Lesungen / Vorträge
Vorträge, Lesungen und Bildungsveranstaltungen

Zu den unterschiedlichsten Themenbereichen gibt es in der Frauenkultur Vorträge aus weiblicher Sicht. Es gibt Porträts zu einzelnen Künstlerinnen oder Frauen, die in einem historischen Kontext stehen. Und natürlich Autorinnen-Lesungen aller Art. Alle Veranstaltungen bieten die Möglichkeit des Gesprächs zwischen Referentinnen, Künstlerinnen und den BesucherInnen.
Do., 18. 01. 18
19:00 Uhr
Zwischen Parteilichkeit und systemischem Denken - Das Oranje-Huis-Konzept: Ein adäquater Ansatz für die Frauenhausberatung?
VORTRAG & DISKUSSION
Referentin: SABRINA WEIDNER
Die mehr als 400 Frauenhäuser in Deutschland müssen nach wie vor jährlich ca. 40.000 Frauen und Kindern Zuflucht bieten. Ein Viertel der Frauenhausbewohnerinnen kehren jedoch zu ihren gewalttätigen Partnern zurück und es kommt nicht selten zu einer Wiederaufnahme der betroffenen Frauen. Die Frauenhäuser finden in diesen Fällen offenbar kein probates Mittel, die Gewaltspirale nachhaltig zu durchbrechen. Als Reaktion auf dieses Phänomen wurde mit dem Oranje-Huis-Konzept ein systemischer Ansatz zur Gewaltprävention entwickelt, das nicht mehr nur die Opfer in den Blick nimmt, sondern auch die Täter in die Arbeit einbezieht. Wieviel des ursprünglichen feministischen Selbstverständnisses steckt jedoch in einem Beratungskonzept, das die Parteinahme vermeidet und den Perspektiven aller Mitglieder des Systems, auch des Täters, gleichermaßen Raum gibt? Im Vortrag soll das Oranje-Huis-Konzept hinsichtlich seiner Tauglichkeit für die feministischen Grundwerte Gleichheit, Parteilichkeit, Solidarität untersucht werden. Da Evaluationen zu dem neuen Frauenhauskonzept bisher weitestgehend fehlen stellt die Analyse einen rein theoretischen Abgleich der feministischen Prinzipien mit den Ideen des niederländischen Ansatzes dar.

Die Veranstaltung findet im Rahmen von "women in science" statt. Kooperation zwischen RGL des Stura der Uni Leipzig und der Frauenkultur
Eintritt: 3,- | 1,50 Euro (ermäßigt)

Mi., 24. 01. 18
19:00 Uhr
Queere Mittwochsgesellschaft
STAMMTISCH
Manchmal kann der Alltag ziemlich nervig sein. Dem wollen wir mit unserer reizenden Gesellschaft entgegenwirken und immer am 4. Mittwoch im Monat gemeinsam einen schönen Abend verbringen. Kennenlernen, Austauschen, Plauschen und sich gemeinsam begeistern. Wer auf all diese Dinge und noch viel mehr Lust hat, ist herzlich eingeladen. Unsere Gesellschaft ist für Frauen* geöffnet. dies bedeutet, es sind alle Menschen eingeladen, die sich als Frauen*, Trans*, Inter*, lesbisch oder queer verorten, fühlen, denken.

Do., 01. 02. 18
16:00 Uhr
Aufarbeitung Hexenverfolgung in Leipzig.
OFFENES ARBEITSTREFFEN
Alle Interessierten sind willkommen.

Do., 08. 02. 18
19:00 Uhr
Was kann es bedeuten, Feministin und Lesbe zu sein
Drei Alltagsstrategien von Tschetscheninnen* gegen Rassismus und (Hetero-) Sexismus in Russland.
VORTRAG & DISKUSSION
OLGA REZNIKOVA, Göttingen

Tschetschenische Frauen* sind gleichzeitig von Rassismus und von (Hetero)Sexismus in Russland betroffen. Die Kämpfe und die Aushandlungen, die sie dabei führen, sind zwar nach Außen wenig sichtbar, haben aber eine große Bedeutung für den Alltag sowie für die Reflexionen der Frauen* darüber, was "Feminismus" sein kann und was nicht. In diesem Vortrag werden zwei Frauenporträts und zwei Situationen vorgestellt sowie die Akteur*innen mit ihren Reflexionen zu den Situationen zitiert. Das Material stammt aus der ethnographischen Forschung im Zug von Moskau nach Grozny und in Grozny selbst in den Jahren 2010-2015.

OLGA REZNIKOVA ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Göttingen. Sie promoviert gerade im Fach Kulturanthropologie/Europäische Ethnologie zum Thema "Moralische Ökonomien und urbane Ethiken in Moskau". Ihre Magisterarbeit hat sie in München zum Thema "Kämpfe und Aushandlungen in einer neuen ,Leere' der Stadt. Grozny im Kontext des anti-tschetschenischen Rassismus" geschrieben. Die Forschungsschwerpunkte von Olga Reznikova sind die feministischen Theorien und soziale Ungleichheiten sowie Rassismus und Antisemitismusforschung.
Eintritt: 4,- | 2,- Euro (ermäßigt)

Mi., 14. 02. 18
15:00 - 17:00 Uhr
Sprich mit mir!
SPRACHTANDEM
Ein Sprachtandem-Projekt der Frauenkultur Leipzig und des Museums der Bildenden Künste Leipzig.
Thema heute im Rahmen der Ausstellung Displacements: Daybed & Paravent: Bei mir Zuhause
http://displacements.de/fia-frauen-in-arbeitaktione/

