Hier findet ihr den Teilnahme-Link zu unseren Online-Veranstaltungen.


Zur aktuellen Online-Veranstaltung der Frauenkultur Leipzig

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Welcome on www.frauenkultur-leipzig.de

Hallo auf den Seiten des soziokulturellen Zentrums Frauenkultur Leipzig!

Hier sind Kunst und Kultur von Frauen* hautnah erlebbar! Genreübergreifend von den Bildenden und Darstellenden Künsten, Musik, Literatur bis hin zu den neuen Medien – von professionellen und autodidaktischen Künstler:innen bzw. von Nachwuchskünstler:innen.

Wer interessiert ist an wissenschaftlichen Vorträgen, Seminaren und Workshops zu aktuellen gesellschaftsrelevanten bzw. feministischen, gender- und kulturpolitischen Themen wird hier fündig!

Fast alle Veranstaltungen in der Windscheidstr. 51 sind “open for all gender”. Kurse, emanzipatorische Mädchenprojekte und die Frauenstammtische sind “only for women”.

Die Frauenkultur Leipzig ist Treffpunkt für die unterschiedlichsten Arbeitsgruppen, so u.a. AG Frauenprojekte Leipzig Stadt-Land, queer-feministische Gruppen und Migrant*innen verschiedener Sprachräume. Wichtige sozio-/interkulturelle Projekte der Frauenkultur Leipzig sind der Interkulturelle Offene Mädchentreff MiO und das Interkulturelle Frauen-Informations- und Begegnungszentrum FiA im Leipziger Osten. Die Frauenkultur Leipzig steht für eine friedliche Gemeinschaft aller Menschen – in welcher jede Form von Diskriminierung, Sexismus, Nationalismus und Fundamentalismus keinen Platz hat.

Weitere Infos und Projekte der Frauenkultur wie auch Kooperationen

Link zu Leipziger Frauen*vor, während und nach 1989
in Arbeit

Hier geht es zu unserem Interkulturellen Mädchentreff MiO

Alles zum Frauen-Informationszentrum FiA – “Frauen in Arbeit”

Offenes Feministisches DemokratieArchiv

Zum Arbeitskreis Aufarbeitung Hexenverfolgung Leipzig | Sachsen

WILMA – die Kultour Kutsche
Mobile Soziokultur Projekt von WERK 2, Conne Island, FraKu


Zur offiziellen Webseite des Leipziger Frauen*/FLINTA Festival 2024 am 04.05.2024


Verzweigungen. Jüdische Lebenszweige …

Sexuelle Gewalt an Kindern ist nie „privat“!
Hinsehen. Handeln. Jetzt!

Zum AK Mädchen und Junge Frauen Leipzig

Die Arbeitsgruppe Frauenprojekte Leipzig

save the dates

März 2024

05.03. Bessere Verhütung – fairer und inklusiver für alle

Dienstag | 19:00 bis 20:30 Uhr

VORTRAG, FILM & DISKUSSION

Mit KATHRIN AHÄUSER & MIRIAM KOHLMEIER

Die Verantwortung für Schwangerschaftsverhütung wird aus patriarchalen Stereotypen noch immer Frauen zugeschrieben. Männern wird Verhütung meist nicht zugetraut und Queers kommen in entsprechenden Diskursen kaum vor (oder werden in entsprechenden Diskursen meist nicht ernst genommen). Die meisten Menschen in Deutschland verhüten mit Kondom. Auf Platz 2 steht die Pille, ein hormonelles Mittel, das auf den gesamten Körper wirkt. Doch wie steht es um das Wissen über die Folgen hormoneller Verhütung? Wie steht es um vielfältige Möglichkeiten, Schwangerschaftsverhütung fairer und inklusiver zu gestalten?

Kathrin Ahäuser und Miriam Kohlmeier blicken auf die Geschichte der Gynäkologie und wie Frauenkörper als reproduktiv verantwortlich gedacht und gemacht wurden; auf feministische Kämpfe um reproduktive Rechte, die notwendig waren, um (manchen) Frauen mehr Freiheiten zu ermöglichen. Vor allem aber fragen sie: Wie kann Verhütung gleichberechtigt gestaltet werden? Vorgestellt werden Forschung und Praxis alternativer Verhütungskonzepte abseits rein weiblicher Verantwortung, die u.a. an Hoden und Spermien adressiert sind – Stichwort “Vaterschaftsverhütung“. Gezeigt werden Ausschnitte aus Kathrins Filmprojekt “Pille Palle”, in dem Menschen über das Pro & Contra der Pille in Bezug auf Nebenwirkungen berichten – und gesprochen wird über Ergebnisse aus Miriams Dissertation zur sogenannten „Pille für den Mann“.

KATHRIN AHÄUSER ist studierte Fotografin. Ihr multimediales Projekt „Pille Palle“ über die Antibabypille war 2019 für den Grimme Online Award nominiert. Sie befasst sich mit neuen Verhütungsmethoden und arbeitet seit 2023 als freie Autorin u.a. über thermische Verhütung und das Emanzipatorische Verhütungskollektiv Leipzig – ein junges cis-Männer-Kollektiv, das z.B. Silikonringe zur Erwärmung der Hoden herstellt. Weitere Infos: www.kathrin-ahaeuser.de/neue-verhuetung / Instagram: @krieg.den.spermien

MIRIAM KOHLMEIER schrieb ihre Doktorarbeit zur Entwicklung männlicher Verhütungsmittel; forschte dafür in Indien und den USA zur „Pille für den Mann“ und beschäftigt sich in ihrer Dissertation beschäftigt damit, warum es diese „Pille“ noch nicht gibt und was das mit patriarchalen Strukturen und binären Geschlechterzuordnungen zu tun hat.
Eintritt: nach Selbsteinschätzung

06.03. 12 plus 12 Ehrenbürgerinnen in spe für Leipzig

Mittwoch | 11:00 bis 12:30 Uhr

AUSSTELLUNGSRUNDGANG & SEKT zum WELTFRAUENTAG

Wirklichkeit [endlich] begreifen: Frauen entsprechend ehren. Jetzt!

