Feministisches FLINTA*Kultur- und Kunst-Festival
plus 29. Leipziger Lesben*Treffen

Es gibt fast keinen (kulturellen) Lebensbereich, welcher nicht durch FLINTA* (mit)bestimmt ist oder wird. Das ist so – selbst wenn es einige gibt, die diesen Sachverhalt gern verdrängen wollen (aber zunehmend an ihre Verdrängungsgrenzen kommen). In den letzten zwei Jahren war es pandemiebedingt natürlich auch für feministische/queere Künstler:innen ausgesprochen schwierig, öffentlich künstlerisch zu agieren. Durch die Initiative u.a. der Leipziger Kulturbürgermeisterin Skadi Jennicke wurde ein breit angelegtes Sonderprogramm „Kulturland 2022. Sachsen als Bühne“ Mitte des Jahres bewilligt – um Künstler:innen verschiedener Genres eine Bühne zu geben wie auch spannende Kultur-Erlebnisräume für das Publikum zu er-/öffnen.

Im o.g. Kontext lag ein Feministisches FLINTA*Kultur-und Kunst-Festival quasi ganz obenauf. Und trotz der sehr kurzen Vorbereitungszeit … es findet statt! Das FLINTA*Festival 2022 – FLINTA*s auf der Bühnen – mit Konzerten in der Kulturfabrik, Werk-2, Halle 5 und Frauenkultur – ist (zu meist) open for all gender.

Wir freuen uns sehr – auf Euch alle, Künstler:innen wie Publikum … auf die Lebens-/Energie, die wir hoffentlich alle mitnehmen können und uns bleibt. Wir wissen es: Es geht um uns. Es geht also um alles!

FLINTA* steht für: Frauen, Lesben, Inter, Nicht-Binär, Trans, Agender- Menschen. Das Sternchen * benutzen wir „für alle offenen Geschlechtsidentitäten“.



Fr., 14. 10. 2022

19.30 Uhr AUSSTELLUNGSERÖFFNUNG

Du sahst schon immer so lesbisch aus!

Im Jahr 2008 fand im Rahmen des 15. Leipziger Lesbentreffens ein Ausstellungsprojekt unter dem Titel „Du sahst schon immer so lesbisch aus“ statt. – mit folgender Ankündigung:

„Welche Lesbe kennt diesen Spruch nicht. Nach erfolgtem Coming-out wussten das auf einmal alle anderen ja viel viel eher. Ha… wird die eine oder andere damals gedacht haben, da wäre mir einiges erspart geblieben, wenn die mir DAS früher gesagt hätten. Aber was soll‘s. Für uns war es interessant, dem Ganzen einmal nachzuspüren – und wir stellen uns ins Licht – unser Lieblingskinderfoto und ein Aktuelles. Und versprochen: Es wird eine Ausstellung der ganz besonderen Art! Die Zeit bleibt stehen, dreht sich zurück… und für einen Moment sind wir uns selber und anderen ein Stückchen näher…“

Auch nach 14 Jahren konnten wir diesem Text ohne tiefes Stirnrunzeln lesen… Und da es eine so liebenswert coole Ausstellung ist – zeigen wir Euch zum FLINTA*-Festival eine Auswahl der Fotos. (2008 wurde die Ausstellung an zwei verschiedenen Orten gezeigt.)



20.00 Uhr KONZERT

RADA Synergica

Rada Synergica – Stefanie Koch, Sylke Jilani und Claudia Herold – gaben am 21. September 2002 ihr erstes Konzert in der Frauenkultur. Zwanzig Jahre und 22 Tage später spielen sie wieder hier… noch immer voller Begeisterung für Klezmer-Musik, für Weltmusik, mit Liedern u.a. auf Bulgarisch, Rumänisch oder Türkisch – Traditionals in instrumentaler Handarbeit, begeistern durch harmonisches Zusammenspiel ihrer drei eigenwilligen Stimmen. Witz, Spielfreude und musikalischem Können zeichnen ihre Konzerte aus.

„Es ist diese Kombination, die den charakteristischen Klang ihrer Interpretationen ausmacht. Mit ihrer Musik schlagen RADA Synergica eine musikalische Brücke über die verschiedenen Kulturen und Religionen direkt zu den Herzen der Zuhörenden.“

Eintritt nach Selbsteinschätzung



Sa., 15. 10. 2022

10.00 – 16.00 Uhr PORTRÄT-WORKSHOP

Du sahst schon immer so wütend aus!

