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Hallo auf den Seiten des soziokulturellen Zentrums Frauenkultur Leipzig!

Hier sind Kunst und Kultur von Frauen* hautnah erlebbar! Genreübergreifend von den Bildenden und Darstellenden Künsten, Musik, Literatur bis hin zu den neuen Medien – von professionellen und autodidaktischen Künstler:innen bzw. von Nachwuchskünstler:innen.

Wer interessiert ist an wissenschaftlichen Vorträgen, Seminaren und Workshops zu aktuellen gesellschaftsrelevanten bzw. feministischen, gender- und kulturpolitischen Themen wird hier fündig!

Fast alle Veranstaltungen in der Windscheidstr. 51 sind “open for all gender”. Kurse, emanzipatorische Mädchenprojekte und die Frauenstammtische sind “only for women”.

Die Frauenkultur Leipzig ist Treffpunkt für die unterschiedlichsten Arbeitsgruppen, so u.a. AG Frauenprojekte Leipzig Stadt-Land, queer-feministische Gruppen und Migrant*innen verschiedener Sprachräume. Wichtige sozio-/interkulturelle Projekte der Frauenkultur Leipzig sind der Interkulturelle Offene Mädchentreff MiO und das Interkulturelle Frauen-Informations- und Begegnungszentrum FiA im Leipziger Osten. Die Frauenkultur Leipzig steht für eine friedliche Gemeinschaft aller Menschen – in welcher jede Form von Diskriminierung, Sexismus, Nationalismus und Fundamentalismus keinen Platz hat.

Weitere Infos und Projekte der Frauenkultur wie auch Kooperationen

Link zu Leipziger Frauen*vor, während und nach 1989
in Arbeit

Hier geht es zu unserem Interkulturellen Mädchentreff MiO

Alles zum Frauen-Informationszentrum FiA – “Frauen in Arbeit”

Offenes Feministisches DemokratieArchiv

Zum Arbeitskreis Aufarbeitung Hexenverfolgung Leipzig | Sachsen

WILMA – die Kultour Kutsche
Mobile Soziokultur Projekt von WERK 2, Conne Island, FraKu


Zur offiziellen Webseite des Leipziger Frauen*/FLINTA Festival 2024 am 04.05.2024


Verzweigungen. Jüdische Lebenszweige …

Sexuelle Gewalt an Kindern ist nie „privat“!
Hinsehen. Handeln. Jetzt!

Zum AK Mädchen und Junge Frauen Leipzig

Die Arbeitsgruppe Frauenprojekte Leipzig

Save the Dates

Mai 2024

30.05. Verschoben! Ich bin ostdeutsch und gegen die AfD. Eine Intervention.

Donnerstag | 19:00 bis 21:00 Uhr

Update: Verschoben – aus persönlichen Gründen der Referentin.

LESUNG & GESPRÄCH

Mit SUSANN ARNDT

Die AfD ist in Ostdeutschland auf dem Vormarsch. In Umfragen ist sie oftmals stärkste Partei – und liegt in einigen Bundesländern bei 30 Prozent. Doch das heißt: zwei Drittel der Ostdeutschen wählen nicht AfD. Susan Arndt gibt dieser medial wenig beachteten Mehrheit in ihrem sehr persönlichen Buch eine Stimme; zeigt, dass es auch ein anderes Ostdeutschland gibt und die AfD ein gesamtdeutsches Problem ist. Bei manchen Berichten kann der Eindruck entstehen, als wäre Ostdeutschland ganzheitlich von der AfD beeinflusst. Und tatsächlich ist es erschreckend, auf welch fruchtbaren Boden die AfD dort mit ihrer Propaganda trifft. Doch es führt kein zwangsläufiger Weg von ostdeutschen Frustrationen in die Arme einer rechtsradikalen Partei, die für Rassismus, Sexismus und Autokratie steht.

Susan Arndt erzählt ihre eigene Geschichte und zeigt, wie ein ostdeutscher Weg auch eine ganz andere Richtung nehmen konnte. Sie erzählt von ihren Gesprächen im Freundes- und Bekanntenkreis, in dem populistische AfD-Sprechblasen fast alltäglich geworden sind – und berichtet von ihren Erfahrungen als Ostdeutsche seit 1989 und als Person, die gegen Rassismus und Sexismus kämpft. Sie macht Frustrationen verständlich, die durch westliche Überheblichkeit begünstigt wurden. Vor allem aber fragt sie, wie ein Miteinander gegen Diskriminierungen und Ausgrenzungen gestaltet werden kann. Vorgestellt wird ein Buch, das die Mitte gegen die AfD mobilisieren will – in Ostdeutschland und deutschlandweit.