Im Rahmen der Ausstellung werden einzelne Frauen in diesem Rundgang vorgestellt, der auch noch einmal deutlich macht, wie empörend der Sachverhalt ist, dass in Leipzig seit über 190 Jahren erst ein einziges Mal das Ehrenbürger:innen-Recht an eine Frau verliehen wurde – und 89 x an Männer.

Leipzig ist eine Stadt, in der seit Anbeginn städtischer Existenz Frauen* öffentlich sehr aktiv tätig waren & sind; in der Frauen gesellschaftlich vieles mit-/ angeschoben haben & „am Laufen halten“ – und sich „in herausragender Weise“ für das städtische Gemeinwesen verdient gemacht haben. Daher muss dieser Missstand endlich korrigiert werden!
Sie sind eingeladen bei einem Glas Sekt durch die Ausstellung zu diesem Unrecht gemeinsam ins Gespräch zu kommen.
Der Eintritt ist frei.

08.03. I CAN BUY MYSELF FLOWERS

Freitag | 15:00 bis 23:00 Uhr

Aktueller Demoaufruf… zum Wissen oder auch zum weiteren Teilen…

Liebes feministisches Leipzig,
heraus zum intersektional feministischen Kampftag am 8. März unter dem Motto:

Blumen können wir uns selbst kaufen. Wir wollen (queer) feministische Solidarität und Selbstbestimmung!

Start: 15.00 Uhr Connewitzer Kreuz bis Kolonnadenstraße
Wir haben zahlreiche Gründe, gemeinsam auf die Straße zu gehen: Angefangen bei der äußersten Form patriarchaler Gewalt: Femizide. Im vergangenen Jahr gab es allein in Deutschland 101 Femizide. Dieses Jahr ist gerade einmal zwei Monate alt – und schon jetzt zählen wir 16 Femizide. Nur mit einem starken feministischen Bündnis können wir dagegen ankommen.

Für den 8. März rücken wir den Fokus auf alle FLINTA, die von patriarchaler Gewalt betroffen sind.

Demo-Konsens: Uns ist wichtig: Solidarität zu zeigen ohne National- und Territorialflaggen.

Der aktualisierte Demo-Aufruf in schwerer, englischer und einfacher Sprache – nutzt bitte Eure Netzwerke, um diesen zu teilen! ->hier!

Und wir – Werk2, Frauenkultur und die Diakonie Leipzig – wollen ein Angebot schaffen, um gemeinsam unterwegs zu sein.

Ab 13.00 Uhr laden wir ein ins Werk 2 I Halle D, Kochstraße 132. Es gibt einen kleinen Vortrag zum Thema 8. März in Leichter- und Gebärden-Sprache. Wer möchte, kann Schilder für die Demo gestalten. Alle Materialien sind vorhanden.

Solidarische Grüße & bis zum 8. März,
Werk 2, ver.di, DGB, Diakonie & Frauenkultur




P.S. Ab 21.00 Uhr
Eine Demo ist irgendwann vorbei, sad but true. Deshalb lädt das WERK 2 ein unter dem Motto I CAN BUY MYSELF FLOWERS, um nach einem kämpferischen Tag bei einer Demo-Pop-Aftershow zu feiern. Alle sind eingeladen. Wer sich diskriminierend verhält, muss gehen.
Eintritt: VVK: 7,- Euro zzgl. Gebühren | AK: 10,- Euro

10.03. Singen bei uns

Sonntag | 15:00 bis 17:00 Uhr

OFFENES CHOR-Projekt

Der Chor „Singen bei uns“ lädt ein zum gemeinsamen Singen… mit der Chorleiterin SANDRA HAVENSTEIN, Musikerin & Musikpädagogin. Das Chorprogramm spannt einen Bogen von berührenden Liedern bis zu mitreißenden Songs… Wir freuen uns über weitere interessierte Sängerinnen und Sänger, die Lust haben, mitzusingen.

Weitere Informationen hier

Nächster Termin: 07.04.2024

13.03. Das Sechste Leipziger Frauen*/FLINTA*-Festival am 04. Mai 2024

Mittwoch | 17:30 bis 19:30 Uhr

OFFENES VORBEREITUNGSPLENUM in Präsenz

Eingeladen sind alle Artists, Crews, Initiativen, feministischen Gruppen und alle feministisch interessierten Menschen …

Am 04. Mai 2024 veranstalten Frauenkultur, Louise-Otto-Peters-Gesellschaft, Werk2 und engagierte Einzelne auf dem Marktplatz in der Leipziger Innenstadt das Sechste Leipziger Frauen* / FLINTA Festival unter dem Titel

„Gewalt überwinden! Wir kämpfen für eine gerechte Zukunft!“

Unser Ziel ist es Menschen zu vernetzen, mit Menschen ins Gespräch zu kommen und feministische Perspektiven zu teilen – zu sensibilisieren, aufzuklären und uns klar zu positionieren gegen jede Form von patriarchaler Gewalt und Benachteiligung gegen Frauen*, Lesben, Inter, Nicht-binäre und Agender Personen [FLINTA] aufgrund von Herkunft, Alter und sozioökonomischen Status.

Das Festivalprogramm richtet sich an Menschen jeden Alters, verteilt auf zwei Bühnen mit einem umfangreichen Programm: Musik, Tanz, Literatur, Redebeiträgen und vieles andere mehr. Und: Wir brauchen Unterstützung, aktives und kreatives Mit-Tun.

