Lesungen / Vorträge
Vorträge, Lesungen und Bildungsveranstaltungen

Zu den unterschiedlichsten Themenbereichen gibt es in der Frauenkultur Vorträge aus weiblicher Sicht. Es gibt Porträts zu einzelnen Künstlerinnen oder Frauen, die in einem historischen Kontext stehen. Und natürlich Autorinnen-Lesungen aller Art. Alle Veranstaltungen bieten die Möglichkeit des Gesprächs zwischen Referentinnen, Künstlerinnen und den BesucherInnen.
Fr., 12. 08. 16
19:00 Uhr
City Walls: My Own Private Teheran | Meine Familie in Teheran
DER BESONDERE FILM
Regie: AFSAR SONIA SHAFIE, D/Ch 2017, 87 min., OmU, FSK: 16 Jahre

Nach fünf Jahren in der Schweiz reist die iranische Dokumentarfilmerin Afsar Sonia Shafie zurück in die Heimat. Denn in Teheran leben die Frauen, die ihr Leben geprägt haben. Sie bemüht sich, in bewegenden und fast schon intimen Bildern vom Leben dreier Frauengenerationen im Iran zu erzählen. Und auch wenn die Machart recht unspektakulär ist und der Film nicht gerade mit einer originellen Bildsprache aufwarten kann, so ist sein Inhalt umso beeindruckender.
Eintritt: frei

So., 14. 08. 16
15:00 Uhr
Der kleine Maulwurf
KINDER-FAMILIEN-FILM
Diese Filme kommen ohne Worte aus... daher laden wir Familien ein, egal welche Sprache sie sprechen.

Der kleine Maulwurf ist eine Zeichentrick-Figur, die 1957 von dem tschechischen Zeichner Zdenek Miler erschaffen wurde. Den meisten bekannt, ist der kleine Maulwurf aus der "Sendung mit der Maus". Seine besten Freunde sind die Maus, der Igel und der Hase.
Der kleine Maulwurf kommt ganz ohne Sprache aus. Er gibt ständig Laute von sich, die deutlich seine Gefühle dokumentieren... er jauchzt und lacht. oder weint und schluchzt mit großen Kullertränen, so dass alle auf der ganzen Welt sofort verstehen, dass er nun traurig ist.
Eintritt: frei

Do., 18. 08. 16
19:00 Uhr
Verrechtlichung der Geschlechterordnung: wozu braucht das Recht "Geschlecht"?
VORTRAG & DISKUSSION
Referentin: Prof. Dr. EVA KOCHER

Im Recht kommt der Begriff "Geschlecht" an vielen Stellen vor, z.B. im Antidiskriminierungsrecht, wo Benachteiligung wegen des Geschlechts verboten ist, oder im Familienrecht, wo geregelt ist, welches Geschlecht die Person haben kann, mit der jemand eine Ehe oder eingetragene Partnerschaft eingehen kann. Insofern scheint es gute Gründe dafür zu geben, jedem Menschen eins von zwei Geschlechtern eindeutig zuzuweisen. Aber ist das Recht wirklich auf solche Geschlechtszuweisungen angewiesen? Oder ist vielleicht gerade diese Zuweisung rechtlich problematisch?

Prof. Dr. Eva Kocher, Jahrgang 1965, Studium der Rechtswissenschaften in Tübingen und Hamburg. Seit April 2009 ist sie Professorin für Bürgerliches Recht, Europäisches und Deutsches Arbeitsrecht sowie Zivilverfahrensrecht an der Europa-Universität Viadrina, Frankfurt/Oder.
Eintritt: 4,- | 2,- Euro ermäßigt

So., 28. 08. 16
15:00 - 18:00 Uhr
Willkommen im Wilden Süden!
SOMMERFEST IN DER KULTURFABRIK LEIPZIG

