Lesungen, Vorträge & Filme

Zu den unterschiedlichsten Themenbereichen gibt es in der Frauenkultur Vorträge, Lesungen & Filme aus feministischer Sicht. Es gibt Porträts zu einzelnen Künstlerinnen* oder zu Frauen*, die in einem historischen Kontext stehen. Und natürlich Autorinnen*-Lesungen aller Art. Alle Veranstaltungen bieten die Möglichkeit des Gesprächs zwischen Referentinnen*, Künstlerinnen* und den Besucher:innen.

März 2026

08.03. Frauen schreiben über das Leben. Jhg. 1

Sonntag | 11:00 bis 12:30 Uhr

LESUNG MIT SEKT ZUM INTERNATIONALEN FRAUEN*TAG
u.a. mit „Die Nähmaschine“
mit der Autorin GABRIELE PALM-FUNKE

In der Anthologie Frauen schreiben über das Leben. Jahrgang 1 versammeln sich literarische Texte von Autorinnen aus dem deutschsprachigen Raum und darüber hinaus. Die Beiträge werfen einen klaren, vielstimmigen Blick auf das Leben: auf Brüche und Übergänge, Erinnerungen, Entscheidungen, Verluste und Neubeginne. Es sind Texte über Mut und Zweifel, über Stärke und Verletzlichkeit – leise, präzise und ohne einfache Antworten. Der Band entstand aus einem Schreibwettbewerb mit über 600 Einsendungen aus Deutschland und dem deutschsprachigen Ausland. Ausgewählt wurden die Texte von der Jury des Verlags Stelling, kuratiert zu einer literarisch anspruchsvollen Anthologie, die die Vielfalt weiblicher Perspektiven sichtbar macht. Bei der Lesung im Frauenkulturzentrum Leipzig liest die Autorin Gabriele Palm-Funke aus dem Band.
Eine Lesung über das Leben – so, wie es ist.

GABRIELE PALM-FUNKE wollte schon als Kind den Dingen stets auf den Grund gehen… Und noch immer treiben sie Lebensfragen um, weshalb sie einst auch Theologie studiert hat. Doch in der Beschäftigung mit Prosa und Lyrik findet sie inzwischen bessere Antworten – vorläufige, vor allem undogmatische. Das Erzählen von Geschichten schließlich sorgt für Überraschungen und für neue Fragen. Beim Schreiben lebt die Autorin ihren Drang nach Freiheit im Denken und Kreativität aus. Sie verarbeitet Erlebtes, in ihren Texten finden sich manchmal autobiografische Spuren. Realität und Fiktion sind miteinander verwoben.

Die Autorin lebt in Leipzig. Zum Broterwerb arbeitet sie als Coach und Lehrerin. Außerdem malt sie und schreibt ab und an Lyrik. Seit 2020 veröffentlicht sie kurze Prosa. Sie war Finalistin bei mehreren Schreibwettbewerben, gewann 2021 einen Schreibwettbewerb am Literaturhaus Zürich, 2022 den Frauen-Literatur-Preis beim Kunsthaus LISA und gehörte 2025 zu den Gewinnerinnen des Literaturwettbewerbes, den der Verlag Stelling unter dem Motto „Frauen schreiben über das Leben“ ausgeschrieben hatte.

Weshalb eine Lesung bei Frauenkultur Leipzig? Die Texte der Autorin bieten nicht zuletzt eine Auseinandersetzung mit tradierten Frauenrollen und weiblicher Sozialisation, Klischees und Zwängen.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Verlag Stelling
Eintritt von 7,- | 5,- Euro ermäßigt; inklusive ein Glas Sekt

Weitere Informationen zu Aktionen und Demo zum Feministischen Kampftag des „Bündnis 8. März ist immer“ findet ihr zeitnah hier: https://agfrauenprojekte-leipzig.com/aktionen/

