Lesungen / Vorträge
Vorträge, Lesungen und Bildungsveranstaltungen

Zu den unterschiedlichsten Themenbereichen gibt es in der Frauenkultur Vorträge aus weiblicher Sicht. Es gibt Porträts zu einzelnen Künstlerinnen oder Frauen, die in einem historischen Kontext stehen. Und natürlich Autorinnen-Lesungen aller Art. Alle Veranstaltungen bieten die Möglichkeit des Gesprächs zwischen Referentinnen, Künstlerinnen und den BesucherInnen.
Do., 23. 02. 17
19:00 Uhr
Die heimliche Revolution. Frauen in Saudi-Arabien.
DER BESONDERE FILM
Regie: CARMEN BUTTA | GABRIELE RIEDLE, D 2016, 44 min.

Sie sind in die religiös-korrekte Abaja gehüllt, dürfen nicht Auto fahren und gehen dennoch selbstbewusst ihren Weg. In Pionierarbeit erkämpft sich eine neue Generation von Frauen in Saudi-Arabien erstmals Positionen als Politikerin, Anwältin, Chefredakteurin, Unternehmerin - und verändert dadurch das streng religiöse Königreich.
Rasha Hefzi zum Beispiel wurde vor einigen Monaten in den Stadtrat von Dschidda gewählt. Erstmals konnten im Königreich auch Frauen kandidieren und ihre Stimme abgeben. Doch schon bei der ersten Stadtratssitzung wollten ihre Kollegen sie hinter eine Wand verbannen. Hefzi ließ sich das nicht gefallen. "Sie meinen, Frauen beschützen zu wollen, indem sie uns ausschließen, einhüllen und einem männlichen Vormund unterstellen. Doch das ist kein Schutz, sondern Diskriminierung."
Oder die junge Om Saif, die in der Altstadt von Dschidda eine traditionelle Bäckerei übernommen hat. Den Schleier bis unter die Augen gezogen, gibt sie ihren Angestellten Anweisungen und steht auch selbst hinter dem Ladentisch - für viele Saudis eine schwere Sünde. Aber sie sagte sich: "Fürchte dich nicht, reiße die Angst aus deinem Kopf heraus!", und hat an ihrer Leidenschaft für diese Arbeit festgehalten. Auch, um damit anderen Frauen Mut zu machen.

Die sehr engagierten Filmemacherinnen haben außergewöhnliche Frauen getroffen, die ihr Land nicht nur zum Wohl der Frauen verändern wollen - klug, diplomatisch und hartnäckig.
Eintritt: frei

Do., 02. 03. 17
19:00 Uhr
An den Männern liegt es nicht.
Wie Bravo Girl! und Glamour ihren Leserinnen Sexualität und Selbstbild vermitteln
VORTRAG & DISKUSSION
Referentin: NHI LE | Slam Poetin, Bloggerin, Speakerin und Freelance Model

Witzige Ausschnitte aus Fotolove-Stories der Bravo und Bravo Girl!, Sex-Ratschläge von Dr. Sommer oder auch Flirttipps aus der Glamour. Mädchen- und Frauenmagazine kommen in scheinbarer Leichtigkeit daher, doch wie werden die Themen Sexualität und Selbstbild den Leserinnen vermittelt? Aufbauend auf einer qualitativen Inhaltsanalyse soll diese Frage umfangreich mit jeweiligen Beispielen aus den Magazinen im Vortrag erklärt werden. Dabei werden die verkaufsstärksten Titel (Bravo Girl! und Glamour) aus den jeweiligen Segmenten untersucht, denn Printmedien sind lange nicht so tot wie stets behauptet wird.
Schon in den 90ern wurde festgehalten, dass Medien "Identitätszwänge für die weibliche Entwicklung" (Luca, 1998) vermitteln und "Anpassungsleistungen" an die männliche Sexualität von weiblichen Jugendlichen verlangt werden. Diese Behauptung wurde in der dem Vortrag zugrundeliegenden Abschlussarbeit untersucht und samt Ausprägungen dargestellt. Was vermitteln Magazin-Rubriken wie "Jungs", "Mode" und "Beauty" und welches Bild der Leserinnen lässt sich dadurch abzeichnen? Darüber hinaus gibt der Vortrag Hinweise für Umgangsweisen mit der Thematik.

NHI LE, geb. 1995, studierte Kommunikations- und Medienwissenschaft an der Uni Leipzig. Sie ist Slam Poetin, Bloggerin, Speakerin und Freelance Model. Sowohl auf der Bühne als auch in ihren Artikeln setzt sich Nhi vor allem mit Themen rund um Feminismus, Anti-Rassismus, Veganismus und Popkultur auseinander. Zu diesen Schwerpunkten bloggt sie auf ihrer Seite nhi-le.de, gibt Workshops oder tritt bei Konferenzen und Vorträgen als Speakerin auf.

