Feminismus heute: Politische Notwendigkeit eines humanistisch-demokratischen Gemeinwesens.

Zur gesellschaftlichen Unabdingbarkeit von Gleichstellung aller Menschen – im Kontext eines solidarischen Gemeinwesens

Unsere Gegenwart ist „voller Fragen“ – deren Halbwertszeit weit über das Jahr 2019 hinausreichen wird und deren Antworten unser (Alltags)Leben bestimmen werden. Angesicht weltpolitischer Spannungsfelder, Kriegen, Hungersnöten, klimawandelbedingte Wetter-Katastrophen befinden wir uns in diesem Kontext öfters in Erklärungssituationen: Gibt es heute nicht Wichtigeres als Feminismus?

Diese Frage stellen wir uns quasi täglich. Unsere Antwort ist immer: Feminismus tangiert in den Querschnitts-Forderungen und Zielen immer Kausalitäten o.g. weltweiter Konflikt-Situationen. Feminismus als Essenz bedeutet in den Zielen nichts anderes als die volle Umsetzung des Artikel 3, besonders Absatz 3 des Grundgesetzes: „Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.“

Die Differenzen des gesellschaftlichen Status in Bezug auf Chancengleichheit sind im Vergleich demokratischer Staaten (auch derer, die sich noch als solche bezeichnen) immens. Deutschland ist in Gleichstellungsfragen im Querschnitt um ein Vielfaches fortschrittlicher als der größte Teil der Länder weltweit. Aber auch hier gibt es noch sehr real existierende Diskrepanzen und nicht nur in Gehaltsbenachteiligungen von Frauen gegenüber Männern, trotz äquivalenter Leistungen:

… Feminismus wendet sich gegen jede Form von Ungleichbehandlung und gegen die Zuschreibung vermeintlich natürlicher Eigenschaften an bestimmte Personengruppen. Die Behauptung, Frauen seien aufgrund naturgegebener Vorgaben für die Kindererziehung vorgesehen, stellen Feministinnen genauso infrage wie die Behauptung, Menschen aus einem bestimmten Land seien eben weniger intelligent. Es wird gerne behauptet, Frauen seien die besseren, die ethischeren Managerinnen. Das ist natürlich ebenso Unsinn, weil Frauen nicht qua Natur die besseren Menschen sind.
Prof. Sabine Hark: Soziologin, Professorin an der TU Berlin und wissenschaftliche Leiterin des dortigen Zentrum für Interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung | ZIFG

Was braucht „Feminismus und/oder Emanzipation“, um überhaupt wirksam Gesellschaft (mit)gestalten und Missstände verändern zu können? Reichen ein Hashtag und das Benennen eigener Erfahrungen aus oder bedarf es (viel) mehr? Welche Formate der politischen Bildung und Wissensvermittlung bzw. folgend der unmittelbaren Teilhabe an demokratischen gesellschaftlichen Veränderungsprozessen braucht es heute? Mehr Wissen, mehr Theorie, mehr Aktivismus…? Ja, es braucht mehr! Vor allem konkrete Inhalte, klare politische Forderungen, mehr aktives zielgerichtetes Handeln… und dem folgend noch viel mehr gesellschaftliche (Eigen-)Verantwortlichkeiten… bezugnehmend auf alle Menschen!

Das Projekt “Feminismus heute” thematisiert diesen Kontext, da

nicht selten thematische Inputs und Diskussionen auf verschiedenen, sehr heterogenen Wissensebenen geführt und dadurch Personen im Verständnis-Kontext ausgeschlossen werden, ist das Anliegen dieses Projektes: Wissen, insbesondere auch von akademisch-wissenschaftlichen Forschungsarbeiten – begreifbar zu vermitteln und einen offenen, quasi terminologisch barrierefreien Austausch zu ermöglichen. Das Verstehen der Bedeutung von demokratischen Gleichstellungsprozessen in der aktuell-gesellschaftlichen bzw. historisch-philosophischen Dimension ist Teil wie auch letztendlich unumgängliche Notwendigkeit jeglicher demokratisch-freiheitlichen Weiterentwicklung eines humanistischen Gemeinwesens.


Auf diesem Wege ein besonderer Dank an den Freistaat Sachsen.
Die Umsetzung des Gleichstellungsprojektes “Feminismus heute: Politische Notwendigkeit eines humanistisch-demokratischen Gemeinwesens.” – welches sich an alle Menschen (unabhängig vom Geschlecht) richtet – wurde durch den Freistaat Sachsen | die Sächsische Staatsministerin für Gleichstellung und Integration | die Gleichstellungsbeauftragte der Landesdirektion Sachsen unterstützt und gefördert. Die Durchführung dieses Projektes wäre ohne diese Unterstützung nicht möglich.