Ausstellungen | Galerie

In den über 29 Jahren Galerie-Tätigkeit der Frauenkultur Leipzig hat sich der Ort als wichtiger Raum für Ausstellungen von Künstler*innen aus dem professionellen wie autodidaktischen Bereich etabliert.

In allen geschichtlichen Zeitepochen war die Bildende Kunst neben der Sprache wichtigste Form der Artikulation in allen sozialen Schichten von Gesellschaftssystemen. Durch die minimalen materiellen Voraussetzungen wie den fast unbegrenzten Varianten des bildnerisch kreativen Tätigseins fungiert unverändert im Unterschied zu anderen Kunstgenres die Bildende Kunst als ein alltägliches und spontanes Ausdrucksmittel insbesondere für Frauen*.

Die Ausstellungsräume in der Frauenkultur Leipzig werden multifunktional genutzt. D.h. alle Ausstellungen sind in die anderen Veranstaltungsangebote eingebunden und werden dadurch auch von Besucher*innen wahrgenommen, deren Interesse nicht explizit auf die Bildende Kunst gerichtet ist. In diesem Rahmen ist für alle Betrachter*innen ein offener und unbefangener Umgang mit Kunst möglich.

Mai 2022

12.05. Umbrüche-Lebensbilder

Donnerstag | 18:00 bis 20:00 Uhr

AUSSTELLUNGSERÖFFNUNG mit ZEICHEN/COMIC-WORKSHOP

Mit NAZANIN ZANDI

Die Ausstellung Umbrüche-Lebensbilder gibt einen Einblick in die Lebensgeschichten von Frauen unterschiedlicher Herkunft, Religion, Sprache und sexueller Orientierung. Die in Comicform gezeichneten Geschichten berichten von alltäglichen, aber herausfordernden Situationen: Sie erzählen von Krisen und Umbrüchen, vom Ankommen in einem fremden Land, von Diskriminierung und Ungleichheit. Gleichzeitig wenden sie die Perspektive auf die solidarischen und empowernden Wege, die von den Frauen beschritten worden sind, um den Herausforderungen entgegenzutreten.

In den Comics begegnen uns grundlegende Werte, die zum Kernversprechen von Demokratien gehören: Freiheit, Gleichheit, Solidarität und Vielfalt. Sie stellen Ressourcen zur Verfügung, mit deren Hilfe sowohl persönliche als auch gesellschaftliche Umbruchzeiten friedlich und empowernd bearbeitet werden können.

Ausgewählte Comicgeschichten der Ausstellung werden Ausgangspunkt sein, um in der Ausstellungseröffnung gemeinsam mit der Künstlerin NAZANIN ZANDI über Transformations- und Umbruchserfahrungen zu sprechen. Mit ihr überlegen wir, welche gesellschaftlichen Reaktionen in Umbruchszeiten selbstermächtigend wirken, welche Ohnmacht erzeugen und was wir in Demokratien brauchen, um marginalisierte Stimmen hörbarer zu machen. Was brauchen wir auch in herausfordernden Zeiten, um uns respektvoll und als Gleiche begegnen zu können?

In Workshops werden Grundkenntnisse für das Comiczeichnen vermittelt. NAZANIN ZANDI gibt erste Tipps und Tricks für die „Neunte Kunst“. Hier gibt es für alle die Möglichkeit, eigene Geschichten über Erfahrungen in Zeiten von Umbrüchen zu zeichnen und zu besprechen. Die Comicgeschichten sind aus einem Projekt hervorgegangen, das Nazanin Zandi und Elena Pagel in Dresden durchgeführt haben. Die Geschichten sind in dem Comicbuch Stimmen. 47 Geschichten von Dresdner Frauen aus aller Welt in Wort und Bild soeben erschienen.

NAZANIN ZANDI, Malerin, Illustratorin, Grafikerin; geboren 1973 im Iran. Ihre Schulzeit verbrachte sie in Italien und Frankreich, Architektur studierte in Paris und Dresden; seit 2014: Mitglied im Künstlerbund Dresden. Ihre sprachlichen Fähigkeiten (Italienisch, Deutsch, Französisch, Englisch, Persisch, Spanisch, Portugiesisch) setzt sie u.a. als Dolmetscherin ein, sie entwickelte Architekturprojekte und unterstützt Menschen beim Ankommen. https://zandigrafix.de/vita/

Ausstellungseröffnung und erster Comicworkshop: 12.05.2022 um 18 Uhr
Weitere Workshops: Fr., 13.05. und am 20.05.2022 jeweils von 17 – 20 Uhr

Eintritt: frei || Ausstellungsdauer: bis zum 26.06.2022

Veranstaltung von anDemos – Institut für angewandte Demokratie- und Sozialforschung e.V. in Koop.mit der FraKu

Juni 2022

28.06. Jüdinnen in Leipzig. Portraits aus einem Jahrhundert

Dienstag | 18:00 bis 20:30 Uhr

AUSSTELLUNGSERÖFFNUNG

Zehn ausgewählte Kurzporträts Leipziger Jüdinnen eröffnen einen besonderen Blick auf das vergangene Jahrhundert, das als “Jahrhundert der Extreme” in die Literatur einging. Biografien – tangiert von zwei Weltkriegen, zwei Diktaturen und dem steinigen Weg von der Monarchie zu gelebter Demokratie, erfüllt oder gebrochen, gelebt oder erlitten zwischen Assimilation und Ausgrenzung, zwischen Emanzipation und Entrechtung, zwischen Gewalt, Todesangst und Neubeginn, zwischen Aussichtlosigkeit und Zukunftsvision… Die lokal bezogene Sicht aus der jüdischen Perspektive scheint die Gegensätze des 20. Jahrhunderts noch um ein Vielfaches zu potenzieren.

Die Ausstellung entstand im Rahmen eines zweijährigen Bildungsprojektes der Ephraim-Carlebach-Stiftung in Kooperation mit verschiedenen Leipziger Schulen in den Jahren 2018/19 und wurde u.a. in der Henriette Goldschmidt Schule Leipzig sowie im Jüdischen Kultur- und Begegnungszentrum Ariowitsch-Haus gezeigt.

Zur Eröffnung gibt Dr. KERSTIN PLOWINSKI, Geschäftsführerin und Projektleiterin der Ephraim-Carlebach-Stiftung einen Einblick in die Arbeit der Ephraim-Carlebach-Stiftung.
Eintritt: frei

Ausstellungsdauer: bis 28.08.2022