09.03. Enough is enough! Genug ist genug!

Montag | 17:00 bis 19:30 Uhr

GLOBALER FRAUEN*GENERAL-STREIK

„Die Zeit ist reif. Für einen Protest, der so vielfältig ist, wie wir es sind. Und so sichtbar ist, wie die Probleme es sind. Es ist Zeit für einen hörbaren Aufschrei – für ein starkes ENOUGH! GENUG! BASTA!“

Infos zu Aktionen unter: https://enoughgenug.org/de/

Im Rahmen des GLOBALEN FRAUEN*GENERAL-STREIKs am Mo., 09.03.2026

17.00 Uhr FILM mit thematischer Einführung
Ein Tag ohne Frauen
Island/USA 2025 von PAMELA HOGAN & HRAFNHILDUR GUNNARSDÓTTIR, Dok-Film 70 min.
Ort: Kinobar Prager Frühling, Bernhard-Göring-Straße 152 / Haus der Demokratie, 04277 Leipzig

Als 90 Prozent der isländischen Frauen an einem Herbstmorgen im Jahr 1975 ihre Arbeit niederlegten und ihre Häuser verließen, weil sie sich weigerten zu arbeiten, zu kochen oder sich um die Kinder zu kümmern, brachten sie ihr Land zum Stillstand und katapultierten Island zum „besten Ort der Welt, um eine Frau zu sein“. Zum ersten Mal von den Frauen selbst erzählt und mit spielerischen Animationen verse-hen, ist EIN TAG OHNE FRAUEN subversiv und unerwartet lustig. Der Film erschien zum 50. Jahrestag des Streiks und trägt die Bot-schaft über die kollektive Kraft der Frauen*, ihre Gesellschaft zu verändern… und das Mögliche neu zu denken.
Kooperation Kinobar Prager Frühling und Frauenkultur || Eintritt: 8,50 | 7,00 Euro ermäßigt

18.03. Buchmesse 2026 | Leipzig liest am 18.03.2026 in der FraKu

Mittwoch | 19:00 bis 20:15 Uhr

LESUNG & GESPRÄCH | Klett Cotta Verlag
Meine verletzte Generation
Mit CARLA HINRICHS
Autorin & Klimaaktivistin der Letzten Generation

Sie schläft noch, als ein Einsatzkommando unter Berufung auf § 129 ihre Wohnung stürmt. Der Vorwurf: Bildung einer kriminellen Vereinigung, der „Letzten Generation“. Die Jurastudentin Carla Hinrichs aus Bremen, die sich dafür einsetzt, dass Gesetze auch vom Staat eingehalten werden, landet selbst vor Gericht. Hier geht es nicht um die Klimakrise. Hier geht es um die Demokratie und um die Autokratisierung unseres Staates. Und um den Paragraphen 129 – ein Gesetz, das die Staatsanwaltschaft im Kampf gegen Terror und Mafia bemächtigen soll und das missbraucht wird, um Grundrechte wie Versammlungs- und Meinungsfreiheit zu unterdrücken. Die Anklage gegen Carla Hinrichs und die „Letzten Generation“ wird zu einem Präzedenzfall für den Umgang des Staates gegen die Zivilgesellschaft.

„Carla Hinrichs schreibt mit einer Dringlichkeit, die ihren politischen Schmerz in eine poetische Analyse verwandelt.“ Samira El Ouassil

Carla Hinrichs, geb. 1997, Klimaaktivistin und Autorin; politisch aktiv bei Amnesty International; Jurastudium bis zum ersten Staatsexamen; seit 2022 engagiert bei der Letzten Generation.
Eintritt: nach Selbsteinschätzung