Workshop-Leitung:
TATIANA MARÍA PINZÓN VILLAFRADES
WS-Sprache: Deutsch; English & Spanisch

Dieser Workshop ist für meine Geschwister mit dem „resting-bitch-face“ gedacht. Für diejenigen von uns, die in dieser Welt leben, die darauf besteht, uns zu zerquetschen – und sich deswegen als Kriegsstrategie das „Unangemessene“ angeeignet haben. Für diejenigen von uns, die feiern, dass unsere Existenz in dieser von Patriarchat und Kapitalismus geprägten Gesellschaft unangenehm ist.

An diesem Tag wollen wir die Wut nicht als zerstörerische Kraft mit Rachedurst verstehen, sondern als schöpferische Flut und Motor des Wandels würdigen. Die Wut hat uns an diesen Punkt gebracht, an dem wir uns miteinander verbünden und der Isolation und den Schuldgefühlen, in die uns das Patriarchat stecken will, die Zähne zeigen. Denn wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, nicht zu schweigen – sondern zu handeln und unseren rechtmäßigen Platz in der Welt einzufordern. Es gibt keinen Rückkehrpunkt.

Es handelt sich um einen kreativen und künstlerischen Workshop, in dem wir ein Porträt anfertigen und dabei mit verschiedenen Techniken und Materialien experimentieren werden. Dazu lade ich euch ein, Fotos aus eurem Leben mitzubringen, auch wenn dies nicht zwingend erforderlich ist. Es ist auch keine „künstlerische Begabung“ erforderlich, um teilzunehmen. Bringt euch einfach Kreativität und
Wahnsinnsstärke mit. Anmeldung ist nicht erforderlich.

Workshop Leiter*innen: TATIANA MARÍA PINZÓN VILLAFRADES wurde in Bogotá, Kolumbien, geboren, lebte aber ein großes Teil ihres Lebens in Quito, Ecuador. Von Beruf ist sie Multimedia-Designerin und Illustratorin. Ihr Werk zeichnet sich durch die Verwendung leuchtender Farben und humorvoller Figuren aus. Seit 2017 lebt sie in Leipzig und engagiert sich in verschiedenen Initiativen mit den Schwerpunkten Feminismus, Dissidenz und Migration. Außerdem ist sie Mitbegründerin der Publikation Rrrlámpaga seit 2020, einer selbstverwalteten Publikation, die die Erfahrungen und Sentipensar (mit Gefühlen denken und mit Gedanken fühlen) von Migrant*innen aus Abya Yala reflektiert.

KAREN MEJÍA-FORERO, Unterstützerin dieses Workshops, wurde in Bogotá, Kolumbien geboren. Seit 2020 lebt sie in Leipzig, wo sie zu Humangeographie, Urbanismus und Philosophie des Raums promoviert. Gleichzeitig engagiert sie sich in verschiedenen Initiativen mit den Schwerpunkten dekolonialer Marxismus und Feminismus, Postkolonialismus und Diaspora. Sie ist Mitglied zweier Kollektive aus Lateinamerika: Abya Yala und Conuco, die Debatten über die Zusammenhänge zwischen Rassismus, Kolonialismus und Kapitalismus sowie transhemisphärische Solidaritätsnetzwerke fördern.
Teilnahmegebühr: Selbsteinschätzung



ab 15.30 Uhr Einlass || 16.00 Uhr Beginn
KONZERT für die ganze Familie, 45 min.

Sukini & Band

Kann man zu jung sein für philosophische und politische Gedanken? Kann man zu alt sein für Kindermusik?

Die Rapperin und Aktivistin Sookee, die seit über 15 Jahren ihre Stimme gegen Diskriminierung und Ausgrenzung öffentlich erhebt, beantwortet beide Fragen ganz klar mit „Nein“.

Als Sukini richtet Sookee ihre Aufmerksamkeit auf die Ohren kleiner Leutis. Sie widmet ihnen auf 12 Liedern des Albums „Schmetterlingskacke“ Geschichten und Liebeserklärungen voller Trost und Mut. Für Sukini ist es nämlich das Schönste, wenn Erwachsene sich trotz stressigen Alltags und eigener Sorgen und Nöte für die Kleinen Zeit nehmen und mit ihnen gestrichen in die grenzenlosen Weiten kindlicher Phantasie und Lebensfreude abtauchen.

