Lesungen, Vorträge & Filme

Zu den unterschiedlichsten Themenbereichen gibt es in der Frauenkultur Vorträge, Lesungen & Filme aus feministischer Sicht. Es gibt Porträts zu einzelnen Künstler*innen oder zu Frauen*, die in einem historischen Kontext stehen. Und natürlich Autor*innen-Lesungen aller Art. Alle Veranstaltungen bieten die Möglichkeit des Gesprächs zwischen Referent*innen, Künstler*innen und den Besucher*innen.

Januar 2020

23.01. Grenzen der Menschenrechte.

Donnerstag | 19:00 bis 21:00 Uhr

VORTRAG & Diskussion

Staatsbürgerschaft, Zugehörigkeit, Partizipation

Referentin: Dr. FRANZISKA MARTINSEN, Hannover

Im derzeitigen „Katalog der Menschenrechte“ fehlt ein zentrales Recht, das Hannah Arendt das „Recht auf Rechte“ nennt. Dadurch bleibt vielen Menschen, wenn sie nicht Staatsbürger*innen eines Landes sind, in der nationalstaatlichen Praxis das Recht auf politische Mitgestaltung vorenthalten. 70 Jahre nach der Verabschiedung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte ist daher eine kritische Revision des Menschenrechtsverständnisses dringend erforderlich. Franziska Martinsen erläutert ihren Theorie-Ansatz aus der Perspektive der Radikalen Demokratie 1). Ihr vorgestellter Ansatz besagt, dass Menschenrechte erst dann ihr ermächtigendes Potenzial weltweit entfalten können, wenn sie weniger als humanitäre denn als originär politische Rechte verstanden werden.

PD Dr. FRANZISKA MARTINSEN ist Privatdozentin an der Leibniz Universität Hannover und forscht und lehrt als Gast- und Vertretungsprofessorin für Politische Theorie und Ideengeschichte an verschiedenen Universitäten im In- und Ausland. Ihre Forschungsgebiete umfassen u.a. Politische Philosophie, Politische Theorie und Ideengeschichte und Geschlechterstudien.
Eintritt. 4,- | 2,- Euro ermäßigt



1)  zur Radikalen Demokratie: In der Idee der Radikaldemokratie geht es vorallem um die Demokratisierung aller gesellschaftlichen Verhältnisse, d. h. um die Überwindung autoritärer und hierarchischer Strukturen, die Voraussetzung für eine selbstbestimmte Gestaltung aller Lebensverhältnisse eines jeden Einzelnen sind. Weil entscheidende Bereiche demokratischer Kontrolle entzogen (wie z. B. in der Wirtschaft) oder autoritär organisiert sind (wie z. B. das Bildungssystem), kritisieren Radikaldemokraten den undemokratischen Charakter dieser Gesellschaft und treten für ihre Veränderung ein. Es geht hierbei vor allem um die Emanzipation des Einzelnen und gesellschaftliche Verhältnisse, die Selbstbestimmung umfassend ermöglichen. Befreiung des Einzelnen von Herrschaft und Unterdrückung und die Schaffung einer emanzipatorischen Gesellschaft sind in der Radikaldemokratie untrennbar miteinander verbunden.

Februar 2020

13.02. Her mit dem guten Leben!

Donnerstag | 19:00 bis 21:00 Uhr

VORTRAG UND DISKUSSION

Kann das bedingungslose Grundeinkommen zur feministischen Revolution führen?

Mit ANTJE SCHRUPP und Dr. SUSANN WORSCHECH
Moderation: MIA SMETTAN, Konzeptwerk Neue Ökonomie Leipzig.

Was wir brauchen ist eine sichere Daseinsvorsorge. Ein modernes Verständnis von Arbeit. Sichtbarsein und gesellschaftliche Wertschätzung von Care Arbeit. Faire Elternschaft und eine Antwort auf Armut, soziale Unsicherheit und prekäre Arbeitsbedingungen. Wir brauchen eine feministische Revolution. Doch wie kann der Weg dorthin aussehen? Kann das bedingungslose Grundeinkommen eine Antwort auf brennende gesellschaftliche Fragen sein und die Gesellschaft wirklich geschlechtergerechter machen? Oder zementiert es vielmehr traditionelle Geschlechterrollen und einen überholten Arbeitsbegriff? Es ist ein komplexes Thema, über das wir aus feministischer Perspektive diskutieren möchten.

ANTJE SCHRUPP, Journalistin, Bloggerin, Buchautorin, Frankfurt a. M.
Dr. SUSANN WORSCHECH, Europa-Uni Viadrina, Frankfurt a.O.

Alle Interessierten sind willkommen.
Eine Veranstaltung der Böll-Stiftung | www.weiterdenken.de
Eintritt: frei

20.02. Hexenprozesse in und um Bamberg | Bayern

Donnerstag | 19:00 bis 21:00 Uhr

IMPULS-VORTRAG
Arbeitskreis Aufarbeitung Hexenverfolgung | Leipzig
www.hexenprozesse-leipzig.de

Im 17. Jahrhundert erreichte die Hexenverfolgung in Bamberg unter der Herrschaft Johann Georgs II. ihren grausamen Höhepunkt. Für hunderte unschuldig Verfolgte endete das Leben auf dem Scheiterhaufen. Die Zahl von Inhaftierungen vermeintlicher „Hexen“ war so hoch, dass ein eigens dafür vorgesehenes Malefiz-Haus zur Inhaftierung und Folter errichtet wurde. Ursachen für die Bamberger Hexenprozesse waren nicht allein Missernten oder Krankheitswellen. Zahlreiche Prozesse waren auch politisch motiviert.
Nach der thematischen Einführung zeigen wir den Film:

Seelen im Feuer
Regie: URS EGGER, D 2014, 110 min.
Verfilmung des gleichnamigen Romans von Sabine Weigand.
Der Arzt Cornelius eilt von seinen medizinischen Forschungen aus Wien nach Bamberg zu seinem sterbenden Vater. Der Fürstbischof von Dornheim verpflichtet ihn, in seine Dienste
zu treten, was Cornelius in einen Bannkreis aus Denunziation, Verhaftung und Hinrichtung geraten lässt.
Eintritt: frei