Lesungen / Vorträge
Vorträge, Lesungen und Bildungsveranstaltungen

Zu den unterschiedlichsten Themenbereichen gibt es in der Frauenkultur Vorträge aus weiblicher Sicht. Es gibt Porträts zu einzelnen Künstlerinnen oder Frauen, die in einem historischen Kontext stehen. Und natürlich Autorinnen-Lesungen aller Art. Alle Veranstaltungen bieten die Möglichkeit des Gesprächs zwischen Referentinnen, Künstlerinnen und den BesucherInnen.
Fr. 03.02.12
20.00 Uhr
Im Himmel - Ein Abend für Aglaja Veteranyi
LESUNG

Vorgestellt von den Mitteldeutschen Autorinnen
"Wir sind viel länger tot als lebendig, deswegen brauchen wir als Tote viel mehr Glück." schrieb AGLAJA VETERANYI in ihrem letzten Buch "Regal der letzten Atemzüge", das nach ihrem Selbstmord am 03. Februar 2002 erschien.
Dieser Abend würdigt diese Ausnahmekünstlerin an ihrem zehnten Todestag.
Eintritt: frei
Do. 09.02.12
19.00 Uhr
Den Mafa-Mädchen in Nordkamerun eine Chance!
FILMVORTRAG und Diskussion
mit der Ethnologin Prof. Dr. GODULA KOSACK

Das zweite der acht Millenniumsziele der Vereinten Nationen erstrebt weltweit die allgemeine Grundschulbildung für alle. Doch wird in vielen Ländern Mädchen aus ökonomischen Gründen oder sexistischen Einstellungen der Zugang zur Schule und erst recht zu höherer Bildung verwehrt.
Prof. Dr. Godula Kosack zeigt am Beispiel der Mafa im ländlichen Kamerun die Schwierigkeiten, die die Mädchen überwinden müssen, wenn sie der Fremdbestimmung durch Zwangsheirat entgehen und ein eigenständiges Leben führen wollen. In ihrem Film "Die Kinder der Mafa" (24 min.) stellt sie gleichzeitig ein Projekt vor, das den Mafa-Mädchen eine Chance bieten will.
Eintritt: 4,- / 2,- Euro
Di. 14.02.12
10.00 - 12.00 Uhr
Mensis, die TAGE oder Rote Minna
Tampon oder Binde? Was tun gegen Bauchschmerzen? Was passiert eigentlich im Körper eines Mädchens bei ihren monatlichen Blutungen? Und wie war das vor 1000 Jahren - oder in anderen Ländern?
Für neugierige Mädchen von 10 bis 18 Jahren.
Di. 14.02.12
18.30 Uhr
Staatsbankrott - Fluch oder Segen?
VORTRAG zur Finanzkrise
SAMIRAH KENAWI, Frankfurt a.M.

Europas Regierungen taumeln von einem Krisengipfel zum nächsten, beschließen fast täglich neue Milliardenhilfen und rufen gleichzeitig unentwegt zum Sparen auf. Sind die noch zu retten???
Warum brauchen die Märkte Vertrauen in die Politik? Warum diktieren die Märkte der Politik die Gesetze? Warum brauchen wir überhaupt Finanzmärkte, Rettungsschirme oder Ratingagenturen? Gibt es Wege aus der Schuldenkrise?
SAMIRAH KENAWI hat als Akteurin der Wende gelernt, dass politische Utopien eine ökonomische Basis brauchen. Das hat sie, haben sie zu Jahrzehnte langem alternativen Ökonomiestudium veranlasst. Das Resultat liegt seit 2009 als Buch vor: "Falschgeld - Die Herrschaft des Nichts über die Wirklichkeit". www.falschgeldsystem.de
Eintritt: 4,- / 2,- Euro ermäßigt
Do. 16.02.12
19.00 Uhr
Die Weiße Rose - Die Widerständigen
FILM und Gespräch
Ein Dokumentarfilm von KATRIN SEYBOLD