Die Veranstaltung findet statt im Rahmen von "women in science" | Kooperation zwischen RGL des Stura der Uni Leipzig und der Frauenkultur
Eintritt: 3,- | 2,- Euro (ermäßigt)

Do., 16. 03. 17
19:00 Uhr
Suprema | Und du, wer bist du?
FILMPRÄSENTATION
Mit einer Vertreter*in von Kulturkosmos Leipzig e.V.

Der Verein Kulturkosmos Leipzig e. V. hat im vergangenen Jahr gemeinsam mit geflüchteten Menschen zwei Filmprojekte realisiert, die an diesem Abend präsentiert werden.

Suprema
Regie: Marlen Riedel und Leonore Kasper | Schnitt: Manuela Staudte, Produktion: Hannah Sieben | 25 Min.
Der Dokumentarfilm "Suprema" von und mit sieben Frauen aus Argentinien, Eritrea, Dagestan, Deutschland und Syrien ist eine berührende und heitere Aufzeichnung von verschiedenen Ansichten und Alltäglichkeiten rund ums Frau-Sein. Kritisch und privat reflektieren die Frauen ihr Leben, ihre Rolle(n) und gesellschaftliche Stellung als Frau. Nicht ohne Grund handelt der Titel von einer Superheldin: So spielt die Suche nach der Heldin in sich und im Leben in fast jeder Biografie eine Rolle.

"Und du, wer bist du?"
Der Animationsfilm "Und du, wer bist du?" entstand aus einem künstlerischen Workshop mit Kindern im Alter von 10 bis 15 Jahren, indem die Kinder sich mit Bräuchen, Ritualen und Alltagsgewohnheiten ihrer Herkunftsorte auseinandersetzten. Darauf aufbauend fertigten sie ihr eigenes Bild von sich selbst, welches sie mit Unterstützung der KünstlerInnen Antje Ingber und Hannes Kleinschmidt in eigenen Kurzanimationen visualisierten.
Die Veranstaltung ist eine Kooperation von Kulturkosmos Leipzig e. V. und der Frauenkultur Leipzig.
Die Veranstaltung findet statt im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus.
Eintritt: frei

Do., 16. 03. 17
20:00 Uhr
Hannah Arendt und die Pflicht zum Ungehorsam
THEMATISCHE EINFÜHRUNG & FILM
Dokumentarfilm, Regie: Ada Ushpiz, Deutschland 2015

Hannah Arendt ist eine der einflussreichsten politischen Denkerinnen des 20. Jahrhunderts. Doch was sagt ihr Werk jungen Leuten von heute, einer Generation, die sich jenseits nationaler oder kontinentaler Beschränkungen bewegt, und die Partei ergreift für ein "Denken ohne Geländer" (Hannah Arendt) der Systeme, Ideologien und Wunschvorstellungen? Ob im Arabischen Frühling, beim Protest gegen politische Repressionen in der Ukraine, in Hongkong, in Kanada, dem Engagement der Occupy-Bewegung, bei NGOs oder beim Publikmachen staatlich sanktionierten Ausspionierens ganzer Völker.
In jüngster Zeit hat Hannah Arendts Werk eine neue Aktualität erhalten. Ihr Buch "Über die Revolution" nimmt eine zentrale Bedeutung bei der politischen Debatte von Oppositionellen in den Ländern des Arabischen Frühlings ein; ihr Essay "Macht und Gewalt" hilft bei der Betrachtung der Unrechtsregimes unserer Tage und ihr "Bericht von der Banalität des Bösen", das vermutlich zu den meist zitierten Versuchen zählt, die Wurzeln und Abgründe des nationalsozialistischen Regimes in der Person von Adolf Eichmann zu erfassen, verweist auf unsere modernen Gesellschaften.
Der Film spielt auf zwei Ebenen. Er porträtiert Hannah Arendt, ihre "Vita activa", und zeichnet ihren exemplarischen Weg als deutsche Jüdin nach, die sich stets dem Ungehorsam verpflichtet fühlte. Geboren 1906 in Hannover, Studium bei den Philosophen Karl Jaspers und Martin Heidegger, mit dem sie eine Liebesbeziehung hatte, Flucht aus Nazi-Deutschland und Emigration in die USA, wo sie sich in der zionistischen Bewegung und der Erforschung und Deutung des Totalitarismus widmete. Hannah Arendt ging es vor dem Hintergrund der nationalsozialistischen Massenbewegung und dem totalitären Bewusstsein stets darum, den Menschen vor seiner Degradierung zum Konsumenten, "Automaten" und reinen Bürokraten zu bewahren. Denn diese sind willenlose Wesen, die "leer" sind und mit denen Ideologen alles machen können.
Hannah Arendts politisches Denken blieb stets der Aktualität verbunden. Und so schlägt der Film immer wieder Brücken zu gegenwärtigen Entwicklungen und Brennpunkten nach Ägypten, in die Ukraine, nach Israel, Hongkong und Kanada. In der Begegnung mit jungen Menschen wird Hannah Arendts Denken nachgespürt. Die Dokumentation holt Hannah Arendt ins Heute und thematisiert ihre Relevanz für politisches Handeln unserer Tage.