Sukini lädt mit diesem Album dazu ein gemeinsam die Welt zu betrachten, zu kichern, spielen, streiten, philosophieren und kuscheln. Ohne den Blick auf die Uhr, ohne Bewertung, ohne „Das verstehst du noch nicht“. Alle Menschen teilen sich eine Welt und die muss sich auch den Ideen und Fragen der Kleineren unter uns widmen. Weil es nur fair und gerecht ist und weil wir alle so viel voneinander lernen können.
Eintritt: 9,- | 5,- Euro erm. || Familien (4 Personen, davon mindestens 1x Erw.): 20,- Euro

Ort: Halle 5, Windscheidstr. 51



18.00 Uhr GOTTESDIENST für Frauen* zum LeLeTre

Stark und aufrecht.

Die Gruppe Lesben und Kirche lädt dieses Jahr wieder zum Gottesdienst ein und freut sich auf alle, die kommen. | Eintritt: frei

Ort: Taufkapelle der Peterskirche | Zugang von der Schletterstraße



19.00 Uhr LESUNG & PODIUM

Blau mit ganz viel Glitzer

SARA SCHURMANN & MARIA VÖCKLER
Blau mit ganz viel Glitzer …ist ein „Tatsachenbericht, in dem eine Mutter vom Leben mit ihrem trans Kind berichtet, vom Umgang der eigenen Familie, vom Unverständnis anderer Eltern, der Kindergartenleitung und der Behörden. Die Journalistin Sara Schurmann hatte im Sommer 2019 für ein Interview nach Eltern von trans Kindern gesucht. Die Recherche war nicht leicht, Maria Vöckler war aber schließlich bereit dazu, von ihren Erfahrungen zu erzählen.“

Im Anschluss an die Lesung das Podium

Trans*Sein im Jahr 2022

Mit: KATHRIN DARLATT, Gleichstellungspolitische Referentin der Stadt Leipzig, Beratung und Unterstützung von LGBTI* – Personen

EMMIE Mika Stemmer (hän), Sexualwissenschaftler:in, forscht zu trans und nichtbinären
Identitäten am Deutschen Jugendinstitut.

KAIO FIALA (er), Dip.-Psych., syst. Therapeut i.A.; tätig in der Psychosozialen Beratung im
Rosalinde Leipzig e.V. www.rosalinde-leipzig.de
Eintritt nach Selbsteinschätzung



Di., 18. 10. 2022

ab 19.30 Einlass 20.30 Uhr KONZERT & DJ-Set

Mit ihrem neuen Album geht die Rapperin EBOW nicht nur back to the roots, representing München-Giesing und Free Kurdistan – sie geht den widersprüchlichen Sehnsüchten auf den Grund, die unsere Zeit in sich birgt. Schnelle Autos und politischer Kampf. Schüchterne Flirts und die ewige Suche nach Trouble. Prada Bags und Protest. EBOW muss sich kein Alter Ego zulegen, um Ambivalenzen zu verbergen, sie hält sie aus. Dass EBOW eine begnadete Songwriterin ist, wie es sie im Deutschrap kein zweites Mal gibt, sollte spätestens seit dem melancholischen Sommerhit „Wetter“ (2018) oder der Anti-Cop-Hymne „Feuerzeug“ (2020) klar sein.

SUPPORT EBOW

Gems Crew

Gems Crew, sind eine female Dance Crew mit Basis in Ostdeutschland, die sich und andere junge Females u.a. zum Tanzen inspirieren und ermutigen möchte. Das female Empowerment in der urbanen Tanzszene ist ihnen sehr wichtig. Der Austausch auf allen Ebenen liegt im Vordergrund. Eine der Stärken ist definitiv spontane Kreativität. Getanzt wir hauptsächlich Freestyle. Dies zeigt sich auch in verschiedenen Projekten wie z.B. JENGA oder EMPOWERMOVES.
Eintritt: 17,50 | 10,40 Euro ermäßigt

