Lesungen, Vorträge & Filme

Zu den unterschiedlichsten Themenbereichen gibt es in der Frauenkultur Vorträge, Lesungen & Filme aus feministischer Sicht. Es gibt Porträts zu einzelnen Künstler*innen oder zu Frauen*, die in einem historischen Kontext stehen. Und natürlich Autor*innen-Lesungen aller Art. Alle Veranstaltungen bieten die Möglichkeit des Gesprächs zwischen Referent*innen, Künstler*innen und den Besucher*innen.

Februar 2020

20.02. Hexenprozesse in und um Bamberg | Bayern

Donnerstag | 19:00 bis 21:00 Uhr

IMPULS-VORTRAG
Arbeitskreis Aufarbeitung Hexenverfolgung | Leipzig
www.hexenprozesse-leipzig.de

Im 17. Jahrhundert erreichte die Hexenverfolgung in Bamberg unter der Herrschaft Johann Georgs II. ihren grausamen Höhepunkt. Für hunderte unschuldig Verfolgte endete das Leben auf dem Scheiterhaufen. Die Zahl von Inhaftierungen vermeintlicher „Hexen“ war so hoch, dass ein eigens dafür vorgesehenes Malefiz-Haus zur Inhaftierung und Folter errichtet wurde. Ursachen für die Bamberger Hexenprozesse waren nicht allein Missernten oder Krankheitswellen. Zahlreiche Prozesse waren auch politisch motiviert.
Nach der thematischen Einführung zeigen wir den Film:

Seelen im Feuer
Regie: URS EGGER, D 2014, 110 min.
Verfilmung des gleichnamigen Romans von Sabine Weigand.
Der Arzt Cornelius eilt von seinen medizinischen Forschungen aus Wien nach Bamberg zu seinem sterbenden Vater. Der Fürstbischof von Dornheim verpflichtet ihn, in seine Dienste
zu treten, was Cornelius in einen Bannkreis aus Denunziation, Verhaftung und Hinrichtung geraten lässt.
Eintritt: frei

März 2020

05.03. Schon in der Steinzeit... Über die ‚Natürlichkeit‘ menschlicher Geschlechterrollen

Donnerstag | 19:00 bis 21:00 Uhr

VORTRAG UND DISKUSSION

Referentin:
MIRIAM NOEL HAIDLE, Tübingen

Die engagierte Forscherin wirft einen kritischen Blick auf das (auch forschungsfeldintern machtvolle) Klischee von „Jägern und Sammlern“ und dekonstruiert dieses. Sie diskutiert, inwiefern „augenscheinlich Überzeugendes“ und reale (Be)Funde der Disziplin selbst zum Objekt einer von der Gegenwart her motivierten Naturalisierung von Zweigeschlechtlichkeit werden – so dass wir am Ende zu wissen glauben, wer nun wer gewesen sein muss in der Binarität von Jäger*innen und Sammler*innen.
PD Dr. Miriam Haidle; 2006 Habilitation in Vorgeschichte/Paläoanthropologie 1); seit März 2008 wissenschaftliche Koordinatorin des Forschungszentrums „Die Rolle der Kultur bei der frühen Expansion des Menschen“ der Heidelberger Akademie der Wissenschaften am Senckenberg-Forschungsinstitut, Frankfurt/M. und der Universität Tübingen / Institut für Ur- und Frühgeschichte und Archäologie des Mittelalters

1) Die Paläoanthropologie oder Prähistorische Anthropologie, ist die Wissenschaft von den frühen menschlichen Arten; ein inter- und multidisziplinäres Arbeitsfeld, in dem Forschung aus Anthropologie, Archäologie, Bio- und Geowissenschaften zusammenfließt.

Eintritt: 4,- Euro | 2,- Euro ermäßigt

06.03. Parallele Biografien: Zwei Lyrikerinnen: Forugh Farrochzad, Iran & Sylvia Plath, USA

Freitag | 15:00 bis 17:00 Uhr

TEE & INTERKULTURELLES GESPRÄCH

Vorgestellt werden zwei junge Dichterinnen aus West und Ost, die beide die Situation der Frauen und der Gesellschaft, in der sie lebten, kritisch hinterfragen: Forugh Farrochzad (geb. 1934 in Teheran; gest. 1967) und Sylvia Plath (geb. 1932 in Massachusetts; gest. 1963). Diese Veranstaltung der Volkshochschule Leipzig im Bereich der Politischen Bildung findet statt in Kooperation mit dem Soziokulturellen Zentrum Frauenkultur. Anmeldung erwünscht.

