Ausstellungen | Galerie
In den über 35 Jahren Galerie-Tätigkeit der Frauenkultur Leipzig hat sich der Ort als wichtiger Raum für Ausstellungen von Künstlerinnen* aus dem professionellen wie autodidaktischen Bereich etabliert.
In allen geschichtlichen Zeitepochen war die Bildende Kunst neben der Sprache wichtigste Form der Artikulation in allen sozialen Schichten von Gesellschaftssystemen. Durch die minimalen materiellen Voraussetzungen wie den fast unbegrenzten Varianten des bildnerisch kreativen Tätigseins fungiert unverändert im Unterschied zu anderen Kunstgenres die Bildende Kunst als ein alltägliches und spontanes Ausdrucksmittel insbesondere für Frauen*.
Die Ausstellungsräume in der Frauenkultur Leipzig werden multifunktional genutzt. D.h. alle Ausstellungen sind in die anderen Veranstaltungsangebote eingebunden und werden dadurch auch von Besucher:innen wahrgenommen, deren Interesse nicht explizit auf die Bildende Kunst gerichtet ist. In diesem Rahmen ist für alle Betrachter:innen ein offener und unbefangener Umgang mit Kunst möglich.
Oktober 2026
30.10. Jüdisch, kunst(er)schaffend, inspirierend …

Freitag | 17:00 bis 20:00 Uhr
AUSSTELLUNGSERÖFFNUNG
Mit Werken der Künstlerin JELENA RADOSAVLJE
20 Porträts jüdischer Künstlerinnen mit Bezug zu Leipzig/Gohlis
Menschlich-Sein im Heute braucht Wissen um Vergangenes.
Jede thematische Ausstellung mit bildnerischen Werken von Künstlerinnen ist besonders. Die Eröffnung dieser Ausstellung spiegelt bereits im Titel eine besondere Vielfalt von Perspektiven – die alle Prozesse des Ausstellungskonzeptes bestimmte. Über ein sehr ungewöhnliches Ausstellungsformat wurden ausgehend von biografischen Texten und Forschungsarbeiten der Leipzigerin ELISABETH GUHR insgesamt 20 Porträt-Tafeln zu jüdischen Künstlerinnen mit Leipzig Bezug erarbeitet. Sie erforscht zivilgesellschaftlich engagiert seit Jahrzehnten „Lebenszweige jüdischer Frauen“ mit Verbindungen zu Leipzig und Gohlis. Bisher wurde ein Bruchteil ihrer Arbeit in Form von Vorträgen und Textbeiträgen öffentlich. Aber die enorme Fülle ihrer Forschung blieb bislang „ungesehen“. Um diese so wertvollen dokumentarischen Lebensmomente jüdischen Lebens in Sachsen/Leipzig öffentlicher und sichtbarer zu machen, erarbeitete die Frauenkultur Leipzig gemeinsam mit ihr innerhalb des sächsischen Themenjahres 2026 „Tacheles“ u.a. diese Ausstellung – die als Wanderausstellung konzipiert ist.
Zusammen mit der bildenden Künstlerin JELENA RADOSAVLJEVIC wurden die zum Teil sehr alten, gering aufgelösten Fotografien der ausgestellten jüdischen Künstlerinnen – deren Urheber/innenrechte nicht bekannt sind – künstlerisch nachempfunden – im Kontext der jeweiligen biografischen Einblicke bzw. des jeweiligen sozial-gesellschaftlichen Umfeldes. Ebenso entstanden Bildnisse einzelnen Künstlerinnen – zu denen gar keine fotografischen Materialien/Abbildungen existieren. So entstanden künstlerische Ausstellungstafeln – die über Sprache/Text und Gestaltung/Malerei/Zeichnung gesellschaftliche wie individuelle Begebenheiten jüdischen Lebens in Leipzig, in Deutschland öffentlich aufzeigen bzw. sichtbar machen.
Eröffnet wird die Ausstellung:
im Wort durch ELISABETH GUHR, Forscherin biografischer Wege jüdischer Menschen mit Leipzig-Gohlis Bezug
musikalisch durch die exzellenten Musikerinnen FRIEDERIKE VON OPPELN-BORNIKOWSKI (Klarinette) und GAL LEVY (Gitarre) || Eintritt: frei