Lesungen / Vorträge
Vorträge, Lesungen und Bildungsveranstaltungen

Zu den unterschiedlichsten Themenbereichen gibt es in der Frauenkultur Vorträge aus weiblicher Sicht. Es gibt Porträts zu einzelnen Künstlerinnen oder Frauen, die in einem historischen Kontext stehen. Und natürlich Autorinnen-Lesungen aller Art. Alle Veranstaltungen bieten die Möglichkeit des Gesprächs zwischen Referentinnen, Künstlerinnen und den BesucherInnen.
Di., 28. 06. 16
18:00 Uhr
Perspektiven des Berufseinstiegs im Arbeitsmarkt Sport
VORTRAG & DISKUSSION
Ergebnisse einer Absolvent*innenbefragung an der Sportwissenschaftlichen Fakultät der Universität Leipzig
OLIVIA KRUSCHE, Leipzig

Das Berufsfeld Sport hat sich in den letzten Jahren zunehmend zu einem attraktiven Bereich für Berufsanfänger*innen entwickelt. Auch die Sportwissenschaftliche Fakultät der Universität Leipzig verzeichnet steigende Zahlen von Absolvent*innen. Doch wo landen diese Absolvent*-innen? Und welche Unterschiede lassen sich je nach gewählten Studienfächern erkennen? Der Vortrag befasst sich mit dem Berufseinstieg der Absolvent*innen der sogenannten "Neuen Studiengänge" der Sportwissenschaftlichen Fakultät der Universität Leipzig. Mittels einer Online-Befragung werden alle Absolvent*innen seit der Einführung der Bachelor- und Masterstudiengänge zu ihrem Berufseintritt befragt. Ausgehend von einer arbeitsmarkttheoretischen Perspektive werden insbesondere die Neue Institutionenökonomik sowie die Sozialkapitaltheorie herange-zogen, um im empirischen Teil der Arbeit Unterschiede zwischen Personengruppen zu erklären. Aus den Ergebnissen lassen sich vorsichtige Hinweise formulieren sowie weiterführende Forschungsfragen ableiten.

Eine Veranstaltung im Rahmen der Vortragsreihe "women in science - empowerment now!"; in Kooperation des Referats für Gleichstellung und Lebensweisenpolitik des Stura der Uni Leipzig und der Frauenkultur.
Eintritt: 4,- | 2,- Euro (ermäßigt)

Do., 30. 06. 16
19:00 Uhr
"Feminist*innen aller Gender, vereinigt Euch!"
VORTRAG & DISKUSSION
Referent*in: Kalle*

Diskriminierung von Frauen* ist ein tief verwurzeltes und weit verbreitetes Problem, das wir nur durch die gemeinsame Anstrengung aller überwinden können ... Doch wer ist dieses "Wir"? Wie können Frauen* und Männer* gemeinsam protestieren ohne bestehende Herrschaftsverhältnisse zu reproduzieren? Welche Fallstricke existieren, wo sich privilegierte und weniger privilegierte Gruppen gegenseitig unterstützen und auf einer persönlichen Ebene begegnen? Auf diese und ähnliche Fragen geht der Vortrag aus Sicht der politischen Psychologie ein. Große gesellschaftliche Zusammenhänge werden aus der Perspektive des Individuums beleuchtet und der Blick auf die Rolle von Identität und Emotion bei Protestverhalten gelenkt.

Kalle* verbrachte ein paar Jahre an verschiedenen Universitäten, wo x sich immer intensiver mit politischer Psychologie auseinandersetzte. Mittlerweile hat x jedoch der Uni den Rücken zugekehrt und sich entschieden erst einmal oder längerfristig "nichts" zu machen. Nun widmet sich Kalle* am liebsten (queer_feministischen) Themen wie der Kommunikation von Bedürfnissen und Sexpositivismus.
Eintritt: 4,- | 2,Euro (ermäßigt)

Do., 07. 07. 16
18:00 Uhr
Entstehung und Erscheinungsformen von Transphobie.
Ergebnisse einer qualitativen Studie im Rahmen einer Masterarbeit im Fach Psychologie.
VORTRAG & DISKUSSION
Referentin: EVA EGGERS