Eintritt: frei

Ort: FiA, Konradstr. 62, 04315 Leipzig

11.03. Mit Mut und List: Europäische Frauen gegen Faschismus und Krieg

Mittwoch | 18:00 bis 19:30 Uhr

FEMINISTISCHE LESUNG des PapyRossa Verlags

Referent*in:
DR. FLORENCE HÉRVE, Düsseldorf

Die Widerständigen Europäische Widerstandskämpferinnen kommen aus allen europäischen Ländern. Sie haben sich an allen Aktionen des antifaschistischen Widerstands beteiligt, Verantwortung übernommen, besondere Formen der Résistance entwickelt, und selbst mit Waffen gekämpft. Davon erzählt DR. FLORENCE HERVÉ in ihrem neuen Buch anhand biografischer Beispiele von Frauen im Widerstand gegen Besatzung und Krieg, u.a. aus Deutschland, Griechenland, Frankreich, Italien, Polen und der damaligen Sowjetunion.
Diese Frauen haben zudem die ihnen zugewiesene hergebrachte Geschlechterrolle durchbrochen und ihre Emanzipation gelebt. Erst im Jahr 2019 hat der Deutsche Bundestag beschlossen, den Beitrag von Frauen zum deutschen Widerstand zu würdigen – der mutige Widerstand in anderen europäischen Ländern blieb unerwähnt. In dieser Anthologie werden hingegen 75 Frauen aus mehr als zwanzig Ländern vorgestellt. Ein breites Team von Wissenschaftlerinnen und Journalistinnen aus ganz Europa hat dazu beigetragen. Sie vervollständigen das historische Bild vom antifaschistischen Widerstand um die Frauenperspektive und machen zugleich Mut für den Einsatz gegen Neofaschismus, Rechtspopulismus, Fremdenhass, Sexismus und Krieg. Mit Musikeinspielungen.

Dr. FLORENCE HÉRVE, geb. 1944. Lebt und arbeitet seit Mitte der 60er Jahre in Deutschland. Studium der Germanistik in Bonn und Paris, Seit 1967 freiberuflich tätig als Freie Journalistin für zahlreiche Sender und Zeitschriften, Autorin von zahlreichen Büchern. Sie ist Mitgründerin und Redakteurin des Kalenders WIR FRAUEN seit 1979 und der Zeitschrift WIR FRAUEN seit 1982 – und war Lehrbeauftragte an den Universitäten Marburg, Duisburg und Münster
Eintritt: 4,- | 2,- Euro

11.03. Gender-Kram

Mittwoch | 20:00 bis 21:30 Uhr

FEMINISTISCHE LESUNG des Unrast Verlags

Referent*in:
LOUIE

Was ist Geschlecht? LOUIE zeigt, wie viele verschiedene Möglichkeiten es gibt, auf diese Frage sowohl auf wissenschaftlicher als auch auf persönlicher Ebene zu beantworten. Louie hinterfragt sowohl die Relevanz vermeintlicher biologischer „Geschlechtsmerkmale“ als auch gesellschaftlich etablierte Geschlechternormen.

LOUIE, Kultur- und Medienpädagog*in, Aktivist*in des queeren und intersektionalen Feminismus, schreibt und illustriert für das *innenAnsicht-Magazin, führt Workshops und Seminare zur Geschlechtergerechtigkeit durch.
Eintritt frei