SUSAN ARNDT studierte Anglistik, Germanistik und Afrika-Literaturwissenschaft in Berlin & London; promovierte an der HU Berlin mit einer Arbeit über Frauenliteratur in Nigeria; ist seit 2020 Professorin für Englische Literaturwissenschaft an der Uni Bayreuth. Sie forscht und publiziert zu britischer, afrikanischer und diasporischer Literatur; zu Sprache, Diskriminierung und Empowerment im theoretischen Umfeld der Gender Studies; zu Intersektionalität und Rassismus und arbeitet an einer Studie zu Weiß-Sein in der britischen Literaturgeschichte.
Eintritt: 4,- | 2,- Euro ermäßigt

31.05. Aktivistinnen* 1989. Eine Spurensuche.

Freitag | 16:00 bis 18:00 Uhr

Rundgang zu Orten, die für feministisch aktive Frauen* in Leipzig eine Bedeutung hatten/haben.
Wie und wo haben sich Aktivistinnen* 89/90 getroffen, welche Ziele hatten sie?
Tour-Leitung: CHRISTINE RIETZKE, seit 1984 zivilgesellschaftlich aktiv

Was erlebten und forderten engagierte und aktiv handelnde Frauen* vor/während/nach 1989/1990 in der DDR? Welche Orte, Projekte, Vereine und Initiativen entwickelten sich daraus – und welche Fragen sind auch heute unverändert aktuell… Aufgesucht werden Orte in der Leipzig City mit einem Bezug zu Aktivitäten von Frauen* 1989/90 – von der Wahl der Kandidatinnen des UFV zu den ersten freien Volkskammerwahlen der DDR; von der Beteiligung neugegründeter Initiativen an Demonstrationen, der Gründung des Referates Frauen und Kultur im StuRa der Universität Leipzig u.a.m.

Dieser Rundgang durch die Leipziger Innenstadt wurde entwickelt, weil die Sichtbarkeit der Geschichte von Frauen*, von Aktivistinnen* der ehemaligen DDR in der Vor- und Nachwendezeit zunehmend verloren geht bzw. deren öffentliche Bedeutung genommen wird. Hinzu kommt, dass Menschen, die nicht DDR-sozialisiert sind oder durch ihr Alter die Wende-Zeit nicht erlebt haben – meist nur sehr wenig darüber wissen. Der Rundgang ist ein interaktives Format, um Wissen und Erfahrungen zu teilen … und auch ein Angebot gegen das Vergessen unserer Geschichte. Anmeldung bis 30.05.2024
Teilnahmegebühr: 6,- | 4,- Euro ermäßigt

Tourstart: Moritzbastei (am Ticketverkauf), Kurt-Masur-Platz 1, 04109 Leipzig-Mitte

31.05. Gesellschaftliches Engagement und feministisches Wirken von Rom:nja und Sinti:zze

Freitag | 18:00 bis 20:00 Uhr

WORKSHOP im Rahmen des Kulturfestivals der Sinti:ze und Rom:nja „Latcho Dives – ein schöner Tag“

am Beispiel von RomaniPhen e.V. und inirromnja
Mit ISIDORA RANDJELOVIĆ & SVETLANA KOSTIĆ

In der Veranstaltung fokussieren Svetlana Kostić & Isidora Randjelović romani feministische Wissensproduktion und gesellschaftspolitisches Engagement von Rom:nja und Sinti:zze in Deutschland. Im Spannungsfeld von historisch gewachsenem Rassismus und Sexismus, nationalstaatlichen und sozialen Ausschlüssen entwickeln romani Akteur:innen kulturelle und politische Formen der Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Ungleichheitsverhältnissen. Ausgehend von den eigenen Erfahrungen in selbstorganisierten Zusammenschlüssen der IniRromnja und später RomaniPhen e.V. und dem gesellschaftlichen Kontext, in dem diese eingebettet sind, reflektieren sie Strategien der Selbstermächtigung, Formen des Archivierens und historisch-politischer Bildungsarbeit als romani feministische Interventionen in Richtung epistemischer und sozialer Gerechtigkeit.

