Lesungen / Vorträge
Vorträge, Lesungen und Bildungsveranstaltungen

Zu den unterschiedlichsten Themenbereichen gibt es in der Frauenkultur Vorträge aus weiblicher Sicht. Es gibt Porträts zu einzelnen Künstlerinnen oder Frauen, die in einem historischen Kontext stehen. Und natürlich Autorinnen-Lesungen aller Art. Alle Veranstaltungen bieten die Möglichkeit des Gesprächs zwischen Referentinnen, Künstlerinnen und den BesucherInnen.
Do., 13. 07. 17
19:00 Uhr
Voguing in cinema.
VORTRAG & DISKUSSION
SIMON SCHULTZ

Jennie Livingstons Dokumentarfilm "Paris is Burning" (USA, 1990) gibt Zeugnis über die Ballroom Scene in New York, einem Phänomen der schwulen Schwarzen und Latinx-Szene. Ende der 1980er Jahren gelangte sie in den Mainstream der Stadt und damit auch in die Medien. Seit dieser Zeit existiert für die Szene und den mit ihr verbundenen Tanz 'Voguing' ein Kanon an Bildern und Narrativen, jedoch weicht die Repräsentation der Szene in den kanonisierten Bildern teils erheblich von der außerfilmischen Realität ab. Nichtsdestotrotzt nutzt die Ballroom Scene den Film als Medium zur Rekonstruktion der eigenen Geschichte. Gleichzeitig bezieht sie sich auch in ihren Community Events ausdrücklich auf die Produktionsästhetik von (Mode-)Fotografie und Film. Mit Archivmaterial und zeitgenössischen Filmbeispielen nähert sich der Vortrag an die Ballroom Scene an und betrachtet ihre Geschichte und ihren Umgang mit strukturellem Rassismus im New York der 1980er Jahren. Durch die ganz eigene Interpretation von Konkurrenz und Selbstoptimierung schafft die Szene einen physischen und medialen Ort, an dem sich Schwarze und latinx Körper selbstbestimmt inszenieren und aufwerten. Mit ihrem sechsteiligen Geschlechtersystem, performativen Konzepten von 'realness' und Natürlichkeit, sowie in der Nutzung der Medien als Evidenzmaschinen hat die Szene wirkmächtige Strategien zur Stärkung und Unterstützung ihrer Mitglieder gefunden.

SIMON SCHULTZ studierte Romanistik und Kulturwissenschaft in Hildesheim, Cambridge und Leipzig und drehte dokumentarische Videoarbeiten zu schwulen/queeren Subkulturen. Er lebt und arbeitet in Hamburg.
Veranstaltung in Kooperation mit dem Referat für Gleichstellung und Lebensweisenpolitik des Stura Uni Leipzig.
Eintritt: 3,- | 1,50 Euro ermäßigt

Mi., 02. 08. 17
15:00 - 17:00 Uhr
Sprich mit mir!
SPRACHTANDEM
Jeden ersten Mittwoch 15:00 - 17:00 Uhr

Ein Sprachtandem-Projekt der Frauenkultur Leipzig und des Museums der Bildenden Künste Leipzig.
Interessierte Frauen können an jedem 1. Mittwoch im Monat das Museum der Bildenden Künste besuchen und im Sprachtandem dabei Sprache neu lernen. Eine Deutsch-Sprechende und eine Deutsch-Lernende Frau besuchen gemeinsam das Museum - und erzählen einander, was sie sehen. Sie entdecken zusammen Bilder - und lernen gemeinsam Deutsch oder auch eine andere Sprache...
Für Frauen und Mädchen ab 14 Jahren.
Die Teilnahme ist kostenlos.
Interessierte Frauen und Mädchen melden sich bitte in der Frauenkultur Leipzig | Tel. 0341 - 213 00 30
oder im Museum der Bildenden Künste Leipzig | Tel. 0341 - 216 999 923, kirsten.huwig@leipzig.de

Do., 03. 08. 17
16:00 - 18:00 Uhr
Aufarbeitung Hexenverfolgung in Leipzig.
OFFENES ARBEITSTREFFEN
Alle Interessierten sind willkommen.