19.03. Buchmesse 2026 | Leipzig liest am 19.03.2026 in der FraKu

Donnerstag | 16:00 bis 21:30 Uhr

16.00 Uhr
MULTIMEDIA-EVENT MIT TEXTEN, VIDEOCLIPS UND DISKUSSION | Büchner Verlag
Anleitung für eine Rebellion.
12 Regisseurinnen schreiben Geschichte
IMOGEN KIMMEL, BETTINA SCHOELLER BOUJU, BARBARA TEUFEL; Moderation: JUDITH GÖBEL
Die Autorinnen berichten, wie sie als Filmregisseurinnen die Erfahrung machten, trotz bester Ausbildung gegenüber ihren männlichen Kollegen konsequent benachteiligt zu werden. Ihre Empörung führte nicht nur zur Gründung des Vereins „ProQuote Regie“, sondern zu einer generellen Auseinandersetzung darüber, wie sich diese Empörung in Handlungsmacht und Veränderungswillen umsetzen lässt. Sie zeigen, dass es möglich ist – trotz aller Ängste und Widerstände. Ihre Anleitung für eine Rebellion ist vor allem eine spannende und hochaktuelle Anleitung zum Selbermachen – für alle, nicht nur für Filmschaffende.
Eintritt: nach Selbsteinschätzung

18.00 Uhr
LESUNG & GESPRÄCH | Unrastverlag
Transformative Gerechtigkeit: Selbstorganisierte Umgänge mit Konflikten und zwischenmenschlicher Gewalt
Mit dem Herausgeber*innenkollektiv UmGäng
Das Buch zeigt, wie gemeinschaftliche Verantwortungsübernahme und selbstorganisierte Praxis einen solidarischen Umgang mit Gewalt jenseits von Polizei und Justiz ermöglichen. Der Band bündelt Wissen und Erfahrungen selbstorganisierter Praxen im Umgang mit sexualisierter, rassistischer, antisemitischer und anderer Gewalt im deutschsprachigen Raum. Er vermittelt theoretische Grundlagen, sprachliche Werkzeuge, praktische Anleitungen und macht Erfolge, Herausforderungen und Komplexitäten kollektiver Gerechtigkeitsprozesse sichtbar.
UmGäng, Herausgeber*innenkollektiv aus Aktivist*innen linker Anti-Gewalt-, Bildungs- und Beratungskontexten – zur Sichtbarmachung vielfältige Erfahrungen mit transformativer Gerechtigkeit und zur Ermutigung, daran anzuknüpfen.
Eintritt: nach Selbsteinschätzung

20.00 Uhr
LESUNG & GESPRÄCH | Unrast Verlag
LiebesMacht. Über Freund*innenschaft, Aromantik und die Dekonstruktion von romantischen Beziehungen
Mit NORA KELLNER
Liebe gilt als höchstes Ideal. Doch was, wenn sie ein gesellschaftliches Konstrukt ist? Nora Kellner dekonstruiert den romantischen Liebesbegriff und zeigt seine Verflechtung mit Kapitalismus und Patriarchat. Sie fragt, welche Beziehungsformen abgewertet werden und was das für aromantische und asexuelle Menschen bedeutet. Von queer-platonischen Beziehungen bis zum selbstbestimmten Alleinsein eröffnet das Buch neue Perspektiven auf Nähe, Zugehörigkeit und Utopien, die möglich werden, wenn wir Liebe neu denken.
Nora Kellner studierte Politikwissenschaften und Soziologie; z.Z. Masterstudium „Gender und Queer Studies“. Bildungsarbeit zu geschlechtlicher, sexueller und romantischer Vielfalt in Schulen. Ihr Buch OpferMacht. Klartext reden über sexualisierte Gewalt erschien 2023.
Eintritt: nach Selbsteinschätzung

20.03. BUCHMESSE 2026 | Leipzig liest im MiO

Freitag | 16:00 bis 17:00 Uhr

LESUNG & GESPRÄCH | Orlanda Verlag GmbH
Kiezkinder – Wir mischen mit! Der Geheimplatz
mit MILENA BARTELS (Autorin)

Ava entdeckt ein verlassendes Fabrikgelände – der perfekte Ort für einen Geheimplatz. Mit ihren Freund:innen plant sie, ihn selbst zu ihrem eigenen Spielplatz umzubauen. Doch als die Stadt den Platz bebauen will und bei der Planung nicht an die vielen Kinder im Kiez denkt, beschließen sie, sich einzumischen und einen Bauspielplatz für alle daraus zu machen.

