Lesungen, Vorträge & Filme

Zu den unterschiedlichsten Themenbereichen gibt es in der Frauenkultur Vorträge, Lesungen & Filme aus feministischer Sicht. Es gibt Porträts zu einzelnen Künstler*innen oder zu Frauen*, die in einem historischen Kontext stehen. Und natürlich Autor*innen-Lesungen aller Art. Alle Veranstaltungen bieten die Möglichkeit des Gesprächs zwischen Referent*innen, Künstler*innen und den Besucher*innen.

September 2020

03.09. Frauen in der Netzpolitik – Netzpolitik als emanzipatorisches Thema

Donnerstag | 19:00 bis 20:30 Uhr

VORTRAG & DISKUSSION

Referent*in:
LEENA SIMON (Berlin)

Die Frage, weshalb Netzpolitik als emanzipatorisches Thema zu verstehen ist, kann eigentlich in einem Satz beantwortet werden. Netzpolitik ist ein Teilbereich der Politik, Frauen sollten in politische Prozesse eingebunden sein, also sollten Frauen auch an netz-politischen Entscheidungen teilhaben. Diese recht einfache Folgerung scheint jedoch weniger auf der Hand zu liegen, als anzunehmen wäre, da der Anteil an netzpolitisch engagierten Frauen auffallend niedrig ist, dies jedoch selten als emanzipatorischen Missstand identifiziert wird. Für den Feminismus ist es überlebensnotwendig, dass Frauen aktiv an der Gestaltung unseres gemeinsamen digitalen Kommunikationsraums beteiligt sind.

LEENA SIMON ist graduierte Philosophin, IT-Beraterin und Netzpolitologin und beschäftigt sich mit digitaler Mündigkeit und Technikpaternalismus. Sie arbeitet u.a. für das Anti-Stalking-Projekt im Frieda Frauenzentrum in Berlin und für Digitalcourage e.V.
Eintritt: 4,- | 2,-Euro ermäßigt

17.09. natürlich

Donnerstag | 21:15 bis 22:30 Uhr

KURZFILMWANDERUNG

Die Kurzfilmwanderung verbindet seit mehreren Jahren die Vielfältigkeit des Kurzfilms mit der Spontanität des urbanen Raums. Besonders Filmschaffende nichtkommerzieller Filme sollen die Gelegenheit bekommen, ihre Werke zu zeigen und so Inhalte, Formen oder Eindrücke zu teilen, von denen sie selbst begeistert sind und die sie wichtig finden. Die Stadt wird zum Freiluftkino und öffnet so den Dialog zwischen Macher*innen und Betrachter*innen.

Unser Anliegen ist es, Kurzfilmen aller Genres, Techniken und Zeiten eine Leinwand zu bieten.
2020 werden Filmen in vier Blöcke zu verschiedenen Aspekten unseres diesjährigen Themas “natürlich” gezeigt – jeweils bestehend aus jeweils vier bis fünf Filmen von Regisseuren und Regisseurinnen, im ausgeglichenen 50/50 Verhältnis.

Das ganze Programm unter:

www.kurzfilmwanderung.de

Die Teilnahme ist kostenlos.

24.09. Gleichheit als Herausforderung für die Grenzen der Demokratie.

Donnerstag | 19:00 bis 20:30 Uhr

VORTRAG & DISKUSSION

Referentin:
JULIA SCHULZE WESSEL

Moderne Demokratien wurden immer auch von Kämpfen um Gleichheit begleitet. In ihnen werden traditionelle Grenz-Ziehungen herausgefordert und dadurch auch immer gleichzeitig mit verhandelt, was wir in Demokratien überhaupt unter Gleichheit verstehen.

In vielen Debatten bilden Grenzen die unausgesprochene und oftmals nicht weiter als rechtfertigungswürdig erscheinende Grundlage politischer Ordnung. Vor allem in den Zeiten nationalstaatlich organisierter Demokratien geben sie oftmals den Rahmen vor, in dem über zentrale politische Begriffe wie Freiheit, Gleichheit oder auch wohlfahrtstaatliche Solidarität nachgedacht und diskutiert wurde und wird.

Grenzen schaffen Ungleichheit und fordern so ein zentrales Versprechen von Demokratien heraus: dass alle Menschen als Gleiche anzuerkennen sind. Diese Grenz-Ziehungen werden jedoch durch verschiedene Grenzgänger*innen immer wieder in Frage gestellt – heute auch durch diejenigen, die durch territoriale Grenzen abgewehrt werden sollen.

In dem Vortrag soll die Spannung zwischen dem Versprechen auf Gleichheit und den Ungleichheit produzierenden Grenz-Ziehungen diskutiert werden. Damit wird gezeigt, in welcher Hinsicht Grenzgänger*innen Demokratien herausfordern.

Julia Schulze Wessel, Geschäftsführerin und Vorstandsmitglied anDemos – Institut für angewandte Demokratie- und Sozialforschung e.V.
Ihr Studium der Sozialwissenschaften absolvierte sie an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg. Die Forschungsschwerpunkte ihrer Arbeit liegen im Bereich der Politischen Theorie des Flüchtlings, Grenztheorie, Citizenship Studies und Demokratietheorie
Eintritt: 4,- | 2,-Euro ermäßigt

27.09. „Fashion Made in Europe" - Eine Faire Illusion?