Die Veranstaltung findet statt im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus.
Eintritt: frei

Fr., 17. 03. 17
19:00 Uhr
Rassismus im Gerichtssaal - Ergebnisse dreijähriger Prozessbeobachtung
VORTRAG & DISKUSSION
mit zwei Aktivist*innen von JUSTIZWATCH

Die kritische Rassismus-Forschung versteht Rassismus als ein Phänomen, das auf allen gesellschaftlichen Ebenen wirkt. Und dennoch gibt es gegenwärtig in der Bundesrepublik kaum wissenschaftliche Literatur und keine größeren Forschungsprojekte zum Thema "Rassismus in der Justiz". Die USA und Großbritannien sind in der Thematik bereits ein paar Schritte weiter. So wurde durch den MacPherson-Bericht|GB eine öffentlich geführte Debatte über institutionellen Rassismus angestoßen. Rassismus als Problem innerhalb des Justizsystems wurde im Zuge dessen auch von offizieller Seite anerkannt.
Die Prozessbeobachtungsgruppe JUSTIZWATCH besteht seit Anfang des Jahres 2014 und beobachtet und dokumentiert in Kooperation mit ReachOut (Berliner Beratungsstelle für Opfer rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt) und KOP (Kampagne für Opfer rassistischer Polizeigewalt) regelmäßig Prozesse, mit dem Fokus auf Berlin. Die Gruppe wird einige der dabei entstandenen Protokolle vorstellen und diskutieren. Die Leitfragen sind: Wie manifestiert sich Rassismus im Gerichtssaal? Welche wiederkehrenden Muster lassen sich erkennen? Welche Schwierigkeiten und Probleme bringt Prozessbeobachtung mit sich? Und welche Strategien können wir entwickeln?
"Eines unserer Ziele ist es, Rassismus in der Justiz sichtbar zu machen. Wir möchten mit unseren kritischen Beobachtungen und daran anschließenden Analysen aufzeigen, wie sich Rassismus im justiziellen Kontext zeigt und ein Bewusstsein über die Nicht-Neutralität der Gerichte schaffen. Da derzeitig das Phänomen Rassismus im Kontext des Justizsystems nicht (ausreichend) diskutiert wird, besteht weitestgehend die Annahme, Gerichte seien neutral. Wir möchten jedoch eine Diskussion über einen möglichen Umgang mit dem Bewusstsein über die Nicht-Neutralität der Justiz anstoßen (Colourblindness vs. Colourconsciousness).

Die Veranstaltung findet statt im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus.
Eintritt: 4,- | 2,- Euro ermäßigt

Mi., 22. 03. 17
19:00 Uhr
"Osteuropa-Express"
Erzählungen über Freiheit, Liebe, Sexualität und Ausgrenzung
LESUNG & GESPRÄCH
Marianne Zückler | Autorin; Carsten Schmidt | Lektor || EuropaVerlag

Marianne Zückler hat Menschen in osteuropäischen Ländern während einer Recherchereise interviewt, die eindrücklich über ihr Leben - jenseits der Heterosexualität - berichten. "Osteuropa Express" ist ein europäisches Buch, welches jeden Leser und jede Leserin an sozialpolitisch drängende und menschlich bewegende Probleme im Alltag in den östlich gelegenen Nachbarländer heranführt und für diese sensibilisiert. Es geht darin um den Kampf um Liebe und Freiheit, um das Erleben von Ausgrenzung und Gewalt, um Menschenrechtsverletzungen, um sexuelle Selbstbestimmung und Identitätssuche - das Buch versammelt bewegende Erzählungen, basierend auf real Erlebtem.
Marianne Zückler wurde 1960 in Berlin geboren, wo sie heute lebt und als Buch-Autorin, im Bereich des Hörspiels sowie als Dozentin für dokumentarisch-biographische Theaterarbeit tätig ist. Besonderes Augenmerk gilt dabei der transgenerationalen Weitergabe vom Kriegs- und Gewalttraumatisierungen.
Eintritt: frei

Do., 23. 03. 17
17:00 Uhr
Sonnenschiffe - Hymnen auf das Unsichtbare
LESUNG
Brunhild Matthias | Araki Verlag