Daher laden wir ein zu dieser gemeinsamen Runde. Jede* kann ihre Energie und ihre Wünsche mitbringen. Wir werden mit euch teilen, was bereits geplant ist – und ebenso Raum haben, zu hören, was noch möglich sein kann… z.B. mit einem [Info]-Stand, einer Kunstaktion, als Vorlesende oder dolmetschende Person, als unterstützende Person in der Kinderbetreuung oder im Awareness-Team. Bitte lest vorab unser Manifest, um zu entscheiden, ob ihr euch mit unseren feministischen Forderungen identifizieren könnt.
https://www.leipzigerfrauenfestival.de/manifest-2024/

Wir freuen uns, wenn auch ihr Teil des Festivals sein möchtet.

14.03. Schön böse. Comics und Texte außerhalb des gesunden Menschenverstandes

Donnerstag | 19:00 bis 21:00 Uhr

AUSSTELLUNGSERÖFFNUNG
Von und mit CLAIRE LENKOVA

Die Zeichnerin und Autorin Claire Lenkova stellt Bildgeschichten vor. Sie kreisen um sogenannte „typisch menschliche“ Verhaltensweisen, die ihr zeitlebens suspekt geblieben sind. Unter diese Geschichten mischt sie Märchenadaptionen und Comicstrips u.a. zu den Liederzyklen „Die Winterreise“ und „Die Schöne Müllerin“, in denen es – wen wundert’s? – auch nur um dasselbe geht.

CLAIRE LENKOVA, die sich selbst als „hoffnungslosen Fall“ bezeichnet, kam nach Stationen in Bayern und Hamburg nach Leipzig, wo ihre Kinder zur Schule gehen. Sie arbeitet für verschiedene große und kleine Verlage, liebt tanzen, singen, Klavier- und Geschichtenspielen und vieles mehr, das nicht grob, laut oder schnell ist. Zu ihren Kund:innen zählen u.a. FAZ, Brigitte und die SOS-Kinderdörfer. Ihre besondere Stärke ist die unterhaltsame Umsetzung von komplexen Sachverhalten wie z.B. in „Komisch, alles chemisch“ von Mai Thi Nguyen-Kim. Aber auch moderne Märchen wie „Die Prinzessin, die auszog, den Prinzen zu retten“ von Eva Rottmann bebildert Lenkova [die selbst nicht zwischen Prinzen und Prinzessinnen unterscheidet und sich am Ende sowieso mit dem Drachen anfreundet] mit großer Inbrunst und hintersinnigem Witz. Ihre Arbeiten wurden mehrfach ausgezeichnet und von der Stiftung Kulturwerk gefördert. „Zu Unrecht“, wie sie sagt. Machen Sie sich selbst ein Bild!

Musikalische Eröffnung: mit SANDRA HAVERSTEIN und dem Chor „Singen bei uns“ in kleiner Besetzung
Eintritt: frei

15.03. Biting Back – Essen, Diaspora und Widerstand

Freitag | 18:00 bis 20:30 Uhr

LESUNG & GESPRÄCH
Veranstaltung im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus

Mit FALLON TIFFANY CABRAL & MERYEM CHOUKRI

Have you eaten yet? – Hast du schon etwas gegessen?
Das Thema Essen beschäftigt uns jeden Tag – und so ist es kein Wunder, dass die Zahl an Kochbüchern und Ratgebern zu gesunden Nahrungsmitteln, Diäten und nachhaltiger Ernährung kaum zu überblicken ist.

Aus rassismuskritischer und diasporischer Perspektive auf das Thema Essen zu schauen, macht Fragen von Zugehörigkeit, Diskriminie-rung und Identität nah- und greifbar, die sonst meist auf einer eher intellektuellen Ebene verhandelt werden.

Welche Begehren und Wünsche beispielsweise drücken wir darüber aus, was wir (nicht) essen? Welche (anti-)kolonialen Spuren lassen sich in unterschiedlichen Getränken, Speisen, Nahrungsmitteln, in Ess- und Trinkgewohnheiten nachzeichnen? Wie hängen Klasse und Essen miteinander zusammen? Kann Essen, kann Kochen widerständig oder politisch sein? Gedichte, Kurzprosa, Essays, autobiografi-sche Reflexionen, wissenschaftliche Analysen, szenische Texte – so vielfältig wie die Fragen sind auch die Zugänge, die die Autorinnen* wählen, um vermeintliche Eindeutigkeiten infrage zu stellen, um nationale und kulturelle Zuschreibungen neu auszuhandeln, um Verbin-dungen zwischen (post-)kolonialer Vergangenheit und dem Jetzt zu ziehen, zwischen Persönlichen und Politischen.

FALLON TIFFANY CABRAL erforscht die Verhandlung von Race und Rassismuserfahrungen in Familien Schwarzer Menschen und PoC in Deutschland. Ihre Forschungsergebnisse nutzt sie als Basis für autoethnografische Workshops und Vorträge, in denen sie Essen, Fami-lie, Rassismus und Kolonialismus zusammendenkt. MERYEM CHOUKRI arbeitet zu widerständigen Archiven Schwarzer und migrantischer feministischer Bewegungen in Deutschland; als freiberufliche Bildungsvermittlerin und Beraterin. 2021 produzierte sie mit Susan Djahan-gard den Podcast So Tasty!
Eintritt: 4,- | 2,- Euro ermäßigt

Im Vorfeld der Lesung laden wir ein zum Iftar – zum gemeinsamen Abendessen um 18.00 Uhr… zum Fastenbrechen im Ramadan.