Ort: Werk-2 Kulturfabrik | Kochstr. 132 | 04277 Leipzig



Mi., 19. 10. 2022

19.00 Uhr VORTRAG & GESPRÄCH

Lesben in der DDR. Von Unsichtbarkeiten, Emanzipationsbewegung und dem Kampf
gegen das Vergessen(-werden)

mit MARIA BÜHNER und JUDITH GEFFERT

Wie war es, lesbisch in der DDR zu leben und zu lieben? Wofür und wogegen musste gekämpft werden? Ausgehend von diesen Fragen gibt unser Vortrag einen Überblick über die Rahmenbedingungen lesbischer Existenz in der DDR von den 1950er Jahren bis 89/90. Am Beispiel der „Unabhängigen Frauengruppe Magdeburg“ zeigen wir, wie und warum Lesbengruppen in der DDR gegründet wurden, was ihre Ziele waren, wie sie sich vernetzten und welche gesellschaftliche Rolle sie in den Jahren der Umbruchszeit ab 1989 übernahmen. Wir teilen außerdem eigene Forschungserfahrungen und erzählen von unserer Arbeit zu einer Geschichte, die zum Teil schlecht dokumentiert und lange vergessen wurde.

MARIA BÜHNER, Historikerin, Kulturwissenschaftlerin, publizierte im Rahmen ihrer Doktorarbeit an der Uni Leipzig zu Lesben in der DDR, der Überzeugung, dass queere Geschichte für alle zugänglich sein sollte. JUDITH GEFFERT, Literaturwissenschaftlerin, freie Radioautor*in zu queerfeministischen und kulturellen Themen, Thema ihrer ihre Masterarbeit „Lesbisch-feministische Gegenöffentlichkeit in Magdeburg zwischen 1988 und 1990“.
Eintritt nach Selbsteinschätzung



Do., 20. 10. 2022

19.00 Uhr OFFENE THEMENRUNDE

Europa unter dem Regenbogen

mit RHONDA D‘VINE, Wien

Die European Lesbian* Conference (kurz: EL*C) ist eine intersektional-feministische Konferenz, die seit drei Jahren jährlich einmal stattfindet. Es finden Workshops, Vorträge und Reden statt. Auch Demos und Partys sind in das Programm eingebettet. Die Konferenz verfolgt die Ziele, lesbische* Lebensweisen und Probleme sichtbar zu machen, Gleichberechtigung zu fördern, einen Raum für Zusammenkunft und Austausch und die Möglichkeit für neue Projekte und Verbindungen zu schaffen. 2022 findet der EL*C in Budapest statt, an vielen Veranstaltungen kann auch digital teilgenommen werden.

RHONDA ist eine nicht-binäre trans Frau und seit vielen Jahren aktivistisch tätig. Sie betreibt in und für verschiedene Organisationen Aufklärung in vielen Formen, unter andrem durch Poetry Slams und auf Panel-Diskussionen. Sie ist im Vorstand der EL*C, einer inklusiven Lesben Organisation, sowie des Vereins Nicht Binär, der die Genderklage unterstützt, und setzt sich für intersektionale Solidarität ein.
Eintritt: nach Selbsteinschätzung



20.30 Uhr
DIE LESBISCHE FILMNACHT

Katharina Oguntoye & Carolyn Gammon

AUF KLO¸13:45 min.

Die Frauen,- und Lesbenbewegung hat das Thema Rassismus in den Mainstream gebracht. (K. Oguntoye)

Zwei Aktivistinnen: die schwarze deutsche Historikerin und Dichterin und die weiße kanadische Schriftstellerin, die vor 30 Jahren der „Liebe wegen“ nach Deutschland zog, leben seit über dreißig Jahren zusammen und erzählen, was ihre Beziehung ausmacht; wie sie gemeinsam kämpfen und arbeiten, gemeinsam einen Sohn großzogen und über große und kleine Wichtigkeiten.

AUF KLO ist ein Video-Talkformat auf YouTube, Instagram und TikTok – mit fester Ausgangssituation: Zwei Personen, eine Kabine – & endlich mal Zeit, über die wichtigen Dinge des Lebens zu sprechen …



