Lesungen, Vorträge & Filme

Zu den unterschiedlichsten Themenbereichen gibt es in der Frauenkultur Vorträge, Lesungen & Filme aus feministischer Sicht. Es gibt Porträts zu einzelnen Künstler*innen oder zu Frauen*, die in einem historischen Kontext stehen. Und natürlich Autor*innen-Lesungen aller Art. Alle Veranstaltungen bieten die Möglichkeit des Gesprächs zwischen Referent*innen, Künstler*innen und den Besucher*innen.

Januar 2022

27.01. Käthe Loewenthal und ihre Schwestern – drei deutsch-jüdische Schicksale

Donnerstag | 19:00 bis 20:30 Uhr

VORTRAG & GESPRÄCH

JÜRGEN FRIEDRICH
Lebenswerk Käthe Loewenthal e.V.

Käthe Loewenthal (1878-1942) war eine anerkannte Malerin des „Expressiven Realismus“; ihre Schwestern Agnes Schaefer Photographin und Susanne Ritscher ebenso Malerin. Ihre poetisch begabte Schwester Gertrud beging mit 18 Jahren Suizid; die zweitjüngste Schwester Hedwig wurde, wie Käthe Loewenthal selbst, in der Shoah ermordet. Die drei ältesten Schwestern werden in ihrem künstlerischen Schaffen vorgestellt; vor familien- und zeitgeschichtlichen Ereignissen und anhand von Werk- Beispielen. Der Käthe Loewenthal e.V. erinnert an das Lebenswerk der während des Nationalsozialismus ermordeten jüdischen Malerin und das anderer in dieser Zeit verfolgten, verbotenen und dadurch in das Vergessen gedrängte Künstler*innen.
Eintritt: 4,- | 2,- Euro ermäßigt

Februar 2022

10.02. May Ayim. Radikale Dichterin, sanfte Rebellin

Donnerstag | 19:00 bis 20:30 Uhr

LESUNG & FILM
mit zwei der drei Herausgeberinnen IKA HÜGEL-MARSHALL, DAGMAR SCHULTZ

May Ayim (1960 bis 1996) war eine der Vorreiter*innen der Schwarzen Deutschen Bewegung und wurde mit ihrer Forschung zur Geschichte und Gegenwart Afro-Deutscher und mit ihrer politischen Lyrik im In- und Ausland bekannt. Sie schrieb sich ein in die Tradition des Sprechgesangs und fühlte sich mit anderen Schwarzen Dichter*nnen der Diaspora stark verbunden.

In Berlin wurde 2010 eine Straße bei der Oberbaumbrücke nach ihr umbenannt, die vorher den Namen eines Kolonialisten hatte: das May-Ayim-Ufer.

2021 – zum 25. Todesjahr der ghanaisch-deutschen Dichterin, Wissenschaftlerin und politischen Aktivistin – erschien das gleichnamige Buch im Unrast-Verlag. Zu Wort kommen Familienmitglieder aus Ghana, den USA und Deutschland sowie Freund*innen, Kolleg*innen und Mitstreiter*innen u.a. die Schriftstellerinnen Esther Andradi, Cornelia Becker – die persönliche Begegnungen mit May Ayim schildern. Sie beschreiben den Einfluss, den May Ayim auf ihr Leben hatte und bis heute hat – und würdigen so ihr Leben und Werk. Darüber hinaus werden bislang unveröffentlichte Gedichte zu hören sein, die ein Kleinod der deutschsprachigen Literatur darstellen. Interviews und Gedichte erzählen von der Suche nach Identität, wie und warum der Begriff afro-deutsch entstanden ist

Wie aktuell Texte und Lyrik von May Ayim sind, zeigen auch ihre Gedichte, die immer wieder zitiert werden… wie zum Beispiel aus ihrem Text:

grenzenlos und unverschämt – ein gedicht gegen die deutsche sch-einheit (1990)
bq. ich werde trotzdem afrikanisch sein auch wenn ihr mich gerne deutsch haben wollt
und werde trotzdem deutsch sein auch wenn euch meine schwärze nicht passt
ich werde noch einen schritt weitergehen bis an den äußersten rand
wo meine schwestern sind wo meine brüder stehen wo unsere FREIHEIT beginnt [… ]
ich will grenzenlos und unverschämt bleiben

Gezeigt wird zudem der FILM

Hoffnung im Herz. Mündliche Poesie – May Ayim

von MARIA BINDER, 28 Min
Der Film dokumentiert Etappen ihres Lebens und zeigt May Ayim in bewegenden Performances in Südafrika und in Deutschland.
Eintritt: nach Selbsteinschätzung

11.02. Gespiegelte Zeit

Freitag | 17:00 bis 19:00 Uhr

OFFENE VERANSTALTUNG
Ein dokumentarischer Rückblick auf das Künstler:innen Symposium 2021 in Leipzig

Im Juli 2022 trafen sich Künstler:innen zum 6. Symposium auf dem Parkfriedhof Leipzig Plagwitz, an der Via Regia – unter Schirmherrschaft von Dr. Skadi Jennicke, Bürgermeisterin und Beigeordnete für Kultur der Stadt Leipzig.