12.03. Mit schwulen Lesbengrüßen ...

Donnerstag | 18:00 bis 19:30 Uhr

ZWEI BUCHVORSTELLUNGEN des Psychosozial-Verlags

18.00 Uhr Mit schwulen Lesbengrüßen: Das lesbische Aktionszentrum Westberlin (LAZ)

LARA LEDWA
Marginalisierte, politische und soziale Kämpfe. Aktuelle Ansätze der lesbisch_queeren Bewegung.
Das Lesbische Aktionszentrum Westberlin trug maßgeblich zur bundesdeutschen Emanzipationsbewegung von Lesben und Frauen bei. Über Archivmaterials wird historisches Wissen über marginalisierte, politische und soziale Kämpfe zugänglich gemacht; verknüpft mit aktuellen theoretischen Ansätzen, die für die lesbisch_queeren Bewegungen wichtig sind. Gewürdigt wird der feministische, lesbische und antikapitalistische Widerstand der Aktivistinnen, kritisch untersucht werden aber auch teilweise ausschließende lesbisch-feministische Positionen. Dadurch eröffnet die Autorin einen solidarischen Dialog zwischen verschiedenen aktivistischen Lagern und Generationen.

18.45 Uhr Sammelband Empowerment und Selbstwirksamkeit von trans* und intergeschlechtlichen Menschen, Bd. 2

SILVIA RENTZSCH
Geschlechtliche Vielfalt (er)leben. Nach wie vor stehen trans* und intergeschlechtliche Menschen in ihrem Lebensalltag vor vielfältigen Formen der Ausgrenzung und Diskriminierung. In den vergangenen Jahren haben sie es jedoch geschafft, Empowerment-Strukturen zu initiieren, die es ihnen ermöglicht haben, in unterschiedlichen Gremien und Initiativen aktiv zu werden und diese mit ihrer Sichtweise zu bereichern, in denen zuvor nur über sie gesprochen und entschieden wurde. Auch die Politik beginnt langsam Impulse aufzunehmen. Die Beiträge verbinden Inter- und Trans*Thematiken auf einmalige Art und Weise, ohne sie zu vermischen oder unverbunden nebeneinander zu stellen. Aus multidimensionaler und interdisziplinärer Perspektive zeigt sich, dass Empowerment und Selbstwirksamkeit bereits einiges in Bewegung gesetzt haben, jedoch noch viel mehr erreichbar ist. | Eintritt: frei

12.03. Sexarbeit

Donnerstag | 20:00 bis 21:00 Uhr

FEMINISTISCHE LESUNG des Unrast Verlags
mit STEPHANIE KLEE, Autorin

Das Thema Sexarbeit ist hoch umkämpft. Das Buch vereint unterschiedliche Zugänge zu diesem Thema und arbeitet aktuelle Debatten und Gesetze auf; wobei auch Sexarbeiter*innen selbst zu Wort kommen. Bisweilen werden feministische Perspektiven auf eine Forderung nach Abschaffung von Prostitution reduziert. Das Buch zeigt, dass Feminismus nur im Plural existiert und intersektional zu denken ist. Das heißt, dass z.B. auch Klasse und Nationalität berücksichtigt werden müssen. Dementsprechend verknüpfen die Sexarbeiter*innen im Band ihre Forderungen mit Arbeitskämpfen, Trans*- und Queer-Aktivismus, den Kämpfen der Migration oder Care-Revolution.

„Obwohl viele Menschen sich selbst nicht vorstellen können, für einen Mindestlohn die Ausscheidungen fremder Menschen zu beseitigen, wird die Freiwilligkeit in der Pflege nicht infrage gestellt. Hingegen wird die Bereitschaft, sexuelle Bedürfnisse zu befriedigen, bei gleicher Ausgangslage immer nur als Folge von Not, Gewalt oder eines schlechten Charakters interpretiert.“

13.03. Lesbische Büchernacht & Queerparty

Freitag | 20:00 bis 22:00 Uhr

Gemeinschaftsveranstaltung von Konkursbuch, Krug & Schadenberg, Querverlag & Frauenkultur

Unter ihren Augen | Querverlag
Roman in der Weimarer Republik von DORIT DAVID
1922 – Zeit des Aufbruchs in der jungen Weimarer Republik. Berta Habenicht, die mit ihrer Lebensgefährtin eine Schule für Tanz und Bewegung leitet, ist sehr erfolgreich und wird von ihren Schülerinnen umschwärmt. Lotte, eine von ihr bevorzugte Musterschülerin, befreit sich von alten, moralischen Verkrustungen. Lottes einziger Traum ist das Turnen und Tanzen! Dass die junge Frau jahrelang ihre Sexualität verdrängt, bemerken alle, nur Lotte selbst nicht. Sie gründet selbst eine eigene Schule und wird zur Konkurrentin, was in der politisch zugespitzten Lage gefährlich zu werden scheint.