Warum empfinden und handeln viele Menschen feindselig gegenüber Transgeschlechtlichkeit? Welche Ängste, welche Vorurteile stecken hinter den beispielsweise in der Bildungsdebatte deutlich werdenden Abwehrhaltungen gegenüber Transgeschlechtlichkeit? Welche Argumente werden gegen die Gleichstellung von Trans- und Cisgeschlechtlichkeit hervorgebracht? An welchen Stellen könnte Prävention ansetzen, um Transpersonen ein gleichberechtigtes Leben zu ermöglichen? Die vorgestellte Studie ist ein Versuch, diesen Fragen mittels qualitativer Interviews nachzugehen. Der Schwerpunkt des Vortrags liegt auf den inhaltsanalytischen Ergebnissen dieser Interviews. Triggerwarnung: Die vorgestellten Interviews beinhalten eine abwertende Sprache gegen Transpersonen.

Veranstaltung in Kooperation mit dem RGL des Stura der Uni Leipzig und der Frauenkultur
Eintritt: frei

Do., 07. 07. 16
20:00 Uhr
QUEERE FILMNACHT ZUM CSD IN LE
Eintritt: frei
Gezeigt werden:

GRANDMA
USA 2015, Regisseur: PAUL WEITZ, 79 Min.
Paul Weitz lässt in seiner Indie-Komödie Grandma zwei Generationen in Form von Lily Tomlin und Julia Garner aufeinanderprallen.
Grandma Elle ist nicht gerade das, was man als Menschenfreundin bezeichnen würde. Die Poetin hat vor kurzem ihre Lebenspartnerin Olivia verlassen und aller Freundlichkeit gegenüber Mitmenschen abgeschworen. Sie nimmt kein Blatt vor den Mund, wenn es darum geht, anderen ihre Meinung zu sagen, was den Umgang mit ihr schwierig machen kann. Doch dann wendet sich ihre 18jährige Enkelin Sage an ihre Grandma Elle, als es hart auf hart kommt. Sie braucht dringend 630 Dollar und ihre Großmutter findet auch schnell heraus, warum: Sage ist schwanger. Elle hat das notwendige Geld selbst nicht zur Hand, doch sie bietet ihrer Enkelin Hilfe an. Ein erster Stopp auf dem darauffolgenden Road Trip der beiden Frauen wird bei Cam eingelegt, bei demjenigen also, der Sage geschwängert hat...
"Allein Tomlins feines, zutiefst authentisches Spiel macht Grandma zu einem Gewinn." (kino-zeit.de)

EINE NEUE FREUNDIN
Frankreich 2014, Regisseur: FRANÇOIS OZON, 104 Min.
Claire und Laura sind beste Freundinnen seit Kindertagen. Doch ihre Freundschaft findet ein jähes Ende, als Laura überraschend stirbt. Sie hinterlässt ein Baby und ihren Ehemann David. Als Claire den Witwer unangemeldet besucht, erwischt sie ihn in Lauras Kleidern - dem Baby die Flasche gebend. Anfangs verstört von der Verwandlung findet Claire in David schon bald eine neue Freundin.
Wie kein zweiter Regisseur vermag es François Ozon ("Jung & schön", "8 Frauen"), Frauenfiguren einfühlsam und glaubhaft zu inszenieren und seine eigene Homosexualität in die Filmstoffe einfließen zu lassen. In seinem neuen Meisterwerk erzählt er von einer ungewöhnlichen Frauenfreundschaft, bei der Frauen nicht zwingend weiblich sein müssen. Romain Duris ("So ist Paris", "L'auberge espagnole") brilliert als neue Freundin und demonstriert überaus einnehmend seine feminine Seite. Dabei bezirzt Anaïs Demoustier ("Das bessere Leben", "Der Schnee am Kilimandscharo") Romain Duris und das Publikum gleichermaßen als ziemlich beste Freundin.