Interessierte Frauen können an jedem 2. Mittwoch im Monat das Museum der Bildenden Künste besuchen und im Sprachtandem dabei Sprache neu lernen. Eine Deutsch-Sprechende und eine Deutsch-Lernende Frau besuchen gemeinsam das Museum - und erzählen einander, was sie sehen. Sie entdecken zusammen Bilder - und lernen gemeinsam Deutsch oder auch eine andere Sprache...
Für Frauen und Mädchen ab 14 Jahren. Die Teilnahme ist kostenlos.
Interessierte Frauen und Mädchen melden sich bitte in der Frauenkultur Leipzig | Tel. 0341 - 213 00 30
oder im Museum der Bildenden Künste Leipzig | Tel. 0341 - 216 999 923, kirsten.huwig@leipzig.de

Do., 15. 02. 18
19:00 Uhr
"Rassenmutter" und Rebellin. Hexenbilder in Romantik, völkischer Bewegung, Neuheidentum und Feminismus
LESUNG & DISKUSSION
Dr. FELIX WIEDEMANN

Felix Wiedemann beschäftigt sich mit Darstellungen und Interpretationen der Hexenprozesse nach deren Ende im späten 18. Jahrhundert. Es geht also um Vorstellungen, die sich die Nachwelt sowohl über den Glauben an Magie und Hexerei als auch über die Hintergründe und die Verantwortlichen für die Verfolgung und Ermordung vermeintlicher Hexen und Hexer in der Frühen Neuzeit gemacht haben. Solche modernen Interpretationen aber sind nicht aus den politischen und gesellschaftlichen Kontexten herauszulösen, in denen sie entstanden. Besonders gut lässt sich dies anhand von Hexenbildern in jenen politischen, sozialen und religiösen Strömungen erkennen, für die die Thematik aus ganz unterschiedlichen Gründen große Bedeutung hatte: Das gilt für die Lebensreform und verschiedene völkisch-nationale Gruppierungen um 1900 ebenso wie für den Feminismus oder die neureligiösen Bewegungen am Ende des 20. Jahrhunderts. Gleichwohl diese Strömungen oft gegensätzliche Ziele verfolgten, vertraten sie teilweise überraschend ähnliche Auffassungen über Hexenwesen und Hexenverfolgung, deren Grund vornehmlich darin zu sehen ist, dass sie aus gemeinsamen Quellen schöpften: Der Hexenliteratur des 19. Jahrhunderts.

Dr. FELIX WIEDEMANN ist z. Zt. Fellow der DFG-Kollegforschungsgruppe "Zwischen Demokratie und Despotismus. Gouvernance -Strategien und Partizipation im Alten Orient" am Institut für Altorientalistik der FU Berlin. 2006 promovierte er zur Rezeption der Hexenverfolgung; 2017 reichte er seine Habilitationsschrift über Darstellungen und Erzählungen von Migrationen in den Altertumswissenschaften ein.
Eintritt: 4,- | 2,- Euro (ermäßigt)

Do., 22. 02. 18
19:00 Uhr
Indien, im Lande der Khasis und der Jaintias
MULTIMEDIALER VORTRAG
RALPH VOLKLAND, Fotograf

Im Juli 2014 reiste der Fotograf Ralph Volkland erneut nach Meghalaya. Er erfuhr auf dieser Reise viel Beeindruckendes in diesem autonomen indischen Bundesstaat. Hier lebt die Volksgruppe der Khasi, bei denen Frauen die wichtigsten Entscheidungen treffen, da das Land den Frauen gehört bzw. sie es für ihre Familien verwalten. In dieser Zeit konnte er das Alltagsleben sowohl der wohlhabenden als auch der ärmeren Menschen dokumentieren. Höhepunkt dieser Reise war das mehrtägige "Behdeinklam-Festival" bei der ebenfalls matrilinearen Volksgruppe der Jaintias in der Provinzhauptstadt Jowai. Zudem werden (auch gerade wegen der Monsunregenzeit) wunderschöne Natur- und Landschafts-aufnahmen gezeigt. Meghalaya ist ein einmaliger Bundesstaat in Indien. Nirgendwo sonst in Indien genießen die Frauen so ein hohes Ansehen und eine Freiheit, wie in diesem Bundesstaat.

RALPH VOLKLAND ist gelernter Fotograf und bereist seit 2007 regelmäßig Länder dieser Welt. Er reist auf eigene Faust, um so den Menschen näher zu kommen.
Eintritt: 4,- | 2,- Euro (ermäßigt)

Mi., 07. 03. 18
17:00 - 18:30 Uhr
Clara & Louise. Drittes Leipziger Frauenfestival: Ohne uns kein Wir!
OFFENES ARBEITSTREFFEN
Am 29. Juni 2019 findet es statt. und wir möchten schon jetzt gerne mit allen Interessierten ins Gespräch kommen, die Ideen oder ihre Unterstützung einbringen möchten. Benannt ist das Dritte Leipziger Frauen*Festival für alle Menschen nach Clara Schumann & Louise Otto-Peters. Der 200. Geburtstag der beiden engagierten Frauen bietet zahlreiche Anknüpfungspunkte in Musik, Literatur, Politik, in Leidenschaft und konsequentem Handeln.