DORIT DAVID, Jahrgang 1968, geboren und aufgewachsen in der Uckermark, lebt seit über 20 Jahren als freischaffende Künstlerin in Hannover. Zehn Jahre lang arbeitete sie an der Doris-Reichmann-(Gymnastik)Schule als Dozentin für Bewegungstheater.

Herbstläuferin | Konkursbuchverlag
Coming-out und Liebesgeschichte in einer unwirtlichen Zukunft von ANNE BAX
Eine der jungen Protagonistinnen lebt in einer abgeschlossenen Welt, das Draußen gilt als unbewohnbar, von Naturkatastrophen zerstört. Doch auch „draußen“ leben Menschen … Una, die schon in ihrer Kindheit wild gelebt und nicht alles akzeptiert hat, kennt einen streng geheimen Weg ins Freie. In den letzten Wochen einer sturmfreien Zeit wagt die 20jährige einen letzten, wütenden Ausflug in die Stille der dunklen Nacht. Sie soll verheiratet werden, unter Kontrolle gebracht. Doch dieser Ausflug bringt ihr mehr als die erhoffte Gelassenheit im Umgang mit ihrem vorbestimmten Leben, er verändert es für immer. Sie begegnet einer Frau von “draußen”. Während die nächste Sturmzeit unaufhaltsam näher rückt, stellt die undenkbare Begegnung der beiden Frauen nicht nur alles, was sie gelernt haben, in Frage, sondern bringt sie auch in tödliche Gefahr.

ANNE BAX lebt mit Frau, Stoffschwein und Lesebrille im Ruhrgebiet.

Riss in der Zeit | Krug und Schadenberg Verlag
Ein Roman über Vertrauen und Vorurteile von AHIMA BEERLAGE
Jana ist Restaurateurin. Seit drei Jahren führt sie mit Frauke eine Wochenendbeziehung, da sie einer Dorfkirche zu neuem Glanz verholfen hat. Nun freut sie sich, ihr Leben mit Frauke in Berlin wiederaufzunehmen. Dass sie nicht gern auf Partys geht, sich ungern unter vielen Menschen aufhält und so gut wie nie etwas über ihre Vergangenheit erzählt, macht Frauke manchmal stutzig, aber sie verbucht es unter „wortkarge Butch“. Doch von einem Augenblick auf den anderen änderte sich alles: Jana gerät unfreiwillig ins Scheinwerferlicht der Öffentlichkeit, und beide Frauen müssen sich fragen, wie viel Offenheit und Vertrauen zu einer Beziehung gehören …

AHIMA BEERLAGE, studierte in Marburg und kam 1987 nach Berlin. Beim linken Privatsender „Radio 100“ saß sie für die erste schwul-lesbische Sendung „Eldoradio“ am Mikrofon und hob mit FreundInnen die „Queer Party“ im legendären Club SO36 aus der Taufe.

In der Stille des Nordlichts | Konkursbuchverlag
Ein Lapplandkrimi mit PATRICIA KAY PARKER
Nach einem Schock lässt Noora ihr Leben in der Großstadt, ihre beginnende Karriere als Ärztin und ihre Liebe zu Pia hinter sich. Sie kehrt in die Einsamkeit Lapplands zurück, in die Landschaft ihrer Kindheit. Anlass für diese Zäsur ist der schreckliche Tod ihrer Eltern bei einem Brand der Rentierfarm. Die Polizei hält es für ein Unglück. Es passieren unheimliche Dinge. Zunehmend fühlt sie sich verfolgt. War der Tod der Eltern wirklich ein Unfall? Wer aus der Vergangenheit könnte es auf Noora abgesehen haben? Die Ereignisse spitzen sich dramatisch zu. Ein Roman um Natur, Selbstfindung, Liebe und Gefahr.

PATRICIA KAY PARKER, geboren in Finnland, schreibt unter einem Pseudonym und ist von Beruf Polizistin, bzw. Hauptkommissarin.

