Lesungen, Vorträge & Filme

Zu den unterschiedlichsten Themenbereichen gibt es in der Frauenkultur Vorträge, Lesungen & Filme aus feministischer Sicht. Es gibt Porträts zu einzelnen Künstler*innen oder zu Frauen*, die in einem historischen Kontext stehen. Und natürlich Autor*innen-Lesungen aller Art. Alle Veranstaltungen bieten die Möglichkeit des Gesprächs zwischen Referent*innen, Künstler*innen und den Besucher*innen.

April 2020

02.04. Verschoben: Der Weg ist das Ziel

Donnerstag | 19:00 bis 21:00 Uhr

VORTRAG UND GESPRÄCH

Radreise durch Aserbaidschan in den Oktoberferien 2019
mit SABINE MEHNERT, Leipzig

Eine (Fast)Rundreise durch Aserbaidschan, das Land mit den Bergen des Kaukasus; dem Kaspischen Meer, das kein Cote d` Azur Feeling zulässt; Steppen, in denen im Oktober 35°C sind – gefühlt 40°C; fruchtbaren Täler, Wein- und Granatapfelfeldern bis zum Horizont und einer Hauptstadt – Baku – die einen Staunen lässt, was Stararchitekten mit den Öldollars alles in Höhe und Breite bauen dürfen/können. Ein muslimisches Land, in dem man auch in kurzen Hosen fahren darf, mit sehr hilfsbereiten Menschen, die immer noch den alten Lada fahren und ihn hegen und pflegen. Ein Land… wo die Erde brennt und die Vulkane blubbern.

Eintritt: 4,- | 2,- Euro ermaäßigt

07.04. Verschoben: Das Bild der Hexe in der Literatur u.a. bei Louise Otto-Peters

Dienstag | 19:00 bis 21:00 Uhr

VORTRAG UND GESPRÄCH

Mit STEPHAN KLEIN & DR. SANDRA BERNDT, Vorsitzende der Louise-Otto-Peters Gesellschaft Leipzig

Auch die Autorin, Journalistin und Frauenrechtlerin Louise Otto-Peters (geb. 1819 in Meißen; gest. 1895 in Leipzig) beschäftigte sich mit der Thematik der Hexenverfolgung. In ihren „Hexengeschichten“, in ihren Frauenporträts, in ihrem Roman „Nürnberg“ oder in ihren „Mahnungen zur Hexenzeit“ verfasste sie faktenbasierte Erzählungen oder journalistische Beiträge und vor allem demokratisch-humanistisch politisch motivierte Schriften für eine gleichberechtigte Gesellschaft.

Ort: Volkshochschule Leipzig, Löhrstraße 3

Ausstellung und Veranstaltungen finden statt in Kooperation des Arbeitskreises Aufarbeitung Hexenverfolgung, des Soziokulturellen Zentrums Frauenkultur und der VHS. Sie sind entgeltfrei.

09.04. Verschoben: Positive Mutterschaft. Vom Alltag mit Kind und HIV

Donnerstag | 19:00 bis 21:00 Uhr

VORTRAG UND GESPRÄCH

Referent*in:
LEA DICKOPF, Berlin

In Deutschland scheint HIV kein großes Thema mehr zu sein. Therapiemöglichkeiten werden immer besser, und eine Diagnose muss nicht mehr tödlich sein. Trotzdem ist HIV, wie kaum eine andere Krankheit, weiterhin von Stigmatisierung betroffen. HIV-positive Mütter spüren dies besonders deutlich, denn sie erleben durch ihre spezifische Sorgeposition erheblichen Rechtfertigungs-druck: Gegenüber der Gesellschaft müssen sie sich als gute Mütter behaupten, gegenüber ihren Kindern fragen sie sich nach dem richtigen Umgang mit HIV. Das Buch trägt unterschiedliche Perspektiven auf und Erfahrungen von HIV-positiver Mutterschaft zusammen und fragt nach individuellen Strategien im Umgang mit Stigmatisierung und Ohnmacht. Interviews gewähren Einblicke in die alltäglichen Kämpfe positiver Mütter: Kämpfe im Wartezimmer und im Büro, im Kreissaal und den sozialen Medien. In einem Alltag, der geprägt ist von dominanten Vorstellungen zu HIV und Mutterschaft, zeigen die Autor*innen Momente der Freude und Angst, der Wut und der Hoffnung. Überlegungen zu emanzipativer Wissensproduktion und feministischem Forschen fließen in dieses Buch ebenso ein, wie eine Kritik an normativen Mütter- und Körperbildern.