SVETLANA KOSTIĆ ist Teil der Inirromnja und bei RomaniPhen e.V. tätig seit 2019. Sie ist die Projektleitung des Romnja*Power Mainstreamig Projektes. Außerdem ist sie freiberufliche Referentin für die Vorurteilsbewusste Bildung und Erziehung bei der Fachstelle Kinderwelten und Masterstudentin des Studienganges Kritische Diverstiät an der ASH. Zuletzt arbeitete sie empirisch mit einem communitybasierten und betroffenenkontrollierten Ansatz an der bundesweiten Studie zu Rassismuserfahrungen von Rom:nja und Sinti:zze. Die Studie: Randjelović/ Gerstenberger/ Fernández Ortega/Svetlana Kostić/ Attia: Unter Verdacht – Rassismuserfahrungen von Rom:nja und Sinti:zze in Deutschland ist 2022 beim Springer VS erschienen.

ISIDORA RANDJELOVIĆ ist Teil der inirromnja und Mitgründerin des feministischen romani Archivs RomaniPhen e.V. Sie arbeitet dort unter Anderem zu Erinnerungskultur und historisch-politischer Bildung. Als Lehrbeauftragte an der Alice Salomon Hochschule Berlin lehrt sie zu Rassismus, Sozialen Bewegungen und kritischer Sozialer Arbeit. Zuletzt arbeitete sie empirisch mit einem communitybasierten und betroffenenkontrollierten Ansatz an der bundesweiten Studie zu Rassismuserfahrungen von Rom:nja und Sinti:zze. Die Studie: Randjelović/ Gerstenberger/ Fernández Ortega/Svetlana Kostić/ Attia: Unter Verdacht – Rassismuserfahrungen von Rom:nja und Sinti:zze in Deutschland ist 2022 beim Springer VS erschienen.
Eintritt: frei

Juni 2024

01.06. Travel writing – Schreiben auf Reisen

Samstag | 11:00 bis 17:00 Uhr

WORKSHOP
mit DR. phil. AMELIE MAHLSTEDT

“Ein Reisender ohne Beobachtungsgabe ist wie ein Vogel ohne Flügel“ (Saadi)

In diesem Workshop lernen die Teilnehmenden verschiedene Methoden des Schreibens auf Reisen kennen. Das ‘Notieren als Fotografie-ren’, das ‘Schreiben über Dinge“, die sie auf der Reise begleiten oder ihnen begegnen’. Das ‘freie Notieren’ als eine Art Lapidarium’. Und das ‘Reisen auf den Spuren eines Anderen’ (nach Hanns-Josef Ortheil). Durch das regelmäßige Festhalten der eigenen Beobachtungen im Reisetagebuch, das Dokumentieren und Recherchieren, schärft sich der Blick. Und die Reise verwandelt sich von einem beliebigen Abenteuer zu einer gestalteten Erfahrung. Eingeladen sind alle, die neugierig darauf sind, wie sie ihre Reise durch das Schreiben eines Reisetagebuchs bereichern können. Um im Unterwegssein anzukommen.

DR. phil. AMELIE MAHLSTEDT, geb. 1976, Sprachwissenschaftlerin, freie Autorin und Zertifizierte Leiterin für Schreibwerkstätten, Kreati-ves Schreiben und Biografiearbeit auf der Grundlage der Integrativen Poesie- und Bibliotherapie (EAG-FPI) | Anmeldung bis zum 31.05.24 | Maximal 10 Teilnehmer*innen.
Teilnahmegebühr: 45,- | 40,- Euro ermäßigt
Treffpunkt: Soziokulturelles Zentrum Frauenkultur. Bitte wettergerechte Kleidung mitbringen.

05.06. Der Himmel ist ein Fluss.

Mittwoch | 11:00 bis 12:00 Uhr

LESUNG & GESPRÄCH
Eine junge Frau in Masuren in der Zeit des Nationalsozialismus
mit der Autorin ANNA KALERI

Die Geschichte einer verbotenen Liebe… und darüber, wie der Nationalsozialismus nach und nach den Alltag und das Miteinander der Menschen verändert. Die Autorin erzählt die mögliche Geschichte ihrer Großmutter, die sie nie kennenlernte, da sie 1945 starb. Um dieses Buch schreiben zu können, reiste Anna Kaleri mehrfach an Orte im ehemaligen “Ostpreußen” in der Nähe von Olsztyn/Allenstein – und erzählt in berührenden Bildern.