Auch nach den Ferien wird der Sommer großartig! Die Kulturfabrik Leipzig lädt wieder ein zum Sommerfest 2016... mit vielen Mitmach-stationen, Raum zum Toben und Ausprobieren oder einfach zum Chillen im Grünen.
Auf dem gesamten Gelände, von der Kochstraße bis zur Windscheidstraße gibt es viel zu erleben und zu entdecken; ein buntes Bühnenprogramm - u.a. tritt auf der Percussion-Kurs "Come and Drum" der Frauenkultur unter Leitung von INGEBORG FREYTAG mit "West African drum music from the White Chicken universe!". Es gibt spielerische Herausforderungen für Kopf und Körper und natürlich auch gute Musik und Essen. Der Kuchenbasar steht in der Frauenkultur.
Achtung! Wer sich verkleidet oder "besonders zurecht macht", bekommt eine kleine Überraschung...
Die Vereine Cammerspiele, Frauenkultur, HALLE 5 und WERK 2 freuen sich auf euch und ein ausgelassenes Sommerfest.
Eintritt: frei

Di., 30. 08. 16
18:00 Uhr
DER BESONDERE FILM
gleich 2x mal
gezeigt werden:

Jillaroos - Cowgirls im australischen Outback
Regie: JOANNA MICHNA, 52 Min.
Australiens Rinderfarmer stehen vor einem Problem: Ihnen laufen reihenweise Cowboys weg. Statt harter Kerle treiben nun immer mehr junge Frauen die riesigen Viehherden kilometerweit durch das Outback. Eine neue Zeit bricht an - die Zeit der Jillaroos, der Cowgirls.
Die 19-jährige Flicky arbeitet auf der Farm ihrer Eltern als Jillaroo, als Cowgirl. Zusammen mit ihrer Schwester Emma Jane muss sie mit anpacken. Denn seit die Bergbauminen im ganzen Land mit lukrativen Jobs locken, gibt es keine Cowboys mehr. Die Rinderfarmen im Outback müssen ohnehin fast alle um ihre Existenz kämpfen. nach langer Dürre und Überschwemmungen. Doch die Farmer*innen lieben ihre Tiere und ihren Beruf. Aufgeben ist nur die allerletzte Option. Doch zum Glück gibt es neuerdings junge Frauen wie Flicky, die die harte Farmarbeit nicht scheuen.

Pocahontas - Liebe und Überleben in der Neuen Welt
Regie: WOLF TRUCHSESS VON WETZHAUSEN, D 2012, 55 Min.
Die Geschichte der jungen Häuptlingstochter Pocahontas und des englischen Kolonisten Captain John Smith, die sich im 17. Jahrhundert beim Beginn der Besiedlung Nordamerikas durch die Engländer ereignet hat, gehört zu den dauerhaftesten amerikanischen Legenden. Ob es tatsächlich eine Romanze zwischen den beiden gegeben hat oder ob spätere Generationen die Begegnung verklärt haben, ist ein Thema der Dokumentation. Die wenigen schriftlichen Quellen, auf denen die Geschichte von Pocahontas basiert, sind Reiseberichte von John Smith und stammen aus der Zeit um 1600, als das erste englische Schiff mit Kolonialisten im heutigen Virginia eintraf... und zeichnen vor allem ein Bild aus eurozentristischer Perspektive, das durch starke Konstruktionen des "Fremden" geprägt ist.
Eintritt: frei

Sa., 10. 09. 16
15:00 - 18:00 Uhr
Heute etwas anders: Willkommen-Sein auf der Konradstraße
INTERKULTURELLES AKTIONS-UND STRASSENFEST
Ein gutes Miteinander im interkulturellen Kontext ist in unserer Stadt alltäglicher Wunsch von vielen hier lebenden Menschen. und auch integraler Bestandteil vieler sozialer und kultureller Projekte und Initiativen. In diesem Bezug hat auch die Konradstraße täglich "eine ganze Menge zu bieten": mit dem Interkulturellen Mädchentreff MiO, dem Verein Internationale Frauen Leipzig und dem Bürgertreff Volkmarsdorf, der Bahai-Gemeinde und...
Und im Rahmen des FREIRAUM-Festivals heißt es hier: Willkommen auf der Konradstraße!