Im Anschluss die FILMDOKUMENTATION

A Litany For Survival. Leben und Werk von Audre Lorde

von Ada G. Griffin & Michelle Parkerson, 1995, USA 1994/95, 80′, OmdtU

A Litany for Survival zeichnet ein kraftvolles inspirierendes Porträt der schwarzen amerikanischen Dichterin und Visionärin Audrey Lorde. Sie war eine wichtige politische Protagonistin in einer Zeit der sozialen und politischen Umwälzungen – Bürgerrechtsbewegung, Frauen- und Lesben- bewegung. Lorde widmete ihr Leben und Werk der Überwindung alter verkrusteter Spaltungsmechanismen aufgrund von Ethnie, Kultur, Klasse, Nationalität und Sexualität. Ihre Poesie drückte ihre tiefsten Überzeugungen aus und sie verlieh einer ganzen politischen Generation die Stimme. Sie wurde zum Vorbild nicht nur für schwarze Frauen, sondern auch für jede und jeden, der wie sie daran glaubt, dass „Befreiung nicht allein einer bestimmten Gruppe zugehörig ist.“ 1992, im letzten Jahr ihres Lebens, nannte sie sich Gamba Adissa. Sie hinterlässt ein reiches und lebendiges Erbe.
Eintritt nach Selbsteinschätzung



Fr., 21. 10. 2022

Ab 19.00 Uhr OFFENER TREFF
Lesben-Café

Das Lesben*Café ist ein Ort, um sich in freundlicher Atmosphäre kennenzulernen, auszutauschen und um gemeinsam lesbische Projekte und Unternehmungen zu planen; ein Ort positiver Energie und Kraft, der immer wieder neugestaltet werden kann



20.00 Uhr LESENACHT & FLINTA*-Party
Die Lesbische Festival-Lesenacht
Vom lesbischen Allerlei, von Liebe & vom Falsch-Sein. – wie immer mit berührenden, spannenden und humorvollen Geschichten um Lesben, Liebe, Leidenschaft…

Es lesen: MARLEN PELNY, GESINE CARL & ANNE BAX

Liebe mit MARLEN PELNY

Saschas Kindheit ist stumm. Für ihre Mutter ist sie unsichtbar, dafür quält ihr Vater sie mit viel zu viel Nähe. Nähe, die sich falsch anfühlt. Dann findet sie sich bei ihrem Großvater wieder; dem alten Mann, an dessen Herzlichkeit sie sich erst gewöhnen muss. Sie trifft Charlie, das Mädchen, das sie am ersten gemeinsamen Schultag an die Hand nimmt und nie wieder loslässt. Da sind die Hündin Rosa und das neue Ich, das in Sascha wächst. Ein ungewohntes Gefühl breitet sich in ihr aus: Menschen und Nähe können guttun. Doch das Gestern meldet sich und holt sie ein… wie ihm begegnen? Das Alte abstreifen, sich lösen vom Schmerzhaften, das Neue ins Leben lassen. Behutsam erkundet Marlen Pelny die Möglichkeit einer Verbundenheit außerhalb der Konstellation Vater-Mutter-Kind. Sascha ist eine wahre Heldin, die nicht aufhört zu glauben: an das Heilen von Wunden, an das Leben und an all die innigen Beziehungen, die es für sie bereithält.

MARLEN PELNY, geboren 1981, lebt in Berlin. Sie ist Autorin und Musikerin. Bis 2016 studierte sie am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. 2001 gründete sie die Literaturgruppe Augenpost, die Gedichte im öffentlichen Raum plakatierte. Von ihr erschienen zwei Lyrikbände. Gemeinsam mit Ulrike Almut Sandig entstanden musikalische Hörbücher. 2013 wurde sie für den Leonce & Lena Preis und den Münchner Lyrikpreis nominiert. Als Musikerin veröffentlichte sie zuletzt, mit ihrer Band Zuckerklub, die EP „Jemand so wie du“. 2021 erschien ihr Debütroman „Liebe/Liebe“, für den sie 2022 den Klopstock Förderpreis erhielt.


Ich bin falsch. mit GESINE CARL, Hamburg

Seit ihrer Kindheit fühlt sie sich oft nicht gut genug, und infolgedessen nicht liebenswert. Alle ihre Beziehungsversuche scheitern. Doch endlich glaubt sie, die Liebe gefunden zu haben, und fasst den Entschluss, die Dinge aktiv voranzutreiben – mit fatalen Konsequenzen. Der Umzug nach Hamburg und die Stelle an der Universität sollen für die 29-jährige Doktorandin Merle zum Start in ein neues Leben werden. Weit weg von quälenden Selbstzweifeln und der Schuld, die sie auf sich geladen hat. Ihre neuen Kolleginnen im Historischen Seminar sind freundlich und entgegenkommend. Vor allem Carina, durch deren Lächeln Merle sich jedes Mal wie verwandelt fühlt … Die kostbare Zeit zu zweit ist jedoch knapp, denn es gibt einfach zu viele Störfaktoren: Carinas Freund, ihr Eigenheim mit liebevoll gepflegten Garten – und dann ist da auch noch „Problem-Lena“, die ständig zu Carina in die Sprechstunde kommt. So kann es nicht weitergehen, beschließt Merle … und fasst den Entschluss, die Dinge aktiv voranzutreiben – mit fatalen Konsequenzen