MILENA BARTELS, Ärztin und Kinderbuchautorin; Mutter von zwei Kindern; möchte vielfältige Lebensrealitäten von Familien zu Wort kommen lassen, die in Kinderbüchern oft noch unterrepräsentiert sind. ROYA SORAYA, freischaffende Illustratorin und Comicautorin; zeichnet mit feministischem Fokus Figuren in ihrer Vielfalt und Menschlichkeit.
Eintritt: nach Selbsteinschätzung

Ort: MiO-Mädchentreff, Konradstraße 64, 04315 Leipzig | Nur für Mädchen (8-12 Jahre)

20.03. BUCHMESSE 2026 | Leipzig liest in der FraKu

Freitag | 18:00 bis 19:15 Uhr

LESUNG & MUSIK | Landesfrauenrat Sachsen e.V.
Von Puppen, Passionen und Protokollen.
Drei außergewöhnliche Frauen
Frauenorte Sachsen: Frauengeschichte neu erzählt
Die Schauspielerin SIBYLLE KUHNE erzählt die bewegenden Lebensgeschichten dreier Frauen.

Die Chemnitzerin Hildegard Krahmer (1912 -1985) entwarf in der Nachkriegsnot 1947 für ihre Kinder eine Puppe mit geschnitztem Holzkopf, einem handgestopften Körper aus Stoff und Anziehsachen aus vielerlei Material: die Puppe „Kuck in die Welt“. Beginn einer internationalen Erfolgsgeschichte.

Elsa Asenijeff (1867 – 1941), eine der ersten weiblichen Studierenden der Leipziger Universität, war Schriftstellerin, Dichterin, Philosophin. Weggefährtin Max Klingers. Sie hat expressive, auch erotische Lyrik verfasst, pointiert-philosophische Prosa. Sie trat leidenschaftlich für die Rechte der Frauen ein.

Die Schriftstellerin Maxie Wander (1933 – 1977) wurde mit „Guten Morgen, du Schöne“ deutschlandweit bekannt. Ihre ungeschminkten Protokolle nach Tonband – auch in Leipzig aufgenommen – sorgten für heiße Diskussionen, wurden für die Bühne adaptiert. Kultbuch der Siebziger Jahre in Ost und West.

Sibylle Kuhne erzählt Geschichten von verblüffender und berührender Aktualität. Ein unterhaltsames literarisch-musikalisches Programm in Kooperation der GEDOK Mitteldeutschland und der Frauenkultur Leipzig.

SIBYLLE KUHNE, Dipl.-Schauspielerin und Sprecherin. Nach Studium an der Theaterhochschule Leipzig folgten Engagements in ganz Deutschland. Zudem arbeitet sie für Funk, Fernsehen und Werbung. Erfolgreich präsentiert sie literarisch-musikalische Programme u.a. das Theater-Solo „Die amerikanische Päpstin“ (Esther Vilar). Sie ist Mitglied des GEDOK Mitteldeutschland e.V.

LANDESFRAUENRAT SACHSEN e.V., Dachverband mit mehr als 40 Frauenverbänden, -vereinen und Gleichstellungsinitiativen. Ziel: reale Chancengleichheit und Gleichstellung von Frauen und Männern. Das Projekt „frauenorte sachsen“, seit 2016 umgesetzt, würdigt historische Frauenpersönlichkeiten, die Sachsen auf allen gesellschaftlichen Ebenen geprägt haben.
Eintritt: frei

20.03. LESBISCHE BÜCHERNACHT ZUR BUCHMESSE 2026

Freitag | 20:00 bis 22:30 Uhr

Spannende, berührende und humorvolle Geschichten von Leidenschaft, Liebe, Politik und Erotik.