In der Nacht vom 15. auf den 16. Februar 1943 verteilte die Gruppe der Weißen Rose noch hunderte Flugblätter. Bei der Verteilung der restlichen Exemplare in der Universität München wurden Hans und Sophie Scholl am 18. Februar 1943 verhaftet - das Ende der Widerstandsgruppe Weiße Rose. Dieser Film ist die erste dokumentarische Gesamtdarstellung der Widerstandsarbeit der Münchner Studierenden in den Kriegsjahren 1942 / 43: Gefährten, Freundinnen und Geschwister erzählen, wie sie Flugblattaktionen unterstützten, wie sie Gestapoverhöre und Volksgerichtshof überstanden - Zeugen und Zeuginnen, die tw. niemand vorher befragte. Ihr Zeugnis macht die Widerstandsarbeit des Freundeskreises begreiflich. Eindrücklich sind die Selbstaussagen der Beteiligten, Originaldokumente und z.T. unveröffentlichten Fotografien.
Fr. 24.02.12
19.00 Uhr
Die Baba Jaga - im Kontext von Gender- und Märchenforschung
VORTRAG und Film
Referentin: CHRISTINE RIETZKE, Leipzig

Die Baba Jaga (die "alte Mutter") - eine mythologische Gestalt Osteuropas - ist den meisten heute nur noch aus den russischen Märchenfilmen bekannt. Doch es gibt sie unter verschiedensten Namen von Finnland/Russland bis ans Schwarze Meer und die Adria, von denen einige hier vorgestellt werden. Auf ihrem Weg ins Erwachsenen-Dasein unterzieht die Baba Jaga Mädchen und Jungen verschiedenen Prüfungen. Sie ist eine Mittlerin zwischen Lebenden und Toten, lebt in beiden Welten und ihre Ausstrahlung ist fern der "mütterlichen Zuschreibungen". Die Baba Jaga hat so viele "männliche" Eigenschaften, dass sie im russischen Märchenfilm nur von Männern gespielt wurde: Sie ist hässlich, ungepflegt und schamlos. Sie verschlingt riesige Mengen; zudem lebt sie allein weitab der "Normalen", oft in einer Hütte auf einem Hühnerbein, umgeben von einem Zaun aus Totenköpfen.
Anschließend ist im Film "Der Hirsch mit dem goldenen Geweih" (UdSSR 1972, 74 min.) zu sehen, was von der Baba Jaga im russischen Märchenfilm "übrig geblieben ist".
Eintritt: 4,- / 2,- Euro
Do. 01.03.12
19.00 Uhr
Like a Pascha
FILM und PODIUM
Regie: SVANTE TIDHOLM
Auf dem Podium:
Prof. REBECCA PATES, PhD. Universität Leipzig und JULIANE NAGEL, Die LINKE; Moderation: KLEMENS KETELHUT

Warum gehen Männer ins Bordell?, fragte sich Svante Tidholm und drehte über einen Zeitraum von drei Jahren in Europas größtem Bordell, das "Pascha" in Köln, diesen Film. Was der Feminist aus Schweden sah, war für ihn "ein Schock".
"Prostitution sei nötig, um Frauen vor Vergewaltigung zu schützen." so eine der Thesen eines Freiers. Diese u.a. Aussagen zu legaler Prostitution sind Thema der anschließenden Podiumsdiskussion.
Kooperationsveranstaltung Frauen- und Genderbibliothek MONAliesA und Frauenkultur
Di. 06.03.12
19.00 Uhr
Argumente gegen legale Prostitution
von DrIn HANNELORE SCHRÖDER, Leipzig

".ein zivilisiertes Land darf Bordelle genauso wenig wie den Sklavenmarkt tolerieren." (Dr. Aletta Jacobs, Amsterdam 1924)
Unabhängige Frauen, die in den letzten 200 Jahren in Theorie und Praxis für Bürgerinnenrechte kämpften, haben sich höchst kritisch zur Prostitution geäußert. Die Anti-Slavery Society (London) setzte sich im 19. Jh. für das Verbot des Sklavenhandels ein. Nach Durchsetzung von Strafgesetzen in England, Frankreich und Holland widmete sie sich der Bekämpfung des ,White Slave Trade', dem Handel mit Mädchen/Frauen zwecks Prostitution in Europa. Stephen Barley veröffentlichte 1968/1975 ,Sex Slavery. An Investigation into the International White Slave Trade'. Die amerikanische Soziologin, Ph.D. Kathleen Barry folgte ihm 1979 mit ,Female Sexual Slavery'. Sie ist auch die Gründerin der intern.,Coalition Against Trafficking in Women' (CATW). Die Niederlande haben Prostitution, Zuhälterei, Bordellbetreiber, Frauenkäufer und Frauenhändler legalisiert. 2002 folgte die deutsche Regierung diesem Beispiel. Prof. Janice Raymond, Mitdirektorin der CATW, formulierte zehn Argumente gegen die Legalisierung der Prostitutionsbetreibung und stellt sie neben die vorbildliche schwedische Gesetzgebung. All dies wird Teil des heutigen Vortrages sein.

