Lesungen / Vorträge
Vorträge, Lesungen und Bildungsveranstaltungen

Zu den unterschiedlichsten Themenbereichen gibt es in der Frauenkultur Vorträge aus weiblicher Sicht. Es gibt Porträts zu einzelnen Künstlerinnen oder Frauen, die in einem historischen Kontext stehen. Und natürlich Autorinnen-Lesungen aller Art. Alle Veranstaltungen bieten die Möglichkeit des Gesprächs zwischen Referentinnen, Künstlerinnen und den BesucherInnen.
Mi., 27. 09. 17
19:00 Uhr
Queere Mittwochsgesellschaft
NEU! STAMMTISCH Ü27
Manchmal kann der Alltag ziemlich nervig sein. Dem wollen wir mit unserer reizenden Gesellschaft entgegenwirken und alle 14 Tage gemeinsam einen schönen Abend verbringen. Kennenlernen, Austauschen, Plauschen und sich gemeinsam begeistern. Wer auf all diese Dinge und noch viel mehr Lust hat, ist herzlich eingeladen. Zu Beginn starten wir mit verschiedenen Themenschwerpunkten, sind aber gerne offen für eure Ideen und Vorschläge! Bei Fragen oder Anmerkungen meldet euch bei Kerstin: kschmitt@frauenkultur-leipzig.de

Zum Auftakt am 27.09. erwartet euch ein buntes Potpourri des Kennenlernens. Weitere Themen: 11.10.: Sichtbar oder vertreten hinter den Kulissen? Lesbisch und Queer 2.0? | 25.10: Für jede*n was dabei? Queere Vielfalt in Serien und Filmen | 08.11.: Hürden des Alltags oder alles federleicht?
Unsere Gesellschaft ist für Frauen* geöffnet. dies bedeutet, es sind alle Menschen eingeladen, die sich als Frauen*, Trans*, Inter*, lesbisch oder queer verorten, fühlen, denken.

Do., 28. 09. 17
19:00 Uhr
Der Einfluss von kulturellen Mythen und gesellschaftlicher Strukturen auf den Umgang mit sexualisierter Gewalt
VORTRAG & DISKUSSION
Referentin: SANDRA SCHWARK

Vergewaltigungen und sexuelle Gewalt gegen Frauen sind ein schwerwiegendes gesellschaftliches Problem, dessen Prävalenz auch gegenwärtig noch immer häufig unterschätzt wird. Der Entwicklungsfonds für Frauen der Vereinten Nationen beschreibt die alarmierende Realität des Ausmaßes von sexueller Gewalt: Eine von fünf Frauen weltweit wird während ihres Lebens Opfer von sexueller Gewalt. Innerhalb der Wissenschaft finden sich mehrere theoretische Ansätze zur Erklärung dieses Problems, die sich auf unterschiedliche Grundannahmen stützen. Der feministische Erklärungsansatz geht davon aus, dass Gewalt gegen Frauen im Allgemeinen ein wesentlicher Bestandteil der patriarchalischen Gesellschaft ist; die Vergewaltigungen von Frauen werden dabei als weltweit zu beobachtende Praxis verstanden, die primär dazu dient, die männliche Dominanz und die Ausbeutung von Frauen aufrecht zu erhalten. Ein für dieses Thema ebenfalls relevantes, gut belegtes Phänomen in der Sozialpsychologie, sind die sogenannten "Vergewaltigungsmythen". Hierbei handelt es sich um weit verbreitete, jedoch falsche, gesellschaftliche Annahmen über verschiedenste Aspekte des Themas "sexualisierte Gewalt". Wie diese und andere Aspekte letztendlich zu einer sogenannten "Vergewaltigungskultur" beitragen, wird im Rahmen des Vortrags erläutert.