Do., 10. 08. 17
19:00 Uhr
Kritik des Familismus
Geschichte, Theorie und Realität eines ideologischen Gemäldes
VORTRAG & DISKUSSION
Dr. Gisela Notz

Die Ideologie des Familismus (oder auch Familialismus), die die gesellschaftliche Organisationsnorm aus dem Konzept einer "Idealfamilie" ableitet, prägt seit Jahrhunderten Politik und Sozialstruktur in Deutschland und in anderen westlichen Ländern wesentlich mit. Familismus hat einen Ausgangspunkt, der schon immer nur für einen Bruchteil der Bevölkerung praktische Relevanz hatte: die Familie. Sie gibt es heute ebenso wenig, wie es sie je gegeben hat. Und schon gar nicht war sie zu allen Zeiten die bürgerliche Kleinfamilie, wie wir sie heute kennen. Familismus ist eine Spielart des Antifeminismus, denn nach der familistischen Ideologie herrschen in der heterosexuellen Kleinfamilie, die immer aus Vater, Mutter und Kind(ern) besteht, komplementäre Rollenaufteilungen entlag der Geschlechterlinien. Die Ideologie der "Familie als Keimzelle der Gesellschaft" ist immer auf den Nationalstaat bezogen. Sie führt unweigerlich zur Diskriminierung von Individuen und Gruppen, die diesem Bild nicht entsprechen. Angesichts der "neuen" rechtspopulistischen AkteurInnen hat sie Hochkonjunktur. Was ist dagegen zu tun? Darüber sollten wir diskutieren.

Dr. Gisela Notz, freie Autorin, Sozialwissenschaftlerin und Historikerin, Berlin. Gisela Notz war von 2004 bis 2010 Bundesvorsitzende von pro familia. Zum Thema hat sie das Buch: Kritik des Familismus. Theorie und soziale Realität eines ideologischen Gemäldes geschrieben, das 2015 in der Reihe thorie org des Schmetterlings-Verlages in Stuttgart erschien. Seit 15 Jahren bringt sie den historischen Wandkalender "Wegbereiterinnen" heraus.

Eintritt: 4,- | 2,- Euro ermäßigt

Fr., 11. 08. 17
15:00 - 18:00 Uhr
Acryl statt Graffiti
WAND-MAL-AKTION
Die bunten Außenwände der Frauenkultur haben farbbröselnde Stellen oder Graffiti an unpassenden Stellen oder noch leere Flächen. Und wir laden ein, diese mit Acrylfarbe neu oder auffrischend zu gestalten. Pinsel und Farben sind vorhanden. Einfach kommen und mit malen.
Eintritt: frei

Do., 17. 08. 17
19:00 Uhr
Embrace - Du bist schön
THEMATISCHE EINFÜHRUNG & FILM
Regie: TARYN BRUMFITT, USA 2016, 83 Min., (OmU)

Medien, Werbung und Gesellschaft geben ein Körperbild vor, nach dem wir uns selbst und andere immer wieder bewerten und beurteilen. Die australische Fotografin und dreifache Mutter Taryn Brumfitt wollte das nicht mehr hinnehmen. Sie postete ein ungewöhnliches Vorher/Nachher-Foto ihres fast nackten Körpers auf Facebook und löste damit einen Begeisterungssturm aus. Durch ihren Post, der über 100 Millionen Mal in den sozialen Netzwerken angesehen wurde, rückte sie das Thema Body Image in den Fokus der Weltöffentlichkeit. Gleichzeitig befreite sie sich selbst von dem ungesunden Streben nach dem "perfekten" Körper.

Taryn Brumfitt begibt sich auf eine Reise um den Globus, um herauszufinden, warum so viele Frauen ihren Körper nicht so mögen, wie er ist. Sie trifft auf Frauen, die ihre ganz eigenen Erfahrungen mit Bodyshaming und Körperwahrnehmung haben. Der Film inspiriert und verändert die Denkweise über uns und unsere Körper. Taryns Botschaft lautet: Liebe deinen Körper wie er ist, er ist der einzige, den Du hast!
Eintritt: frei

Mi., 23. 08. 17
19:00 Uhr
Queere Mittwochsgesellschaft
NEU! STAMMTISCH Ü27
Manchmal kann der Alltag ziemlich nervig sein. Dem wollen wir mit unserer reizenden Gesellschaft entgegenwirken und alle 14 Tage gemeinsam einen schönen Abend verbringen. Kennenlernen, Austauschen, Plauschen und sich gemeinsam begeistern. Wer auf all diese Dinge und noch viel mehr Lust hat, ist herzlich eingeladen. Zu Beginn starten wir mit verschiedenen Themenschwerpunkten, sind aber gerne offen für eure Ideen und Vorschläge! Bei Fragen oder Anmerkungen meldet euch bei Kerstin: kschmitt@frauenkultur-leipzig.de

Zum Auftakt am 23.08. erwartet euch ein buntes Potpourri des Kennenlernens. Weitere Themen: 13.09.: Sichtbar oder vertreten hinter den Kulissen? Lesbisch und Queer 2.0? | 27.09: Für jede*n was dabei? Queere Vielfalt in Serien und Filmen | 11.10.: Hürden des Alltags oder alles federleicht?
Unsere Gesellschaft ist für Frauen* geöffnet. dies bedeutet, es sind alle Menschen eingeladen, die sich als Frauen*, Trans*, Inter*, lesbisch oder queer verorten, fühlen, denken.

