Lesungen, Vorträge & Filme

Zu den unterschiedlichsten Themenbereichen gibt es in der Frauenkultur Vorträge, Lesungen & Filme aus feministischer Sicht. Es gibt Porträts zu einzelnen Künstler*innen oder zu Frauen*, die in einem historischen Kontext stehen. Und natürlich Autor*innen-Lesungen aller Art. Alle Veranstaltungen bieten die Möglichkeit des Gesprächs zwischen Referent*innen, Künstler*innen und den Besucher*innen.

Juni 2019

27.06. Glückel von Hameln

Donnerstag | 19:00 bis 21:00 Uhr

VORTRAG & DISKUSSION im Rahmen der Jüdischen Woche

Kauffrau in der Frühen Neuzeit und erste Verfasserin einer deutsch-jüdischen Autobiografie einer Frau
Vorgestellt von der Leipziger Rabbinerin ESTHER JONAS-MÄRTIN

Glikl bas Juda Leib, bekannt als Glückel von Hameln, geb. 1645 in Hamburg, gest. 1724 in Metz war deutsche Kauffrau. Sie verfasste sieben Memoirenbände in jüdisch-deutscher Sprache. Damit gehört sie zu den bedeutendsten jüdischen Autor/innen der Neuzeit und erzählt eine bewegende Biografie.

ESTHER JONAS-MÄRTIN, Studium der Germanistik, Religionswissenschaften an der Uni Leipzig, sowie der Jüdischen Studien und Neueren Geschichte an der Uni Potsdam M.A. Nach wissenschaftlicher Mitarbeit im Forschungsprojekt “Frauen in Deutschland nach 1945 zwischen Religion und Politik” (Universitäten Bonn und Bochum) ging sie 2011 zum Rabbinats-Studium an das Hebrew Union College, Jerusalem; 2012 Wechsel an die Ziegler School for Rabbinics, Los Angeles, Abschluss 2017 M.A. Rabbinics und Rabbinische Ordination. Seit 1996 freie Referentin zur Geschichte der Juden in Leipzig/DDR, zu Antisemitismus, jiddischer Literatur, Jüdischer Theologie
Eintritt: 5,- | 3,- Euro ermäßigt

Juli 2019

04.07. Constructing Intersex. Intergeschlechtlichkeit als soziale Kategorie

Donnerstag | 19:00 bis 21:00 Uhr

Mit Joris Anja Gregor

Mit „Constructing Intersex“ liegt die erste Biographie-Forschung mit intergeschlechtlichen Menschen im deutschsprachigen Raum vor. Auf Basis von Interviews stellt Gregor heraus, welche schwerwiegenden Folgen bestimmte medizinische Pathologisierungs- und Zurichtungspraktiken für die Biographien der Betroffenen haben und zeigt: Die soziale Konstruktion von Intergeschlechtlichkeit als zugleich tabuisiertem und medizinisch hochrelevantem Phänomen ist nicht nur auf der medizinisch-praktischen Ebene von Ambivalenzen und Verwerfungen geprägt. Die Studie reflektiert zudem den sozialen Gehalt von Körper und Geschlecht und verweist so auf das gesellschaftstheoretische Potential von Intergeschlechtlichkeit als sozialer Kategorie.

Joris A. Gregor (Dr. phil.) ist wissenschaftliche Mitarbeiter_in des Arbeitsbereichs allgemeine und theoretische Soziologie am Institut für Soziologie der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Gregor ist u.a. Sprecher_in der AG queer der Sektion Frauen- und Geschlechterforschung der DGS und Redaktionsmitglied der fzg (Freiburger Zeitschrift für Geschlechterforschung). Forschungsschwerpunkte sind Queer Theory, feministische Theorie, queer_feministische Wissens- und Wissenschaftstheorie, critical feminist materialisms/‘new materialisms’; interpretative und qualitative Sozialforschung (insbes. Biographieforschung, Grounded Theory); Trauma*tisierung und Subjektivation sowie Körpersoziologie.
Eintritt: 4,- Euro | 2,- Euro ermäßigt

11.07. From Stonewall to Mauerfall: Symbole und Geschichten transatlantischer LGBTQ-Kämpfe

Donnerstag | 19:00 bis 21:00 Uhr

Vortrag & Diskussion (englisch-deutsch)