Eintritt: 7,- | 5,- ermäßigt (incl. Party)

Die QUEERE-PARTYNACHT zur Buchmesse

Ab 22.30 Uhr: Mit DJ* Duo BONBONS und DJ* AYUMI
Bei den BONBONS steht vor allem die süße Liebe im Vordergrund. Die Liebe zur Musik, die Liebe untereinander, die Liebe auf dem Floor, die Liebe zum Exzess. Das kommt nicht von ungefähr: die beiden sind Mitbegründerinnen der Leipziger Fäncy Crew. Vor rund zwei Jahren karamellisierten die beiden Dekospezialistinnen zu einem DJ-Duo und schworen sich und dem Publikum, für immer und ewig Honig um die Ohren zu schmieren. Musikalisch ist ihr Repertoire universell und grenzenlos. Schlonzenbeats, Vocals, Bass, Fläche…
Hauptsache es fetzt! | Label: Fäncy

DJ AYUMI lebt in Leipzig und ist Teil des Nebula und Exil Kollektivs. Hypnotisch, atmosphärisch schnelle Musik. | Label: Nebula/ Exil
Eintritt. 3,- Euro (nur Party)

14.03. Frauen im Gespräch über Flucht und Ankommen

Samstag | 18:00 bis 19:00 Uhr

LESUNG & GESPRÄCH des Unrast Verlags

Geschichten über das Leben und Ankommen in Berlin. Die Perspektive weiblicher Geflüchteter auf rechtspopulistische Entwicklungen und geführte Debatten hierzulande.
KOLLEKTIV POLYLOG

Erstarkende rechtspopulistische Bewegungen quer durch Europa schaffen ein gesellschaftliches Klima, in dem körperliche und verbale Angriffe auf Menschen mit Migrationsgeschichte immer alltäglicher werden. Doch in den hierzulande geführten Debatten kommen geflüchtete Menschen selbst kaum zu Wort – insbesondere mangelt es an Aufmerksamkeit für die Sichtweisen von Frauen als Zeuginnen der aktuellen Geschehnisse. Mit diesem Buch fordern Frauen, die in den letzten Jahren nach Deutschland geflüchtet sind, Kontrolle über die Darstellung ihrer Lebensrealitäten im öffentlichen Raum. Die Perspektiven, aus denen heraus die Erzähler*innen über ihre Erlebnisse berichten, gewähren den Leser*innen Einblick in sehr persönliche Erfahrungen mit Flucht und Ankommen.

KOLLEKTIV POLYLOG | Zusammenschluss von Frauen, die geflüchtet sind, aus Syrien, dem Iran, dem Irak, aus Aserbaidschan; Studierenden und Dozierenden am Institut für Sozial- und Kulturanthropologie der Freien Universität Berlin sowie Mitgliedern des International Women Space, einer aktivistischen Gruppe von Frauen mit und ohne Migrationserfahrungen
Eintritt: frei

14.03. Spritzen. Geschichte der weiblichen Ejakulation

Samstag | 20:00 bis 21:00 Uhr

LESUNG & GESPRÄCH | Flugschriften Reihe

Referent*in:
STEPHANIE HAERDLE

Die Geschichte der weiblichen Ejakulation ist auch eine Geschichte des weiblichen Körpers, seiner Abwertung und Bejahung. Auch Frauen ejakulieren beim Sex? Aber ja doch! Bis zu 69 % aller Frauen spritzen beim Kommen. Trotzdem wird die weibliche Ejakulation auch heute noch kontrovers diskutiert. Für die Einen ist sie ein Mythos, für die Anderen sexueller Alltag. Doch was weiß man wirklich darüber, und warum hat sich dieses Wissen noch immer nicht durchgesetzt? „Spritzen“ ist eine lustvolle Reise: Vom alten China und Indien bis ins heutige Europa, von der Anatomie von Klitoris, G-Fläche und weiblicher Prostata bis zu Squirting-Queens und aktuellen feministischen Kämpfen – Stephanie Haerdle zeigt: Die Geschichte der weiblichen Ejakulation ist auch eine Geschichte des gesellschaftlichen Blicks auf den weiblichen Körper.

