Lesungen, Vorträge & Filme

Zu den unterschiedlichsten Themenbereichen gibt es in der Frauenkultur Vorträge, Lesungen & Filme aus feministischer Sicht. Es gibt Porträts zu einzelnen Künstler*innen oder zu Frauen*, die in einem historischen Kontext stehen. Und natürlich Autor*innen-Lesungen aller Art. Alle Veranstaltungen bieten die Möglichkeit des Gesprächs zwischen Referent*innen, Künstler*innen und den Besucher*innen.

Juni 2020

16.06. Der Weg ist das Ziel

Dienstag | 19:00 bis 21:00 Uhr

VORTRAG UND GESPRÄCH

Radreise durch Aserbaidschan in den Oktoberferien 2019
mit SABINE MEHNERT, Leipzig

Eine (Fast)Rundreise durch Aserbaidschan, das Land mit den Bergen des Kaukasus; dem Kaspischen Meer, das kein Cote d` Azur Feeling zulässt; Steppen, in denen im Oktober 35°C sind – gefühlt 40°C; fruchtbaren Täler, Wein- und Granatapfelfeldern bis zum Horizont und einer Hauptstadt – Baku – die einen Staunen lässt, was Stararchitekten mit den Öldollars alles in Höhe und Breite bauen dürfen/können. Ein muslimisches Land, in dem man auch in kurzen Hosen fahren darf, mit sehr hilfsbereiten Menschen, die immer noch den alten Lada fahren und ihn hegen und pflegen. Ein Land… wo die Erde brennt und die Vulkane blubbern.

Eintritt: 4,- | 2,- Euro ermaäßigt

25.06. Was mit Unku geschah. Das kurze Leben der Erna Lauenburger

Donnerstag | 19:00 bis 21:00 Uhr

FILM, VORTRAG & GESPRÄCH

mit JANA MÜLLER, Stadtarchiv Dessau-Roßlau

Vielen ist aus ihrer Schulzeit der Jugendroman „Ede und Unku“ der Schriftstellerin Margarete Weiskopf, die unter dem Pseudonym Alex Wedding schrieb, bekannt. Vielfach im Dunkeln blieb jedoch, dass alle Romanfiguren des Ende der 1920er Jahre spielenden Buches real existierende Personen waren. Ihre Lebensgeschichte, die 1944 in Auschwitz-Birkenau endete, erzählt der Film „Was mit Unku geschah – Das kurze Leben der Erna Lauenburger“.
Eintritt: frei

Juli 2020

02.07. Positive Mutterschaft. Vom Alltag mit Kind und HIV

Donnerstag | 19:00 bis 21:00 Uhr

VORTRAG UND GESPRÄCH

Referent*in:
LEA DICKOPF, Berlin

In Deutschland scheint HIV kein großes Thema mehr zu sein. Therapiemöglichkeiten werden immer besser, und eine Diagnose muss nicht mehr tödlich sein. Trotzdem ist HIV, wie kaum eine andere Krankheit, weiterhin von Stigmatisierung betroffen. HIV-positive Mütter spüren dies besonders deutlich, denn sie erleben durch ihre spezifische Sorgeposition erheblichen Rechtfertigungs-druck: Gegenüber der Gesellschaft müssen sie sich als gute Mütter behaupten, gegenüber ihren Kindern fragen sie sich nach dem richtigen Umgang mit HIV. Das Buch trägt unterschiedliche Perspektiven auf und Erfahrungen von HIV-positiver Mutterschaft zusammen und fragt nach individuellen Strategien im Umgang mit Stigmatisierung und Ohnmacht. Interviews gewähren Einblicke in die alltäglichen Kämpfe positiver Mütter: Kämpfe im Wartezimmer und im Büro, im Kreissaal und den sozialen Medien. In einem Alltag, der geprägt ist von dominanten Vorstellungen zu HIV und Mutterschaft, zeigen die Autor*innen Momente der Freude und Angst, der Wut und der Hoffnung. Überlegungen zu emanzipativer Wissensproduktion und feministischem Forschen fließen in dieses Buch ebenso ein, wie eine Kritik an normativen Mütter- und Körperbildern.

LEA DICKOPF BA Soziologie und Politikwissenschaft, MA Gender Studies forscht an der Schnittstelle von Gender Studies, Soziologie und Europäischer Ethnologie. Sie arbeitet in einem Projekt für gewaltbetroffene Frauen

Eintritt: 4,- | 2,- Euro ermäßigt

09.07. Zur Regelgesundheitsversorgung von inter- und transgeschlechtlichen Menschen

Donnerstag | 19:00 bis 20:30 Uhr

VORTRAG & anschließende DISKUSSION

mit Dr. des. ROBIN K. SAALFELD
Projektkoordination InTraHealth, FH Dortmund

Inter* und trans* Menschen erleben häufig Diskriminierung im Bereich der allgemeinen Gesundheitsversorgung. Sie werden beispielsweise mit ihren Anliegen nicht ernst genommen. Sie sind mit intoleranten und unangemessen neugierigen Reaktionen konfrontiert. Sie vermeiden und verzögern aus Sorge vor Diskriminierung oder aufgrund negativer Vorerfahrungen die Inanspruchnahme medizinischer Versorgung. Das Projekt InTra-Health (FH Dortmund) beabsichtigt, Diskriminierungserfahrungen und psychosoziale Belastungen von inter- und transgeschlechtlichen Menschen in der Gesundheitsversorgung zu vermindern, indem ein Online-Fortbildungsportal für Gesundheitsfachkräfte entwickelt wird.
In der Veranstaltung werden die verschiedenen Teile des Projekts und erste Befunde vorgestellt. Im Anschluss gibt es Raum zum Diskutieren über die Barrieren, die im deutschen Gesundheitssystem für inter- und trans* Personen bestehen.

Eintritt: 4,- | 2,- Euro ermäßigt

16.07. Intersektionalität

Donnerstag | 19:00 bis 21:00 Uhr

VORTRAG & DISKUSSION

Referent*in:
Prof. Dr. URMILA GOEL, Berlin

Die Theorie der Intersektionalität – das Zusammenspiel verschiedener Dimensionen sozialer Ungleichheit – ist in-zwischen 30 Jahre alt. Trotzdem scheint ihre Bedeutung nur in bestimmten Kreisen bekannt, in anderen wird sie belächelt. Mit dem notwendig interdisziplinären Ansatz bietet die deutschsprachige Intersektionalitätsforschung jedoch weitreichende Möglichkeiten zur Erkennung und Untersuchung vielfältiger sozialer Ungleichheit. Der Vortrag soll einen Überblick über die historische Entwicklung und die aktuelle Bedeutung von intersektionellen Ansätzen geben.

Prof. Dr. URMILA GOEL lehrt am Institut für Europäische Ethnologie, Kultur- und Sozialanthropologin, Bloggerin mit den Schwerpunkten Migration, Rassismus, Geschlecht und Sexualität sowie verflochtene Machtverhältnissen.
Eintritt: 4,- | 2,- Euro ermäßigt