Mit Scott Olson (Doktorand der University of Iowa, USA)

From Stonewall to Mauerfall: Symbole und Geschichten transatlantischer LGBTQ-Kämpfe
Vom rosa Winkel zur Regenbogenflagge, dem §175 und den Stonewall Riots – Symbole und Geschichten von LGBTQ-Kämpfen in Deutschland und den Vereinigten Staaten nehmen einen bedeutenden Platz im weltweiten LGBTQ-Aktivismus ein. Der Vortrag zeigt, wie sich diese Symbole und Geschichten im Laufe der Zeit wandeln und in verschiedenen Kontexten neue Inhalte mit sich tragen – auf beiden Seiten des Atlantiks.

Scott Olson (Doktorand der University of Iowa, USA) arbeitet als Gastwissenschaftler an der Humboldt-Universität Berlin | Zentrum für transdisziplinäre Geschlechterstudien an seinem gleichnamigen Forschungsprojekt: Transatlantic Collective Memory in German LGBTQ Organizing.
Eintritt: 4,- Euro | 2,- Euro ermäßigt

16.07. Hexenjagd

Dienstag | 18:00 bis 20:30 Uhr

FILM & THEMATISCHE EINFÜHRUNG

Thematischer Einführung: MADELEINE APITZSCH, Arbeitskreis Aufarbeitung Hexenverfolgung Leipzig
Gegen Ende des 17. Jahrhunderts wird auf Veranlassung einer böhmischen Gräfin der Inquisitionsrichter Heinrich Franz Boblig von Edelstadt ins tschechische Šumperk gerufen, um gegen vermeintliche Hexerei vorzugehen. Der geldgierige Inquisitor baut seine Herrschaft in kurzer Zeit vehement aus und entfacht eine Hexenjagd, die auch vor der Obrigkeit keinen Halt macht.
Die tschechoslowakische Produktion „Hexenjagd“ (102 Min.) von OTAKAR VAVRA stammt aus dem Jahr 1969. Thematisiert werden frühneuzeitliche Hexereiprozesse, die zwischen 1679 und 1694 im böhmischen Šumperk stattfanden.

Eintritt: frei

18.07. Armut als Unrecht

Donnerstag | 19:00 bis 21:00 Uhr

Vortrag & Diskussion
INA SCHILDBACH

Seit den Anfängen der bürgerlichen Gesellschaft gibt es “künstlich produzierte Armut” (Marx) – künstlich, weil sie, wie Hegel analysiert hat, nicht auf natürlichem Mangel beruht, sondern ihre Notwendigkeit im Recht auf Eigentum liegt. Auch wusste der Philosoph: Ohne materielle Mittel gibt es keine Selbstverwirklichung. Die von Hegel theoretisch vorweggenommenen Konsequenzen wie der Zusammenhang mit geringerer Bildung, kürzerer Lebenserwartung und politischer Apathie sind heutzutage empirisch belegt.
Ina Schildbach liest Hegel neu und stellt frappierende Ähnlichkeit zum heutigen Diskurs fest.

INA SCHILDBACH (Dr. phil.), geb. 1987, lehrt Politikwissenschaft an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und an der TH Georg Simon Ohm Nürnberg. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Armuts-, Migrations- und Rassismusforschung sowie Politische Ökonomie.

Eintritt: 4,- Euro | 2,- Euro ermäßigt

August 2019

16.08. Schwarze Frauenbewegung in Deutschland

Freitag | 19:00 bis 21:00 Uhr

Vortrag & Diskussion
AMINATA TOURÉ

Die Selbstorganisation Schwarzer Frauen in Deutschland begann in den 1980er Jahren – u.a. mit den Berliner Jahren von Audre Lorde (1984 bis 1992). Von dieser Entwicklung in ihren Facetten, Strömungen und Herausforderungen bis Heute wird erzählt werden – auch um miteinander ins Gespräch zu kommen.

AMINATA TOURÉ (geb. 1992) ist Politikwissenschaftlerin, Philologin und Politikerin von Bündnis 90/Die Grünen und seit 2017 Mitglied des Schleswig-Holsteinischen Landtages
Eintritt: frei