Ausstellungen | Galerie

In den über 29 Jahren Galerie-Tätigkeit der Frauenkultur Leipzig hat sich der Ort als wichtiger Raum für Ausstellungen von Künstler*innen aus dem professionellen wie autodidaktischen Bereich etabliert.

In allen geschichtlichen Zeitepochen war die Bildende Kunst neben der Sprache wichtigste Form der Artikulation in allen sozialen Schichten von Gesellschaftssystemen. Durch die minimalen materiellen Voraussetzungen wie den fast unbegrenzten Varianten des bildnerisch kreativen Tätigseins fungiert unverändert im Unterschied zu anderen Kunstgenres die Bildende Kunst als ein alltägliches und spontanes Ausdrucksmittel insbesondere für Frauen*.

Die Ausstellungsräume in der Frauenkultur Leipzig werden multifunktional genutzt. D.h. alle Ausstellungen sind in die anderen Veranstaltungsangebote eingebunden und werden dadurch auch von Besucher*innen wahrgenommen, deren Interesse nicht explizit auf die Bildende Kunst gerichtet ist. In diesem Rahmen ist für alle Betrachter*innen ein offener und unbefangener Umgang mit Kunst möglich.

Januar 2024

18.01. Wirklichkeit [endlich] begreifen: Frauen* entsprechend ehren, Jetzt!

Donnerstag | 17:00 bis 20:00 Uhr

ERÖFFNUNG EINER GANZ BESONDEREN AUSSTELLUNG

12 Ehrenbürgerinnen in spe

für 2024, 2025, 2026, 2027, 2028, 2029 … … auch als Vorschläge & Inputs für ein sich demokratisch progressiv weiterentwickelndes Leipzig

Seit 1832 hat die Stadt Leipzig insgesamt 90x das Ehrenbürger:innen-Recht verliehen89x Männer, 1x, ein einziges an eine Frau. Als eine der höchsten städtischen Auszeichnungen spiegeln sich hier auch gesellschaftliche Macht-/Strukturen der jeweiligen Zeit – und das patriarchale Gesellschaftsstrukturen in Leipzig bis heute, bis ins 21. Jahrhundert noch immer existieren.

Diese seit über 190 Jahren so deutliche städtische Nichtachtung der unzähligen hervorragenden Leistungen von Frauen* ist nicht nur erschütternd & empörend, sondern ist eine Nichtachtung unserer demokratischen Rechtsstaatlichkeit. Leipzig als eine Stadt, in der seit Anbeginn städtischer Existenz Frauen* öffentlich sehr aktiv tätig waren & sind – in einer Stadt, in der Frauen gesellschaftlich vieles mit-/ angeschoben haben & „am Laufen halten“ – und sich „in herausragender Weise“ für das städtische Gemeinwesen verdient gemacht haben – muss dieser Missstand endlich korrigiert werden.

Die AG Frauen*Projekte Leipzig ist in diesem Kontext aktiv geworden: Von April 2023 bis März 2024 wurden/werden monatlich Vorschläge für Ehrenbürgerinnen* bei der Stadt Leipzig eingereicht. Und um dieses starke Ungleichgewicht öffentlicher Würdigung – die Leistungen von Frauen* betreffend – noch deutlicher sichtbar zu machen, wurde/wird zu jeder aktuellen Einreichung eine weitere Frau* posthum vorgeschlagen, die diese Ehrung der Stadt Leipzig ebenfalls verdient gehabt hätte. https://agfrauenprojekte-leipzig.com/ehrenbuergerinnen-der-stadt-leipzig/

12 plus 12 Ehrenbürger:innen in spe … stehen stellvertretend für abertausende Frauen*/FLINTA* in Leipzig (und überall) … all deren Wirken wir zu tiefst wertschätzen und … bei denen wir uns hier im Wort und auch durch diese Ausstellung bedanken wollen.

Die Ausstellungseröffnung wird musikalisch begleitet durch das Leipziger Trio HERJE MINIBalkan-Folk, Klezmer- und Ladino-Musik.
Die drei exzellenten Musikerinnen aus Polen, Israel und Deutschland IZABELA KAŁDUŃSKA – Violine, GAL LEVY – Schlagzeug & Gitarre, FRIEDERIKE VON OPPELN-BRONIKOWSKI – Klarinette … entführen in eine mitreißende Klangwelt aus Tempo, rhythmischer Vielfalt, Improvisation und Virtuosität.