SANDRA SCHWARK, Bachelor in Kriminologie von der University of Sunderland (2011), Master in Psychologie von der University of St. Andrews (2012), Promotionsstudentin sowie wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Bielefeld in der Arbeitseinheit für Sozialpsychologie (seit 2013).
Eintritt: 4,- | 2,- Euro (ermäßigt)

Mi., 04. 10. 17
15:00 - 17:00 Uhr
Sprich mit mir!
SPRACHTANDEM
Ein Sprachtandem-Projekt der Frauenkultur Leipzig und des Museums der Bildenden Künste Leipzig.
Interessierte Frauen können an jedem 1. Mittwoch im Monat das Museum der bildenden Künste besuchen und im Sprachtandem dabei Sprache neu lernen. Eine Deutsch-Sprechende und eine Deutsch-Lernende Frau besuchen gemeinsam das Museum - und erzählen einander, was sie sehen. Sie entdecken zusammen Bilder - und lernen gemeinsam Deutsch oder auch eine andere Sprache .
Für Frauen und Mädchen ab 14 Jahren. Die Teilnahme ist kostenlos.
Interessierte Frauen und Mädchen melden sich bitte in der Frauenkultur Leipzig | Tel. 0341 - 213 00 30 oder im Museum der bildenden Künste Leipzig I Tel. 0341 - 216 999 923, kirsten.huwig@leipzig.de

Fr., 06. 10. 17
16:00 Uhr
Salz - Das Gewürz des Lebens
oder: Ohne Salz ist das Leben nicht süß
BUCHVORSTELLUNG
mit: KATHARINA KLEINSCHMIDT
Einst wurde Salz mit Gold aufgewogen. Doch was macht es so kostbar? Salz ist nicht nur eine lebenswichtige Ergänzung unserer Nahrung, sondern eine echte Geheimwaffe für Gesundheit und Wellness. Allerdings birgt es auch Gefahren. Die Veranstaltung erklärt, wo welches Salz herkommt und räumt mit einigen Vorurteilen auf. Beispiele aus Literatur und Politik werden zeigen, dass Salz auch in unserer Kulturgeschichte eine wichtige Rolle spielt. Einige Salzsorten stehen zum Probieren bereit.

KATHARINA KLEINSCHMIDT ist Autorin und Redakteurin und hat nach "Wunderpflanze Aloe Vera" mit "Salz - Das Gewürz des Lebens" ihr zweites Buch in der Mini-Bibliothek des BuchVerlags für die Frau vorgelegt. Von Haus aus Kulturwissenschaftlerin, liegt einer ihrer Themen-schwerpunkte auf den Bereichen Gesundheit, Wellness und Medizin. Zurzeit schreibt sie an einem neuen Buch über selbstgemachtes Speiseeis.
Eintritt: 4,- | 2,- Euro (ermäßigt)

Mi., 11. 10. 17
19:00 Uhr
Queere Mittwochsgesellschaft
NEU! STAMMTISCH Ü27
Manchmal kann der Alltag ziemlich nervig sein. Dem wollen wir mit unserer reizenden Gesellschaft entgegenwirken und alle 14 Tage gemeinsam einen schönen Abend verbringen. Kennenlernen, Austauschen, Plauschen und sich gemeinsam begeistern. Wer auf all diese Dinge und noch viel mehr Lust hat, ist herzlich eingeladen. Zu Beginn starten wir mit verschiedenen Themenschwerpunkten, sind aber gerne offen für eure Ideen und Vorschläge! Bei Fragen oder Anmerkungen meldet euch bei Kerstin: kschmitt@frauenkultur-leipzig.de

Heutiges Thema: Sichtbar oder vertreten hinter den Kulissen? Lesbisch und Queer 2.0? | 25.10: Für jede*n was dabei? Queere Vielfalt in Serien und Filmen | 08.11.: Hürden des Alltags oder alles federleicht?
Unsere Gesellschaft ist für Frauen* geöffnet. dies bedeutet, es sind alle Menschen eingeladen, die sich als Frauen*, Trans*, Inter*, lesbisch oder queer verorten, fühlen, denken.

Do., 19. 10. 17
19:00 Uhr
Lesben* im Hier und Jetzt
OFFIZIELLE ERÖFFNUNG des 24th Meeting of Queer Lesbians*
Let's talk about?! - Lesben* im Hier und Jetzt
Sektempfang, Hör-Feature, Input und Film

Dieses Jahr gibt es einen Auftakt mit allerlei Komponenten, um all die verschiedenen Sinne anzusprechen, die für ein gelungenes Meeting of Queer Lesbians* von Bedeutung sein können. Es wird etwas zu hören, zu sehen, zu schmecken und vor allem zu erfahren geben. Aber auch zum Diskutieren und miteinander sprechen wird es Raum geben. Der Auftaktabend lädt alle Interessierten ein, gemeinsam in das 24th Meeting of Queer Lesbians* mit einem kleinen Sektempfang zu starten.