„Sind Menschen nicht überall Menschen? Denen im Winter kalt ist? Die ihre Kinder durchbringen wollen und die Tiere und die Ernte?”

Anna Kaleri wurde 1974 im Ostharz geboren und lebt mit ihrer Familie in Leipzig. Sie studierte am Deutschen Literaturinstitut Leipzig und arbeitet seit 2002 als freie Autorin und Journalistin. || www.annakaleri.de || www.lauter-leise.de || Eintritt: 4,- | 2,- Euro ermäßigt

05.06. Tanze Salsa mit mir! Tanz Dich fit.

Mittwoch | 17:30 bis 19:00 Uhr

Ein Tanzkurs für Frauen*

Um nach Berufstätigkeit alltäglich Stress abzugeben und etwas Gutes für Wohlgefühl und körperliche Fitness zu tun, dann ist Tanzen mit Freude das Richtige. Und Salsa-Rhythmen oder Country-Musik zum Line Dance machen Freude und geben positive Energie. Wir tanzen in der Gruppe – ohne feste Partnerin – und laden dich ganz herzlich zum Mitmachen ein.
Nächster Termin: 19.06.2024

Anmeldung über hallo@frauenkultur-leipzig.de, telefonisch über 0341-2130030 oder über unser - > Kontaktformular

Leitung: MARINA FAIZOVA, Tanzpädagogin und Choreografin
Teilnahmegebühr pro Kurs-Einheit: 9,- | 7,- Euro ermäßigt

06.06. Repro-Techno: Selbstbestimmte Familienplanung mit Eizelltransfer und Leihschwangerschaft?

Donnerstag | 19:00 bis 20:30 Uhr

VORTRAG & DISKUSSION
Mit JONTE LINDEMANN
Referent*in beim Genethischen Netzwerk

Im April hat die von der Bundesregierung eingesetzte Kommission zu reproduktiver Selbstbestimmung und Fortpflanzungsmedizin ihren Abschlussbericht veröffentlicht. Seitdem wird vor allem viel über den Schwangerschaftsabbruch diskutiert. Aber der Bericht enthält auch Empfehlungen zu Eizelltransfer und Leihschwangerschaft. Warum wurden diese Themen überhaupt in einer Kommission verhandelt? Und was genau steht drin im Bericht? Was passiert medizinisch bei Eizelltransfer und Leihschwangerschaft? Welche gesundheitlichen Risiken bergen sie? Wer verdient daran? Wie sieht die Praxis in anderen Ländern aus? Und stecken dahinter Chancen für queere Familiengründungen?

Input und Diskussion mit Jonte Lindemann, Referent*in beim Genethischen Netzwerk
Eintritt: frei.

12.06. Sprich mit mir! Kultureller und künstlerischer Austausch

Mittwoch | 12:30 bis 14:30 Uhr

SPRACHTANDEM
mit NATALIA PEÑA

For German-learning and German-speaking women
Für Deutsch lernende und Deutsch sprechende Frauen
Kooperationsprojekt des MdbK, der Frauenkultur Leipzig und DaMigra e.V.

Für alle interessierten Frauen – an jedem 2. Mittwoch des Monats
Heute: Fotografieren und Zeichnen

Ort: Museum der bildenden Künste Leipzig | Katharinenstraße 10 | 04109 Leipzig | Die Teilnahme ist kostenlos.

13.06. Der 17. Juni 1953 in Leipzig. Eine feministische Rekonstruktion

Donnerstag | 17:00 bis 18:30 Uhr

VORTRAG & GESPRÄCH
mit SALLY STRUTWOLF

Am 17. Juni 1953 hallte ein kollektiver Aufschrei durch die noch junge DDR – republikweit gingen Menschen auf die Straße für höhere Löhne, eine Rücknahme der zuvor erhöhten Arbeitsnormen und eine bessere Versorgung. Die kollektive Erinnerung an den Volksaufstand scheint noch immer vom Pathos männlicher Heldenerzählungen geprägt zu sein. Aber: Der Aufstand war keine Männerdomäne, wohl aber von patriarchal und sozioökonomisch bedingten Ungleichheitsstrukturen geprägt. Im Vortrag werden die Forderungen und Beteiligungsformen von Frauen sowie ein emanzipatorisches Potenzial im Moment revolutionärer Bewegung beleuchtet.