STEPHANIE HAERDLE | geboren in Freiburg, studierte Neuere deutsche Literatur, Kulturwissenschaft und Gender Studies (M.A.) in Berlin, wo sie auch heute lebt. Stephanie Haerdle, geboren in Freiburg, studierte Neuere deutsche Literatur, Kulturwissenschaft und Gender Studies in Berlin, wo sie auch heute lebt.

Eintritt: frei

15.03. Glaube und Geschlecht. || Frauen in Sachsen-Anhalt Bd. 2

Sonntag | 11:00 bis 12:30 Uhr

LESUNG UND GESRPÄCH | Böhlau Verlag Köln
Zwei Buchvorstellungen von und mit EVA LABOUVIE, MAREIKE FINGERHUT-SÄCK

Glaube und Geschlecht. Gender Reformation.

Geschlechterfragen in der Religion und Vorstellung einzelner Biographien von Frauen vom 19. Jahrhundert bis 1945.

Geschlechterfragen bilden bis heute einen der wesentlichen Unterschiede zwischen Katholizismus und Protestantismus. Dieses Buch fragt nach Entwicklungen innerhalb der christlichen Kirchen – wie nach Wechselwirkungen von Glaube und Geschlecht in andere Weltreligionen.

Das Verhältnis von Glaube und Geschlecht bildet auch ein Grundlagenthema der Reformation. Untersucht werden Bezüge, die erstmals von Frauen und Männern in der reformatorischen Bewegung des 16. Jahrhunderts hergestellt und gelebt wurden und fragt sowohl nach den Anteilen von Männern und Frauen an Kirche und Religiosität als auch nach ihren religiös begründeten oder bedingten Rollen, Räumen, Aufgaben und Lebenswegen, nach Gewinnen, Verlusten und nach Kontinuitätslinien bis in die heutige Gesellschaft.

Frauen in Sachsen-Anhalt Bd. 2

Ein biographisch-bibliographisches Lexikon vom 19. Jahrhundert bis 1945
Das Lexikon stellt Frauen vom beginnenden 19. Jahrhundert bis 1945 vor, die im Raum des heutigen Sachsen-Anhalts und zum Teil weit darüber hinaus in ganz unterschiedlichen Bereichen Besonderes geleistet oder ein für Frauen ungewöhnliches Leben geführt haben. In über 130 biographisch-bibliographischen Porträts sowie über 140 Kurzporträts werden die Lebenswege und das Engagement von bekannten Frauen und Berühmtheiten wie Käte Kruse, Louise Aston, Elisabeth von Ardenne, Fontanes »Effi Briest«, Jenny Marx oder Hedwig Courths-Mahler, von Protagonistinnen der Ersten Frauenbewegung wie Gertrud Bäumer, Elisabeth Gnauck-Kühne, Jenny Hirsch und Lily Braun, Unternehmerinnen wie Selma Rudolph oder der Schauspielerinnen Henny Porten und Lia Wöhr neuartig präsentiert. Erstmals gelingt es zudem die Verdienste von bislang unbekannten, vergessenen oder noch nicht erforschten Juristinnen, Politikerinnen, Widerstandskämpferinnen, Wissenschaftlerinnen, Frauenrechtlerinnen, Schriftstellerinnen, Pädagoginnen, Ärztinnen, Künstlerinnen, Sportlerinnen, Regisseurinnen oder Unternehmerinnen zu würdigen und ihnen einen Platz in der Geschichte zu geben.

Prof. EVA LABOUVIE, Professur für Geschichte der Neuzeit mit dem Schwerpunkt der Geschlechterforschung an der Universität Magdeburg, Dr. MAREIKE FINGERHUT-SÄCK, wissenschaftliche Mitarbeiterin am o.g. Lehrstuhl für Geschichte der Neuzeit mit dem Schwerpunkt der Geschlechterforschung an der Universität Magdeburg
Eintritt: frei

26.03. Was mit Unku geschah. Das kurze Leben der Erna Lauenburger

Donnerstag | 19:00 bis 21:00 Uhr

FILM, VORTRAG & GESPRÄCH

mit JANA MÜLLER, Stadtarchiv Dessau-Roßlau

Vielen ist aus ihrer Schulzeit der Jugendroman „Ede und Unku“ der Schriftstellerin Margarete Weiskopf, die unter dem Pseudonym Alex Wedding schrieb, bekannt. Vielfach im Dunkeln blieb jedoch, dass alle Romanfiguren des Ende der 1920er Jahre spielenden Buches real existierende Personen waren. Ihre Lebensgeschichte, die 1944 in Auschwitz-Birkenau endete, erzählt der Film „Was mit Unku geschah – Das kurze Leben der Erna Lauenburger“.
Eintritt: frei