Di., 12. 07. 16
18:00 Uhr
Frauen erklimmen die höchsten Berge
MULTIMEDIALER VORTRAG
Prof. Dr. GODULA KOSACK, Leipzig

...unter diesem Motto fand vom 13. - 18. März 2016 in Katmandu / Nepal die "2. Weltfrauenkonferenz der Basisfrauen" statt.
Im erdbebenerschütterten Land Nepal trat gerade erst im Oktober 2015 eine neue Verfassung in Kraft, die auf vorbildliche Weise den Frauen den ihnen gemäßen Platz in der Gesellschaft einräumt.

1.300 Teilnehmerinnen aus 48 Ländern unterschiedlicher politischer Ausrichtungen arbeiteten gemeinsam zu den verschiedensten die Situation der Frauen betreffenden Themen. Aber es wurde auch gefeiert. Und eines wurde deutlich: Es gibt sie: die FRAUENBEWEGUNG WELTWEIT! Godula Kosack, Vorstandsfrau von TERRE DES FEMMES. Menschenrechte für die Frau e.V., war dabei. Sie wirkte in einem der Workshops mit, hat auch gefilmt und wird in diesem Vortrag ihre Eindrücke (mit)teilen.
Eintritt: 4,- | 2,- Euro ermäßigt

Mi., 13. 07. 16
19:00 Uhr
Antimuslimischer Homophobiediskurs und der deutsche Homonationalismus
VORTRAG mit anschließender Diskussion
ZÜLFUKAR ÇETIN

Spätestens seit dem 11. September 2001 und wieder seit den zunehmenden globalen Fluchtbewegungen gibt es in den westlichen Ländern, u.a. auch in der BRD, rassistisch aufgeladene Diskussionen in der Sexual- und Geschlechterpolitik, die einerseits einen zivilisierten Westen und andererseits unzivilisierte "Andere" konstruieren. In diesem Vortrag wird diskutiert, wie im Westen, v.a. in der BRD, die Menschen, die als Muslim_innen markiert werden, durch zugeschriebene Merkmale, die sie nicht unbedingt besitzen müssen, zu "Anderen" gemacht werden. Anhand der Analyse ausgewählter Beispiele, Kampagnen und Studien, die in den letzten Jahren durchgeführt wurden, werden die folgenden Fragen gestellt und beantwortet: Welche Zusammenhänge gibt es zwischen Homophobie und Antimuslimischem Rassismus? Welche Rolle spielen Wissenschaft, Praxis und Politik bei der Queer- und Migrant_innenpolitik? Zudem wird auf den deutschen Homonationalismus und die damit verbundene Stadtteilpolitik in Berlin eingegangen, um die konkrete Ein- und Ausschlüsse in der Queer- und Migrationspolitik deutlich zu machen.

ZÜLFUKAR ÇETIN lehrt an der Alice-Salomon-Hochschule Berlin|Bereich Soziale Arbeit. Seine Doktorarbeit zu Homophobie und Islamophobie wurde 2014 im Rahmen des Deutsch-Türkischen Wissenschaftsjahres ausgezeichnet. 2014 - 2015 arbeitete er an seinem Post-Doc-Projekt "Die queere Bewegung in der Türkei vor und während der AKP-Regierung" als Mercator-IPC-Fellow bei der Stiftung Wissenschaft und Politik. Er ist Vorstandsmitglied des Türkischen Bundes in Berlin-Brandenburg. Seine aktuelle Publikation "Gespräche über Rassismus. Perspektiven und Widerstände" erschien im Verlag Yilmaz-Günay.

Veranstaltet vom Referat für Gleichstellung und Lebensweisenpolitik des StuRa der Uni Leipzig
Eintritt: frei

Do., 18. 08. 16
19:00 Uhr
Verrechtlichung der Geschlechterordnung: wozu braucht das Recht "Geschlecht"?
VORTRAG & DISKUSSION
Referentin: Prof. Dr. EVA KOCHER

Im Recht kommt der Begriff "Geschlecht" an vielen Stellen vor, z.B. im Antidiskriminierungsrecht, wo Benachteiligung wegen des Geschlechts verboten ist, oder im Familienrecht, wo geregelt ist, welches Geschlecht die Person haben kann, mit der jemand eine Ehe oder eingetragene Partnerschaft eingehen kann. Insofern scheint es gute Gründe dafür zu geben, jedem Menschen eins von zwei Geschlechtern eindeutig zuzuweisen. Aber ist das Recht wirklich auf solche Geschlechtszuweisungen angewiesen? Oder ist vielleicht gerade diese Zuweisung rechtlich problematisch?