Der Vortrag ist Teil der öffentlichen Veranstaltungsreihe des Historischen Seminars der Universität Leipzig „Demokratie. Geschichte. Schreiben – Politische Teilhabe und demokratische Bewegungen in und über Sachsen hinaus“.

SALLY STRUTWOLF, studierte Politikwissenschaften und Afrika Studien (B.A.) in Leipzig und Daressalam sowie Gender Studies (M.A.) an der HU Berlin. Währenddessen war sie in verschiedenen queer-feministischen Projekten aktiv, arbeitete zuletzt für den Forschungsverbund „Bildungs-Mythen über die DDR – eine Diktatur und ihr Nachleben“ und ist seit Oktober 2023 Teil des Teams der Frauenkultur Leipzig
Eintritt: frei

18.06. Wie ist das Verhältnis zwischen Wissen, Geschlecht und Religion/Spiritualität?

Dienstag | 19:00 bis 20:30 Uhr

VORTRAG & DISKUSSION

…das fragt MARITA GÜNTHER aus religionswissenschaftlicher Perspektive – und thematisiert damit, dass Fragen nach Wissen(schaft) und Religionen immer auch Fragen nach Machtverhältnissen sind, die Geschlechterfragen berühren.

Die Religionswissenschaftlerin stellt einige Gedanken vor – auch um gerne dazu ins Gespräch zu kommen. Nach einem Input zum Spannungsfeld „Frauen, Geschlechter und Religionen“ gibt sie Einblicke in Forschungsperspektiven und aktuelle Arbeiten in den Bereichen Religionswissenschaft und Geschlechterforschung. Einen Fokus setzt sie in ihrer Forschung auf Entwürfe feministischer Spiritualität und „Hexen“ als (nicht ganz) neue Formen religiöser Praktiken und gesellschaftspolitischer Utopien – mit Frauen als religiösen Autoritäten. Figuren wie „die Hexe“ werden gelebt zwischen emanzipativer Selbstgestaltung, historisch ambivalenten Deutungen, aktuellem Lifestyle und Religionsentwurf. Aktuelle spirituelle Weiblichkeitsentwürfe, Geschlechtervielfalt, feministische Selbstverständnisse & Social Media als relevanter Vermittlungs- und Handlungsraum bilden den größeren Kontext dieser Entwicklungen. Insgesamt wichtige Beiträge zur Etablierung feministischer Forschung in akademischen Kontexten.

MARITA GÜNTHER, M.A. Religionswissenschaft, Doktorandin am Institut für Sozialanthropologie und Religionswissenschaft; Lehrbeauftragte an der Philips-Universität Marburg und der Hochschule Merseburg, Institut für Angewandte Sexualwissenschaft. Veröffentlichungen u.a. „Religionswissenschaft: Macht – Religion – Geschlecht. Perspektiven der Geschlechterforschung“; Blogprojekt über geschichtliche und zeitgenössische Kontexte zu Hexen und Hexenverfolgung: https://andersnichtartig.com/
Eintritt: 4,- | 2,- Euro ermäßigt.

20.06. Bedingungsloses Grundeinkommen. . .

Donnerstag | 19:00 bis 20:30 Uhr

Überlegungen u.a. zu Formen gesellschaftlichen Wirtschaftens in vorpatriarchalen Gesellschaften und zu Perspektiven für zukünftiges Miteinander

VORTRAG & DISKUSSION
Mit CLAUDIA KÄMMERER, Netzwerk Grundeinkommen und CHRISTINE RIETZKE, Frauenkultur Leipzig

Patriarchale Machtstrukturen sind menschheitsgeschichtlich noch gar nicht sooo alt – beginnend zwischen 5.000 bis 1.000 vor der übli-chen Zeitrechnung. Aber es hält sich hartnäckig die Vorstellung, dass es „schon immer so war“… was nicht stimmt. Die Möglichkeiten verschiedener gleichberechtigter Formen des Miteinanders der Menschen in der Ur- und Frühgeschichte sind inzwischen mehrfach erforscht. Zahlreiche archäologische Funde – u.a. einer großen Fülle weiblicher Figuren und Darstellungen, die mit möglichen matriarchal-gemeinschaftlichen Lebensformen korrelieren – stützen diese Theorien einer archäologisch soziologischen Perspektive.