DrIn Hannelore Schröder war 22 Jahre Dozentin der Frauenstudien/Rechtsphilosophie an der Universität von Amsterdam. Sie plant die Gründung der "Olympe-de-Gouges Stiftung. Menschenrechte für weibliche Menschen".
Eintritt: 4,- / 2,- (ermäßigt)
Do. 08.03.12
18.30 Uhr
Die Kinderrevolution
18.30 Uhr Sektempfang zum Internationalen Frauentag
19.00 Uhr LESUNG und AUSSTELLUNGSERÖFFNUNG
von und mit MONA RAGY ENAYAT, Leipzig

Die vielseitige Grafikerin und Malerin Mona Ragy Enayat präsentiert an diesem Abend ihr neuestes Buch "Die Kinderrevolution" in Text und Grafiken. Zudem wird eine Ausstellung ihres umfangreichen illustratorischen Schaffens der letzten 3 Jahre eröffnet. // Eintritt: frei
Fr. 09.03.12
19.00 Uhr
Die Meerfrauen von Japan
Ein Film von CARMEN BUTTA, 2009

"Ama" nennen sie sich, Frauen des Meeres. Bis ins hohe Alter holen sie kostbare Meeresfrüchte vom Grund des Ozeans. Trotzen der Tiefe nur mit der Kraft ihres Atems. Sie hüllen sich traditionell in Weiß, weil sie glauben, die Farbe hält die Haie fern. Ihre Haut ist von Wind und Wasser gegerbt, ihre Stimmen tief und laut. Seit Jahrzehnten teilen sich neun Frauen von der japanischen Halbinsel Shima ihr Schicksal auf einem Boot und sind dabei zu einer eigenen engen Meeres-Familie zusammengewachsen. Kazu Yamamoto ist mit ihren knapp 80 Jahren die Älteste der Gruppe, eine Ama in fünfter Generation. Ans Aufhören denkt sie längst noch nicht...
Eintritt: frei
Do. 15.03.12
19.30 Uhr
"... und wenn sie mich an die Wand stellen"
Desertion, Wehrkraftzersetzung und "Kriegsverrat" von Soldaten in und aus Hannover 1933-1945
RALF BUCHTERKIRCHEN, Hannover

Ein Buch, das sich explizit mit Desertion und Wehrkraftzersetzung befasst, aber deutliche Anschlüsse an die kritische Männlichkeitsforschung nimmt und auch mit dem oft wiederholten linken Gedenken bricht, dass nur politischen Widerstandskämpfern zu gedenken sei. Deserteure hatten ganz eigene Gründe zu desertieren, nicht selten zeigt sich: sie wollten einfach leben und hatten von dem Schlachtfeld und dem Töten die Nase voll. Ein Buch, das sich zudem intensiv gegen den Rassismus wendet, wie er sich teilweise in schwulen Zusammenhängen zeigt.
Do. 15.03.12
21.00 Uhr
Karriere eines konstruierten Gegensatzes - zehn Jahre "Muslime versus Schwule"
- Sexualpolitiken seit dem 11. September 2001
KORAY YILMAZ-GÜNAY, Berlin

Dieses Buch dürfte dasjenige sein, welches in queer-feministischen Kreisen in diesem Jahr starke polarisierende Debatten anregen dürfte. Es wendet sich den, seit dem 11. September 2001, verschärften Debatten in der Bundesrepublik Deutschland um "den Islam" zu. Häufig wird hierbei die Emanzipation von Schwulen als die Nagelprobe für "den Islam" angeführt, Muslim_innen - und allgemein Migrant_innen und Menschen mit Migrationshintergrund - wird unterstellt homophober, als der Rest der Bevölkerung in der BRD und als "der Westen" zu sein. So werden Rassismus, Homophobie und Sexismus als Probleme "ausgelagert": Sie erscheinen nicht mehr als Probleme, die in der BRD entstehen und dort zu behandeln wären...
Fr. 16.03.12
20.30 Uhr
Die Lesbische Büchernacht
Spannende und humorvolle Geschichten von Leidenschaft, Liebe und Erotik .