GESINE CARL, aufgewachsen im Ruhrgebiet. Studium der Geschichte, Literaturwissenschaft und Romanischen Philologie; seit 2011 im Schuldienst tätig. Publikationen in Anthologien und Literaturzeitschriften. „Ich bin falsch“ ist ihr Romandebüt.


Spätpandemisches, lesbisches Allerlei mit ANNE BAX

Tag 145.237.65 der Pandemie und am Horizont wird es langsam heller, denn in Leipzig gibt es endlich wieder die ursprünglichen 3G. Es wird wieder gelesen, gelauscht und gelacht. Anne Bax nimmt sich sofort ein paar Texte, um sich auf den Weg zu machen. Es gilt in der Lesung eine wichtige Frage zu klären: Können wir dieses Land aus der Pandemie, befreien bevor jede:r einen eigenen Podcast hat?
Und es ist für Frau Bax wie immer eine Gelegenheit die lesbische Kindheit im Ruhrgebiet laut lesend zu verarbeiten:

„Mein vierzehntes Lebensjahr hatte mit einem großen Schluck Pfirsichbowle vielversprechend begonnen. Alles was mir einen festen Platz in der Welt verschaffte, war mir mehr als willkommen. Ungesäuertes Brot in der Kirche, vergorener Traubensaft mit Dosenobst auf der Party, ich war zu allem bereit.“

Eine Stunde voller neuer und alter Geschichten irgendwo zwischen einfachen Abstandsregeln und doppeltem Handstandüberschlag.

ANNE BAX lebt mit Frau, Stoffschwein und Gleitsichtbrille im Ruhrgebiet.
Eintritt nach Selbsteinschätzung



Im Anschluss 22.00 Uhr

FLINTA*-Party only FLINTA*

DJ Rote BRAUSE & DJ* fem. DJ*-Kollektiv
Lust auf Dancing, Talking und People? Dann seid ihr hier richtig. Feministische DJs legen auf… que(e)rbeet von Musik aus den 80ern bis 2022ern über Soul und Dancehall bis Worldmusic, Indie, Funk und wieder zurück …

Wir freuen uns auf euch, auf ein offen zugewandtes, diskriminierungsfreies und solidarisches Miteinander…
Eintritt nach Selbsteinschätzung



Sa., 22.10.2022

11.00 bis 14.00 Uhr
WORKSHOP für FLINTA*

Thaiboxen. Ein Weg zur Selbstverteidigung

mit ASEEL, u.a. zertifizierte Trainerin für Thaiboxen
Workshop-Sprachen: englisch, deutsch, arabisch

Gestartet wird mit einer theoretischen Einführung in Grundbegriffe und Geschichte und mit dem gemeinsamen Üben von Grundstellungen und -Bewegungen. Danach erfolgt die praktische Umsetzung der Übungen durch Nachstellung von realen bedrohlichen Situationen.

Thaiboxen kann ein Weg von vielen sein, um sich als Frau in einer männerdominierten Gesellschaft zu behaupten. Ich heiße Aseel und bin Thaiboxmeisterin aus dem Irak. Diese Sportart hat mir persönlich geholfen meine Stimme zu finden. Sie half mir, eine starke und selbstbewusste Persönlichkeit zu entwickeln um die Angst abzubauen, meine Wünsche und Bedürfnisse gewaltfrei zu verteidigen. Das Thaiboxen gab mir den Mut ich zu sein und deshalb möchte ich euch diese Sportart näherbringen und mit euch diese Erfahrung zu teilen.

Anmeldung erforderlich bis zum 20.10.2022 | Eintritt nach Selbsteinschätzung

19.00 Uhr TANZTHEATERPERFORMANCE | PHYSICAL THEATRE & PODIUM

Liquid

CHRISTIANE STAUFER, Berlin | Solo | 60 min.

