Lesungen, Vorträge & Filme

Zu den unterschiedlichsten Themenbereichen gibt es in der Frauenkultur Vorträge, Lesungen & Filme aus feministischer Sicht. Es gibt Porträts zu einzelnen Künstlerinnen* oder zu Frauen*, die in einem historischen Kontext stehen. Und natürlich Autorinnen*-Lesungen aller Art. Alle Veranstaltungen bieten die Möglichkeit des Gesprächs zwischen Referentinnen*, Künstlerinnen* und den Besucher:innen.

Mai 2026

21.05. Mama Superstar

Donnerstag | 17:00 bis 19:00 Uhr

LESUNG im Rahmen des Bundesweiten Aktionstags “Zusammenhalt in Vielfalt”

Porträts elf mutiger „Migrant Mamas“ aus der Sicht ihrer deutschen Töchter
mit der Autorin MELISA MANRIQUE

Hier geht es um bedingungslose Liebe, kulturelle Vielfalt und gelebte Integration. Mit diesem Buch feiern Töchter ihre Mütter: Frauen, die von überall auf der Welt nach Deutschland gekommen sind, um hier eine neue Heimat zu finden.

Das Team von „My Migrant Mama“ versucht dazu beizutragen, der migrantischen Künstlerinnen-Community mehr Sichtbarkeit zu ermöglichen und möchte Migration aus einer neuen Perspektive betrachten. Sie sprechen über Sprache, Arbeit, Kultur, Bildung, Mütter, Töchter, Integration und vieles mehr. Die Autorinnen MELISA & MANIK, sind Gewinnerinnen des Deutschen Integrationspreises und wurden von der Bundesregierung als Kultur- und Kreativpilotinnen ausgezeichnet.

MELISA MANRIQUE wurde in Lima geboren und wuchs in Rom auf – Migration war schon immer Teil ihrer Geschichte. Der Mut ihrer Eltern, ohne soziales Netz oder Sprachkenntnisse ein neues Leben zu beginnen, inspirierte sie nachhaltig. Seit einem Jahrzehnt lebt sie in Berlin und ist selbst eine stolze Migrant-Mama. Als Mitgründerin der Organisation “My Migrant Mama” setzt sie sich für die Sichtbarkeit und Selbstermächtigung von FLINTA*s mit Migrationsgeschichte ein. Mit ihrer Arbeit schafft sie kreative Plattformen für Dialog und interkultu-rellen Austausch und feiert Vielfalt als eine Stärke. Als Speakerin und Aktivistin inspiriert sie durch persönliche Geschichten und innovative Formate, die Mut machen und Brücken bauen. | Veranstaltung mit Kinderbetreuung
Eintritt: nach Selbsteinschätzung

21.05. Co. Roman einer Co-Abhängigkeit

Donnerstag | 19:30 bis 21:00 Uhr

LESUNG & GESPRÄCH

mit der Autorin RINA SCHMELLER, Lübeck | penguin books

Eine Begegnung auf einer Brücke. Ein Erkennen, eine Liebe. Die Entscheidung für ein gemeinsames Leben – ungeachtet der Droge, die ihn begleitet und somit nun auch ihren Alltag bestimmt. Sie verstrickt sich in seine Abhängigkeit, beginnt, um ihn zu kreisen wie er um die Droge: stilles Zentrum, dritte Instanz. Sie flieht immer wieder vor der Gewalt, doch kehrt stets nach Hause zurück – bis sie es eines Tages nicht mehr tut.

„Co“ erzählt von Mitgefühl und schleichender Selbstsabotage. Von der Dynamik der Sucht, einer Krankheit, vor der niemand sicher ist. Davon, was es heißt, co-abhängig zu leben. „Co“ erzählt ebenso von Selbstermächtigung und vom Weg einer Frau, die die Kraft aufbringt, sich zu lösen: ihre Chance zu überleben. Wie sie nach einem eigenen Leben zu suchen beginnt – und mit jeder Phase unabhängiger wird.

„Oft denkt man beim Lesen dieses Romans: Warum geht sie nicht? Dieser Roman weist weder Schuldige noch Opfer aus. Es geht vielmehr um die Komplexität einer solchen psychologischen Beziehung.“

RINA SCHMELLER, 1986 geboren, studierte in Leipzig Literarisches Schreiben und in Berlin Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft; erhielt ein Aufenthaltsstipendium und war Teil der Autor*innenwerkstatt Prosa 2020 des Literarischen Colloquiums Berlin.
Eintritt: nach Selbsteinschätzung

26.05. Neon/Grau! 1989 und Ostdeutsche Erfahrungsräume im Pop

Dienstag | 19:00 bis 20:30 Uhr

LESUNG & GESPRÄCH
mit ANNA LUX und JONAS BRÜCKNER

Zwischen Neon und Grau schimmern die vielen Geschichten über den Osten mit all seinen Widersprüchen und Konflikten. Popkultur erzählt davon – in Romanen, im Rap, in Spielfilmen oder Podcasts.

