Lesungen, Vorträge & Filme

Zu den unterschiedlichsten Themenbereichen gibt es in der Frauenkultur Vorträge, Lesungen & Filme aus feministischer Sicht. Es gibt Porträts zu einzelnen Künstlerinnen* oder zu Frauen*, die in einem historischen Kontext stehen. Und natürlich Autorinnen*-Lesungen aller Art. Alle Veranstaltungen bieten die Möglichkeit des Gesprächs zwischen Referentinnen*, Künstlerinnen* und den Besucher:innen.

August 2026

26.08. Girls don't cry

Mittwoch | 17:00 bis 19:00 Uhr

DOKUMENTARFILM mit kleiner thematischer Einführung

… trotz allem ein positiver, mutmachender Film, der junge Frauen auf der ganzen Welt inspirieren kann

Dokumentarfilm von SIGRID KLAUSMANN und LINA LUZYTE; D 2025, 90 min; FSK 12
Deutsche Film- und Medienbewertung: Prädikat besonders wertvoll

Was bedeutet es, in der heutigen Welt Mädchen zu sein? Dieser Dokumentarfilm handelt von der Sehnsucht von Mädchen aus sechs Ländern nach einem selbstbestimmten Leben in Freiheit, von ihrem Wunsch, sich zu verlieben, ohne Bevormundung, ohne Macht über ihren Körper, mit gleichen Rechten.

Sie sind 14 – 16 Jahre alt und kämpfen gegen die Umstände, Erwartungen und Hindernisse in ihrem Land, ihrer persönlichen Umgebung. So floh Nancy in Tansania vor der Genitalverstümmelung und lebt in einem Schutzhaus. Selena in Santiago de Chile wurde im Körper eines Jungen geboren und wusste seit sie vier ist, dass sie ein Mädchen ist. Sheelan ist ein jezidisches Mädchen, die mit ihrer Mutter aus dem Nordirak vor dem Genozid floh und nun in Tübingen lebt. In England entschied sich die 16jährige Paige gegen eine Abtreibung. Nina wurde als Romni mit ihrer Familie aus Deutschland nach Serbien abgeschoben …und Sinai verweigert sich in Südkorea einer Schönheits-OP und trainiert für die BMX-Weltmeisterschaft. Was sie sich alle am meisten wünschen: die Chance auf ein selbstbestimmtes, freies Leben.

Ort: Kinobar Prager Frühling | Bernhard-Göring-Straße 152 | Haus der Demokratie | 04277 Leipzig
Eintritt: 8,50 | 7,- Euro ermäßigt -> hier Karten-Vorverkauf für Girls don’t cry

In Kooperation Kinobar Prager Frühling und Frauenkultur

27.08. Weggefährtinnen erinnern.

Donnerstag | 17:00 bis 18:30 Uhr

GEDENKVERANSTALTUNG für
Dr. phil. EVA LEHMANN-LILIENTHAL
Eine Veranstaltung in Kooperation der GEDOK Mitteldeutschland und Frauenkultur Leipzig

Im Mai 2026 starb die vielseitige Autorin Eva Lehmann-Lilienthal: im August hätte sie ihren 95. Geburtstag gefeiert. Geboren als Tochter einer jüdischen Mutter war sie in Leipzig eine der wenigen jüdischen Überlebenden des Holocausts des Hitler-Faschismus.

Sie studierte Philosophie bei Ernst Bloch – und setzte sich bis zu ihrem Lebensende mit politisch-ökonomischen und philosophisch-künstlerischen Fragestelllungen auseinander. Immer wieder vertrat sie ihre eigenen Meinungen… das brachte ihr einige berufliche Nachteile. Doch die Mutter von zwei Kindern war und blieb streitbar.

1989 erlebte sie als eine Möglichkeit der Öffnung neuer geistiger und gesellschaftlicher Welten; arbeitete mit an der entstehenden neuen gesamtdeutschen Verfassung, die im Juni 1991 in der Frankfurter Paulskirche 1990 vorgestellt – aber letztlich vom Bundestag nicht angenommen wurde.1992 war sie Mitbegründerin der Ephraim-Carlebach-Stiftung Leipzig. Sie fand ihre Berufung im Schreiben und in der Auseinandersetzung mit Literatur; veröffentlichte Essays, Glossen und Gedichte; arbeitete mit u.a. bei den „Autorinnen Mitteldeutschland”, die sich über mehrere Jahre in der Frauenkultur Leipzig trafen. 2000 wurde Eva Lehmann-Lilienthal Mitglied der GEDOK; veröffentlichte in verschiedenen Anthologien – und eines ihrer Gedichte gab dem 2021 erschienenen Band mit Liebesgedichten von Künstlerinnen der GEDOK seinen Namen „… ist die Luft wie Seide…“. Sie beteiligte sich an Ausstellungen, gründete einen philosophischen Gesprächskreis, war Mentorin jüngerer Künstlerinnen. Für ihr Lebenswerk wurde sie 2018 mit dem Isolde-Hamm Preis geehrt.