Die Lyrik von Brunhild Matthias erhellt, ohne zu blenden, durch femininen Esprit, der sich vor Spiritualität sowenig scheut wie vor politischem Wort-Ergreifen. Der Mut zur Deutlichkeit ist ein Beispiel an Wahrhaftigkeit und bietet freundliche Kommunikation.
Eintritt: frei

Do., 23. 03. 17
19:00 Uhr
What's fappening?: Eine Untersuchung zur Selbstbefriedigung im 21. Jahrhundert
LESUNG
Hanna Sophia Rose | Psychosozial-Verlag

Selbstbefriedigung als wichtiger Bestandteil sexueller Gesundheit: "What's fappening?", fragt Hanna Rose - eine Anspielung auf den Neologismus fap, der auf zumeist humoristischen Internet-Plattformen als lautmalerischer Ausdruck für Selbstbefriedigung verbreitet wird. Der Begriff steht hier sinnbildlich für die Entpathologisierung der Selbstbefriedigung in der Spätmoderne: Einstmals verpönt und als krankhaft angesehen, gilt sie nun als wichtiger Bestandteil sexueller Gesundheit.
Eintritt: frei

Do., 23. 03. 17
19:30 Uhr
Geschlechtliche Vielfalt (er)leben: Trans*- und Intergeschlechtlichkeit in Kindheit, Adoleszenz und jungem Erwachsenenalter
LESUNG
Alexander Naß, Silvia Rentzsch, Johanna Rödenbeck, Monika Deinbeck (Hg.) | Psychosozial-Verlag

Neue Forschungen zu Trans*- und Intergeschlechtlichkeit: Über aktuelle Wandlungsprozesse und Forschungsergebnisse aus diesem Bereich informieren Vertreter*innen aus Psychologie, Soziologie, Biologie und Rechtswissenschaft. Sie alle streben eine differenzierte Informiertheit der Leser*innen an, um den wertschätzenden Umgang mit inter- und trans*geschlechtlichen Personen weiter zu fördern.
Eintritt: frei

Do., 23. 03. 17
20:00 Uhr
Kindeswohlgefährdung: Die Umsetzung des Schutzauftrages in der verbandlichen Jugendarbeit
LESUNG
Miriam Günderoth | Psychosozial-Verlag

Prävention vor sexualisierter Gewalt: Im vorliegenden Buch stehen der Kinderschutz und die Prävention von sexualisierter Gewalt in der verbandlichen Jugendarbeit im Fokus. Miriam Günderoth vermittelt Basiswissen für all diejenigen, die in der Jugendarbeit tätig sind oder mit diesem Tätigkeitsfeld im regen Austausch stehen.
Eintritt: frei

Do., 23. 03. 17
20:30 Uhr
Schwule Sichtbarkeit - schwule Identität: Kritische Perspektiven
LESUNG
Zülfukar Çetin, Heinz-Jürgen Voß | Psychosozial-Verlag

Rassismus und Antisemitismus in der Dominanzkultur und im Konzept der "Homosexualität": Während "Sichtbarkeit" und "Identität" auch heute noch vielfach als bedeutsam für die politischen Kämpfe Homosexueller um Anerkennung und Respekt gelten, weisen beide Autoren darauf hin, wie auf diese Weise auch "ein Ordnungsregime entsteht, das auf Geschlechternorm, Weißsein, Bürgerlichkeit und Paarbeziehung basiert". Dadurch entstehen Ausschlüsse gegen Queers of Color und Queers mit abweichenden Lebensentwürfen. Die Autoren erläutern die zwiespältige Bedeutung von "Anerkennung" und weisen auf nicht-identitäre Perspektiven hin.
Eintritt: frei

Fr., 24. 03. 17
16:00 Uhr
Es wird eine lange Zeit in Frieden und Wohlstand kommen - und sie wird eingeleitet von den Frauen
LESUNG
Anne Wilson Schaef
Mitwirkende: Ilserose Vollenweider, Michaela Bögner und Stefanie Föhring | Vollenweider Verlag