Wir schlagen uns so durch. In den Räumen, die andere für uns bestimmen, haben wir unsere Strategien: Wir passen uns an. Wir geben uns Mühe. Oder wir nehmen das Kontrolliert-Sein hin. Das fühlt sich zwar eng an, aber wenn man erst mal drin ist, geht´s. Oder haben wir eine andere Möglichkeit, in patriarchalen Systemen zu überleben? Wie wäre das, wenn wir uns fallen lassen könnten? Können wir das? Wie kann das weibliche Prinzip sich seinen Raum nehmen?

In ihrer Solo-Arbeit greift Christiane Stauffer das Thema Begrenzung und Freiheit auf. Wie können wir aus begrenzten Räumen ausbrechen und Freiräume erschließen? Das Fallenlassen in das Ungewisse? Wie sieht es mit unseren eigenen Grenzen aus? Das Stück ist überwiegend non-verbal und eignet sich somit auch für nicht-deutschsprachige Zuschauer:innen.

CHRISTIANE STAUFFER ist freischaffende Schauspielerin. 2014 schloss sie ihre Schauspielausbildung an der Artrium-Schau-spielschule Hamburg ab. Seither arbeitet sie als freischaffende Schauspielerin in verschiedenen Projekten, als Klinik-Clownin und Workshop-Leiterin.
Eintritt nach Selbsteinschätzung

Im Anschluss an die Performance das PODIUM

Was müssen wir tun, um frei zu sein?

Die zentralen Fragen sind: Wie können wir Strukturen begegnen, die uns einengen und versuchen, uns in Formate zu pressen, in denen wir “nützlich” reagieren? Inwieweit sind auch Krankheitskonzepte (Diagnosen) Strukturen, die uns als biologische Gesetzmäßigkeiten nahegelegt werden? – mit Konsequenzen dahin, was/wie wir sehen, womit wir umgehen und was wir (auch vor uns) verborgen halten? Oder sind diese Strukturen sogar willkommene Argumente, hinter denen wir uns verstecken können, weil uns die Freiheit zu viel Angst macht? (Nadine Berger)

Im Podium:
CHRISTINA STAUFER, Schauspielerin/Tänzerin
NADINE BERGER, Dipl.-Psychologin, arbeitet als psychologische Psychotherapeutin;
eine Aktivistin von FEMIGRADAS, spanischsprachigem Frauennetzwerk mit dem Schwerpunkt auf der Schnittstelle Migration und Feminismus, deren letztes Projekt sich mit dem Thema Mutterschaft (u. a. psychische und physische Auswirkungen, sozialer Druck und mentale Belastung) beschäftigt.

Moderation: ARIANE LÖSCH, feministische Bibliothekarin

So., 23. 10. 2022

11.00 Uhr SONNTAGSBRUNCH
Der Mitbring-Sonntagsbrunch
Zum Festival- und LeLeTre-Ausklang freuen wir uns auf Euch und alles, was eure Küche hergibt: Aufstriche, Salate, Kuchen… von süß bis herzhaft, von einfach bis raffiniert – alle Speisen sind willkommen! Sie müssen nur aus mindestens drei Zutaten bestehen (Gewürze zählen nicht…) Und wer fürs „Selber-Zubereiten“ nicht bereit ist, kann für einen kleinen Unkostenbeitrag dabei sein. Alle haben die Möglichkeit, mitabzustimmen für das beste herzhafte Gericht und die verführerischste Süßspeise. Gewinner:innen dürfen sich auf den „Scharfen Kuss“ oder das „Süße Hüft-Gold“ freuen. Genießt den Brunch! … zusammen schmeckt es einfach besser. Und für Kids gibt es wieder einen kleinen Spiele-Parcours!
Eintritt: Naturalien (siehe Text) oder nach Selbsteinschätzung

Film-Festival-Programm im Prager Frühling

Fr., 14. 10. 2022

17.00 Uhr
Dokumentarfilm
Bettina
Lutz Pehnert, D 2022, 107 min.,
1976 halten es viele Widerstandskämpfer nicht mehr in der DDR aus und reisen aus. Doch die Liedermacherin Bettina Wegner will in ihrer Heimat bleiben und denkt nicht an eine Ausreise. Sie wird oft auf ein einziges ihrer zahlreichen Lieder reduziert, oder auf die Zusammenarbeit mit Joan Baez. Lutz Pehnert zeigt die Ausnahmekünstlerin in seiner Dokumentation auch darüber hinaus und
beleuchtet Wegners Leben auch abseits dessen, angelehnt an deren Lied „Über Gebote“ von 1980.
Eintritt: 8,- | 7,- Euro ermäßigt

