Lesungen / Vorträge
Vorträge, Lesungen und Bildungsveranstaltungen

Zu den unterschiedlichsten Themenbereichen gibt es in der Frauenkultur Vorträge aus weiblicher Sicht. Es gibt Porträts zu einzelnen Künstlerinnen oder Frauen, die in einem historischen Kontext stehen. Und natürlich Autorinnen-Lesungen aller Art. Alle Veranstaltungen bieten die Möglichkeit des Gesprächs zwischen Referentinnen, Künstlerinnen und den BesucherInnen.
Di., 30. 08. 16
18:00 Uhr
DER BESONDERE FILM
gleich 2x mal
gezeigt werden:

Jillaroos - Cowgirls im australischen Outback
Regie: JOANNA MICHNA, 52 Min.
Australiens Rinderfarmer stehen vor einem Problem: Ihnen laufen reihenweise Cowboys weg. Statt harter Kerle treiben nun immer mehr junge Frauen die riesigen Viehherden kilometerweit durch das Outback. Eine neue Zeit bricht an - die Zeit der Jillaroos, der Cowgirls.
Die 19-jährige Flicky arbeitet auf der Farm ihrer Eltern als Jillaroo, als Cowgirl. Zusammen mit ihrer Schwester Emma Jane muss sie mit anpacken. Denn seit die Bergbauminen im ganzen Land mit lukrativen Jobs locken, gibt es keine Cowboys mehr. Die Rinderfarmen im Outback müssen ohnehin fast alle um ihre Existenz kämpfen. nach langer Dürre und Überschwemmungen. Doch die Farmer*innen lieben ihre Tiere und ihren Beruf. Aufgeben ist nur die allerletzte Option. Doch zum Glück gibt es neuerdings junge Frauen wie Flicky, die die harte Farmarbeit nicht scheuen.

Pocahontas - Liebe und Überleben in der Neuen Welt
Regie: WOLF TRUCHSESS VON WETZHAUSEN, D 2012, 55 Min.
Die Geschichte der jungen Häuptlingstochter Pocahontas und des englischen Kolonisten Captain John Smith, die sich im 17. Jahrhundert beim Beginn der Besiedlung Nordamerikas durch die Engländer ereignet hat, gehört zu den dauerhaftesten amerikanischen Legenden. Ob es tatsächlich eine Romanze zwischen den beiden gegeben hat oder ob spätere Generationen die Begegnung verklärt haben, ist ein Thema der Dokumentation. Die wenigen schriftlichen Quellen, auf denen die Geschichte von Pocahontas basiert, sind Reiseberichte von John Smith und stammen aus der Zeit um 1600, als das erste englische Schiff mit Kolonialisten im heutigen Virginia eintraf... und zeichnen vor allem ein Bild aus eurozentristischer Perspektive, das durch starke Konstruktionen des "Fremden" geprägt ist.
Eintritt: frei

Do., 08. 09. 16
19:00 Uhr
Homophobie und Strafrecht
VORTRAG & DISKUSSION
Referentin: Dr. Jasmin Finger

Obwohl die Rechtsstellung Homosexueller und die gesellschaftliche Moralanschauung in den letzten Jahrzehnten eine enorme Entwicklung erfahren haben, ist die Akzeptanz Homosexueller in der Bevölkerung keineswegs gefestigt. Dies zeigt sich einerseits in homophoben Äußerungen in Fußballstadien oder bestimmten Musikszenen, aber andererseits auch darin, dass der bloße Vorhalt der Homosexualität noch heute von vielen als etwas "Anrüchiges" verstanden wird. Der Vortrag beleuchtet zunächst den gesellschaftlichen und (rechts-)historischen Umgang mit Homosexualität. Anschließend wird erörtert, welche Straftatbestände im Zusammenhang mit homophoben Äußerungen und Äußerungen in Bezug auf Homosexualität in Betracht kommen und wie Gerichte und Staatsanwaltschaften hier in der Praxis agieren.

Dr. Jasmin Finger, Studium der Rechtswissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin. Seit 2013 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Strafrecht und Strafprozessrecht von Prof. Dr. Anette Grünewald. 2015 Promotion im Strafrecht.

Eintritt: 4,- | 2,- Euro (ermäßigt)

Sa., 10. 09. 16
15:00 - 18:00 Uhr
Heute etwas anders: Willkommen-Sein auf der Konradstraße
INTERKULTURELLES AKTIONS-UND STRASSENFEST
Ein gutes Miteinander im interkulturellen Kontext ist in unserer Stadt alltäglicher Wunsch von vielen hier lebenden Menschen. und auch integraler Bestandteil vieler sozialer und kultureller Projekte und Initiativen. In diesem Bezug hat auch die Konradstraße täglich "eine ganze Menge zu bieten": mit dem Interkulturellen Mädchentreff MiO, dem Verein Internationale Frauen Leipzig und dem Bürgertreff Volkmarsdorf, der Bahai-Gemeinde und...
Und im Rahmen des FREIRAUM-Festivals heißt es hier: Willkommen auf der Konradstraße!