Sonntag | 16:00 bis 18:00 Uhr

VORTRAG & DISKUSSION

Gast und Referentin: ANA VRAGOLOVIĆ, CCC Kroatien
Veranstalter*innen: Entwicklungspolitisches Netzwerk Sachsen e.V. / Clean Clothes Campaign (CCC)
Im Rahmen der „Faire Modewoche Leipzig 17. – 27. September 2020“

Die Referentin ist eine der Autorinnen der Studie „Ausbeutung Made in Europe“ und des Länderprofils „Kroatien“ der CCC über die dortige Bekleidungsindustrie. Sie wird von den Recherchen in der Modeindustrie Süd-/Ost-Europas und den Arbeitsbedingungen dort berichten.

Der Vortrag wird auf Englisch gehalten mit Übersetzung ins Deutsche.
Außerdem wird die Schulungsreihe „FairCademy“ vorstellen, eine Weiterbildung an 5 Wochenenden, die 2021 in eine neue Runde geht. Eingeladen sind Alle, die sich zum Thema „Mode und Menschenrechte“ weiterbilden wollen.

“Fashion Made in Europe” – A fair illusion?
Special guest and speaker of the event will be Ana Vragolović of Clean Clothes Campaign Croatia. She is one of the authors of the report „Exploitation Made in Europe“ and the country profile “Croatia“ about the garment industry published by Clean Clothes Campaign. In a presentation followed by a conversation she will talk about recent research conducted in the garment industry in Europe South/East and the local working conditions. The input will be given in English with German translation.
Eintritt: frei

Oktober 2020

08.10. Wege zum Nein. Emanzipative Sexualitäten und queer-feministische Visionen

Donnerstag | 19:00 bis 20:30 Uhr

VORTRAG & DISKUSSION

Referentin*: SINA HOLST, Berlin

„Wege zum Nein“ betrachtet die Reform des Sexualstrafrechts 2016 im gesellschaftlichen Kontext sexueller Gewalt, sexueller Selbstbestimmung und Emanzipation. Antirassistische queer-feministische Perspektiven beziehen klare Positionen, machen sich angreifbar und treten in Austausch miteinander. Sexualstrafrecht, #NeinHeisstNein, rassistische Instrumentalisierung, Rassismus in Deutschland, Vergewaltigungskultur, persönliche Erfahrungen, feministische Geschichten und Konsens werden nicht als Einzelthemen, sondern in ihrer Abhängigkeit voneinander diskutiert. Dabei ist die zentrale Frage, wie Räume sozialer Interaktion geschaffen werden können, in denen Nein nicht nur möglich ist, sondern wertgeschätzt wird. Die Publikation gibt einerseits unterschiedlichen Analysen Raum, die den gesellschaftlichen Status Quo thematisieren und attackieren. Andererseits entwirft, formuliert sie Argumente und Visionen, diesen Status Quo zu verändern, sich Handlungsmacht anzueignen und diese zu erweitern.

SINA HOLST und JOHANNA MONTANARI publizieren unter dem Namen The Irksome Institute (Berlin, gegründet 2015), hinterfragen patriarchale Logiken und entwerfen Visionen feministischer Zukunft. Zwei Publikationen erschienen im Eigenverlag („Hysterical Experiments“ 2015 und „Who Cares?“ 2016).

Eintritt: 4,- | 2,- Euro ermäßigt

22.10. Mit Mut und List: Europäische Frauen gegen Faschismus und Krieg

Donnerstag | 19:00 bis 20:30 Uhr

Update: Verschoben! Neuer Termin – bitte sich über unsere Medien informieren.

FEMINISTISCHE LESUNG des PapyRossa Verlags

Referent*in:
DR. FLORENCE HÉRVE, Düsseldorf

Die Widerständigen Europäische Widerstandskämpferinnen kommen aus allen europäischen Ländern. Sie haben sich an allen Aktionen des antifaschistischen Widerstands beteiligt, Verantwortung übernommen, besondere Formen der Résistance entwickelt, und selbst mit Waffen gekämpft. Davon erzählt DR. FLORENCE HERVÉ in ihrem neuen Buch anhand biografischer Beispiele von Frauen im Widerstand gegen Besatzung und Krieg, u.a. aus Deutschland, Griechenland, Frankreich, Italien, Polen und der damaligen Sowjetunion.
Diese Frauen haben zudem die ihnen zugewiesene hergebrachte Geschlechterrolle durchbrochen und ihre Emanzipation gelebt. Erst im Jahr 2019 hat der Deutsche Bundestag beschlossen, den Beitrag von Frauen zum deutschen Widerstand zu würdigen – der mutige Widerstand in anderen europäischen Ländern blieb unerwähnt. In dieser Anthologie werden hingegen 75 Frauen aus mehr als zwanzig Ländern vorgestellt. Ein breites Team von Wissenschaftlerinnen und Journalistinnen aus ganz Europa hat dazu beigetragen. Sie vervollständigen das historische Bild vom antifaschistischen Widerstand um die Frauenperspektive und machen zugleich Mut für den Einsatz gegen Neofaschismus, Rechtspopulismus, Fremdenhass, Sexismus und Krieg. Mit Musikeinspielungen.

Dr. FLORENCE HÉRVE, geb. 1944. Lebt und arbeitet seit Mitte der 60er Jahre in Deutschland. Studium der Germanistik in Bonn und Paris, Seit 1967 freiberuflich tätig als Freie Journalistin für zahlreiche Sender und Zeitschriften, Autorin von zahlreichen Büchern. Sie ist Mitgründerin und Redakteurin des Kalenders WIR FRAUEN seit 1979 und der Zeitschrift WIR FRAUEN seit 1982 – und war Lehrbeauftragte an den Universitäten Marburg, Duisburg und Münster
Eintritt: 4,- | 2,- Euro