Fr., 25. 08. 17
14:00 - 16:00 Uhr
Kräuter für Ihre Schönheit
TEE & INTERKULTURELLES GESPRÄCH
Achtung! Anderer Ort: FiA - Frauen in Arbeit. Interkulturelles Frauen- Informations- und Begegnungszentrum
Kräuter würzen nicht nur unsere Speisen und lindern Beschwerden, sondern sind auch hervorragende Mittel zur Schönheitspflege. Das wussten schon die alten Araberinnen. Für diese Gesprächsrunde sind echte Kräuterkennerinnen eingeladen, die zeigen, was man alles mit Kräutern für die äußere und innere Schönheit tun kann.
Diese Veranstaltung ist ein Angebot, um im Leipziger Osten einen Ort der Begegnung kennenzulernen. Bei einer Tasse Tee kommen Frauen aus verschiedenen Ländern zu ausgewählten Themen miteinander ins Gespräch. Diese Veranstaltung der VHS Leipzig im Bereich der Politischen Bildung ist entgeltfrei - in Kooperation mit dem Soziokulturellem Zentrum Frauenkultur. Anmeldung erforderlich.

Sa., 09. 09. 17
15:00 - 18:00 Uhr
Willkommen auf der Konradstraße
INTERKULTURELLES STRASSEN-AKTIONS-FEST
Ein gutes Miteinander im interkulturellen Kontext ist in unserer Stadt alltäglicher Wunsch von vielen hier lebenden Menschen. In diesem Bezug hat "die Konradstraße" täglich "eine ganze Menge zu bieten": mit dem Interkulturellen Mädchentreff MiO, mit FiA - dem Interkulturellen Frauen-Informations- und Begegnungszentrum, mit dem Verein Internationale Frauen Leipzig und dem Bürgertreff Volkmarsdorf, der Bahai-Gemeinde u.a.m.
Im Rahmen der Ostlichter und des FREIRAUM-Festivals heißt es hier: Willkommen auf der Konradstraße!
Mit vielen Aktionen u.a.:
Aktions-Parcours für die ganze Familie, Wettbewerbe und Aktionen für (fast) alle Altersgruppen, das besondere Activity-Glücksrad, Fahrradfahren lernen, Kreide-Straßenmalerei, coole Bänder flechten, hilfreiche Tipps und Infos für den anderen Alltag...
Achtung! Anderer Ort: MiO - Interkultureller Mädchentreff und FiA - Frauen in Arbeit, Konradstr. 62/64, 04315 Leipzig
Veranstaltet vom Soziokulturellen Zentrum Frauenkultur Leipzig, www.frauenkultur-leipzig.de

Fr., 22. 09. 17
19:00 Uhr
Da'wa - Weiblicher Aktivismus und die neue muslimische Frauenbewegung in Ägypten
VORTRAG & DISKUSSION
Referentin: KONSTANZE GEMEINHARDT-BUSCHHARDT, Magister Arabistik und Orientalische Philologie, Amerikanistik, Universität Leipzig; Dr. phil. Geschichte Westasiens, Universität Erfurt

Mit den rapiden gesellschaftlichen und politischen Veränderungen entwickelte sich bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Ägypten ein politisch-feministisches Bewusstsein, dessen Träger*innen sich in zwei Gruppen aufteilten. Die eine versuchte sich am säkular geprägten europäischen Gesellschaftsmodell zu orientieren, wohingegen die zweite auf eine arabisch-islamische Identität zurückgriff. Im Zentrum der vorliegenden Arbeit steht die neue muslimische Frauenbewegung, die mit ihrem Da'wa-Aktivismus in der Tradition jener zweiten Gruppe steht.
Dr. KONSTANZE GEMEINHARDT-BUSCHHARDT ist seit 2014 als Lehrbeauftragte an der Universität Bamberg am Lehrstuhl für Islamwissenschaft tätig. Ihr Arbeitsschwerpunkt liegt im Bereich der Frauenforschung und Religionssoziologie.
Eintritt: 4,- | 2,- Euro (ermäßigt)