Prof. Dr. Eva Kocher, Jahrgang 1965, Studium der Rechtswissenschaften in Tübingen und Hamburg. Seit April 2009 ist sie Professorin für Bürgerliches Recht, Europäisches und Deutsches Arbeitsrecht sowie Zivilverfahrensrecht an der Europa-Universität Viadrina, Frankfurt/Oder.

Do., 17. 11. 16
19:00 Uhr
Nicht lesbisch - frauenliebend!
Misogynität, Scham und Unsichtbarkeit im Zusammenhang von lesbischem Selbsthass
VORTRAG & DISKUSSION
Referentin: Verena Läcke

"Die Lesbe" ist nach wie vor unsichtbar - eine Identität, die nicht so recht zu sein hat. Auch unter Lesben. Aktive weibliche und insbesondere lesbische Sexualität hat im öffentlichen Raum keinen oder nur einen begrenzten Platz, gehört ins Private. Aus der Unsichtbarkeit heraus ein Selbstbewusstsein - subjektiv wie politisch - zu schaffen, scheint vielen schier unmöglich.

Mit der Frage "Wo sind die Lesben hin?" beschäftigen sich Lesben seit Jahrzehnten und kürzlich auch wieder in Podiumsdiskussionen in Berlin und Köln. Ein Grund für die Unsichtbarkeit der Lesbe ist sicherlich die Stellung weiblicher Sexualität in der Gesellschaft. Doch ist es wirklich nur der Gesellschaft verschuldet, dass "die Lesbe" kaum öffentliche Sphären einnimmt? Kann sich der Gedanke bestätigen, dass sich "die Lesbe" ihr eigener Feind auf dem Weg zur Sichtbarkeit und zur darauf stützenden politischen Emanzipation ist?

Verena Läcke ist Bundesvorsitzende der Queerfem* Bundeskonferenz und studiert Politik- und Rechtswissenschaften an der Universität Bonn.

Do., 08. 12. 16
19:00 Uhr
Sexuelle Befreiung.
Über den Zusammenhang von modernen Subjektvorstellungen und Sexualität im feministischen Denken seit den 1960er in Frankreich, Deutschland und den USA.
VORTRAG & DISKUSSION
Referentin: Dr. Cornelia Möser

Seit Ende der 1960er Jahre hat Sexualität einen zentralen Platz in feministischen Vorstellungen von Emanzipation und Befreiung. Dieser Vortrag geht anhand von Beispielen aus Frankreich, Deutschland und den USA dem Platz der Sexualität im feministischen Denken nach und versucht nachzuvollziehen, welche Befreiungsstrategien aus den jeweiligen Begriffen von Sexualität abgeleitet werden, ob sie beispielsweise als Unterdrückungs- oder Befreiungsinstrument verstanden wird, als Identität oder als Praxis. Muss sich von der patriarchalen Sexualität befreit werden? Gilt es, sich durch die Sexualität selbst zu befreien oder ist es gar die Sexualität, die von gesellschaftlichen Prägungen befreit werden muss? Der Vortrag versucht anhand der verschiedenen Begriffe von Sexualität, die im feministischen Denken vorzufinden sind, die ihnen zugrunde liegenden Subjektvorstellungen offenzulegen und damit zu einem besseren Verständnis auch aktueller Diskussionen um sexuelle Modernität beizutragen.

Dr. Cornelia Möser, Studium der Kulturwissenschaft, Gender Studies und Soziologie an der Humboldt-Universität zu Berlin und an der Université Paris 8. 2011 Promotion in den Fächern Gender Studies und Politikwissenschaft. 2008 - 2010 assoziiertes Mitglied des Graduiertenkollegs »Geschlecht als Wissenskategorie«. 2011 Vertretungsdozentur am Centre en études genre der Université de Lausanne. Seit 2012 Forschungsbeauftragte des CNRS am Laboratoire CRESPPA-GTM in Paris.