Ausstellungen | Galerie

In den über 29 Jahren Galerie-Tätigkeit der Frauenkultur Leipzig hat sich der Ort als wichtiger Raum für Ausstellungen von Künstler*innen aus dem professionellen wie autodidaktischen Bereich etabliert.

In allen geschichtlichen Zeitepochen war die Bildende Kunst neben der Sprache wichtigste Form der Artikulation in allen sozialen Schichten von Gesellschaftssystemen. Durch die minimalen materiellen Voraussetzungen wie den fast unbegrenzten Varianten des bildnerisch kreativen Tätigseins fungiert unverändert im Unterschied zu anderen Kunstgenres die Bildende Kunst als ein alltägliches und spontanes Ausdrucksmittel insbesondere für Frauen*.

Die Ausstellungsräume in der Frauenkultur Leipzig werden multifunktional genutzt. D.h. alle Ausstellungen sind in die anderen Veranstaltungsangebote eingebunden und werden dadurch auch von Besucher*innen wahrgenommen, deren Interesse nicht explizit auf die Bildende Kunst gerichtet ist. In diesem Rahmen ist für alle Betrachter*innen ein offener und unbefangener Umgang mit Kunst möglich.

Mai 2024

14.05. Mutter sorg‘ Dich nicht Hier ist alles in Ordnung. Alltägliches aus 1989

Dienstag | 17:00 bis 20:00 Uhr

AUSSTELLUNGSERÖFFNUNG

im Leipziger Themenjahr zu „35 Jahre Friedliche Revolution“

Feministische Perspektiven damals & heute
Eine Ausstellung zu dem alltäglichen Leben und dem aktiven Wirken von Frauen in der DDR vor/während und nach 1989

Als die Frauenkultur im Jahr 2009 anlässlich des 20. Jahrestages der Friedlichen Revolution verschiedene Frauen, die ´89 in Leipzig lebten, zur Vor- und Nachwendezeit interviewten – waren es besonders die Erfahrungen der Verbundenheit, die sehr deutlich die Erinnerungen der Befragten an diese Zeit bestimmten: Voller Emotionen, konkret, bis in winzige Details hinein, berührend und authentisch. Individuelle Geschichten und Biografien wurden sichtbar und (be-)greifbar.

35 Jahre später nach 1989 zeigt sich punktuell, dass Erinnerungen an Konturen verlieren können. Unsere Erfahrungen in Demokratie-Schulprojekten seit 2011 spiegeln, wie erschreckend wenig Jugendliche über diese Zeit wissen. Diese Ausstellung ist gedacht als erinnerungs- wie auch als bildungskultureller Input – und stellt natürlich auch Fragen: Wie waren Frauen an jenen Ereignissen beteiligt? Was hat sich in ihrem Leben seither verändert? Und welche der Forderungen von damals sind noch heute aktuell – für die 35 Jahre älter Gewordenen bzw. für junge Frauen* heute?

Zur Eröffnung wird der Trailer zur Ausstellung „Leipzig 2009 – 1989. Momentaufnahmen“ gezeigt. (15 min.)
Foto: Sigrid Schmidt

Die Ausstellung ist bis zum 25.06.2024 zu sehen. || Eintritt: frei.
Öffnungszeiten: Montag – Donnerstag | 11 – 17 Uhr und zu allen Veranstaltungen

Juni 2024

27.06. Schritt. Am Ende des Tages …

Donnerstag | 18:00 bis 20:30 Uhr

AUSSTELLUNGSERÖFFNUNG
Abstrakte Malerei, Drucke und Zeichnungen
der Leipziger Künstlerin GABRIELE TROST

Musikalische Begleitung der Eröffnung:
FRIEDERiKE BARTEL, Saxofon

„einfach weiter… immer weiter… gehen!
fallen! aufstehen! wieder… und wieder
den Takt verlieren… haltlos… und nach Atem ringen
weiter… immer weiter …Schritt.“

Emotionen lassen sich manchmal nur schwer in Worte fassen. Für Gabriele Trost ist Kunst Ausdrucksform für all das, was ansonsten unsagbar bleibt. Zwischen hell und dunkel. Zwischen am Boden sein und wachsen. Zwischentöne. Deutlich wird, dass auch jenes, was gesellschaftlich als negativ oder nicht schön betrachtet wird, durchaus ästhetisch sein oder werden kann. Ihre Arbeiten zeigen, dass wir alle aus unseren Realitäten eigene Bilder produzieren. Sie sind ohne Titel… entscheidend ist: „Bilder kommen aus Bildern.“ (Ernst Wilhelm Nay)

GABRIELE TROST wuchs in Kranichfeld auf; zog nach Weimar, wo sie durch Freund:innen einen Zugang zur Malerei und Fotografie fand und von Weimarer Künstler:innen inspiriert wurde. 2015 begann sie zu malen und eignete sich alles Wissen und alle Fähigkeiten autodidaktisch an. Was mit Holzstücken und Leinwand begann, weckte ihre Faszination für die Dynamik der Farben. Bislang stellte sie im Schloss Augustusburg die „Vermessung des Landes“ nach Kafka aus und in der Leipziger Galerie „Beuteltier Art“.