Gemeinschaftsveranstaltung von Querverlag, Konkursbuch Verlag, Jaron-Verlag, Aufbau Verlage und Frauenkultur
Eintritt: 8,- | 6,- ermäßigt (incl. Party) ->
im Anschluss 22.30 Uhr: Die QUEERE-PARTY-NACHT zur Buchmesse

Das konkrete Leben | Jaron-Verlag
Mit SARAH TRENTZSCH, Berlin
Toni kämpft leidenschaftlich für Frauenrechte. Auf einer Party verliebt sich die Abiturientin in Jona. Die Begegnungen werden intensiver, doch Jona bleibt geheimnisvoll. Nach und nach erfährt Toni, dass Jona sich vor ihrer Familie verstecken muss; ihre Lebensrealität im Widerspruch zu Tonis politischen Idealen steht – mit gefährlichen Folgen für beide.
Sarah Trentzsch, geb. 1977, arbeitet als Koordinatorin bei der Berliner Initiative gegen Gewalt an Frauen und als Psychosoziale Beraterin. „Das konkrete Leben“ ist ihr Romandebüt. Im Mai 2025 erschien ihr vielbeachtetes Sachbuch „Wofür wir Töchter unsere Mütter brauchen“. Sie lebt in Berlin.

Sommer der schlafenden Hunde | Aufbau Verlage
Mit LAURA DÜRRSCHMIDT, Leipzig
Lena und Trice sind alles füreinander – beste Freundinnen, Feindinnen und Geliebte zugleich. Zwischen Vorstadt, Fight Club und Großstadt verbindet sie eine intensive Beziehung. Doch da war auch Sascha, das Zentrum ihres toxischen Dreiecks, die am Ende der Schulzeit stirbt. In einem heißen Sommer drängt die Wahrheit über Schuld und Vergangenheit ans Licht. Ein schonungsloser Roman über Nähe, Gewalt und Verlust.
Laura Dürrschmidt, geb. 1994, studierte Buchwissenschaft und British Studies in Mainz. 2020 ausgezeichnet beim Jungen Literaturforum Hessen-Thüringen. Ihr Debüt „Es gibt keine Wale im Wilmersee“ erschien 2021.

Gehen wollen, bleiben sollen | Querverlag
Mit SOPHIE HERRNDORF
Zwei Frauen ringen um Selbstbestimmung in einer Welt voller Erwartungen. Toni lebt mit ihrer Tochter in Köln, zweifelt an der Mutterschaft und sehnt sich nach ihrem früheren Leben als Kriegsfotografin. Chris, Journalistin, wird vor einem Auslandseinsatz mit der schweren Krankheit ihrer Mutter konfrontiert. Zwischen Erinnerungen, Abschied und neuer Nähe erzählt der Roman poetisch von lesbischer Mutterschaft, nonbinärer Liebe und der Frage nach Gehen oder Bleiben.
Sophie Herrndorf, geb. 1984; mit dreizehn Jahren sagte sie: „Entweder werde ich Nonne oder lesbisch“ und entschied sich später für Zweiteres; als Grundschullehrerin lebt sie mit ihrer Liebsten und ihrer Tochter in Köln.

Blackburn: Eine aufgrund der Umstände eher komplizierte Liebesgeschichte | Konkursbuch Verlag
Mit ANNE BAX
Die 28-jährige Johanna zieht nach London, um ihrer Ziellosigkeit zu entkommen – und träumt heimlich von Vampirinnen. Als ihr Arbeitgeber ermordet wird, vermutet sie eine Vampirin als Täterin. Nur Tokio aus ihrer Wahlfamilie glaubt ihr. Vor dem Hintergrund politischer Krisen entfaltet sich ein queerer Slowburn zwischen Krimi, Romance und Vampirmythos in düsteren Ecken Londons.
Anne Bax, geb. 1961 im Ruhrtgebiet, feiert Erfolge mit ihren Kurzgeschichten, in denen sie mit pointiertem Humor lesbisches Liebesleben in den Blick nimmt. Sie schreibt außerdem Romane u.a. über Rentnerinnen, die Morde aufklären.