Mit vielen Aktionen:
. Gestaltung bunter Wünsche-Ballons
. kreatives Kinderprogramm am Bastelstand zum Thema "Einheit in der Vielfalt"
. Spielstraßen-Wettbewerbe für (fast) alle Altersgruppen
. coole Aufnäher für T-Shirts, Tragetaschen drucken...
. Activity-Glücksrad
. Fahrradfahren lernen
. Kreide-Straßenmalerei
. Malen auf großformatigen Leinwänden
. Kleiner Flohmarkt
. lustige, hilfreiche und nützliche Tipps und Infos für Alltag anders
In Kooperation von Frauenkultur Leipzig und Internationale Frauen Leipzig.

Fr., 21. 10. 16
19:00 Uhr
Colors of feminism
VORTRAG & DISKUSSION
Referentin: Natasha A. Kelly

Welche "Farbe" haben Feministinnen? Oder ist Feminismus "farblos"? Wer gilt in feministischen Kreisen als "farbig"? Und wer als "farbenblind"? Diese und ähnliche Fragen werden in aktivistischen Frauenkreisen immer wieder aufs Neue gestellt und führen auf die falsche Fährte. Denn der angloamerikanische Kampfbegriff Colors lässt sich nicht mit "Farben" oder "farbig" übersetzen. Vielmehr ist von Widerstand die Rede: Women of Color sind Frauen des Widerstands! Und widerständige Frauenpositionen gibt es innerhalb der weißen deutschen Mehrheitsgesellschaft viele. Doch gerne werden diese auf einer einzigen Positionierung reduziert, in einer einzigen Stimme verein(nahm)t - von jenen weißen Feministinnen, die die Kategorie Gender für sich beanspruchen, entdependieren und eigenständig verhandeln...

Natasha A. Kelly ist promovierte Kommunikationswissenschaftlerin und Soziologin mit den Forschungsschwerpunkten race und gender. Die in London geborene und in Deutschland sozialisierte Panafrikanistin ist die gewählte Hauptvertreterin der Europäischen Union im Landesbeirat für Integrations- und Migrationsfragen des Berliner Senats (2012 - 2017). Dort leitet sie die "AG Frauen" und die "Fokusgruppe Wissenschaft und Forschung". Sie selbst versteht sich als "akademische Aktivistin", die stets versucht Theorie und Praxis miteinander zu verbinden, um die Wichtigkeit und Notwendigkeit von Transferleitungen zwischen Politik, Wissenschaft und Gesellschaft zu betonen. Die Autorin und Dozentin hat an zahlreichen privaten und staatlichen Einrichtungen in Deutschland und Österreich gelehrt, referiert und moderiert und ist in diversen ehrenamtlichen Projekten engagiert. Sie ist die Herausgeberin von "X, das Magazin für AfroKultur" (http://www.fabulamedia.com) und "Sisters and Souls. Inspirationen durch May Ayim" (Berlin, Orlanda Verlag 2015), eine Anthologie zu Ehren der afrodeutschen Wissenschaftlerin, Aktivistin und Dichterin. Darüber hinaus ist Natasha Kuratorin und Projektleiterin der interaktiven Wanderausstellung EDEWA (http://www.edewa.info), die sich aus postkolonialer Perspektive mit Alltagsrassismus, Sexismus und Kolonialismus, insbesondere den Kolonialwarenhandel beschäftigt, und als Beraterin für verschiedene Kunstinstitutionen tätig. Ihre Dissertationsschrift "AfroKultur - der raum zwischen gestern und morgen" ist 2016 im Unrast Verlag, Münster erschienen.
Mehr Infos unter: http://www.NatashaAKelly.com

Do., 17. 11. 16
19:00 Uhr
Nicht lesbisch - frauenliebend!
Misogynität, Scham und Unsichtbarkeit im Zusammenhang von lesbischem Selbsthass
VORTRAG & DISKUSSION
Referentin: Verena Läcke

"Die Lesbe" ist nach wie vor unsichtbar - eine Identität, die nicht so recht zu sein hat. Auch unter Lesben. Aktive weibliche und insbesondere lesbische Sexualität hat im öffentlichen Raum keinen oder nur einen begrenzten Platz, gehört ins Private. Aus der Unsichtbarkeit heraus ein Selbstbewusstsein - subjektiv wie politisch - zu schaffen, scheint vielen schier unmöglich.