Iftar bedeutet wörtlich übersetzt Frühstück, da es im Fastenmonat Ramadan die erste Mahlzeit des Tages darstellt – ein gemeinsames Essen nach Sonnenuntergang. Es sind ALLE herzlich eingeladen.

20.03. Leipzig liest – auch 2024 in der Frauenkultur Leipzig

Mittwoch | 17:30 bis 22:30 Uhr

Veranstaltungen zur Buchmesse 2024 | Mittwoch

17.30 Uhr LESUNG I PapyRossa Verlag Köln
Ihr wisst nicht, wo mein Mut endet. Europäische Frauen im Widerstand gegen Faschismus und Krieg
Mit FLORENCE HERVÉ
Die hier porträtierten Frauen kamen aus mehr als zwanzig europäischen Ländern, aus dem faschistischen Deutschland, aus besetzten und nicht besetzten Regionen. Allesamt widersetzten sie sich der Terrorherrschaft des deutschen Faschismus und dem in weiten Teilen des Kontinents tobenden Krieg. Sie beteiligten sich an verschiedensten Aktionen des antifaschistischen Widerstands, auch transnational, übernahmen Verantwortung und waren immer wieder auch unter Waffen im Einsatz. Sie kämpften für Freiheit, Frieden, Menschenwürde und Solidarität, sie riskierten ihr Leben – und trugen zur Befreiung bei. Dabei emanzipierten sich viele auch von traditionellen Geschlechterrollen. Noch immer sind viel zu viele Widerstandskämpferinnen unsichtbar. Anknüpfend an den Band „Mit Mut und List“ werden rund 80 weitere Frauen vorgestellt. Wissenschaftlerinnen und Journalistinnen aus ganz Europa tragen dazu bei, ihnen ein Gesicht zu geben und ihre Geschichte zu erzählen, dem Vergessen ein lebendiges Erbe entgegenzusetzen. Diese Frauen machen Mut für das heutige Auftreten gegen Neofaschismus, Rechtspopulismus, Rassismus, Sexismus und Krieg.

Dr. FLORENCE HERVÈ, Autorin, Journalistin, Dozentin. Zahlreiche Veröffentlichungen, u.a. zum Thema Faschismus und Widerstand; Mitherausgeberin des Taschenkalenders »Wir Frauen«. 2014 sollte sie das Bundesverdienstkreuz erhalten. Sie verzichtete darauf mit dem Hinweis auf eine unzureichende Bekämpfung von Neonationalismus und Rassismus sowie auf eine ungenügende Anerkennung des -antifaschistischen Widerstands. Luise-Büchner-Preis für Publizistik (2021), Louise-Otto-Peters-Preis der Stadt Leipzig (2022). || Eintritt: nach Selbsteinschätzung

19.00 Uhr LESUNG I Unrast Verlag
Verschickungskinder – Fürs Leben gezeichnet
Von JARI BANAS | mit ANJA RÖHL (Vorwort)
Bis in die 1970er Jahre hinein war die Kinderverschickung für manche Kurorte eine Haupteinnahmequelle. Es gab 1200 solcher Heime in der BRD. Dieses Buch erzählt davon, was tausende Kinder, die dort seit den 1950er-Jahren in wochenlangen „Kuren“ untergebracht waren, oft erlitten; es erzählt von Elend, Verzweiflung, Trauer und Lähmung der Kinder, die Demütigungen und Gewalt in den Heimen erlebten. Wut und Gegenwehr gab es selten; viele Kinder kamen gebrochen aus den Verschickungen zurück. In den Bildern von JARI BANAS gelangen diese Kinder in den öffentlichen Blick, so dass ihnen endlich Solidarität und Mitgefühl zuteilwird. Es geht um lange vergessenes Unrecht, wenn nicht systematisches Verbrechen. Denn in vielen der Einrichtungen waren auch NS-Verbrecher untergekommen; der Umgang mit Kindern wurde geprägt durch NS-Berufslaufbahnen und NS-Sozialisation in Kindheit und Jugend. Die Einrichtungen glichen zum Teil Gefängnissen und NS-Anstalten. Eugenische Ideen vom Abhärtung, Gehorsam und schwerer Strafe beherrschten den Umgang mit Kindern. Die Sichtbarmachung dieser Geschichte stärkt die Betroffenen – und so wird ihr Aufstehen, 50 Jahre später, zu einem Akt des späten Sichwehrens… zu einem Zeichen, dass Menschen, gleich welchen Alters, eine ureigene Würde besitzen. Die Wunden der Verschickungskinder werden in den Zeichnungen zum Zeugnis späten Widerstands gegen eine seelenbrechende Erziehung kleiner Menschen.

ANJA RÖHL, Publizistin und Malerin, 20 Jahre als Dozentin im Fach(hoch)schulbereich Heilpädagogik, recherchiert seit 2009 zum Trauma der Verschickungskinder und macht das Thema seit 2019 publik. Als selbst Betroffene gründete sie den Verein Aufarbeitung und Erforschung Kinderverschickung e.V. Ebenso gründete sie mit 85 anderen ehemaligen Verschickungskindern, die bundesweite „Initiative Verschickungskinder“; hält Lesungen und Vorträge zum Thema. JARI BANAS, Autor des Buches, ist in Finnland geboren, am Niederrhein aufgewachsen. Nach Volksschule, Schlosserlehre und Werkkunstschule in Krefeld malte er 50 Jahre lang Bildergeschichten.
Eintritt: nach Selbsteinschätzung

21.00 Uhr COMIC-LESUNG
Schön böse – Comics und Texte außerhalb des gesunden Menschenverstandes
Mit CLAIRE LENKOVA
Die Zeichnerin und Autorin Claire Lenkova präsentiert aus ihrem reichen Fundus an Bildergeschichten ein paar Perlen multimedial in Text und Bild: „Gundel, die Grundel – die Ukulele spielt sich nicht von alleine“ [SPRING-Magazin] eine unterhaltsame Liebesgeschichte zwischen einem leidenschaftlichen Fisch und einem Krebs mit wunderbarem Lächeln. Wer will, findet mehr darin. „Die wunderliche Gasterei“ [Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung] folgt einem Märchen der Brüder Grimm in die menschlichen Abgründe zweier Würste. Wenn noch Zeit und Lust vorhanden sind, stellt sie noch zwei unveröffentlichte Texte vor: „Nackt im Biergarten“ auf den Spuren eines kleinen Mannes – und „Speed Dating“ mit den Versuchen einer Frau, sich bei diesem zurückzuhalten.

