM & GESPRÄCH
im Rahmen des Polyloid Filmfest 2019 | Projekt des Pöge-Haus e.V.

Alle interessierten Mädchen und Frauen sind eingeladen.
Ort: MiO – Interkultureller Mädchentreff, Konradstraße 64, 04315 Leipzig

Eintritt: frei

18.09. Frauen bildet Banden

Mittwoch | 19:00 bis 21:00 Uhr

FILM & GESPRÄCH
im Rahmen von „FREI:RAUM für Demokratie und Dialog 2019”

Regie: FrauenLesbenFilmCollectif Las Otras, 2019, 77 Min, FSK unbekannt

Die „Rote Zora“ war eine militante Frauengruppe in der BRD der 1970er und 80er Jahre. Ihre Aktionen richteten sich u. a. gegen die alltägliche Gewalt gegenüber Frauen und deren internationale Ausbeutung. Erzählungen verschiedener Zeitzeuginnen, Interviews mit einer Historikerin und ehemaligen Zoras lassen die Geschichte der „Roten Zora“ und der damaligen Frauenbewegung wieder lebendig werden.

Anschließend Gespräch mit einer der Regisseurinnen und einer Vertreterin des Soziokulturellen Zentrums Frauenkultur Leipzig.
In Kooperation von Stiftung Friedliche Revolution und Frauenkultur Leipzig | Eintritt: frei

Ort:

Pavillon mit Kino, Kultur und politischem Dialog auf den Wilhelm-Leuschner Platz.

19.09. Sexueller Exzeptionalismus. Überlegenheitsnarrative in Migrationsabwehr und Rechtspopulismus

Donnerstag | 19:00 bis 21:00 Uhr

VORTRAG UND GESPRÄCH

Referentin:
GABRIELE DIETZE, Berlin

Ein zentrales Motiv der Abwehr von Migration insbesondere aus islamisch geprägten Ländern ist die Annahme einer generellen sexuellen Rückständigkeit und Gefährlichkeit von Migrant*innen. Dem setzt der dominante Diskurs eine überlegene okzidentale sexuelle Moderne entgegen – einen „sexuellen Exzeptionalismus“. Gabriele Dietze dekonstruiert diese sexualpolitisch fokussierte Charakterisierung von Migration als Strategie, die eine emotionalisierte „Politik der Angst“ nutzt, um einen ethno-nationalistischen Diskurs voranzutreiben. Sie stellt damit ein neues Begriffsrepertoire zur Verfügung, das in die männlich dominierte Rechtspopulismusforschung interveniert.
Gabriele Dietze ist eine deutsche Kulturwissenschaftlerin, Hochschullehrerin, Gender-Theoretikerin, Essayistin und Autorin.

Eintritt: 4,- Euro | 2,- Euro ermäßigt

26.09. Der Einfluss von Videospielen auf Einstellungen der Gamer*innen: Was wir wissen.

Donnerstag | 19:00 bis 21:00 Uhr

VORTRAG UND GESPRÄCH

Referentin*:
KATJA SALOMO, Jena

Videospiele haben sich in den letzten Jahren zum umsatzstärksten Unterhaltungsmedium entwickelt. In der Öffentlichkeit wird ihr Einfluss auf Gesellschaft und insbesondere auf jüngere Menschen nach wie vor kontrovers diskutiert: Suchtpotential, Normalisierung von bis hin zur Anstachelung zur Gewalt und frauenfeindliche Subkulturen stehen im Vordergrund der öffentlichen Wahrnehmung. Der Vortrag wirft (1) einen Blick darauf, was wir tatsächlich wissen über das Potential von Videospielen, Verhalten und Einstellungen von Spieler*innen nachhaltig zu beeinflussen. Und wird sich (2) auf dieser Basis damit auseinandersetzen, wie Frauen und soziale Minderheiten in Videospielen repräsentiert sind und welches Bild Videospiele insbesondere von Frauen zeichnen.

KATJA SALOMO ist tätig für das Wissenschaftszentrum für Sozialforschung Berlin (WZB)

Eintritt: 4,- | 2,- Euro ermäßigt