Zur Ausstellungseröffnung sind alle Interessierten ganz herzlich eingeladen.

Ausstellungsdauer: bis 12. März 2024
Öffnungszeiten: Mo – Do von 10 – 16 Uhr und immer zu allen Veranstaltungen – natürlich nicht im Zeitraum der Veranstaltungsdurchführung) -> siehe bitte unter -> Programm || Außerhalb dieser Zeiten sind telefonisch vereinbarte Ausstellungsbesuche möglich.

März 2024

06.03. 12 plus 12 Ehrenbürgerinnen in spe für Leipzig

Mittwoch | 11:00 bis 12:30 Uhr

AUSSTELLUNGSRUNDGANG & SEKT zum WELTFRAUENTAG

Wirklichkeit [endlich] begreifen: Frauen entsprechend ehren. Jetzt!

Im Rahmen der Ausstellung werden einzelne Frauen in diesem Rundgang vorgestellt, der auch noch einmal deutlich macht, wie empörend der Sachverhalt ist, dass in Leipzig seit über 190 Jahren erst ein einziges Mal das Ehrenbürger:innen-Recht an eine Frau verliehen wurde – und 89 x an Männer.

Leipzig ist eine Stadt, in der seit Anbeginn städtischer Existenz Frauen* öffentlich sehr aktiv tätig waren & sind; in der Frauen gesellschaftlich vieles mit-/ angeschoben haben & „am Laufen halten“ – und sich „in herausragender Weise“ für das städtische Gemeinwesen verdient gemacht haben. Daher muss dieser Missstand endlich korrigiert werden!
Sie sind eingeladen bei einem Glas Sekt durch die Ausstellung zu diesem Unrecht gemeinsam ins Gespräch zu kommen.
Der Eintritt ist frei.

14.03. Schön böse. Comics und Texte außerhalb des gesunden Menschenverstandes

Donnerstag | 19:00 bis 21:00 Uhr

AUSSTELLUNGSERÖFFNUNG
Von und mit CLAIRE LENKOVA

Die Zeichnerin und Autorin Claire Lenkova stellt Bildgeschichten vor. Sie kreisen um sogenannte „typisch menschliche“ Verhaltensweisen, die ihr zeitlebens suspekt geblieben sind. Unter diese Geschichten mischt sie Märchenadaptionen und Comicstrips u.a. zu den Liederzyklen „Die Winterreise“ und „Die Schöne Müllerin“, in denen es – wen wundert’s? – auch nur um dasselbe geht.

CLAIRE LENKOVA, die sich selbst als „hoffnungslosen Fall“ bezeichnet, kam nach Stationen in Bayern und Hamburg nach Leipzig, wo ihre Kinder zur Schule gehen. Sie arbeitet für verschiedene große und kleine Verlage, liebt tanzen, singen, Klavier- und Geschichtenspielen und vieles mehr, das nicht grob, laut oder schnell ist. Zu ihren Kund:innen zählen u.a. FAZ, Brigitte und die SOS-Kinderdörfer. Ihre besondere Stärke ist die unterhaltsame Umsetzung von komplexen Sachverhalten wie z.B. in „Komisch, alles chemisch“ von Mai Thi Nguyen-Kim. Aber auch moderne Märchen wie „Die Prinzessin, die auszog, den Prinzen zu retten“ von Eva Rottmann bebildert Lenkova [die selbst nicht zwischen Prinzen und Prinzessinnen unterscheidet und sich am Ende sowieso mit dem Drachen anfreundet] mit großer Inbrunst und hintersinnigem Witz. Ihre Arbeiten wurden mehrfach ausgezeichnet und von der Stiftung Kulturwerk gefördert. „Zu Unrecht“, wie sie sagt. Machen Sie sich selbst ein Bild!

Musikalische Eröffnung: mit SANDRA HAVERSTEIN und dem Chor „Singen bei uns“ in kleiner Besetzung
Eintritt: frei