Zu-Hause-Gemachtes | Nr. 13

von Martina | 26.03.2020, 22:19 Uhr

Ich habe gedichtet.

Corona, Corona, Corona-ursprünglich der Kranz,
Heute für viele ein aggressiver Virentanz!
Das Virus fliegt um die Welt und niemand hat’s bestellt.

Toyota eines seiner Autos Corona nennt,
Ob das Virus dieses Auto kennt?
Diese Namensgebung ist lange her
Und kümmert Virus und Fahrer heute nicht mehr.

Dann gibt es die Corona, die sich zum Feiern trifft
Manchmal randaliert und auch mal kifft.
Auf diese Corona jeder gern verzichtet;
Kontaktsperre die Polizei zur Auflösung verpflichtet.

Auf der Welt gibt s mexikanisches Corona Bier,
Das trinkt man auswärts und auch hier.
Alkohol zur Innendesinfektion für manchen von Nutz.
Dieses Bier bietet bei Corona keinen Schutz.

Das spanische Königshaus sich mit diesem Titel schmückt,
ist heute über Corona Viren nicht entzückt.
Spanien unter der Pandemie in Europa leidet,
Deshalb jeder Tourist heute Spanien besser meidet.

Corona heißt in Kalifornien eine Stadt,
Die für ein Produkt beste Bedingungen hat.
Zitronen gedeihen dort besonders gut
Zitronenhauptstadt ist ihr Image und der neue Hut.

Wir sehen Corona für so vieles steht,
Ist mehr, als das, was heute durch die Medien geht.
Corona bringt die Covid 19-Krankheit,
Die niemanden nirgends erfreut.

Doch wenn Angst die Menschen hat im Griff,
Sind sofort Scharlatane und Betrüger mit im Schiff.
Teure Schutzmasken, unnötige Broschüren, Mittel zur Desinfektion,
Sie erfinden Preise in höchster Dimension.

Ein Warnhinweis an die schutzlosen „Alten „
Betrüger haben es abgesehen auf die mit den Falten.
Ob Enkeltrick oder neuer Corona Test, seid auf der Hut, seht es ein,
Laßt niemals Fremde in eure Wohnung rein.

Corona regt die Fantasie an, ohne Frage
Und fördert neue Wortschöpfungen zu Tage.
Für mich völlig neu der Name
im Krankheitsfall die virale Schramme.
Auch Corona Bonds und Virokratie
Ist völlig neu, hörte ich noch nie.

In Krisenzeiten nicht umstritten
Corona fördert neue Sitten.
Wir verabschieden uns heute nicht ohne Grund.
Mit dem Hinweis: und bleiben sie gesund.

Herzlich Martina

Zu-Hause-Gemachtes | Nr. 10

von Betty | 26.03.2020, 9:12 Uhr

Liebe Frieda,
Deine Gedanken beschäftigen mich sehr. Alle befinden sich in einer sehr ambivalenten Situation, weil die gewohnten Tagesabläufe nicht mehr möglich sind. Das verunsichert. Mich auch. Ich versuche meinen Tag zu strukturieren und vor allem, etwas tun, was für mich einen Sinn hat. Ich habe kein Bild von meinen neu sortierten Bücherregalen, sondern ein kleines Gedicht, das meine gegenwärtige Situation ein bisschen spiegelt.
Betty

Im Augenblick
scheinbar schwerelos.
Leichtigkeit im Vergessen.

Im Augenblick
scheinbar erdrückt.
Schwer-Sein im Begreifen.

Im Augenblick
weiter tun wollen.
Hoffnung in Bewegung.

Zu-Hause-Gemachtes | Nr. 9

von Frieda | 25.03.2020, 13:12 Uhr

Erst mal vielen Dank für Euer Angebot. Als ich es vorgestern gelesen habe, waren zwei Sofort-Impulse in mir. Der erste: Super, da mache ich mit. Der zweite: Wozu? Mitteilen kann ich mich auch mit meinen Leuten per Funk. Aber zurzeit habe ich immer stärker das Gefühl, dass Telefonate leerer werden. Es ist, als würde Substanz fehlen.

Darüber denke ich seit „meinen mehr Zu-Hause-Sein-Müssen“ öfters nach. Das ist auch der Grund, meinem ersten Impuls zu folgen. Erleben wir gerade eine Zeit, in welcher die großen philosophischen Fragen sich in unsere „Hirn-Mitte drängen können“, weil wir viel weniger tun müssen?

Was fehlt denen, die Zu-Hause-Bleiben müssen, am meisten? Ist das Miteinander-Reden per Telefon oder Skype schon immer oberflächlicher als nebeneinander sitzend? Ich habe eine Freundin in Berlin. Wir telefonieren mindesten zweimal in der Woche, wir lachen und weinen telefonisch zusammen, wir tauschen aus, geben einander Tipps, wir stärken uns. Seit sie und ich mehr „Zu-Hause-sein-müssen“ und wir viel mehr Zeit zum Reden haben, ist es „anders“. Arbeit ruht, Kultur ruht, Geselligkeit ruht. Brauchen wir „unsere Arbeit“ viel mehr als wir oft denken? Oder Kultur, kulturelle Teilhabe in öffentlichen Räumen?

Das sind meine ersten aufgeschriebenen „Zuhause-gemachten-Gedanken“. Vielleicht haben andere auch solche… und wollen die gern teilen. Ich denke jedenfalls weiter.


Diesem Baum habe ich gestern Hallo gesagt.
Von Frieda