LEA DICKOPF BA Soziologie und Politikwissenschaft, MA Gender Studies forscht an der Schnittstelle von Gender Studies, Soziologie und Europäischer Ethnologie. Sie arbeitet in einem Projekt für gewaltbetroffene Frauen

Eintritt: 4,- | 2,- Euro ermäßigt

16.04. Verschoben: Silvia Federici. Feministische Wissenschaftlerin und Aktivistin

Donnerstag | 19:00 bis 21:00 Uhr

Do., 16. 04. 2020
19.00 Uhr
KURZPORTRÄT & FILM

Emeritierte Professorin für politische Philosophie und Women Studies arbeitet zu zahlreichen Themen u.a. zu marxistischer und feministischer Theorie, zu Globalisierungskritik und zu Konzepten der „Commons“ im Sinne von Ressourcen, die aus selbstorganisierten Prozessen des gemeinsamen bedürfnisorientierten Produzierens, Verwaltens, Pflegens und/oder Nutzens entstehen. Nach einer kurzen Vorstellung einiger ihrer Ideen möchten wir einen Film zeigen, in dem ihre Theorien neben die Anderer gestellt werden – zu einem Thema, das für uns alle bedeutsam ist.

What Is Democracy?
Reflektionen über ein Wort in einer Zeit politischer und sozialer Krisen
Film von ASTRA TAYLOR | Kanada | 2018 | 107 min | englisch, deutsche Untertitel

Was bedeutet es für die Menschen zu herrschen – und wollen wir das überhaupt? Die eigenwillige, philosophische Reise von Regisseurin Astra Taylor führt uns vom bahnbrechenden Selbstverwaltungsexperiment des alten Athens zu den Wurzeln des Kapitalismus im mittelalterlichen Italien. Von der heutigen Auseinandersetzung Griechenlands mit dem finanziellen Zusammenbruch und einer zunehmenden Flüchtlingskrise bis hin zu den Vereinigten Staaten, die mit ihrer rassistischen Vergangenheit und der wachsenden Kluft zwischen
Arm und Reich rechnen.

Neben Theoretiker*innen wie SILVIA FEDERICI, ANGELA DAVIS, CORNEL WEST oder WENDY BROWN kommen Aktivist*innen, Fabrikarbeitende, Asylsuchende und ehemalige Premierminister zu Wort und stellen entscheidende Fragen: Wer darf an der Demokratie teilnehmen? Was ist Freiheit? Kann Demokratie in einer Zeit konzentrierten Reichtums überhaupt existieren? Wie können die Menschen die Macht zurückgewinnen, die ihnen gehören soll?

Demokratie ist ein kostbares Experiment, dessen Versprechen immer noch unerfüllt bleibt. Die Geschichte zeigt aber auch konzeptionelle Durchbrüche und dass kollektives Handeln zu echten Veränderungen führen kann. Dieser wichtige Film verbindet Vergangenheit und Gegenwart, Emotionales und Intellektuelles, Persönliches und Politisches, um einen kritischen Dialog über unsere Zukunft zu provozieren. Anstatt einfache Antworten zu geben, erinnert uns dieser Film daran, dass das Ringen mit Ideen von zentraler Bedeutung für den anhaltenden Kampf ist, um uns selbst zu regieren.