Die essentielle Rolle der Frauen beim Finden persönlicher und planetarer Lösungen
Eine Einladung und Vision für uns Frauen des 21. Jahrhunderts
Anknüpfend an ihr erstes Frauenbuch Weibliche Wirklichkeit - Frauen in der Männerwelt aus den Achtziger Jahren zeigt die US-amerikanische Bestseller-Autorin Anne Wilson Schaef, dass Frauen dank derer, die vor uns kamen, zwar manche Veränderungen bewirkt haben - dass wir aber unser volles Potenzial noch nicht einbringen.
Sie untersucht die Dysfunktionalität der weltweiten Gesellschafts-, Wirtschafts-, Erziehungs- und Religions-Systeme, "die von Männern konzipiert und kontrolliert" - und von Frauen mitgetragen werden. Sie benennt die persönlichen, zwischenmenschlichen, kulturellen und gesellschaftlichen "Stopper", die Frauen daran hindern, "ihren vollen Beitrag zu leisten".
Es sind die Frauen "mit ihrer spezifisch weiblichen Intelligenz und ihren besonderen Talenten und Fähigkeiten", die weltweit vortreten und den notwendigen Paradigmenwechsel in allen Bereichen und auf allen Ebenen einleiten und anführen müssen.
Anne Wilson Schaef schreibt dieses "Dreh-Buch" in zwei Versionen: Die erste spricht mit Geschichten, Gedichten und Zitaten das ganze Sein an. Die knappere zweite Version entspricht mit abstrakten Daten, Analysen und Theorien eher einem Sachbuch.

Eintritt: frei

Fr., 24. 03. 17
18:00 Uhr
Wasserfrauen - Reportagen rund um das Wasser
BUCHPRÄSENTATION
Florence Hervé | AvivA Verlag

Wasser als Ort der Arbeit oder Kunst, als Ort der Erholung und der Freizeit, der Auseinandersetzungen und der Utopien. Frauen werden in unterschiedlichen Wasserlandschaften in Bild und Wort vorgestellt, deren Arbeit mit dem Wasser verbunden ist, als Ingenieurin, Umweltschützerin, Unterwasserarchäologin, Gondoliera, Wäscherin oder Stadtplanerin. Frauen, die sich vom Wasser inspirieren lassen, als Musikerin, Malerin, Schriftstellerin, Theaterfrau oder als Eisbildhauerin. Frauen, die Wasser als Abenteuer oder Herausforderung erleben, als Schwimmerin, Kajaksportlerin, Anglerin, Iglu-Architektin, als Spezialistin für Wasserrecht- und Diplomatie oder als Aktivistin gegen Staudammbau und Wasserprivatisierung.

Florence Hervé hat über 20 Frauen aus zehn europäischen Ländern aufgespürt, und ihre Geschichten in ihrem Buch "Wasserfrauen" aufgeschrieben. Mit Fotografien von Thomas A. Schmidt
Im Rahmen des Weltwassertags (22.März).
Eintritt: 5,- | 3,- Euro ermäßigt

Fr., 24. 03. 17
20:00 Uhr
Die Lesbische Lesenacht & Queer-Party
LESUNG
es lesen:

Christine Lehmann "Allesfresser"
Argument-Verlag | ariadne kriminalroman

Staatsanwalt Richard Weber ist in Sorge: Ein prominenter Fernsehkoch ist verschwunden. Konkrete Hinweise gibt es nicht, doch die Ermittler stoßen auf den Blog einer überzeugten Veganerin, die ihre Spuren im Netz gut verwischt hat. Vielleicht kann Lisa Nerz helfen, die rätselhafte Schreiberin aufzuspüren? Lisa, entschieden keine Fleischverächterin, studiert die Blogtexte dennoch nicht ohne spontane Sympathie. Lisa glaubt nicht, dass diese Bloggerin wirklich zur Gewalt gegriffen hat. Allerdings ist die Rede von einem »Menschenschlachthaus«, und jemand Ungenanntes wird wieder holt bedroht.
Neugierig geworden macht Lisa Nerz sich auf, sucht Anschluss an die lokale Szene veganer Aktivist_innen. An Ostern stößt die Polizei im Rosensteintunnel auf eine beunruhigende Entdeckung: etwa zwanzig Kilo portionsweise verpacktes Fleisch, mit Barcode, Herkunft und Haltbarkeitsdatum, deklariert als zum Verzehr geeignetes Schweinefleisch. Aber was steckt wirklich in den eingeschweißten Fleischpäckchen?

Christine Lehmann lebt in Stuttgart und Wangen (Allgäu). Sie arbeitete jahrzehntelang als Nachrichten- und Aktuellredakteurin beim SWR. Mit ihrer provokanten Ermittlerin Lisa Nerz liegen 11 Romane vor. Christine Lehmann schreibt außerdem Suspense-Romanzen, Kriminalhörspiele, Glossen und Essays.