21.03. BUCHMESSE 2026 | Leipzig liest in der FraKu

Samstag | 15:00 bis 19:15 Uhr

15.00 Uhr
DOPPEL-LESUNG & GESPRÄCH | Dr. Ziethen Verlag

Renate löscht. Das Licht.
Mit MANUELA BIBRACH & PÈTRUS AKKORDÉON
MANUELA BIBRACH entwirft in kurzen Texten poetische Bilder des Alltäglichen. Mit distanziertem Blick schafft sie überraschende Nähe und erzählt von Menschen, in deren Leben scheinbar nichts geschieht – obwohl oft zu viel passiert. In einer lauten Actiongesellschaft stehen ihre leisen Held*innen im Mittelpunkt: Menschen, die sich zurückziehen und gerade darin berühren.
Manuela Bibrach, geb. 1971 in Dresden; Dipl.-Ingenieurin für Landschaftsnutzung & Naturschutz; veröffentlichte ihre Gedichte in Zeitschriften und Anthologien; seit 2015 Mitglied im Literaturforum Dresden; seit 2018 der Oberlausitzer Autorenrunde. 2024 Auszeichnung ihres Gedichtbands „Radios mit Naturstimmen“ mit dem Klopstock-Förderpreis des Landes Sachsen-Anhalt

Lauschgoldfisch: Brise Âme
Mit FRANZISKA BEYER-LALLAURET & FRIEDERIKE VON CRIEGERN
Der zweisprachige Band entfaltet vom ersten Vers an einen Sog wie die Gezeiten. Die Gedichte fließen wie Wasser, voller Klang und Bedeutung und tragen zu einem fernen Du. Die Aquarelle von FRIEDERIKE VON CRIEGERN wecken Erinnerungen an die See.
Franziska Beyer-Lallauret, geb. 1977 in Mittweida; aufgewachsen einem idyllisch gelegenen, mehrere Jahrhunderte alten Pfarrhaus im Muldental. Dieser mittelsächsische Landstrich prägt bis heute viele ihrer Texte.
Eintritt: nach Selbsteinschätzung

17.00 Uhr
LESUNG & GESPRÄCH | Verlagsabend Palomaa Publishing:
Feministische Perspektiven, Inspiration und Bücher
Mit ALEXANDRA POLUNIN, MARSHA RICHARZ, NANCY HOCHSTEIN & SARAH PFAFFENEDER

Palomaa Publishing steht für Bücher, die Haltung zeigen – für feministische, empowernde und gesellschaftlich relevante Titel. An diesem Abend treffen vier Autorinnen aufeinander, die mit ihren Werken auf unterschiedliche Weise dasselbe Ziel verfolgen. Vier starke Stimmen, die mit Leidenschaft, Witz und Tiefgang über weibliche Selbstbestimmung und Sichtbarkeit, strukturelle Ungleichheiten gesellschaftliche Rollenbilder und den Wert von Arbeit sprechen.

Marsha Richarz, Autorin, Bühnenpoetin, Workshopleiterin und Moderatorin, steht seit 2011 auf der Bühnen und performt Texte über das Leben, Feminismus, Körperbilder und Waschlappen. Dabei schafft sie es, politisch relevante Themen humorvoll, charmant und satirisch mit Alltagsbeobachtungen und -situationen zu verweben.

Alexandra Polunin; Studium Germanistik, Philosophie und Medienwissenschaften; heute Kommunikationsberaterin für Selbstständige; widmet sich ihrem Lieblingsthema: der Schnittstelle von Social Media und Feminismus.