April 2020

02.04. Der Weg ist das Ziel

Donnerstag | 19:00 bis 21:00 Uhr

VORTRAG UND GESPRÄCH

Radreise durch Aserbaidschan in den Oktoberferien 2019
mit SABINE MEHNERT, Leipzig

Eine (Fast)Rundreise durch Aserbaidschan, das Land mit den Bergen des Kaukasus; dem Kaspischen Meer, das kein Cote d` Azur Feeling zulässt; Steppen, in denen im Oktober 35°C sind – gefühlt 40°C; fruchtbaren Täler, Wein- und Granatapfelfeldern bis zum Horizont und einer Hauptstadt – Baku – die einen Staunen lässt, was Stararchitekten mit den Öldollars alles in Höhe und Breite bauen dürfen/können. Ein muslimisches Land, in dem man auch in kurzen Hosen fahren darf, mit sehr hilfsbereiten Menschen, die immer noch den alten Lada fahren und ihn hegen und pflegen. Ein Land… wo die Erde brennt und die Vulkane blubbern.

Eintritt: 4,- | 2,- Euro ermaäßigt

07.04. Das Bild der Hexe in der Literatur u.a. bei Louise Otto-Peters

Dienstag | 19:00 bis 21:00 Uhr

VORTRAG UND GESPRÄCH

Mit STEPHAN KLEIN & DR. SANDRA BERNDT, Vorsitzende der Louise-Otto-Peters Gesellschaft Leipzig

Auch die Autorin, Journalistin und Frauenrechtlerin Louise Otto-Peters (geb. 1819 in Meißen; gest. 1895 in Leipzig) beschäftigte sich mit der Thematik der Hexenverfolgung. In ihren „Hexengeschichten“, in ihren Frauenporträts, in ihrem Roman „Nürnberg“ oder in ihren „Mahnungen zur Hexenzeit“ verfasste sie faktenbasierte Erzählungen oder journalistische Beiträge und vor allem demokratisch-humanistisch politisch motivierte Schriften für eine gleichberechtigte Gesellschaft.

Ort: Volkshochschule Leipzig, Löhrstraße 3

Ausstellung und Veranstaltungen finden statt in Kooperation des Arbeitskreises Aufarbeitung Hexenverfolgung, des Soziokulturellen Zentrums Frauenkultur und der VHS. Sie sind entgeltfrei.

09.04. Positive Mutterschaft. Vom Alltag mit Kind und HIV

Donnerstag | 19:00 bis 21:00 Uhr

VORTRAG UND GESPRÄCH

Referent*in:
LEA DICKOPF, Berlin

In Deutschland scheint HIV kein großes Thema mehr zu sein. Therapiemöglichkeiten werden immer besser, und eine Diagnose muss nicht mehr tödlich sein. Trotzdem ist HIV, wie kaum eine andere Krankheit, weiterhin von Stigmatisierung betroffen. HIV-positive Mütter spüren dies besonders deutlich, denn sie erleben durch ihre spezifische Sorgeposition erheblichen Rechtfertigungs-druck: Gegenüber der Gesellschaft müssen sie sich als gute Mütter behaupten, gegenüber ihren Kindern fragen sie sich nach dem richtigen Umgang mit HIV. Das Buch trägt unterschiedliche Perspektiven auf und Erfahrungen von HIV-positiver Mutterschaft zusammen und fragt nach individuellen Strategien im Umgang mit Stigmatisierung und Ohnmacht. Interviews gewähren Einblicke in die alltäglichen Kämpfe positiver Mütter: Kämpfe im Wartezimmer und im Büro, im Kreissaal und den sozialen Medien. In einem Alltag, der geprägt ist von dominanten Vorstellungen zu HIV und Mutterschaft, zeigen die Autor*innen Momente der Freude und Angst, der Wut und der Hoffnung. Überlegungen zu emanzipativer Wissensproduktion und feministischem Forschen fließen in dieses Buch ebenso ein, wie eine Kritik an normativen Mütter- und Körperbildern.