Die Historikerin Anna Lux und der Kulturwissenschaftler Jonas Brückner haben in ihrem Buch „Neon/Grau“ diese Erzählungen zusammengefügt und miteinander in ein Gespräch gebracht. Es geht um Freiheiten und Verluste, um Zugehörigkeit und Ausgrenzung, um Jugend im Umbruch, Geschlechterverhältnisse, den ländlichen Raum. Aus verschiedenen Blickwinkeln brechen sie die allzu oft allzu eindeutigen Ost-Erzählungen auf und halten sie aus, die Vielstimmigkeit, die Ambivalenzen und Widersprüche.

ANNA LUX ist Historikerin und beschäftigt sich mit dem Umbruch seit 1989/90 und populärer Geschichtskultur.
JONAS BRÜCKNER ist Kulturwissenschaftler und forscht zu Männlichkeiten in der späten DDR und Popkultur.
Eintritt: nach Selbsteinschätzung

Im Rahmen des Projektes Nur Wissen reicht nicht für eine gerechte Zukunft!” -> weitere Infos ->

27.05. Stolz & Eigensinn

Mittwoch | 17:00 bis 19:00 Uhr

FILM & EINFÜHRUNG
Film von GERD KROSKE; D 2025, 113 Minuten

Deutschland unmittelbar nach der Wende. Die zweite große Entlassungswelle hat den Osten erreicht. Frauen aus den ehemaligen Industrie-Großbetrieben der DDR erzählen mit heute überraschender Selbstverständlichkeit über sich und die persönlich erlangte Unabhängigkeit durch ihre Arbeit. Selbstbewusst und emanzipiert teilen sie ihr Erstaunen darüber, dass plötzlich nur noch Männer ihre Arbeiten machen sollen. Sie erzählen auch von den einstigen Utopien, die es heute nicht mehr gibt. Zudem sehen wir Aufnahmen aus ihrem Arbeitsalltag in längst verschwundenen Industriegebäuden und Braunkohle-Zechen. Auf alten U-matic-Bändern aus den Beständen des ehemaligen Leipziger Piratensenders KANAL X sind die Interviews erhalten.

Nach über 30 Jahre barg Gerd Kroske diesen filmischen Schatz aus dem Archiv und fand die Arbeiter:innen von damals wieder. Einer Versuchsanordnung gleich, wird das alte Material neu kommentiert und hinterfragt. „Stolz und Eigensinn“ ist eine mediale Einkreisung, die eine Lücke schließt und Frauen porträtiert, die sich ihren Stolz und Eigensinn bis heute bewahrt haben.

Was wurde einst gewonnen? Was ist verloren? Was ist geschehen?

Siehe auch hier

GERD KROSKE geboren in Dessau, Lehre als Betonwerker. Telegrammbote. Studium Kulturwissenschaften und Regie an der HFF „Konrad Wolf“. Arbeit als Autor & Dramaturg im DEFA-Dokumentarfilmstudio. Freischaffend seit 1991. Produzent bei realistfilm seit 1996.

Kooperation Kinobar Prager Frühling und Frauenkultur
-> Vorverkauf hier -> Eintritt: 8,50 | 7,00 Euro ermäßigt

Ort: Kinobar Prager Frühling
Bernhard-Göring-Straße 152 / Haus der Demokratie, 04277 Leipzig

Juni 2026

08.06. Das Gewicht der Welt

Montag | 17:00 bis 19:30 Uhr

FILM & GESPRÄCH

DOK-Film von FLORIAN HEINZEN-ZIOB; D 2026, 94 Minuten

Anschließendes Gespräch mit Dr. NANA-MARIA GRUENING,
forscht zu molekularen Biologie an der FU Berlin; Mitglied bei Scientist Rebellion

Dieser Film zeigt eindrucksvoll, wie aus wissenschaftlicher Distanz persönliches Engagement wird. Drei Wissenschaftler:innen, Maria, Sebastian und Nana, verlassen ihre gewohnte Rolle und treten als Aktivist:innen in die Öffentlichkeit – auf Bühnen, in der Politik und im zivilen Ungehorsam. Ein bewegendes Porträt über Mut, Zweifel und Entschlossenheit in Zeiten der Klimakrise. Ein eindringlicher Film, der informiert, berührt und anregt, die eigene Rolle in einer sich verändernden Welt zu hinterfragen.