Zu CLAIRE LENKOVA (siehe bitte Ausstellungseröffnung am 14.03.2024) || Eintritt: nach Selbsteinschätzung

21.03. Leipzig liest – auch 2024 in der Frauenkultur Leipzig

Donnerstag | 17:00 bis 22:30 Uhr

Veranstaltungen zur Buchmesse 2024 | Donnerstag

17.00 Uhr LESUNG I Konkursbuch
Die Pontobrücke – Queerer Aktivismus, Affären und Rave Partys in Ljubljana
Mit SUZANA TRATNIK gemeinsam mit der Übersetzerin ZUZANA FINGER
Die Autorin und Aktivistin Suzana Tratnik aus Slowenien präsentiert ihren Roman, der von der Queer-Szene in den 90ern in Ljubljana handelt – geprägt von Drogen, Sex und Aktivismus in einer Zeit des politischen Wandels und zunehmender Hassreden gegen Minderheiten. Die ewige Studentin Jana hat Panikattacken und muss sich nach einer schwierigen Trennung ihren Dämonen in einer Therapie stellen. Sie und ihre Clique leben am Rand der Gesellschaft. Ein Buch mit lebendigen und freien Beschreibungen einer wilden Zeit. Es geht um LGBT-Gemeinschaften, Affären, Abstürze; um ein Clubleben, das von Rebellion geprägt war.

SUZANA TRATNIK ist Schriftstellerin, Übersetzerin, Soziologin, Essayistin und lesbische Aktivistin und lebt in Ljublana. Bisher hat sie neben Essays und Hörspielen einige Bücher mit Kurzgeschichten und Romane publiziert, die mit diversen Preisen, darunter dem wichtigen nationalen Literaturpreis der Prešeren-Stiftung, ausgezeichnet wurden.
Eintritt: nach Selbsteinschätzung

19.00 Uhr LESUNG I Christoph Merian Verlag
Hallo und auf Wiedersehen. Frauen in Grenzgängen ihres Lebens.
Mit ANNIKA ELIANE KRAUSE, Köln
Wir alle wurden geboren, wir alle werden sterben. Die Eckpfeiler unseres Lebens verbinden uns – und doch werden sie aus unserer ge-sellschaftlichen Mitte verdrängt. Die Fotografin und Autorin Annika Eliane Krause hat neun Frauen bei der Geburt ihrer Kinder oder in der eigenen Krankheit und beim Sterben begleitet. Vor der Kamera und in persönlichen Gesprächen bereiten sich die Protagonistinnen be-wusst und selbstbestimmt auf ihre persönlichen Grenzgänge vor. Entstanden ist ein Buch, das die Übergänge am Anfang und Ende des Lebens in berührender Weise zusammenspannt. Das ehrliche Sich-Zeigen der Frauen bricht mit gesellschaftlichen Tabus und wahrt doch in jedem Moment die Würde der Dargestellten. Basierend auf dem tiefen Vertrauensverhältnis zwischen der Autorin und den Porträtierten entsteht ein vielschichtiges Bild über den weiblichen Blick auf das Leben und Sterben.

ANNIKA ELIAN KRAUSE arbeitet als freiberufliche Fotografin und Autorin in Köln. Die studierte Kommunikationsdesignerin absolvierte im Entstehungsprozess des Buchprojektes eine Ausbildung als Doula (Geburtsbegleiterin) und einen Qualifizierungskurs als ehrenamtliche Sterbebegleiterin. | Eintritt: Nach Selbsteinschätzung

21.00 Uhr LESUNG & GESPRÄCH I Carl Hanser Verlag
Söhne großziehen als Feministin. Ein Streitgespräch mit mir selbst.
Mit SHILA BEHJAT
Ihren Feminismus hat Shila Behjat durch unzählige Erfahrungen erlernt und sie kämpft für eine Welt, in der Männer nicht länger das Maß aller Dinge sind. Nun ist sie Mutter zweier Söhne – die im Alltag so manches Rollenmuster ins Wanken bringen. Persönlich und ungemein berührend erzählt Behjat anhand ganz alltäglicher Situationen, wie das Leben mit zwei heranwachsenden Jungs ihre feministische Haltung verändert hat – und verortet ihre Erfahrungen und Gedanken in den Debatten unserer Zeit. Auf diese Weise stellt sie sich lange vernachlässigten Fragen der Gleichberechtigung, die nicht nur Eltern, sondern die Gesellschaft als Ganze angehen. Ein konstruktives, selbstkritisches und sehr bewegendes Debüt, das zeigt: Es ist Zeit für ein Streitgespräch – mit uns selbst!