Die Ausschreibung richtete sich an professionell tätige bildende Künstler:innen in Bereichen der Malerei, Bildhauerei, Mural Art, Installation, Fotografie. Ebenso Videokunst, Komposition, Performance, Tanz, szenische Formate, LandArt, Lichtkunst oder Literatur. Eingeladen waren Künstler:innen, die entlang der Via Regia Cultura, der Kulturstraße des Europarates leben.

Beteiligte Künstler:innen: Nawar Alhusari (Installation), Jana Beerhold (Mosaikinstallation), Brunhild Fischer (Musik | Komposition), Olaf Klimpel (Audiokunst), Petra Herrmann (Installation), Anna Kaleri (Performative Lyrik), Kerstin Krieg (Installation), Irene Paskali (Video, Zeichnung), Jelena Radosavljevic (Malerei), Susanne Werdin (Malerei), Lisa Wölfel (Malerei, Installation), Gisela Kohl-Eppelt (Malerei), Katharina Zönnchen (Malerei)

Eine Veranstaltung der GEDOK Mitteldeutschland e. V. | Eintritt frei

17.02. Gendergerechtere Sprache vor Gericht

Donnerstag | 19:00 bis 20:30 Uhr

VORTRAG & DISKUSSION

Debatte über eine gendergerechtere Sprache innerhalb der Rechtswissenschaft
Mit JANA PRASSE, Rechtsanwältin

Kritiker*innen lehnen die Forderungen nach gendergerechterer Sprache vor Gericht oftmals mit der Behauptung ab, diese führe nicht nur zu Verzögerungen im Prozessverlauf, sondern sei darüber hinaus eine Gefahr für das wichtigste Werkzeug von Jurist*innen – eine Gefahr für die klare Sprache. Bereits die These, dass es zu Zeitverzögerungen, beispielsweise bei der Erstellung der Anklageschrift oder polizeilicher Vernehmungsprotokolle, durch die Nutzung gendergerechterer Sprache komme, hält einer näheren Überprüfung nicht stand. Denn die Forderung nach einer gendergerechten Sprache hat nicht zur Folge, dass jede Person in jeder Situation geschlechtsneutral angesprochen werden soll. Und es ist diskriminierend, die eindeutige Zuordnung zu einem Geschlecht durch Sprache zu negieren. Wenn die Abfrage einmal erfolgt ist, hat die weitere Nutzung dieser konkreten Anredeform (inklusive Nutzung der korrespondierenden Pronomen) in den nachfolgenden Verfahrensstadien keinen zeitlichen Mehraufwand zur Folge. Die nachfolgenden Protokolle, Anklageschriften oder Urteile können entsprechend ausformuliert werden.

Nach dem Vortag können die Teilnehmer*innen mit Jana Prasse über deren Erfahrungen vor Gericht diskutieren und auch darüber, dass eine Auseinandersetzung mit der Thematik „Gendergerechte Sprache in der Rechtswissenschaft“ nicht nur notwendig, sondern unumgänglich ist.
Um Anmeldung wird gebeten unter hallo@frauenkultur-leipzig.de
Eintritt: 4,- | 2.- Euro ermäßigt

19.02. Kiefer, Fichte, Tanne und Harze

Samstag | 11:00 bis 12:30 Uhr

INTERAKTIVER VORTRAG & GESPRÄCH -< nur in Präsenz möglich.

Mit BRIGITTE BUSSENIUS
Wald- u. Kräuterschule Schildau

Bei einem unterhaltsamen Vortrag durch dunkle Tannenwälder streifen, durch lichte Kiefernwälder und unter hohen Fichten wandeln. Diese harzigen Baumarten sind eine wahre Wald-Apotheke, sozusagen der ‚Notdienst des Waldes‘. Wir sollten bei diesen Baumarten nicht nur an Bau-oder Brennholz denken, denn sie sind wahre Schätze. Harze – der Wundverschluss der Nadelgehölze – sind seit Jahrtausenden altbewährte Heilmittel. Harze wurden und werden auch zum Räuchern eingesetzt und zur Heilung verschiedener Verletzungen. Auch die Nadeln von Nadelbäumen sind vielfältig einsetzbar. Ein nicht mit „Giften“ behandelter Weihnachtsbaum wäre also fast komplett nach Weihnachten vielfältig nutzbar.

BRIGITTE BUSSENIUS, Wald- u. Kräuterschule Schildau, http://www.feengarten.de, Ausbildung in Heilpflanzenkunde
Eintritt: 6,- | 4,- Euro ermäßigt.