Nach zwei Kurz-Vorträgen besteht die Möglichkeit, sich in einer offenen Gesprächsrunde mit dem Miteinander der Menschen in der Frühgeschichte und im Heute auseinandersetzen. Arbeiten der Archäologin & Anthropologin Dr. Marija Gimbutas und anderer Forschender zeigen auf, dass ein gleichberechtigtes Zusammenleben von Frauen und Männern einer der wesentlichen Gründe für das Überleben/-Können der Menschen in der Ur- und Frühgeschichte war. Und

„…wenn die Menschen früher in Frieden miteinander leben konnten, ist dies auch in der Zukunft möglich.” (Marija Gimbutas).

Und die Frage steht: Welche Rolle könnte dabei ein bedingungsloses Grundeinkommen spielen? || Eintritt: nach Selbsteinschätzung.
Die Veranstaltung findet statt im Rahmen von „20 Jahre Netzwerk Grundeinkommen“ | www.grundeinkommen.de

21.06. KONZERTE im Rahmen der FÊTE DE LA MUSIQUE

Freitag | 16:00 bis 20:30 Uhr

Die urfranzösische Idee der Fête de la musique ist weltweit ein ungezwungenes Fest der musikalischen Lebensart. Amateurmusiker:innen aller Genres, aber natürlich auch Profis sind jedes Jahr am Tag der Sommersonnenwende aufgerufen, ihre Spielfreude auszuleben und überall in der Stadt ihr Publikum zu finden und zu begeistern.
In Leipzig wurde die Fête de la musique 2012 von einigen musico-francophilen Menschen der Deutsch-Französischen Gesellschaft in Leipzig, dem Institut français, Moritzbastei und WERK2 aus der Taufe gehoben… und auch die Musikstadt Leipzig in wenigen Jahren erobert.
Der Eintritt ist bei allen Konzerten stadtweit frei.
https://www.fetedelamusique-leipzig.de/

Heute in der Frauenkultur Leipzig auf der Bühne
16.00 Uhr
ELFYN
Heute gemeinsam mit Sängerinnen Toni & Ulrike auf der Bühne

Hinter diesem Pseudonym verbirgt sich die Leipziger Sängerin und Musikerin Theresa Elflein. Die Musik von Elfyn bewegt sich im Spannungsfeld zwischen Electro- und Avant-Pop, mal euphorisch, mal aggressiv, bisweilen sogar meditativ. Gesangsspuren werden geschichtet und verdichtet, ätherische Geigen verbinden sich mit Synths und Beats. Inspiration findet sie bei Künstlerinnen wie Björk und Fever Ray – insbesondere ist es der Mut zum Risiko, den diese Künstlerinnen im Laufe ihrer Karrieren an den Tag gelegt haben. Die Musikerin lebte viele Jahre in England und sog British Pop quasi direkt an der Quelle auf… Der Titel ihres Debütalbums “anam cara” stammt aus dem Irischen und kann mit „Seelenfreund:in“ übersetzt werden. „Anam cara“ ist eine Hommage … an die platonische Beziehung, die Trostspende und Kraftquelle sein kann und darf; an die Freundschaft, die Geborgenheit gibt nach Zeiten von Trennung und Wut. Es sind Stücke voller Zuversicht und Traurigkeit, von innerem Frieden und Weltschmerz zugleich, von der empfindlichen Balance zwischen Aktivismus und Akzeptanz.
https://allmyghosts.de/amg021

19.00 Uhr
INTERNATIONALER FRAUENCHOR LEIPZIG
Der Chor gründete sich 2020, als sich Frauen verschiedener Nationalitäten zusammenfanden, um gemeinsam Lieder in spanischer Spra-che zu singen. Die Sängerinnen kommen u.a. aus Venezuela, Kolumbien, Kuba, Chile, Spanien, Frankreich, Slowakei, Griechenland, Ukraine, Brasilien, Russland, Costa Rica, Südkorea, Mexico, El Salvador, Peru und Deutschland. Der Chor möchte einen Raum für Be-gegnung, Interkulturalität und Integration öffnen. Geprobt wird einmal wöchentlich unter der Leitung der Dirigentin DARSY ASTORGA FLORES, Masterabschluss Gesang und Chorleitung in Chile; tätig im Leipziger Chorverband; Mezzosopranistin im Gewandhaus-Chor.