Litt Leweir "Mersand"
Konkursbuch-Verlag

Jojo schlägt sich mit Dienstleistungen aller Art mehr schlecht als recht durchs Leben, da kommt ein lukrativer Auftrag gerade recht. Ein Koffer muss transportiert werden. "Jedes Detail ist wichtig. Wenn irgendetwas schiefgeht, könnte es sein, dass Sie nicht mehr zurückkommen. Nie mehr, Sie verstehen?", sagt der Auftraggeber. Doch im Nachtzug geht etwas schief. Am anderen Morgen ist Jojos Geliebte tot und Jojo entkommt mit einem Koffer voll Geld. So beginnt eine Odyssee, die Jojo quer durch Europa und bis nach Tunesien ans Tor zur Sahara führt. Aus Jojo wird Mersand. Mersand verliebt sich in Nick, begegnet Pensionswirtin Rosa, Instrumentenbauer Sebastian, dem Straßenjungen Alf. Doch die Menschen in Mersands Umfeld haben die Tendenz, gewaltsam zu Tode zu kommen. Ist der mysteriöse Charon dafür verantwortlich, der Mersand ständig kryptische Botschaften zukommen lässt? Und was hat es mit der geheimnisvollen Brook auf sich, der Mersand immer wieder begegnet? "Mersand" erzählt eine spannende Geschichte von Tod und Gewalt, aber auch von Liebe und Freundschaft und der Sehnsucht nach einem Platz in der Welt, "hardboiled" mit einem wachsweichen Kern.

Litt Leweir, Jahrgang 1962, geboren und aufgewachsen in Waldkirch im Südwesten des Schwarzwaldes, lebt seit 1984 in Berlin. Sie veröffentlichte zahlreiche Kurzgeschichten in Anthologien, den Kurzroman "Brook Steinberg" (2000) und die Thriller "Migräne" (2009) und "Am Ende des Fegefeuers" (2012).

Ria Klug "Zehntausend Kilometer"
Querverlag

Karla ist knapp fünfzig, ehrgeizlose Germanistin und überzeugte Wahlberlinerin, die sich schon seit Jahren mit Taxifahren über Wasser hält. Eines Nachts stürzt ein angeschossener Mann in ihren Wagen, den sie unfreiwillig vor seinen Angreifern rettet und damit in Machenschaften der Organisierten Kriminalität verstrickt wird.
Zudem hat sich Karlas Partnerin Britta, die beim Flüchtlingsrat aktiv ist, in eine andere Frau verliebt: Semret, eine geflüchtete Ärztin aus Eritrea, die Geld für die Anerkennung ihres Berufs in Deutschland auftreiben muss und deshalb immer wieder Verletzte behandelt, die nicht mit den Behörden in Berührung kommen wollen.
Nachdem sie einen Angeschossenen verarzten soll, wird klar, dass sie alle drei ins Visier derselben Verbrecher geraten sind, die mit Teilen der Politik und der Polizei unter einer Decke stecken. Schnell müssen sie erkennen, dass nicht nur ihr Leben auf dem Spiel steht, sondern auch das zahlreicher anderer Menschen.

Ria Klug war viele Jahre als Tischlerin mit eigenem Geschäft erwachsen. Inzwischen versucht sie diesen Zustand rückgängig zu machen, indem sie schreibt. In ihrem Portfolio finden sich neben Kurzgeschichten und Satiren auch Komödien und eine Krimitrilogie um eine Transfrau. Ria Klug ist mit ihrer Familie in Berlin vor Anker gegangen, wo sie sich bei Trans*InterQueer e. V., Transgenderradio Berlin und den Mörderischen Schwestern engagiert.

Claudia Breitsprecher "Hinter dem Schein die Wahrheit"
Krug & Schadenberg

Ein katholisches Dorf. Die Blicke der Nachbarinnen und Nachbarn.
Und ein verstörender Vorfall an einem nasskalten Novembernachmittag...
Seit ihrer Kindheit verbindet sie eine enge Freundschaft: die eigenwillige Annette Vogl, die in Konventionen gefangene Karin Schmitz und den Außenseiter Holger Baumgartner. Annette entdeckt ihre Liebe zu Frauen, Karin strebt eine Karriere beim Ballett an und Holger möchte Pfarrer werden, aber die strengen Regeln der katholischen Provinz legen ihnen Hindernisse in den Weg, die sie in ihrer Jugend nicht überwinden können.
Als viele Jahre später Karins siebzehnjähriger Sohn Jacob von Gleichaltrigen verprügelt wird und fürchtet, dass die Schläger ihn als schwul outen, taucht er unter, ohne eine Nachricht zu hinterlassen. Karin ruft Annette und Holger zu Hilfe, und die Suche nach dem Jungen wird für alle drei zum Anlass, sich den Schatten der Vergangenheit zu stellen. Was lange verborgen blieb, drängt ans Licht und ruft Erinnerungen wach an verlorene Liebe, vergebene Chancen und die Suche nach einem Platz in der Welt. Die Gefühle wirbeln durcheinander, und mit jeder Stunde, die Jacob verschwunden bleibt, spitzt sich die Lage zu...