Di., 26. 09. 17
19:00 Uhr
Antimuslimischer Rassismus
Von historischen Kontinuitäten und subjektiven Praktiken des Umgangs/Gegenstrategien
VORTRAG & DISKUSSION
Referentin: ARIANE RÖDER

Über eine kontinuierliche Konstruktion "der Anderen" mit dem Fokus auf sichtbar religiöse Symbole, erfährt die deutsche Migrationsgesellschaft aktuell eine Teilung durch Debatten in denen auf vermeintlich nationale Werte und Identitäten zurückgegriffen wird. "Der Islam" wird dabei als dichotomes Feindbild konstruiert und als Muslim*innen Markierte über eine stattfindende Homogenisierung sowie Kulturalisierung unter Generalverdacht gestellt.
Im Rahmen des Vortrages wird aus Postkolonialer sowie Rassismuskritischer Perspektive versucht, Machtverhältnisse innerhalb der Konstruktionsprozesse des Antimuslimischen Diskurses zu rekonstruieren. Hierfür werden historische Zusammenhänge aufzudecken versucht und deren Einflüsse bis in die Gegenwart ergründet. Antimuslimischer Rassismus stellt kein neues Phänomen dar, sondern findet seine Wurzeln in der rassistischen Wissensproduktion im Kontext des Orientalismus. Hierfür werden historische Zusammenhänge aufzudecken versucht. Der Fokus liegt auf der Perspektive der darin agierenden rassifizierten Subjekte. Anhand biographischer Interviews, wird versucht aufzuzeigen inwieweit Handlungsräume angeeignet sowie subjektive Praktiken in den Alltag integriert werden. Dem obliegt die Grundannahme, dass Subjekte nicht nur über rassistische Diskurse konstruiert werden, sondern die Möglichkeit haben Wirklichkeit aktiv selbst zu gestalten.
In Vortrag & Diskussion werden u.a. folgende Fragen thematisiert: Was bedeutet Antimuslimischer Rassismus bzw. welche Funktion erfüllt dieser? Welche Reichweite hat Antimuslimischer Rassismus bzw. wie wird dieser reproduziert? Wie gehen Menschen, die mit Antimuslimischem Rassismus konfrontiert werden damit um bzw. wie gestalten diese ihren Alltag?
Eintritt: 4,- | 2,- Euro (ermäßigt)

Do., 28. 09. 17
19:00 Uhr
Der Einfluss von kulturellen Mythen und gesellschaftlicher Strukturen auf den Umgang mit sexualisierter Gewalt
VORTRAG & DISKUSSION
Referentin: SANDRA SCHWARK

Vergewaltigungen und sexuelle Gewalt gegen Frauen sind ein schwerwiegendes gesellschaftliches Problem, dessen Prävalenz auch gegenwärtig noch immer häufig unterschätzt wird. Der Entwicklungsfonds für Frauen der Vereinten Nationen beschreibt die alarmierende Realität des Ausmaßes von sexueller Gewalt: Eine von fünf Frauen weltweit wird während ihres Lebens Opfer von sexueller Gewalt. Innerhalb der Wissenschaft finden sich mehrere theoretische Ansätze zur Erklärung dieses Problems, die sich auf unterschiedliche Grundannahmen stützen. Der feministische Erklärungsansatz geht davon aus, dass Gewalt gegen Frauen im Allgemeinen ein wesentlicher Bestandteil der patriarchalischen Gesellschaft ist; die Vergewaltigungen von Frauen werden dabei als weltweit zu beobachtende Praxis verstanden, die primär dazu dient, die männliche Dominanz und die Ausbeutung von Frauen aufrecht zu erhalten. Ein für dieses Thema ebenfalls relevantes, gut belegtes Phänomen in der Sozialpsychologie, sind die sogenannten "Vergewaltigungsmythen". Hierbei handelt es sich um weit verbreitete, jedoch falsche, gesellschaftliche Annahmen über verschiedenste Aspekte des Themas "sexualisierte Gewalt". Wie diese und andere Aspekte letztendlich zu einer sogenannten "Vergewaltigungskultur" beitragen, wird im Rahmen des Vortrags erläutert.

SANDRA SCHWARK, Bachelor in Kriminologie von der University of Sunderland (2011), Maste in Psychologie von der University of St. Andrews (2012), Promotionsstudentin sowie wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Bielefeld in der Arbeitseinheit für Sozialpsychologie (seit 2013).
Eintritt: 4,- | 2,- Euro (ermäßigt)