SHILA BEHJAT, geb. 1982, ist Journalistin und Publizistin mit deutschiranischen Wurzeln. Sie studierte Jura in Hamburg und Paris, war Korrespondentin in London, lebte als freie Journalistin in Indien und berichtete für das Frauenportal Aufeminin.com über Gleichstellung in der EU. Als Kulturredakteurin bei ARTE verantwortet sie nun Dokumentationen und neue Formate und war im Redaktionskollektiv mit „Tracks East” für den Deutschen Fernsehpreis nominiert. Sie moderiert regelmäßig vor der Kamera und auf Veranstaltungen. Mit ihrer Familie lebt sie in Berlin. | Eintritt: nach Selbsteinschätzung

22.03. Leipzig liest – auch 2024 in der Frauenkultur Leipzig

Freitag | 16:00 bis 20:00 Uhr

Veranstaltungen zur Buchmesse 2024 | Freitag

16.00 Uhr LESUNG & GESPRÄCH | Unrast Verlag
Intersektionalität und Gewalt. Verwundbarkeiten von marginalisierten Personen und Gruppen sichtbar machen.
Mit MARTINA PUSCHKE
Geschlechtsbezogene Gewalt kommt jeden Tag vor, völlig unabhängig von Herkunft, Bildung oder Einkommen. Die Forschung zu Gewaltbetroffenheit zeigt, dass besonders vulnerable Gruppen strukturell von Schutz und Hilfe ausgeschlossen bleiben. Sie zeigt aber auch, dass Verhältnisse, die eine Verletzungsoffenheit herstellen und auf deren Grundlage Gewalthandeln erfolgen kann, selbst als Gewalt zu verstehen sind. Der vorliegende Sammelband, der auf aktuellen Forschungsergebnissen und der Auseinandersetzung mit queer-feministischen Theorien basiert, geht der Frage nach, wie die Verwundbarkeit marginalisierter Personen und die Ausschlüsse, die sie erfahren, sichtbar gemacht werden können und was zu tun ist, um auch diesen Gruppen diskriminierungsfreien Schutz zu gewähren. Die Beiträge dieses Buches richten sich gleichermaßen an Betroffene wie an alle Studierende, Lehrende, Praktiker:innen und Wissenschaftler:innen, die willens sind, die aktuellen Arbeitsweisen zu diskutieren, weiterzudenken und schrittweise in die Praxis und Ausbildung einzu-führen.

MARTINA PUSCHKE ist Leiterin der Politischen Interessenvertretung behinderter Frauen im Weibernetz e.V. Ihre Arbeitsschwerpunkte liegen in den Bereichen: Gewalt gegen Frauen mit Beeinträchtigungen, Antidiskriminierungspolitik und geschlechtergerechte Teilhabe. || Eintritt: nach Selbsteinschätzung

18.00 Uhr LESUNG
Uferlos
Mit SABINE BRANDL
Sabine Brandl präsentiert mit der Anthologie „Uferlos“ lesbische und bisexuelle Vielfalt. Hier wird eine Wette zwischen Arbeitskolleg:innen zur queeren Schubladenerforschung, eine verheiratete Frau verknallt sich ungewollt in eine schwimmende Schönheit und eine verträumte Klassik-Liebhaberin wird zur Crowdsurferin bei einem Metal-Konzert. Die Texte zeigen, zu welchen skurrilen und amüsanten Situationen Verliebtheit und Schwärmerei führen können – jenseits aller Ufergrenzen.

SABINE BRANDL veröffentlichte in den letzten Jahren zahlreiche Kurzgeschichten und Gedichte. Ihr Roman, der lesbische Psycho-Thriller „Das Rätsel um Cecile“ erschien 2022 im Main Verlag, der sechste folgt demnächst. | Eintritt: Nach Selbsteinschätzung

22.03. LESBISCHE BÜCHERNACHT & QUEERPARTY*

Freitag | 20:00 bis 22:00 Uhr

Veranstaltungen zur Buchmesse 2024 | Freitag

Spannende, berührende und humorvolle Geschichten von Leidenschaft, Liebe, Leben und Erotik. Gemeinschaftsveranstaltung von Querverlag, FVA, Ulrike-Helmer- und Konkursbuch-Verlag und der Frauenkultur Leipzig

Singen ist ein bisschen wie Sterben I Querverlag
Mit INGE LÜTT
Matinee zur Spielzeiteröffnung an der Oper Erfurt, auf dem Programm steht „Der Rosenkavalier“. Aber dann sitzt einer der Sänger leblos in seiner Garderobe und es ist schon der zweite Todesfall, der Hauptkommissarin Karin Rogener Kopfzerbrechen bereitet. Eigentlich wäre sie einer internationalen Schmuggelbande auf der Spur, aber ist Swantje Mittersand, ihre Lebensabschnittserheiterin, wirklich unschuldig oder hat sie etwas gegen Kammersänger:innen?

Pasteursgasse 4, täglich I Frankfurter Verlagsanstalt
Mit ANDREA LANDFRIED
Andrea Landfried entwirft drei Variationen lesbischen Begehrens jenseits von Klischees. Freut euch auf einen besonderen Sound, lustig, traurig, verstörend. Andrea Landfried ist Juristin und lebt mit ihren zwei Kindern in Heidelberg.