Claudia Breitsprecher, Jahrgang 1964, lebt in Berlin und studierte Soziologie, Psychologie und Politik. Nach dem Abschluss als Diplom-Soziologin folgten berufliche Tätigkeiten im Bildungs- und Sozialbereich. Seit Ende der 1990er schreibt sie sowohl Prosa als auch Sachbücher. Nach Kurzgeschichten in Anthologien erschien 2005 mit Vor dem Morgen liegt die Nacht ihr erster Roman, ein weiterer schloss sich 2011 mit Auszeit an. Für diesen wurde sie 2012 von der Autorinnenvereinigung e.V. als Autorin des Jahres ausgezeichnet.

Eintritt: 7,- | 5,- Euro ermäßigt (inkl. Party)

im Anschluss:
QUEER-PARTY zur Buchmesse
Tanzen und Feiern mit DJane SCHLOTTE - Antifaltenrock und *DJane XML* - bunt gemischt aus den 80ern, 90ern, 2000er, classics, queer-pop und Elektronisches von deep-house bis minimal.
Eintritt: 3,- Euro

Sa., 25. 03. 17
14:00 Uhr
Im Körper zuhause
MATINEE
LUISA FRANCIA | Verlag Nymphenburger

Heilen ist eine Industrie geworden. Es ist nicht mehr nur so, dass ÄrztInnen und Krankenhäuser für PatientInnen da sind, sondern mehr und mehr sind die Menschen dazu da, den Institutionen und der Pharmaindustrie zu Profiten zu verhelfen. Alternative Heilmittel werden gern lächerlich gemacht. Wer noch nicht krank ist wird durch "Vorsorge" schon in die Apparatemedizin eingebunden.
Natürlich brauchen wir die Schulmedizin, keine Frage, doch ist es sinnvoll, zuerst einmal ein inniges Verhältnis zum eigenen Körper aufzubauen, sich selbst gut kennenzulernen um dann vielleicht eben sinnlose oder gar schädliche Eingriffe in den Körper zu vermeiden. Darüber will ich sprechen und diskutieren. Das Buch "Im Körper zuhause" erscheint allerdings erst im Juni. Ich lese aus dem Manuskript und aus anderen Büchern von mir in denen Heilung thematisiert wird. Ich werde auch über Helferwesen und Verbündete sprechen, weil das für mich ein wesentlicher Faktor für vergnügtes Körpergefühl ist.
Eintritt: 6,- Euro | 4,- Euro ermäßigt

Sa., 25. 03. 17
18:30 Uhr
Die Stierin
LESUNG
Andrea Stift-Laube | Kremayr-Scheriau Verlag

Maeve arbeitet in einem Käseladen. In den Pausen schnitzt sie Figuren aus einer mythischen Vorzeit: ein Streitheer und zwei Stiere. Abends geht sie zu ihrem Mann Alli, der mit jedem Tag bestimmender wird. In einer anderen Zeit wird die Halbgöttin Maeve mit einem Messer am Hals von einem fremden König vergewaltigt. Aus Scham erzählt sie niemandem davon. Ihre Rache aber stürzt zwei Völker in einen blutigen Krieg, aus dem kein Sieger hervorgehen kann. Ein Chor - drei Frauen aus einer anderen Welt - trägt den Mythos in die Gegenwart. Der alte Konflikt bricht wieder auf.

Stimmgewaltig und mystisch ist der neue Roman von Andrea Stift-Laube, ein düsteres Kammerspiel zwischen Freiheit, Gerechtigkeit, Macht und Mord. Die Autorin lässt einen alten irischen Mythos wieder aufleben und entspinnt eine makabre Geschichte der Rache, an deren Ende die Selbstbestimmung triumphiert.
Die Autorin hat bereits mehrere Bücher veröffentlicht, schreibt u.a. für manuskripte, schreibkraft, Der Standard und wurde mit zahlreichen Preisen, u.a. mit dem Theodor-Körner-Preis, ausgezeichnet.
Eintritt: frei

Sa., 25. 03. 17
20:30 Uhr
Lookismus: Normierte Körper - Diskriminierende Mechanismen - (Self-)Empowerment
LESUNG
Lea Schmid, Darla Diamond, Petra Pflaster (Hg.) | Unrast Verlag