22.06. Nahostkonflikt und Identitätspolitik:

Samstag | 18:00 bis 20:30 Uhr

Humanistische Perspektiven (entwickeln)

PODIUM & DISKUSSION
mit Vertreter:innen der Initiative PALESTINIANS AND JEWS FOR PEACE | Palästinensische und jüdische Menschen für den Frieden
ZEYNEP KARAOSMAN, KRISTINA BUBLEVSKAYA, SWETLANA NOWOSHENOVA & NADINE MIGESEL
MIRETTE BAKIR, Sprachmittlung der Veranstaltung auf Deutsch und Englisch

Seit dem Angriff der Hamas am 7. Oktober 2023 und der Entführung von Zivilist:innen herrscht Krieg in Israel und Palästina. Weltweit haben zahlreiche Demonstrationen stattgefunden, begleitet von Nationalflaggen, die eine einseitige Parteilichkeit symbolisieren. Die damit einhergehende Polarisierung spaltet Zivilgesellschaft und politische Akteur:innen. Identitätszuschreibungen und Fronten verhärten sich.

Im Oktober 2023 gründeten sich die Initiative „Palestinians and Jews for Peace“ als Antwort auf die spalterischen Tendenzen. Ihr überge-ordnetes Ziel ist es, gegen die aktuellen Kriegsverbrechen zu mobilisieren, nicht unter einer (National-) Flagge, sondern gemeinsam. Ihr Ansatz besteht darin, gegen Kriegsverbrechen sowohl von Seiten der Hamas als auch seitens der israelischen Regierung einzutreten und das Gegenüber als Menschen zu sehen, anstatt es zu entmenschlichen.

Als feministische Gruppe setzen sie sich für einen differenzierten, offenen Dialog und einen mitfühlenden, respektvollen Umgang miteinander ein. Ein Anliegen ist, dafür zu sensibilisieren, dass es unendlich viel mehr gibt, als nur zwei Seiten… sowie dass alle Menschen Lernende und Lebensrealitäten vielschichtig sind. Auf dem Podium sprechen sie darüber, dass der Einsatz gegen Rassismus, Faschismus und Antisemitismus immer auch mit sich selbst ausgetragen werden muss. Ein weiterer Fokus liegt auf geschlechtlichen Dimensio-nen des Konfliktes. Ziel des Abends ist es, einander auf Augenhöhe zu begegnen und anstelle von spalterischen Ansichten gemeinsam humanistische Perspektiven zu entwickeln. II Eintritt: frei

27.06. Schritt. Am Ende des Tages …

Donnerstag | 18:00 bis 20:30 Uhr

AUSSTELLUNGSERÖFFNUNG
Abstrakte Malerei, Drucke und Zeichnungen
der Leipziger Künstlerin GABRIELE TROST

Musikalische Begleitung der Eröffnung:
FRIEDERiKE BARTEL, Saxofon

„einfach weiter… immer weiter… gehen!
fallen! aufstehen! wieder… und wieder
den Takt verlieren… haltlos… und nach Atem ringen
weiter… immer weiter …Schritt.“

Emotionen lassen sich manchmal nur schwer in Worte fassen. Für Gabriele Trost ist Kunst Ausdrucksform für all das, was ansonsten unsagbar bleibt. Zwischen hell und dunkel. Zwischen am Boden sein und wachsen. Zwischentöne. Deutlich wird, dass auch jenes, was gesellschaftlich als negativ oder nicht schön betrachtet wird, durchaus ästhetisch sein oder werden kann. Ihre Arbeiten zeigen, dass wir alle aus unseren Realitäten eigene Bilder produzieren. Sie sind ohne Titel… entscheidend ist: „Bilder kommen aus Bildern.“ (Ernst Wilhelm Nay)

GABRIELE TROST wuchs in Kranichfeld auf; zog nach Weimar, wo sie durch Freund:innen einen Zugang zur Malerei und Fotografie fand und von Weimarer Künstler:innen inspiriert wurde. 2015 begann sie zu malen und eignete sich alles Wissen und alle Fähigkeiten autodidaktisch an. Was mit Holzstücken und Leinwand begann, weckte ihre Faszination für die Dynamik der Farben. Bislang stellte sie im Schloss Augustusburg die „Vermessung des Landes“ nach Kafka aus und in der Leipziger Galerie „Beuteltier Art“.