Lesungen, Vorträge & Filme

Zu den unterschiedlichsten Themenbereichen gibt es in der Frauenkultur Vorträge, Lesungen & Filme aus feministischer Sicht. Es gibt Porträts zu einzelnen Künstler*innen oder zu Frauen*, die in einem historischen Kontext stehen. Und natürlich Autor*innen-Lesungen aller Art. Alle Veranstaltungen bieten die Möglichkeit des Gesprächs zwischen Referent*innen, Künstler*innen und den Besucher*innen.

März 2021

17.03. Online: Phantombilder - Die Polizei und "der verdächtige Fremde"

Mittwoch | 19:00 bis 20:15 Uhr

(ONLINE-)VORTRAG UND DISKUSSION – im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus

Eine kulturhistorische Analyse von Polizeigewalt und institutionellem Rassismus – und ein Plädoyer für eine konstruktive Debatte
mit GEORGIANA BANITA

Nicht nur in den USA werden derzeit die Forderungen nach einem Mentalitätswandel der Polizei lauter. Auch in Deutschland stellt sich die Frage, wo dringend notwendige Veränderungen für eine neue Polizeikultur ansetzen können. Wie ist das Ausmaß an Gewalt und Diskriminierung gegen von Rassismus betroffene Menschen durch die Polizei eigentlich zu erklären?

Georgiana Banita zeigt auf, dass das Narrativ des verdächtigen, potenziell gefährlichen Fremden Ursprung und Hintergrund eines polizeilichen Generalverdachts gegenüber Menschen mit Migrationshintergrund, Schwarzen Menschen und BiPoC ist. Ob es um den Gebrauch von Schusswaffen, Racial Profiling, Rasterfahndung oder KI-gestützte Kriminalitätsprognosen geht; um Grenz- oder Infektionsschutz: Die Abwehr des (vermeintlich) Fremden ist aus den Logiken und Praktiken polizeilicher Kontrollarchi-tekturen nicht wegzudenken.

PD Dr. GEORGIANA BANITA, geb. 1980 in Rumänien, Studium Anglistik und Germanistik an den Universitäten Iași und Konstanz, Promotion in Amerikanistik, Habilitation an der Universität Bamberg. 2016 initiierte sie die Konferenz „Black America and the Police“ an der Universität Bamberg, wo sie seit 2017 an der Trimberg Research Academy forscht. Dort leitet sie das Forschungsprojekt „Sicherheit für alle: Polizeikultur in einer Einwanderungsgesellschaft“.

Teilnahme-Link folgt hier

Eintritt: 4,- | 2.- Euro ermäßigt
Zahlungsmöglichkeiten hier

19.03. Online: Diskriminierungserfahrungen und diskriminierungsrelevante Einstellungen in Sachsen

Freitag | 19:00 bis 20:15 Uhr

(ONLINE-)VORTRAG UND DISKUSSION – im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus

mit LARA KRONENBITTER

Wie erleben Menschen in Sachsen Diskriminierung? Was nehmen sie als Diskriminierung wahr? In welchen Lebensbereichen werden Diskriminierungserfahrungen gemacht? Mit diesen und mit vielen weiteren Fragen setzen sich Lara Kronenbitter und ihre Kolleg:innen in der Studie Diskriminierungserfahrungen und diskriminierungsrelevante Einstellungen in Sachsen auseinander. Ziel ist es, ein differenziertes Bild des Lebens der von Diskriminierung betroffenen Menschen in Sachsen zu zeichnen. Es wird davon ausgegangen, dass Diskriminierungserfahrungen für viele Menschen in Deutschland eine alltägliche Realität darstellen. Sie fußen auf gesellschaftlichen Machtverhältnissen, die sich über lange Zeit konstituiert und reproduziert haben und bis in die Gegenwart das Zusammenleben strukturieren.

Lara Kronenbitter wird darauf eingehen, was wir über Diskriminierungserfahrungen in Deutschland und im Speziellen in Sachen (bisher nicht) wissen; zudem Studie und Ziel der ab März 2021 laufenden Befragung vorstellen… und dabei u.a. Herausforderungen thematisieren, die die Erfassung merkmalsübergreifender intersektionaler Diskriminierungserfahrungen mit sich bringt.

Lara Kronenbitter ist Politische Soziologin und studierte Politikwissenschaft und Internationale Entwicklung an der Universität Wien sowie FU Berlin. Seit Juli 2019 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Deutschen Zentrum für Integrations- und Migrations-forschung (DeZIM-Institut). Ihre Forschungsschwerpunkte sind post-/koloniale wie auch dekoloniale Kritik, queer-feministische Perspektiven sowie Praktiken von Wissensproduktion.

Teilnahme-Link folgt hier.