Warum wird medial nicht mit Schwarzen, dicken, nackten Körpern geworben? Oder mit einer Person im Rollstuhl? Wozu brauche ich einen Körper, der >beachbody-ready< ist? Seit Kurzem werden diese Diskriminierungsformen innerhalb des Konzepts des >Lookismus< behandelt, welches größtenteils unbemerkt und bisher nur unzulänglich fundiert in der Reihe bekannter Diskriminierungskonzepte Position bezieht.
Dieser neue -ismus scheint notwendig zu sein, um eine weitere Ausprägung von Macht- und Herrschaftsverhältnissen in Form von körper- und attraktivitätsbezogenen Diskriminierungen und Regulierungen erkennen, identifizieren und beschreiben zu können. Das sich derzeit herausbildende Konzept wird jedoch erst zeigen müssen, inwiefern es für die theoretische Analyse und die praktische Arbeit geeignet ist.
Der vorliegende Band stellt daher nicht nur eine Einführung in das Konzept des Lookismus dar, sondern arbeitet zugleich an einer Weiterentwicklung des noch jungen Ansatzes, indem er sich mit seinen diversen Facetten und Anwendungsbereichen auseinandersetzt und ihn zu anderen -ismen in Beziehung setzt. Zudem werden mit der kritischen Thematisierung bestehender Empowerment-Konzepte auch praktische Perspektiven aufgeworfen.

Beteiligt sind zwölf Autor_innen, die sich mit jeweils unterschiedlichen fachlichen und praktischen Backgrounds mit dem Thema befassen. Mit Beiträgen von Hengameh Yaghoobifarah, SchwarzRund, Lila Adama, Erika Niedermeier, Steffen Loik Molina, Corinna Schmechel, Philippe Greif, Nadine Sarfert, Hemaseh Jalali, amber.violent und weiteren.

Eintritt: frei

So., 26. 03. 17
11:00 Uhr
Autorinnen im Rampenlicht
LESEBRUNCH mit den Mitteldeutschen Autorinnen
Es ist schon eine schöne Tradition geworden: Jedes Jahr am Sonntag der Buchmesse laden die Mitteldeutschen Autorinnen um 11.00 Uhr zu Lesung und Brunch. So gibt es nach der Vorstellung ihrer aktuellen Texte wieder Gelegenheit, bei Frühstück und Sekt miteinander ins Gespräch zu kommen.
Eintritt: 4,- Euro

So., 18. 06. 17
16:00 Uhr
Von röhrenden Hirschen und revoltierenden Hausschnecken
Eine Performance der besonderen Art
Susanne Köszeghy | Musikerin
Veronika Weidauer | Künstlerin und Autorin

Eine zwischen Dada-Texten, moderner und neu interpretierter populärer Musik diametrisch angelegt Klang-, Wort- und Bildcollage wird von der Künstlerin und Autorin Veronika Weidauer und der Musikerin Susanne Köszeghy zu einem Gesamtkunstwerk verwoben.

Humoristische Betrachtungen des Alltags lassen inmitten der Geräusche der Natur und ihrer Imitationen neue Wege und Wirklichkeiten entstehen, die sogar den Dialog mit Hirschen und Schnecken wahr werden lassen!

Das Programm umfasst eine bunte Zusammenstellung von Musik (von Henry Purcell über Tim Buckley und Agnes Dorwarth bis zu den Ärzten, vertont mit Gesang, Blockflöten, Gitarre und Klavier) und Literatur (Mutti Riot, Schafes Schwester etc.), zugleich tiefgründig und komisch, und wird umrahmt durch die Bilder und Zeichnungen von Veronika Weidauer.

Susanne Köszeghy: Blockflötenstudium in Stuttgart, Amsterdam und Leipzig, Meisterklassenexamen ebendort, mehrfache Preisträgerin nationaler und internationaler Kammermusikwettbewerbe; seit 2000 freischaffend in Berlin; Konzerttätigkeit mit unterschiedlichen Ensembles mit Zeitgenössischer Musik; seit mehreren Jahren Beschäftigung mit freier Improvisation, u.a. auch in Kombination mit LandArt; multimediale Performances mit "Mutti Riot" (zusammen mit V. Weidauer) und der Schauspielerin Heidi Zengerle
Veronika Weidauer: geboren, aufgewachsen in Berlin-Kreuzberg, Kunststudium an der Ecole Municipale des Beaux-Arts, Avignon, Frankreich; Kurz in der Werbegrafik in Stuttgart gearbeitet, dann Studium der klassischen Archäologie und Bibliothekswissenschaft mit Diplom in Berlin. Auch das noch: Klassische Gesangsausbildung - Mezzosoprano -bei Gabriele Dünnebier- Küpper. Arbeit als freie Künstlerin im eigenen Atelier in Berlin-Mitte-Moabit seit 2004 (seit 1996 Gemeinschaftsatelier Prenzlauer Berg, aber dann kamen zwei Söhne); Autorin von Kurzgeschichten unter dem Pseudonym Aki Norev; Organisation von Ausstellungen und Lesungen. Freies Lektorat. Zahlreiche Ausstellungen, u.a. stete Teilnahme am Moabiter "Ortstermin", 2015 "Lost in Paradise" Open-Air-Ausstellung vor dem Rathaus Tiergarten.

Eintritt: 7,- | 5,- Euro ermäßigt