Mit vielen Aktionen:
. Gestaltung bunter Wünsche-Ballons
. Spielstraßen-Wettbewerbe für (fast) alle Altersgruppen
. coole Aufnäher für T-Shirts, Tragetaschen drucken...
. Activity-Glücksrad
. Fahrradfahren lernen
. Kreide-Straßenmalerei
. Malen auf großformatigen Leinwänden
. Kleiner Flohmarkt
. lustige, hilfreiche und nützliche Tipps und Infos für Alltag anders
In Kooperation von Frauenkultur Leipzig und Internationale Frauen Leipzig.

Do., 17. 11. 16
19:00 Uhr
Nicht lesbisch - frauenliebend!
Misogynität, Scham und Unsichtbarkeit im Zusammenhang von lesbischem Selbsthass
VORTRAG & DISKUSSION
Referentin: Verena Läcke

"Die Lesbe" ist nach wie vor unsichtbar - eine Identität, die nicht so recht zu sein hat. Auch unter Lesben. Aktive weibliche und insbesondere lesbische Sexualität hat im öffentlichen Raum keinen oder nur einen begrenzten Platz, gehört ins Private. Aus der Unsichtbarkeit heraus ein Selbstbewusstsein - subjektiv wie politisch - zu schaffen, scheint vielen schier unmöglich.

Mit der Frage "Wo sind die Lesben hin?" beschäftigen sich Lesben seit Jahrzehnten und kürzlich auch wieder in Podiumsdiskussionen in Berlin und Köln. Ein Grund für die Unsichtbarkeit der Lesbe ist sicherlich die Stellung weiblicher Sexualität in der Gesellschaft. Doch ist es wirklich nur der Gesellschaft verschuldet, dass "die Lesbe" kaum öffentliche Sphären einnimmt? Kann sich der Gedanke bestätigen, dass sich "die Lesbe" ihr eigener Feind auf dem Weg zur Sichtbarkeit und zur darauf stützenden politischen Emanzipation ist?

Verena Läcke ist Bundesvorsitzende der Queerfem* Bundeskonferenz und studiert Politik- und Rechtswissenschaften an der Universität Bonn.

Do., 08. 12. 16
19:00 Uhr
Sexuelle Befreiung.
Über den Zusammenhang von modernen Subjektvorstellungen und Sexualität im feministischen Denken seit den 1960er in Frankreich, Deutschland und den USA.
VORTRAG & DISKUSSION
Referentin: Dr. Cornelia Möser

Seit Ende der 1960er Jahre hat Sexualität einen zentralen Platz in feministischen Vorstellungen von Emanzipation und Befreiung. Dieser Vortrag geht anhand von Beispielen aus Frankreich, Deutschland und den USA dem Platz der Sexualität im feministischen Denken nach und versucht nachzuvollziehen, welche Befreiungsstrategien aus den jeweiligen Begriffen von Sexualität abgeleitet werden, ob sie beispielsweise als Unterdrückungs- oder Befreiungsinstrument verstanden wird, als Identität oder als Praxis. Muss sich von der patriarchalen Sexualität befreit werden? Gilt es, sich durch die Sexualität selbst zu befreien oder ist es gar die Sexualität, die von gesellschaftlichen Prägungen befreit werden muss? Der Vortrag versucht anhand der verschiedenen Begriffe von Sexualität, die im feministischen Denken vorzufinden sind, die ihnen zugrunde liegenden Subjektvorstellungen offenzulegen und damit zu einem besseren Verständnis auch aktueller Diskussionen um sexuelle Modernität beizutragen.

Dr. Cornelia Möser, Studium der Kulturwissenschaft, Gender Studies und Soziologie an der Humboldt-Universität zu Berlin und an der Université Paris 8. 2011 Promotion in den Fächern Gender Studies und Politikwissenschaft. 2008 - 2010 assoziiertes Mitglied des Graduiertenkollegs »Geschlecht als Wissenskategorie«. 2011 Vertretungsdozentur am Centre en études genre der Université de Lausanne. Seit 2012 Forschungsbeauftragte des CNRS am Laboratoire CRESPPA-GTM in Paris.