Mit der Frage "Wo sind die Lesben hin?" beschäftigen sich Lesben seit Jahrzehnten und kürzlich auch wieder in Podiumsdiskussionen in Berlin und Köln. Ein Grund für die Unsichtbarkeit der Lesbe ist sicherlich die Stellung weiblicher Sexualität in der Gesellschaft. Doch ist es wirklich nur der Gesellschaft verschuldet, dass "die Lesbe" kaum öffentliche Sphären einnimmt? Kann sich der Gedanke bestätigen, dass sich "die Lesbe" ihr eigener Feind auf dem Weg zur Sichtbarkeit und zur darauf stützenden politischen Emanzipation ist?

Verena Läcke ist Bundesvorsitzende der Queerfem* Bundeskonferenz und studiert Politik- und Rechtswissenschaften an der Universität Bonn.
Eintritt: 4,- | 2,- Euro ermäßigt

Do., 24. 11. 16
19:00 Uhr
Geschlechter- und Sexualitätsnormen im Asylverfahren
VORTRAG & DISKUSSION
Referentin: Katharina Schoenes

Die Bundesrepublik ist ihrem Selbstverständnis nach ein Land, in dem Menschen unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung gleichberechtigt und diskriminierungsfrei leben können. Vor diesem Hintergrund könnte man erwarten, dass Geflüchtete, die aufgrund ihrer (normabweichenden) sexuellen Orientierung verfolgt wurden, in Deutschland mit offenen Armen empfangen werden. Jedoch gelingt es vielen Asylsuchenden nicht, ihren theoretisch bestehenden Schutzanspruch in der Praxis durchzusetzen.
Der Vortrag beleuchtet anhand aktueller und älterer Beispiele den behördlichen und gerichtlichen Umgang mit Asylanträgen von LGBT. Dabei geht es auch um die Frage, wie gesellschaftlich verbreitete Vorstellungen von Geschlecht und Sexualität sowie hieran geknüpfte Erwartungen gerichtliche und behördliche Entscheidungen prägen.

Katharina Schoenes ist Sozialwissenschaftlerin. Momentan promoviert sie an der Universität Osnabrück im Graduiertenkolleg "Die Produktion von Migration" zum Einfluss gesellschaftlicher Machtverhältnisse auf gerichtliche Entscheidungen im Aufenthalts- und Asylrecht. Darüber hinaus ist sie Mitglied der Berliner Prozessbeobachtungsgruppe Rassismus und Justiz, die sich dafür einsetzt, eine öffentliche Debatte über strukturellen Rassismus in Polizei und Justiz anzustoßen.
Eintritt: 4,- | 2,- Euro ermäßigt

Do., 08. 12. 16
19:00 Uhr
Sexuelle Befreiung.
Über den Zusammenhang von modernen Subjektvorstellungen und Sexualität im feministischen Denken seit den 1960er in Frankreich, Deutschland und den USA.
VORTRAG & DISKUSSION
Referentin: Dr. Cornelia Möser

Seit Ende der 1960er Jahre hat Sexualität einen zentralen Platz in feministischen Vorstellungen von Emanzipation und Befreiung. Dieser Vortrag geht anhand von Beispielen aus Frankreich, Deutschland und den USA dem Platz der Sexualität im feministischen Denken nach und versucht nachzuvollziehen, welche Befreiungsstrategien aus den jeweiligen Begriffen von Sexualität abgeleitet werden, ob sie beispielsweise als Unterdrückungs- oder Befreiungsinstrument verstanden wird, als Identität oder als Praxis. Muss sich von der patriarchalen Sexualität befreit werden? Gilt es, sich durch die Sexualität selbst zu befreien oder ist es gar die Sexualität, die von gesellschaftlichen Prägungen befreit werden muss? Der Vortrag versucht anhand der verschiedenen Begriffe von Sexualität, die im feministischen Denken vorzufinden sind, die ihnen zugrunde liegenden Subjektvorstellungen offenzulegen und damit zu einem besseren Verständnis auch aktueller Diskussionen um sexuelle Modernität beizutragen.

Dr. Cornelia Möser, Studium der Kulturwissenschaft, Gender Studies und Soziologie an der Humboldt-Universität zu Berlin und an der Université Paris 8. 2011 Promotion in den Fächern Gender Studies und Politikwissenschaft. 2008 - 2010 assoziiertes Mitglied des Graduiertenkollegs »Geschlecht als Wissenskategorie«. 2011 Vertretungsdozentur am Centre en études genre der Université de Lausanne. Seit 2012 Forschungsbeauftragte des CNRS am Laboratoire CRESPPA-GTM in Paris.
Eintritt: 4,- | 2,- Euro ermäßigt