In dieser Veranstaltung werden „Weggefährtinnen” an Eva Lehmann–Lilienthal erinnern…
u.a. BRIGITTE BLATTMANN als langjährige Vorsitzender der GEDOK Mitteldeutschland
Gedicht-Rezitation: SIBYLLE KUHNE

Eintritt gegen Spende für die GEDOK
die Künstler:innenvereinigung, die Eva Lehmann-Lilienthal sehr wichtig war.

September 2026

24.09. Ein ungehaltenes Plädoyer

Donnerstag | 18:00 bis 19:30 Uhr

LESUNG & GESPRÄCH
Mit CHRISTINA CLEMM

Was erzählen Gerichtsverfahren über unsere Gesellschaft? In ihrem neuen Buch „Ein ungehaltenes Plädoyer“ nimmt CHRISTINA CLEMM die Leser:innen mit in den Gerichtssaal und zeigt, wie eng Gewalt mit gesellschaftlichen Machtverhältnissen verknüpft ist.

Anhand ihrer Erfahrungen als Anwältin macht sie sichtbar, wo wir als Gesellschaft versagen – und entwirft zugleich die Perspektive auf eine solidarischere und gerechtere Zukunft. Ein eindringliches, persönliches Plädoyer über Gerechtigkeit, Verantwortung und die Frage, was sich ändern muss.

CHRISTINA CLEMM ist Autorin und Fachanwältin für Familien- und Strafrecht in Berlin. Seit über 25 Jahren vertritt sie Betroffene geschlechtsspezifischer, rassistischer und rechtsextrem motivierter Gewalt und zählt zu den profiliertesten Stimmen zu den Themen Gewalt, Recht und gesellschaftliche Verantwortung. || Eintritt: nach Selbsteinschätzung

29.09. Frauen und Revolution oder Revolution hat ein weibliches Gesicht.

Dienstag | 18:00 bis 19:30 Uhr

LESUNG & GESPRÄCH mit SHILA BEHJAT, Journalistin & Juristin

Shila Behjats lebendige Reportage zeigt, was die Welt vom Mut der Frauen lernen kann – ein Aufruf zum Feminismus der Stärke!

Vom Iran bis Belarus, von Fridays for Future bis zu den großen Diskriminierungsdebatten – Revolutionen und gesellschaftliche Wandlungsprozesse haben heute oft ein weibliches Gesicht. Ausgehend von den mutigen Frauen im Iran fragt die vielfach ausgezeichnete Journalistin Shila Behjat nach den Besonderheiten weiblichen Protests. Aus Gesprächen mit den Anführerinnen der Bewegungen entsteht eine lebendige Reportage, die zeigt: Auch unter widrigsten Umständen sind Frauen schon lange nicht mehr nur Opfer, sondern Protagonistinnen der Geschichte.

Ist es längst angebrochen, das weibliche Zeitalter? „Frauen und Revolution“ ist ein engagiertes Plädoyer – für ein neues Frauenbild, einen Feminismus der Stärke und weibliche Solidarität, die keine Ländergrenzen kennt

„Westlich, patriarchal geprägte Denkmuster offenzulegen – genau das macht den Essay nicht nur zu einer pointierten, sondern auch zu einer starken Lektüre.“ Anne-Kathrin Weber, Deutschlandfunk

SHILA BEHJAT, 1982 geboren, ist Journalistin, Publizistin und Moderatorin mit deutschiranischen Wurzeln. Sie studierte Jura in Hamburg und Paris, war Korrespondentin in London, lebte als freie Journalistin in Indien und berichtete für das Frauenportal Aufeminin.com über Gleichstellung in der EU. Als Kulturredakteurin bei ARTE verantwortet sie Dokumentationen und neue Formate.
Eintritt: nach Selbsteinschätzung