Nancy Hochstein ist politisch, feministisch und unbequem; engagiert sich seit in Elterninitiativen, politischen Gremien oder im Sport; schreibt über das, worüber viele nur reden: unbezahlte Arbeit, feministische Widersprüche, politische Fürsorge und warum Sichtbarkeit kein Luxus ist, sondern eine Frage von Macht.

Sarah Pfaffeneder, Studium der Germanistik und Anglistik; nutzt sie ihre Lehrtätigkeit wie ihre Bücher, um für mehr Sichtbarkeit für Frauen zu kämpfen. Sie sieht genau hin, wo Informationen begraben liegt, wo Humor wartet, aber auch dorthin, wo es wehtut
Eintritt: nach Selbsteinschätzung

21.03. BUCHMESSE 2026 | Leipzig liest in der FraKu

Samstag | 19:30 bis 21:00 Uhr

DOPPEL-LESUNG & GESPRÄCH
Das Sternbild des Matrosen lesen: Schwules Leben – schwule Literatur | Psychosozial-Verlag
Lesung in Erinnerung an SALIH ALEXANDER WOLTER

Salih Alexander Wolter starb im Juli 2025. Er war immer ein politischer Mensch, der die Literatur und den Literaturbetrieb liebte. Politisch besonders wichtig war ihm der Aufsatz “Ist Krieg oder was? Queer Nation Building in Berlin-Schöneberg” – mit ihm intervenierte er gegen den sich seit den 1990er Jahren verbreitenden schwulen Nationalismus. Ebenso prägend war das Buch „Queer und (Anti-)Kapitalismus“. Salihs Liebe galt der Literatur. So ist sein Buch “Das Sternbild des Matrosen lesen. Schwules Leben – schwule Literatur” eine Liebeserklärung an schwule Literatur und ihre Autoren (und eine Autorin). Heinz-Jürgen Voß liest aus dem eindrücklichen Matrosen-Band, gibt einige Perspektiven zum Wirken von Salih und steht gern für Fragen zur Verfügung.

Update Sexualwissenschaft: Aktuelle Forschungen und Veröffentlichungen
Einblick und Gespräch mit Prof. Dr. HEINZ-JÜRGEN VOSS (Hochschule Merseburg)

Sexualwissenschaft lässt sich studieren. Mittlerweile nicht mehr nur an der Hochschule Merseburg, wo die Sexualwissenschaft eine lange Tradition hat, sondern auch in Hamburg und Fürth. Zugleich ist die Sexualwissenschaft eine äußerst produktive Disziplin: aktuelle Entwicklungen zur Sexualität und zur geschlechtlichen und sexuellen Selbstbestimmung kommen voran und werden reflektiert. Das zeigt auch der Band „Sexual- und Paarberatung mit trans und nicht-binären Menschen: Praxisorientierte Empfehlungen und erfahrungsbasierte Perspektiven“ (Alexander Hahne & Jana Haskamp; 2025 Psychosozial-Verlag).
Prof. Dr. Heinz-Jürgen Voß gibt ein Update zur Sexualwissenschaft. Wie ist ihr Stand im Hinblick auf sexualisierte Gewalt und Fragen der geschlechtlichen und sexuellen Selbstbestimmung? Wie verhält sie sich vor dem Hintergrund rechtsextremer Angriffe?
Eintritt: frei

22.03. BUCHMESSE 2026 | Leipzig liest in der FraKu

Sonntag | 11:00 bis 12:15 Uhr

LESUNG & GESPRÄCH | Unrast Verlag
Mothering. Subversive Fürsorge als radikale Praxis
Mit Dr. CAROLINA TAMAYO ROJAS
Das Buch fordert, Mothering als politische Praxis ins Zentrum gesellschaftlicher Debatten zu rücken. Mothering ist eine Handlungspraxis der Fürsorge, des Teilens und Kümmerns – subversive, radikale Praktiken, auf die die Gesellschaft nicht verzichten kann und darf. Der Band versammelt Stimmen, Gedichte, Reflexionen – die Mothering als gelebte, widerständige und zutiefst politische Praxis sichtbar machen; Care und Verantwortung thematisieren und neue Perspektiven jenseits hegemonialer Normen eröffnen.