Eintritt: 8,50 | 7,00 Euro ermäßigt -> hier Kartenvorverkauf VVK
Kooperation Kinobar Prager Frühling und Frauenkultur

Ort: Kinobar Prager Frühling | Bernhard-Göring-Straße 152 | Haus der Demokratie | 04277 Leipzig

16.06. Was war vor dem Patriarchat? Und wie wollen wir heute leben?

Dienstag | 18:00 bis 19:30 Uhr

VORTRAG & AUSTAUSCH
mit CHRISTINE RIETZKE
feministische kulturelle & politische Bildungsarbeit seit 1992

Jede gesellschaftliche Veränderung braucht Wissen über grundlegende Zusammenhänge – völlig egal welcher Bereich. Und die Komplexität von Macht-/Systemen begründet einen kleinen Ausflug in die Menschheitsgeschichte … weit vor Entstehung patriarchaler Machtstrukturen – beginnend in der Frühgeschichte bis ins Heute.

Dazu wollen wir Euch einladen – nach einem Impulsvortrag im gemeinsamen Austausch über die Entwicklung von geschlechtlichen Rollenstereotypen in den jeweiligen Gesellschaftssystemen – die Veränderbarkeit gegenwärtiger patriarchaler Strukturen zu diskutieren. Auch aus der Notwendigkeit heraus diese patriarchalen Machtsysteme verändern zu müssen – wenn wir in dieser Welt über-/leben wollen. Für alle, die mehr wissen und eigene Perspektiven einbringen möchten. || Eintritt: nach Selbsteinschätzung

23.06. Jüdische Identitäten in der DDR

Dienstag | 19:00 bis 20:30 Uhr

VORTRAG & DISKUSSION im Rahmen der Jüdischen Woche
Mit der Leipziger Rabbinerin
ESTHER JONAS-MARTIN

In der DDR war Religionsfreiheit in der Verfassung festgeschrieben, doch sah die Realität im Hinblick auf die jüdische Bevölkerung anders aus. Seit 1945 durchlief die Politik der DDR und der Umgang mit Jüdischen Gemeinden verschiedene Phasen. Den Lebensumständen jüdischer Menschen geht die Referentin nach – als wissenschaftliche Beobachterin als auch anhand der eigenen Familiengeschichte.

ESTHER JONAS-MARTIN, Master of Arts in Rabbinics und der Rabbinischen Ordination in Los Angeles; Gründerin des Lehrhauses Beth Etz Chaim in Leipzig (2018) sowie Referentin und Autorin zu moderner jüdischer Geschichte, Gender, Jiddische Poesie, Jüdische Ethik und Judentum, zu Antisemitismus, jiddischer Literatur und jüdischer Theologie

Gefördert innerhalb des Projektes „Jüdisch, kunst(er)schaffend, inspirierend…“ durch die Kulturstiftung Sachsen KdFS und Hertie-Stiftung. Plus unterstützt durch gemeinnützige Spender:innen
Eintritt nach Selbsteinschätzung

-> Weitere Infos zum Projekt

25.06. Vergiftetes Erbe. Auf der Suche nach jüdischen Eigentümer:innen

Donnerstag | 18:00 bis 19:30 Uhr

FILM, VORTRAG & DISKUSSION zur Provenienz-Forschung
im Rahmen der Jüdischen Woche

mit SHARON ADLER
Vorständin der Stiftung „Zurückgeben“, Berlin

Der NS-Staat versteigerte auf sogenannten „Juden-Auktionen“, was in Wohnungen vertriebener jüdischer Menschen verblieb. So auch 1941 in Karlsruhe eine Halskette. Woher sie kam, darüber schwieg der Käufer in seiner Familie. Nach seinem Tod suchte seine Enkelin die rechtmäßigen jüdischen Erb/-innen. Und wandte sich für die Provenienz-Recherche an die Stiftung „Zurückgeben“: Gibt es Nachkommen, die überlebt haben? Und wie werden sie auf die Nachricht 80 Jahre nach Beginn des Holocaust reagieren?

Davon erzählt die Doku und der Vortrag von Sharon Adler. Die Journalistin und Fotografin engagiert sich seit 2013 ehrenamtlich als Vorständin der Stiftung „Zurückgeben“. Stiftung zur Förderung jüdischer Frauen in Kunst und Wissenschaft. (https://www.stiftung-zurueckgeben.de/)

In Leipzig ist seit Oktober 2025 die Ausstellung „Sichtbarmachen – Spuren jüdischen Engagements im MdbK“ zu sehen, die sie gemeinsam mit der Künstlerin Shlomit Lehavi und der Provenienzforscherin Dr. Ulrike Saß entwickelt hat. (https://mdbk.de/ausstellungen/sichtbarmachen/)

Gefördert innerhalb der Jüdischen Woche 2026 durch das Dezernat Kultur der Stadt Leipzig
Eintritt nach Selbsteinschätzung