Einsamkeit. Mein Lesbisches Auge 23 I Konkursbuch
Mit MALOU BERLIN
Das Gefühl der Einsamkeit kennen wir vermutlich alle. Einsamkeit ist schambesetzt, weil niemand gern zugibt, sich einsam zu fühlen. Sie kann phasenweise in allen Altersgruppen auftreten… auch in Kindheit oder in melancholischer Jugend. Laut aktuellen Umfrage unter Menschen ab 18 fühlt sich ein Viertel einsam. Wie fühlt sich Einsamkeit an? Wie beginnt sie, wie hört sie auf? Wie unterscheidet sich das Gefühl der Einsamkeit vom Alleinsein. Es geht um Einsamkeit in Liebesbeziehungen, in Gruppen. Auch um das “Gegenteil”: um zu viel Nähe, zu viel Geselligkeit. Denn auch das Gegenteil von Einsamkeit kann zum Problem werden: ständig aufeinander hocken, in einer (zu engen) Beziehung, in Familienzusammenhängen, im Beruf, in der Community. Eine Sammlung von Erzählungen, Gedichten und Moment-aufnahmen von heute mit Blick in die Geschichte der Einsamkeit… begleitet von Fotoserien mit elegischen erotischen und romantischen Bildern

Zeitlos. Verbunden für immer I Ulrike Helmer Verlag
Mit LINA KAISER
Der 28-jährigen Journalistin Toni ging es schon mal besser: Aus Geldmangel lebt sie noch bei ihrer Ex-Freundin, im neuen Job muss sie sich erst noch beweisen. Eine unerwartete Erbschaft verschafft Zerstreuung und lässt Toni auf ihre Familiengeschichte blicken. In alten Briefen und Tagebüchern stößt sie auf das Schicksal der jungen Clara von Escherhoff im Wien des 19. Jahrhunderts. Gemeinsam mit ihrer neuen Bekannten Ella, einer Musical-Darstellerin, will Toni herausfinden, was mit ihrer Vorfahrin damals wirklich geschehen ist – und erfährt von einer unmöglichen Liebe, einem wertvollen Diamanten und gefährlichen Intrigen.

Eintritt: 7,- | 5,- ermäßigt (incl. Party)

22.03. Die QUEERE-PARTYNACHT zur Buchmesse 2024

Freitag | 22:30 bis 02:00 Uhr

Ab 22.30 Uhr

Die QUEERE-PARTYNACHT zur Buchmesse 2024

Mit DJ MOLICC

Lust auf Dancing, Talking und People? Molicc legt für Euch Feelgood-Sounds aus den 80’s und 90‘s auf … mit Italo-Pop oben drauf. Wir freuen uns auf euch, auf ein offen zugewandtes, diskriminierungsfreies und solidarisches Miteinander…
Eintritt: 5,- Euro

23.03. Leipzig liest – auch 2024 in der Frauenkultur Leipzig

Samstag | 15:30 bis 17:30 Uhr

15.30 Uhr LESUNG & GESPRÄCH

Sexualwissenschaftlicher Salon.

Einführung in Sexualpädagogik und Sexuelle Bildung
Mit Prof. Dr. HEINZ-JÜRGEN VOSS & Prof. Dr. KONRAD WELLER
Vom Auslöschen jüdischer Perspektiven in der deutschen Sexualwissenschaft und Sexualpädagogik (u.a. Helene Deutsch, Karen Horney und Charlotte Wolff) bis hin zu aktuellen sexuellen Trends im Fahrstuhl und im Bett: Hier geht’s zur Sache! Autor:innen der Sexualwissenschaft der Hochschule Merseburg stellen aktuelle Bücher vor: “Einführung in Sexualpädagogik und Sexuelle Bildung” (Heinz-Jürgen Voß, Kohlhammer Verlag), “Sexualität und Partnerschaft der Deutschen: Erkenntnisse aus den PARTNER-5-Studien” (hg. von Konrad Weller & Heinz-Jürgen Voß, Psychosozial-Verlag). Alle Interessierten sind herzlich zur Vorstellung und zum anschließenden Gespräch eingeladen.

Prof. Dr. HEINZ-JÜRGEN VOSS, Professur für Sexualwissenschaft und sexuelle Bildung am Fachbereich Soziale Arbeit. Medien. Kultur der Hochschule Merseburg. Prof. Dr. KONRAD WELLER ist analytischer Paar- und Sexualberater. Er lehrte und forschte von 1995 bis 2020 als Professor für Psychologie und Sexualwissenschaft an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Merseburg. Er engagiert sich in der sexualwissenschaftlichen, sexualpädagogischen und sexuologischen Aus-, Fort- und Weiterbildung. | Eintritt: frei

23.03. Leipzig liest – auch 2024 in der Frauenkultur Leipzig

Samstag | 18:00 bis 19:30 Uhr

18.00 Uhr LESUNG & GESPRÄCH I Palomaa Publishing

BYE… Wir sprechen von Tod, Abschied und dem, was bleibt.

Mit LAURA LETSCHERT, JULIA FELICITAS ALLMANN und NADJA STAHMER, MdB
Lasst uns über Endlichkeit sprechen – und Tabus brechen! Tod und Sterben sin gesellschaftliches Tabuthema. Nadja Sthamer, MdB, lädt gemeinsam mit den beiden Autorinnen dazu ein, über ihr Buch „BYE – Wir sprechen von Tod, Abschied und dem, was bleibt“ ins Gespräch zu kommen. ‚Wir können viel gewinnen, wenn wir offener über den Tod sprechen‘, so die These der beiden Autorinnen. Sie setzen sich mit persönlichen Abschiedsgeschichten und vielfältigen Perspektiven auf das Thema Tod und Sterben auseinander; geben einen ausgewählten Einblick in diese Geschichten und erzählen, welche wichtigen Impulse sie daraus mitnehmen.

Gemeinsam mit der Bundestagsabgeordneten Nadja Sthamer erörtern sie, warum wir mehr über das Thema reden sollten und wie wir Verlust und der Endlichkeit des Lebens gesellschaftlich besser begegnen können. In diesem Zusammenhang diskutieren sie u.a. auch über das Thema Sterbehilfe und die aktuellen Debatten und Vorschläge für eine gesetzliche Regelung des assistierten Suizids im Deutschen Bundestag. Anschließend sind alle herzlich eingeladen, sich an dem offenen Austausch über dieses häufig verdrängte Thema zu beteiligen.