24.02. Frauen ´89. Zu feministischen Sichtweisen und Themen

Donnerstag | 18:00 bis 20:00 Uhr

DOK-WERKSTATT -> nur in Präsenz möglich

Bereits in den Monaten und Jahren vor dem Oktober 1989 gab es engagierte Gruppen und Menschen, die etwas verändern wollten; die glaubten, dass Gerechtigkeit in der DDR möglich sei; die dafür planten und gemeinsam arbeiteten.

Mit der Friedlichen Revolution vom Oktober ´89 hatten auch die bereits existierenden Frauengruppen die Möglichkeit, öffentlich(er) zu werden, sich zu vernetzen und andere Frauen aufzurufen, sich zu beteiligen: Frauen für den Frieden, Frauen für die Umwelt, Lesbische Frauen in der ESG oder das Zeitungskollektiv der Zaunreiterin waren nur einige.

Dieser Workshop bietet einen zeitlichen Überblick und Einblicke in Texte von 1989 | 1990, die feministische Sichtweisen und Themen aufzeigen, die teilweise bis heute unverändert aktuell sind. Wir wollen uns gemeinsam mit einzelnen Original-Texten auseinandersetzen im Kontext unserer Gegenwart. Geplant ist eine weiterführende inhaltliche Arbeit – auch um eigene Geschichte, Geschichte von Frauen* in Interpretation und Öffentlichkeit nicht anderen zu überlassen, sondern selber (weiter-)zuschreiben.

mit CHRISTINE RIETZKE, Mitgründerin der autonomen Frauenzeitschrift in der DDR „Zaunreiterin“ und 1990 Kandidatin des UFV Anmeldung bitte bis zum 22.02.2022 | Teilnahme: kostenlos

März 2022

08.03. Femizide. Frauenmorde in Deutschland

Dienstag | 19:00 bis 20:30 Uhr

LESUNG & DISKUSSION

mit den Autorinnen
JULIA CRUSCHWITZ und CAROLIN HAENTJES

Femizide: Ermordet, weil sie Frauen sind.

In Deutschland wurden vergangenes Jahr 132 Frauen von ihren (Ex-)Partnern getötet, so die Polizeistatistik. Und jeden zweiten Tag gab es einen Tötungsversuch – die Dunkelziffer dürfte noch viel höher liegen. Hunderte Kinder werden so jedes Jahr zu (Halb-)Waisen, viele sind Zeug*innen der Morde. Für das Buch zu Femiziden in Deutschland haben Julia Cruschwitz und Carolin Haentjes mit Wissenschaftler*innen, Kriminolog*innen, Polizist*innen, Sozialarbeiter*innen, Anwält*innen, Überlebenden, Zeugen und Angehörigen gesprochen und wissenschaftliche Studien analysiert. Ihr Buch zeigt: Femizide sind ein gesamtgesellschaftliches Problem, aber es gibt sinnvolle Wege zu einem besseren Schutz von Frauen vor männlicher Gewalt – wir müssen sie nur endlich beschreiten

JULIA CRUSCHWITZ studierte Kommunikationswissenschaften in Leipzig und Madrid. Seit 2003 arbeitet sie als freie Autorin fürs Fernsehen, vor allem für die Politmagazine FAKT und exakt des Mitteldeutschen Rundfunks. CAROLIN HAENTJES arbeitet seit ihrem Studium der Politik-, Kultur- und Literaturwissenschaften als freie Journalistin und Feature-Autorin, unter anderem für das Deutschlandradio und den Mitteldeutschen Rundfunk.

11.03. Frühlingsfeste: Nouruz, Ostern, Masleniza, Mohalla …

Freitag | 15:00 bis 17:00 Uhr

TEE & INTERKULTURELLES GESPRÄCH
Ort: FiA, Konradstr. 62, 04315 Leipzig

Diese Veranstaltungsreihe ist ein Angebot, um im Leipziger Osten einen Ort der Begegnung kennenzulernen. Bei einer Tasse Tee kommen Frauen aus verschiedenen Ländern zu ausgewählten Themen miteinander ins Gespräch.

Thema heute: Frühlingsfeste: Nouruz, Ostern, Masleniza, Mohalla …

Der Übergang vom Winter zu mehr Licht und Wärme und neu beginnendem sichtbaren Pflanzenwachstun wird in Europa und Asien seit Jahrtausenden gefeiert. Rituale und Religionen sind verschieden – ihre Ursprünge oft ähnlich. Vorgestellt werden Feste aus dem persisch-sprachig-muslimischen Kulturraum ebenso wie christliche, slawisch-orthodoxe oder aus der Sikh-Religion. Eingeladen sind alle, ihre eigenen Riten oder Bräuche zum Frühlingsbeginn vorzustellen.

Diese Veranstaltung der Volkshochschule Leipzig im Bereich der Politischen Bildung ist entgeltfrei – und findet statt in Kooperation mit dem Soziokulturellem Zentrum Frauenkultur. Anmeldung erwünscht.
Eintritt: frei