21.00 Uhr
HORROR PREVIEW
Piggy
Carlota Pereda, 90 min., ESP, F 2022 span. OmU
Nicht jeder liebt die Sommerzeit. Für Sara (Laura Galán) bedeutet sie nur, dass sie ständig mit dem Spott, den Urteilen und den Beschimpfungen der anderen Mädchen in ihrem Dorf zu kämpfen hat. Aber heute ist es anders. Ein mysteriöser Unbekannter taucht im Dorf auf und entführt ihre Peiniger. Endlich hat sich jemand für sie eingesetzt. Sara sieht alles: das Blut, den Schlamm, das Messer und den Wagen, in dem er sie entführt hat. Und der unbekannte Mann hat sie gesehen. Ein wortloser Pakt, den keiner von beiden verraten wird. Sie ist jetzt eine Komplizin. Eine Reihe von Verbrechen erschüttert das Dorf, und bald beginnt eine Untersuchung. Die Bürgerwache hat endlose Fragen, die Dorfbewohner sind misstrauisch und zeigen mit dem Finger, die älteren Nachbarn tratschen. Die Hitze ist erdrückend, der Druck ebenfalls und ihre Schuldgefühle quälen sie. Was, wenn sie entdeckt wird? Was ist mit den Mädchen
Eintritt: 8,- | 7,- Euro ermäßigt

So., 16. 10. 2022

19.00 Uhr
Girls, Girls, Girls
Alli Haapasalo, 100 min., FIN 2022 finnisches OmU
Rönkkö will endlich Sex haben, bei dem sie wirklich etwas fühlt. Mimmi ist da prinzipiell schon einen Schritt weiter, aber ansonsten ziemlich wütend. Zusammen arbeiten die beiden besten Freundinnen in einem Smoothie-Laden. Als eines Tages die ehrgeizige Eiskunstläuferin Emma einen Drink bestellt, bröckelt Mimmis Toughness – und eine Party später lässt sie sich von Emma schon den dreifachen Lutz zeigen. Zwischen Laserpistolen-Duellen und Bindungsängsten machen sich die drei jungen Frauen auf Liebessuche und klären nebenbei noch die Frage, was im Leben eigentlich wirklich wichtig ist.
Eintritt: 8,- | 7,- Euro ermäßigt

Mo., 17. 10. 2022

19.00 Uhr
Zwischen uns beiden
Jude Bauman, 100 min., F 2021, franz. OmU
Laetitia und Elodie sind seit Jahren zusammen und wünschen sich ein gemeinsames Kind. Ein paar Mal haben sie es schon mit künstlicher Befruchtung versucht, doch jetzt fehlt das Geld für einen weiteren Versuch. Der neue Untermieter Simon soll Zahlungsmittel in die Paarkasse bringen, doch Laetitia fühlt sich auf mysteriöse Weise auch körperlich zu dem attraktiven Zauberkünstler hingezogen. Die Beziehung der beiden Frauen steht vor der Zerreißprobe – erst recht, als Laetitia auf einmal schwanger ist.
Eintritt: 8,- | 6,50 Euro ermäßigt

Adressen der Veranstaltungsorte

Soziokulturelles Zentrum Frauenkultur in der Kulturfabrik
Windscheidstr. 51, 04277 Leipzig | Tel. 0341 – 213 00 30
Tram 9, 10,11, Bus 89 | Haltestelle Connewitz Kreuz

Soziokulturelles Zentrum Werk-2 in der Kulturfabrik
Kochstr. 132, 04277 Leipzig
Tram 9, 10,11, Bus 89 | Haltestelle Connewitz Kreuz

OFT Halle 5 in der Kulturfabrik
Windscheidstr. 51, 04277 Leipzig | Tel. 0341 – 213 00 30
Tram 9, 10,11, Bus 89 | Haltestelle Connewitz Kreuz

Taufkapelle der Peterskirche
Zugang von der Schletterstraße
(Tram 10,11 Haltestelle Hohe Straße)

Kinobar Prager Frühling
Bernhard-Göring-Straße 152, 04277 Leipzig
Tram 9, 10,11, Bus 89 | Haltestelle Connewitz Kreuz