Eintritt: frei

23.04. Verschoben: Toubabesse. Oder Wie Bildung Frauen koloniale Macht verleiht.

Donnerstag | 19:00 bis 21:00 Uhr

Update: Verschoben! Neuer Termin – bitte sich über unsere Medien informieren.

VORTRAG & DISKUSSION
Alltagssoziologische Analysen aus Berlin, Dakar und Dazwischen

Referent*in:
CÉLINE BARRY, Berlin

Die Postkolonie Dakar, die Hauptstadt vom Senegal, ist eine starre, duale Welt. Eine, in der es fixe Tarife und fixe Mieten gibt, in der Wohnorte nach Einkommensklassen und Bildungsgraden geordnet sind. Auf der einen Seite gibt es die alten Schwarzen Arbeiter*innenviertel, auf der anderen die Mittelklasse-Viertel im Stil der toubabs – der Kolonisatoren, der Westler, der Weißen. Diese eng aneinander liegenden, jedoch klar voneinander abgegrenzten Viertel spalten Dakar radikal entzwei. Baobab und Grand Dakar etwa trennt nur eine Straße. Sie repräsentiert eine soziale Grenze. Sie zu überschreiten ist nicht „natürlich“, sondern passiert nur in Ausnahmefällen. Die Aneignung formaler Bildung wird in der Postkolonie oft als Überschreitung dieser Grenze gedacht. An dieser Idee anknüpfend blickt toubabesse auf die Nicht-/Grenzüberschreitungen Schwarzer Frauen in Dakar, die sich auf den Weg in formalisierte Karrieren machen. Was verändert sich? Auf welcher Seite der postkolonialen Grenze finden sie sich wieder? Ihre Erfahrungen verweisen auf die rassifizierende Gewalt der Bildung sowie auf die Komplizenschaft gebildeter Frauen mit der kolonialen Macht – in Dakar, Berlin und Dazwischen. Was bedeutet das für das Projekt eines transnationalen Feminismus?

CÉLINE BARRY Freie Universität Berlin, Fachbereich Politik- und Sozialwissenschaften, Doktorandin, Forschungs-thema: Arbeit, Wut und Hoffnung in postkolonialen Zusammenhängen. Ihr Ziel ist eine politisierte Sozial-Forschungspraxis, die am Alltag von Unterdrückten ansetzt, kreative Ausdrucksformen zulässt und akademisches Wissen provinzialisiert. Céline Barry ist seit vielen Jahren an Schnittstellen von Antirassismus und Feminismus aktiv.
Eintritt: 4,- |2,- Euro ermäßigt

Juli 2020

16.07. Intersektionalität

Donnerstag | 19:00 bis 21:00 Uhr

VORTRAG & DISKUSSION

Referent*in:
Prof. Dr. URMILA GOEL, Berlin

Die Theorie der Intersektionalität – das Zusammenspiel verschiedener Dimensionen sozialer Ungleichheit – ist in-zwischen 30 Jahre alt. Trotzdem scheint ihre Bedeutung nur in bestimmten Kreisen bekannt, in anderen wird sie belächelt. Mit dem notwendig interdisziplinären Ansatz bietet die deutschsprachige Intersektionalitätsforschung jedoch weitreichende Möglichkeiten zur Erkennung und Untersuchung vielfältiger sozialer Ungleichheit. Der Vortrag soll einen Überblick über die historische Entwicklung und die aktuelle Bedeutung von intersektionellen Ansätzen geben.

Prof. Dr. URMILA GOEL lehrt am Institut für Europäische Ethnologie, Kultur- und Sozialanthropologin, Bloggerin mit den Schwerpunkten Migration, Rassismus, Geschlecht und Sexualität sowie verflochtene Machtverhältnissen.
Eintritt: 4,- | 2,- Euro ermäßigt