LEA DICKOPF BA Soziologie und Politikwissenschaft, MA Gender Studies forscht an der Schnittstelle von Gender Studies, Soziologie und Europäischer Ethnologie. Sie arbeitet in einem Projekt für gewaltbetroffene Frauen

Eintritt: 4,- | 2,- Euro ermäßigt

23.04. Toubabesse. Oder Wie Bildung Frauen koloniale Macht verleiht.

Donnerstag | 19:00 bis 21:00 Uhr

VORTRAG & DISKUSSION
Alltagssoziologische Analysen aus Berlin, Dakar und Dazwischen

Referent*in:
CÉLINE BARRY, Berlin

Die Postkolonie Dakar, die Hauptstadt vom Senegal, ist eine starre, duale Welt. Eine, in der es fixe Tarife und fixe Mieten gibt, in der Wohnorte nach Einkommensklassen und Bildungsgraden geordnet sind. Auf der einen Seite gibt es die alten Schwarzen Arbeiter*innenviertel, auf der anderen die Mittelklasse-Viertel im Stil der toubabs – der Kolonisatoren, der Westler, der Weißen. Diese eng aneinander liegenden, jedoch klar voneinander abgegrenzten Viertel spalten Dakar radikal entzwei. Baobab und Grand Dakar etwa trennt nur eine Straße. Sie repräsentiert eine soziale Grenze. Sie zu überschreiten ist nicht „natürlich“, sondern passiert nur in Ausnahmefällen. Die Aneignung formaler Bildung wird in der Postkolonie oft als Überschreitung dieser Grenze gedacht. An dieser Idee anknüpfend blickt toubabesse auf die Nicht-/Grenzüberschreitungen Schwarzer Frauen in Dakar, die sich auf den Weg in formalisierte Karrieren machen. Was verändert sich? Auf welcher Seite der postkolonialen Grenze finden sie sich wieder? Ihre Erfahrungen verweisen auf die rassifizierende Gewalt der Bildung sowie auf die Komplizenschaft gebildeter Frauen mit der kolonialen Macht – in Dakar, Berlin und Dazwischen. Was bedeutet das für das Projekt eines transnationalen Feminismus?

CÉLINE BARRY Freie Universität Berlin, Fachbereich Politik- und Sozialwissenschaften, Doktorandin, Forschungs-thema: Arbeit, Wut und Hoffnung in postkolonialen Zusammenhängen. Ihr Ziel ist eine politisierte Sozial-Forschungspraxis, die am Alltag von Unterdrückten ansetzt, kreative Ausdrucksformen zulässt und akademisches Wissen provinzialisiert. Céline Barry ist seit vielen Jahren an Schnittstellen von Antirassismus und Feminismus aktiv.
Eintritt: 4,- |2,- Euro ermäßigt

Juli 2020

16.07. Intersektionalität

Donnerstag | 19:00 bis 21:00 Uhr

VORTRAG & DISKUSSION

Referent*in:
Prof. Dr. URMILA GOEL, Berlin

Die Theorie der Intersektionalität – das Zusammenspiel verschiedener Dimensionen sozialer Ungleichheit – ist in-zwischen 30 Jahre alt. Trotzdem scheint ihre Bedeutung nur in bestimmten Kreisen bekannt, in anderen wird sie belächelt. Mit dem notwendig interdisziplinären Ansatz bietet die deutschsprachige Intersektionalitätsforschung jedoch weitreichende Möglichkeiten zur Erkennung und Untersuchung vielfältiger sozialer Ungleichheit. Der Vortrag soll einen Überblick über die historische Entwicklung und die aktuelle Bedeutung von intersektionellen Ansätzen geben.

Prof. Dr. URMILA GOEL lehrt am Institut für Europäische Ethnologie, Kultur- und Sozialanthropologin, Bloggerin mit den Schwerpunkten Migration, Rassismus, Geschlecht und Sexualität sowie verflochtene Machtverhältnissen.
Eintritt: 4,- | 2,- Euro ermäßigt