Teilnahmegebühr: 4,- | 2,- Euro ermäßigt

28.03. …von verlorenen Illusionen

Sonntag | 16:00 bis 17:30 Uhr

SZENISCHE LESUNG und Gespräch | Nur wenn öffentliche Veranstaltungen in Präsenz wieder möglich sind.

Eine Lesung in Gedenken an Brigitte Reimann

Mit ELISA UEBERSCHÄR, Schauspielerin

„Manchmal geht sogar mir der Treibstoff aus und ich möchte aufhören mich andauernd zu streiten mit Leuten, die ja doch nie Fehler machen, nie sich irren …. Sie sagen „Perspektive“ und ich sage „Heute“. Naja, wir haben so unsere Verständnis-schwierigkeiten.“ (Brigitte Reimann an Annemarie Auer, Brief vom 26.11.1963)

Die Schauspielerin Elisa Ueberschär liest Auszüge aus dem 1974 postum veröffentlichten Romanfragment Franziska Linkerhand, dem sie eigene autobiographische Texte gegenüberstellt. Im Anschluss an die Lesung findet ein Gespräch statt, in welchem die Gäste eingeladen sind, sich über vergangene Ideale und Träume sowie gesellschaftliche Utopien auszutauschen. Was ist vom Traum einer „kommunistischen“ Zukunft geblieben? Wie und in welcher Weise wird über ein Leben in der DDR gesprochen?

ELISA UEBERSCHÄR, geb. in Gera, ist vor allem durch ihre Rolle der Wiebke Schiller aus der TV-Serie Schloss Einstein bekannt. Zudem aus Fernsehen-Serien wie u.a. Familie Dr. Kleist und SOKO Wien. 2013-2015 war sie Ensemblemitglied am Theater Plauen-Zwickau und arbeitet seitdem als freie Schauspielerin.

Eintritt: 7,- | 5,- Euro ermäßigt

April 2021

15.04. Einfluss jüdischer Frauen auf die Entwicklungen der Sozialen Arbeit

Donnerstag | 19:00 bis 20:30 Uhr

VORTRAG UND DISKUSSION

mit Prof. SABINE TOPPE
Alice Salomon Hochschule Berlin

Im Mittelpunkt des Projektes der Aufarbeitung des Archives steht die Auseinandersetzung mit dem Engagement jüdischer Frauen beim Aufbau der Sozialen Arbeit sowie mit ihrer Verdrängung im Zuge der Machtergreifung der Nationalsozialisten. Untersucht wird die Arbeit der Sozialen Frauenschule Berlin-Schöneberg bzw. der Deutschen Akademie für soziale und pädagogische Frauenarbeit im Zeitraum von 1908 bis 1936. Die meisten der jüdischen Frauen gelangten Anfang des 20. Jh. über soziale Hilfstätigkeiten zur organisierten Frauenbewegung. Da jüdische Religionsgrundsätze den Frauen auf dem Gebiet der Armenfürsorge und Wohltätigkeit Bewegungsfreiheit einräumten, wandten sich jüdische Mädchen, häufig sozialen Aufgaben und Ausbildungsmöglichkeiten zu. Jüdische Frauen spielten damit auch eine wichtige Rolle innerhalb der bürgerlichen deutschen Frauenbewegung, wie auch bei der Gründung und dem Auf- und Ausbau des sozialen Frauenberufs.

Die von Alice Salomon gegründete Soziale Frauenschule war wie die Deutsche Akademie ein Zentrum der Frauenbewegung im ersten Drittel des 20. Jh. Als interkonfessionelle Schule wurde die Soziale Frauenschule Alice Salomons von vielen Frauen aus dem jüdischen Bürgertum besucht. Sowohl an der Sozialen Frauenschule wie an der Deutschen Akademie waren zudem zahlreiche jüdische Dozentinnen tätig. 1933 wurde die Deutsche Akademie aufgelöst, um der Gleichschaltung durch die Nationalsozialisten zuvorzukommen. Im selben Jahr wurden jüdische Angehörige der Sozialen Frauenschule entlassen, vertrieben und verfolgt. Von den insgesamt 31 Lehrenden jüdischer Herkunft sind 16 emigriert, fünf wurden in Konzentrationslager deportiert. Diese Recherche zu jüdischen Akteurinnen beider Einrichtungen soll die Bedeutung von Frauennetzwerken und deren Zusammen-hang zur Frauenbewegungsgeschichte und der Geschichte der Sozialen Arbeit herausstellen… sowie neue Biographien und Netzwerke sichtbarmachen.

Prof.‘in Dr. SABINE TOPPE, Professorin für Geschichte der Sozialen Arbeit an der Alice Salomon Hochschule Berlin und seit 2011 wissenschaftliche Leiterin des Archivs.
Teilnahmegebühr: 4,- | 2,- Euro ermäßigt