Dr. Carolina Tamayo Rojas, Mit-/Herausheberin; geboren in Kolumbien mit afro- und indigenen Wurzeln, Queer-Feministin, Anarka-Punk-Musikerin und Aktivistin gegen Rassismus und rassistische Polizeigewalt. Als Elternteil eines 3-jährigen Kindes und älteste Tochter einer alleinerziehenden Mutter bewegt sie sich zwischen Fürsorge, Widerstand und Wissensproduktion; lehrt an der Alice Salomon Hochschule Berlin zu Gender, Queer Theory und Empowerment und Powersharing
Eintritt: nach Selbsteinschätzung

24.03. Unsichtbar gemacht: Der Mathilda-Effekt und wessen Wissen zählt

Dienstag | 19:00 bis 20:30 Uhr

VORTRAG & GESPRÄCH
eine Veranstaltung zum 200. Geburtstag von MATILDA JOSLYN CAGE
mit LEA PAULA MÜLLER

Warum kennen wir so viele männliche „Genies“, während die Leistungen von Frauen oft übersehen oder vergessen werden? Der Mathilda-Effekt beschreibt ein strukturelles Muster, bei dem Beiträge von Frauen – besonders in Wissenschaft und Kultur – systematisch abgewertet oder anderen zugeschrieben werden. Benannt wurde dieses Phänomen nach MATILDA JOSLYN CAGE, geboren am 24.03.1826. Sie kämpfte radikal für das Frauenstimmrecht in den USA und war eine scharfsinnige Analytikerin. So argumentierte sie, dass sich nicht die Frauen weiterentwickeln müssten, um ihren gleichberechtigten Platz einzunehmen, sondern das Patriarchat – auch diese Wortschöpfung stammt von ihr. Mit imponierendem Wissen brachte sie die Geschichte bedeutsamer aber vergessener Frauen wieder ans Licht. Anhand historischer und aktueller Beispiele zeigt der Vortrag, dass das Unsichtbar-Machen der Leistungen von Frauen kein Einzelfall ist. Gemeinsam wird untersucht, wie Machtverhältnisse, Geschlecht und Anerkennung zusammenwirken; wer besonders häufig übersehen wird – und warum.

LEA MÜLLER, B.A. Soziale Arbeit; beschäftigt sich u.a. mit feministischen und gesellschaftskritischen Diskursen.
Eintritt: nach Selbsteinschätzung

26.03. Haare sind nicht neutral: Warum Körperhaare kein Privatproblem sind

Donnerstag | 19:00 bis 20:30 Uhr

INTERAKTIVER VORTRAG
mit ARZU CORNELIA TARHAN

(Körper-) Haare gelten oft als private Frage von Geschmack, doch der Umgang mit ihnen ist eng mit rassistischen, kolonialen und geschlechtlichen Machtverhältnissen verknüpft. In diesem interaktiven Vortrag mit ARZU CORNELIA TARHAN werfen wir einen kritischen Blick auf die Geschichte und Gegenwart von Körper- und Kopfhaaren im westlichen Kontext und fragen, wie Vorstellungen von Weiblichkeit, Normalität und „Hygiene“ entstanden sind. Neben wissenschaftlichen Inputs wird es Raum für gemeinsamen Austausch und kritische Reflexion zu Normen von Haarlosigkeit und deren Wirkung geben. Die Veranstaltung richtet sich an alle, die Körper, Rassismus und Alltagspolitiken zusammendenken möchten.

ARZU CORNELIA TARHAN studiert Soziologie an der Universität Wien mit einem Schwerpunkt auf der Konstruktion sozialer Geschlechternormen, sozialer Ungleichheit und Kultursoziologie.
Eintritt: nach Selbsteinschätzung