Es lesen:
REGINA NÖSSLER "Auf engstem Raum": Der Psychothriller erzählt eindringlich, wie Enge im täglichen Zusammenarbeiten zum Horror werden kann.

TRAUDE BÜHRMANN "durchatmen": Mit klarer, schlichter Sprache zeichnet sie das Leben einer kreativen und intelligenten Frau nach, die mit der eigenen Vergänglichkeit kämpft - und die sich auf dem Weg zum so genannten "Messie" befindet.

ELKE WEIGEL "Fußballtöchter": Ein bewegender Roman über die Stärke von Frauen, die selbstbewusst und mutig ihr Recht erstreiten: auf dem Spielfeld wie im Leben z.B. in einem schwäbischen Dorf der 70-er Jahre.

STEFANIE ZESEWITZ "Der Duft von Seide": Das viktorianische England dient als bilderreiche Kulisse für ein Verhältnis unter Frauen, die ihrer Zeit weit voraus sind.

Gemeinschaftsveranstaltung von Frauenkultur, Rosa Linde e.V. Leipzig, Konkursbuch und Querverlag
Eintritt: 7,- / 5,- Euro ermäßigt
Sa. 17.03.12
21.00 Uhr
4mal kriminelle Spannung mit 4 Mörderischen Schwestern
Spannende und gruselige Geschichten mit vier Autorinnen des deutschsprachig-europäischen Netzwerks, dem Autorinnen und Spezialistinnen aus kriminologischen, juristischen, medizinischen, psychologischen und journalistischen Berufen angehören. Alle sind der kriminalistischen Literatur und Fiktion verfallen - mit dem gemeinsamen Ziel, dem von Frauen geschriebenen Krimi die ihm gebührende Öffentlichkeit zu verschaffen.
Es lesen: REGINA SCHLEHECK aus n.n., SUSANNE RÜSTER aus ,Der letzte Tanz', RIA KLUG ,Schnicksenpogo' und REGINE RÖDER-ENSIKAT aus 'Unter Palmen in Brandenburg'
Eintritt: 4,- Euro
So. 18.03.12
11.00 Uhr
Autorinnen im Rampenlicht
LESE-BRUNCH mit den mitteldeutschen Autorinnen
Die mitteldeutschen Autorinnen stellen sich mit literarischen Leckerbissen vor und laden anschließend zu kulinarischen Häppchen ein. Veranstalterinnen: Mitteldeutsche Autorinnen in Kooperation mit der Frauenkultur
Eintritt: 4,- Euro
Fr., 23.03.12
19.00 Uhr
Rassismus und Emotionen im medialen Diskurs: die "Sarrazindebatte" im Fokus
Veranstaltung im Rahmen der Reihe ,women in science - empowerment now'!
Referentin: KATJA STERNBERGER (Universität Leipzig)

August 2010: "Sarrazin" stachelt an. Muslimische MigrantInnen erscheinen ihm als eine Bedrohung für die Kultur und Zivilisation Europas. Rassistische Deutungen dieser Form kursieren (erneut) in den Medien und zeichnen ein potentiell angst-beladenes Bild des "Anderen". Gerade der mediale Wirklichkeitsraum stellt einen wichtigen Aushandlungsort für das Wissen dar, welches über die Objekte des Rassismus, die "MigrantInnen", produziert wird. Doch nicht nur das Wissen wird vermittelt, geteilt und umkämpft. Damit einhergehend werden auch die Emotionen verhandelt, die gegenüber den "Anderen" empfunden werden sollen. Ausgehend von dem im Rassismus innewohnenden Potential, Gefühle und Stimmungen zu strukturieren, lag der Fokus der Untersuchung auf den folgenden Fragen: Welches deutungsmächtige Wissen wird im diskursiven Ereignis "Sarrazin" in den Medien über "MigrantInnen" (re-)produziert? Welche Gefühlsregeln kommen dabei implizit zur Sprache?
Eintritt: frei
Kooperationsveranstaltung der Frauenkultur und des Referats für Gleichstellung und Lebensweisenpolitik des Stura der Uni Leipzig