Ausstellungen | Galerie

In den über 29 Jahren Galerie-Tätigkeit der Frauenkultur Leipzig hat sich der Ort als wichtiger Raum für Ausstellungen von Künstler*innen aus dem professionellen wie autodidaktischen Bereich etabliert.

In allen geschichtlichen Zeitepochen war die Bildende Kunst neben der Sprache wichtigste Form der Artikulation in allen sozialen Schichten von Gesellschaftssystemen. Durch die minimalen materiellen Voraussetzungen wie den fast unbegrenzten Varianten des bildnerisch kreativen Tätigseins fungiert unverändert im Unterschied zu anderen Kunstgenres die Bildende Kunst als ein alltägliches und spontanes Ausdrucksmittel insbesondere für Frauen*.

Die Ausstellungsräume in der Frauenkultur Leipzig werden multifunktional genutzt. D.h. alle Ausstellungen sind in die anderen Veranstaltungsangebote eingebunden und werden dadurch auch von Besucher*innen wahrgenommen, deren Interesse nicht explizit auf die Bildende Kunst gerichtet ist. In diesem Rahmen ist für alle Betrachter*innen ein offener und unbefangener Umgang mit Kunst möglich.

März 2019

07.03. Looking through Dark Eyes

Donnerstag | 19:00 bis 12:00 Uhr

AUSSTELLUNGSERÖFFNUNG

Women and our lives in South Asia.

Works by SHEHZIL MALIK
feminist artist (painting & graphic)
from Pakistan

In ihren künstlerischen Arbeiten zeigt SHEHZIL MALIK wie das gelehrte, das “vererbte” traditionelle Verständnis von Sprache, von Wörtern sich in stereotypen Verhaltensmustern spiegeln bzw. diese bestimmen. Gerade in Bezug auf Frauen, denen in allen Epochen und Nationalitäten “Haushalt, Kinder, Textil-Herstellung” zugeschrieben worden sind – haben nicht nur in Pakistan Frauen ein sehr hohes Wissen und handwerkliche Fähigkeiten auch der traditionellen Textil-Herstellung, die “weitervererbt wurden und werden”. Diese Fähigkeiten sind mit ein Grund, dass viele pakistanische Frauen eine Erwerbsarbeit ausüben können.

Sozialisation, das Erhalten von Handwerk, Rollenzuschreibun- gen, soziale Normen, gesellschaftliche Zwänge, Fragen der eigenen Identität, Emanzipation der Frauen. sind Themen, mit denen sich SHEHZIL MALIKS in ihren bildkünstlerischen Arbeiten auseinandersetzt und über die sie gesellschaftliche Debatten initiieren möchte. Dass Frauen im öffentlichen Raum beobachtet und sexuell belästigt werden – war Thema eines ihrer Comics, der eine breite Diskussion über Frauen im öffentlichen Raum auslöste.

Viele Künstler*innen, Schriftsteller* innen, Unternehmer*innen und Aktivist*innen, die für Frauenrechte in Pakistan kämpfen – beteiligten sich an diesem gesellschaftlichen Diskurs – mit dem Ziel, die Situation der Frauen im Sinne der Menschen- rechte zu verändern. Diese sehr vielfaltig, in einer breiten Öffentlichkeit geführte Diskussion, war für Shehzil Maliks quasi Input zu der Idee, an einer feministischen Modelinie zu arbeiten. u.a. zeichnete sie ein Mädchen, das unsicher über ihr Outfit ist und sich in einem inneren Monolog über die eigene Kleidung befindet: “Ist mein Hemd nicht lang genug?” Aber auf einmal wird der Monolog zum Dialog mit sich selbst. Sie spricht zu sich: “He, du bist richtig, so, wie du bist. Wenn du dir gefällst! Ich bin ich! She is she! …” Empowerment von Frauen auch über selbstbestimmte Outfits. Feminismus in Textil.

SHEHZIL MALIK, Designerin und Illustratorin, leitet ein unabhängiges Studio, das mit Arbeiten aus den Bereichen Mode- design, Publikationsdesign, Illustration und Branding zusammenarbeitet. Ihre Arbeiten wurden in CNN, DW und Forbes veröffentlicht. Abschluss in ,Visuellem Kommunikationsdesign’ am Rochester Institute of Technology; sie ist Teil des International Development Innovation Network (IDIN).

Musikalische Ausstellungseröffnung:
SYLVIA TOTALLY unplugged

Eintritt: frei

Ausstellungsdauer: bis 23.04.2019

April 2019

25.04. Schrift schreiben und Gestalten von A bis Z

Donnerstag | 19:00 bis 21:00 Uhr

AUSSTELLUNGSERÖFFNUNG
20 Jahre Kalligrafie in der Frauenkultur

Vor zwanzig Jahren begann in der Frauenkultur Leipzig ein Kurs der Kalligrafie. Der Kurs begann unter der Leitung der Leipziger Grafikerin, Dipl.-Typografin und Buchgestalterin Renate Reitz-Schiwek im Jahr 1999 – noch in der Braustraße 17. Seit dem Umzug der Frauenkultur in die Windscheidstraße im Frühjahr 2000 treffen sich regelmäßig montags von 18.30 – 20 Uhr die „Kalligrafinnen“, um „schön, kreativ künstlerisch kalligrafisch zu schreiben“: Schrift schreiben und Gestalten von A bis Z… Als 2013 die Kursleiterin Renate Reitz-Schiwek schwer erkrankte, arbeitete die Gruppe weiter… auch um die „Reitz-Schiweksche Liebe zur Schrift“ weiterzuführen…

Mit (Gemeinschaft-)Arbeiten von ANKE DOBERENTZ, JUTTA FÖDISCH, INGRID GRUNEWALD, STEFANIA GOTHE, STEFFI ROTHE, SYLKE KIRST, SERAP DOGAN, SIGRID WEIMERSHAUSS

Musikalische Eröffnung: IRINA LANGE (klassische Gitarre)
Eintritt: frei