Um eine unverbindliche Anmeldung per Mail an leipzig@nadja-sthamer.de wird gebeten. | Eintritt: frei

23.03. Leipzig liest – auch 2024 in der Frauenkultur Leipzig

Samstag | 20:30 bis 21:30 Uhr

20.00 Uhr LESUNG & GESPRÄCH | Unrast Verlag

Ökofeminismus: Zwischen Theorie und Praxis. Eine Einführung

Mit LINA HANSEN & NADINE GERNER
Was haben antimilitaristische Proteste in den USA und Europa, Kämpfe um Saatgut in Indien oder Kenia und indigener Widerstand gegen Extraktivismus in Ecuador mit Kampagnen zum Thema Hausarbeit – wie der Streik der Care-Arbeiter*innen gegen das neoliberale Gesundheitswesen in NRW – gemein? Das Zusammendenken von feministischen, ökologischen und dekolonialen Fragestellungen, wie es Ökofeminist*innen bereits in den 1970er-Jahren vorgemacht haben, stellt das Leben – und zwar nicht nur menschliches – in den Fokus der Analyse und des politischen Handelns. Die Autorinnen legen dar, wie Ökofeminismus es schafft, die Verbindung zwischen verschiedenen Herrschaftsstrukturen aufzuzeigen und die Herrschaft über Frauen, queere, migrantisierte, rassifizierte Menschen und andere marginalisierte Gruppen mit der Herrschaft über Natur zusammenzudenken. In der Praxis zeigt sich das in Form von Streiks und Besetzungen, Commoning und kollektiver Subsistenzarbeit bis hin zu autonomen Gemeinschaften und alternativen Gesellschaftsentwürfen. Zugänglich geschrieben und mit zahlreichen Beispielen aus der Praxis versehen ermöglicht das Buch einen niedrigschwelligen Einstieg in die Vielfalt der Theorien und Praxen der Ökofeminismen.

LINA HANSEN ist Soziologin und arbeitet zu den Themen sozial-ökologische Transformation und der integralen Einarbeitung (öko)feministischer Gesellschaftskritik in Theorie und Praxis. Sie ist aktiv in der Feminism and Degrowth Alliance (FaDA). NADINE GERNER ist Sozialwissenschaftlerin und lehrt an den Universitäten Münster und Marburg zu den Themen Care, Soziale Reproduktion, Degrowth und Ökofeminismus. 2022 war sie Teil des Organisationskreises der Vergesellschaftungskonferenz in Berlin und arbeitet seitdem weiter zur Vergesellschaftung von Care und dem Energiesektor. Sie ist aktiv in der Feminism and Degrowth Alliance (FaDA).
Eintritt: nach Selbsteinschätzung

24.03. Leipzig liest – auch 2024 in der Frauenkultur Leipzig

Sonntag | 11:00 bis 12:30 Uhr

Veranstaltungen zur Buchmesse 2024 | Freitag

11.00 Uhr LESUNG & GESPRÄCH I Mitteldeutscher Verlag

Starke Frauen in der Lichtenburg.

Das Buch zur Multimedia-Installation von Petra Reichenbach im Schloss Lichtenburg in Prettin

Mit PETRA REICHENBACH, INES GODAZGAR & ANNE FRIEBEL
Erst Schloss, dann Konzentrationslager – die wechselhafte Nutzung der weitläufigen Anlage in Prettin könnte verstörender nicht sein. In dem essayistischen Bildband werden fünf Kurfürstinnen vorgestellt, die im Schloss Ende des 16. bis Anfang des 18. Jh. residierten – Elisabeth von Brandenburg, Anna von Sachsen, Hedwig von Sachsen, Anna Sophie von Sachsen und Wilhelmine Ernestine von der Pfalz. Vorgestellt werden ebenso fünf Gefangene des Frauen-Konzentrationslagers Lichtenburg aus der Zeit von 1937 bis 1939 – Amalie Pellin, Lina Haag, Olga Benario, Lotti Huber und Waldfrieda Weiss – in einen imaginären Dialog über Motive der Ausgrenzung -Andersdenkender.

Die zehn Frauenschicksale zeigen, dass Diskriminierung und Verfolgung zu allen Zeiten relevante Themen waren und bis heute sind. Lotti Huber,ist eine von ihnen, eine starke Frau, die wegen „Rassenschande“ im KZ Lichtenburg einsass und mit über siebzig eine beachtliche Karriere als Schauspielerin und Sängerin begann. Sie scherte sich nie um Konventionen und wurde in den Neunzigern zur Kultfigur u.a. in der Berliner Queer-Szene. Die Moderation der Veranstaltung übernimmt Anne Friebel von der Gedenkstätte für Zwangsarbeit Leipzig.

PETRA REICHENBACH studierte Kunstgeschichte und Modegrafik in München, ¬arbeitete u.a.als Editorial Artist beim New York Times Sunday Magazine. 2011 bis 2013 Gaststudium an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle. Sie ist Mitbegründerin des book art center Halle (b.a.c.H.), Mitglied des BBK Sachsen-Anhalt und lebt als Grafikerin und Buchkünstlerin in Halle (Saale). INES GODAZGAR, geboren 1966, studierte Germanistik an der TU Braunschweig; Autorin für den MDR-Hörfunk und Lokaljournalistin bei der Mitteldeutschen Zeitung. Seit 2012 freie Journalistin und Autorin mehrerer Bücher zu zeithistorischen Themen. ANNE FRIEBEL, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Gedenkstätte für Zwangsarbeit Leipzig. 2020 gründete sie den Verlag Palomaa Publishing; 2022 das Netzwerk The Female Publisher – mit der Mission, Frauen sichtbarer und die Verlagswelt gleichberechtigter zu machen