19.30 Uhr
INPUT-VORTRAG
Let's talk about?! - Lesben* im Hier und Jetzt
BRITTA BORREGO, LAG Queeres Sachsen
In einem kurzen Input gibt Britta Borrego einen aktuellen Einblick zur Lebenssituation von Lesben* und queeren Menschen in Sachsen und zeigt Problematiken auf, die trotz "Ehe für alle" noch nicht vom Tisch sind. Gemeinsam wollen wir Sichtweisen erweitern und die Verschiedenheit von lesbischen Lebenswirklichkeiten genauer betrachten. Denn in unserer Diversität sowie der Freiheit unterschiedlich zu sein, zu lieben und zu leben, liegen der Kern sowie der Motor hin zu einer gerechteren Welt.

20.00 Uhr
THEMATISCHE EINFÜHRUNG & FILM
Girl on Girl
Regie: JODI SAVITZ, USA 2015, 111 Min., englische Originalfassung
Im Fokus des letzten Teils des Abends steht die Dokumentation "Girl on Girl" - ja, der Titel soll provozierend klingen. Nach einer thematischen Einführung stellt die Dokumentation ein spezifisches Phänomen in der lesbischen Wirklichkeitswelt vor, nämlich Fem(me)inität, also lesbische Weiblichkeit(en). Die Dokumentation von Jodi Savitz beschreibt das Phänomen von lesbischen Frauen, welche aufgrund ihrer Weiblichkeit oftmals nicht als lesbisch gelesen, verstanden oder gar erkannt werden.
Eintritt: frei

Fr., 20. 10. 17
15:00 Uhr
Tee und Gespräch
TEE & INTERKULTURELLES GESPRÄCH
Diese Veranstaltungsreihe ist ein Angebot, um im Leipziger Osten einen Ort der Begegnung kennenzulernen. Bei einer Tasse Tee kommen Frauen aus verschiedenen Ländern zu ausgewählten Themen miteinander ins Gespräch. Heute: My Way in Deutschland.
Frau S. kommt ursprünglich aus dem Iran und arbeitet seit mehreren Jahren in Leipzig. Sie wird über ihren "ungewöhnlichen" Lebensweg erzählen... auf Farsi und Deutsch.

Achtung! anderer Ort: FiA - Frauen in Arbeit. Interkulturelles Frauen- Informations- und Begegnungszentrum der Frauenkultur Konradstr. 62, 04315 Leipzig | Tel. 0341 - 581 54 515 | www.fia-leipzig.de
Diese Veranstaltung der VHS im Bereich der Politischen Bildung ist entgeltfrei - in Kooperation mit dem Soziokulturellem Zentrum Frauenkultur. Anmeldung erwünscht.

Fr., 20. 10. 17
17:00 Uhr
Let's talk about?! - Begehren als Fluchtgrund
Moderierte Gesprächsrunde mit Vertreter*innen des queer refugees network Leipzig von der RosaLinde e.V.
Die derzeitige gesellschaftliche Stimmung zeigt einen starken Anstieg von Hetze und Ablehnung von geflüchteten Menschen. Die Bevölkerung teilt sich in zwei Lager, die einen sind dafür - die anderen dagegen. Daraus entstehen unzählige Diskussionen in allen Lebenssituationen - in der Familie, beim Bäcker, in der Arbeitsstelle, in der Uni, im Urlaub, in der Straßenbahn. Oftmals dreht sich dabei vieles um eine diffuse Angst vor Neuem, stereotypen Vorstellungen und kuriose bis falsche Wahrheiten im Sinne von Fake News. Hierbei verschwinden die Menschen, welche aus ihrer Heimat flüchten mussten bzw. deren Flucht gelang, und werden zu einer unbeherrschbaren Naturgewalt oder als Gefahr stilisiert. Der Alltag von geflüchteten Menschen scheint von Bedrohung durchzogen zu sein. Aber wie gestaltet sich nun das Leben wenn mensch geflüchtet und lesbisch oder queer ist? Welche Probleme haben queere Geflüchtete? Was können wir als queere Community für diese Menschen tun? Welche politischen Forderungen gibt es? Wie kann sich hierbei ein solidarisches Miteinander statt Nebeneinander etablieren?

Wir wollen im Rahmen des Meeting of Queer Lesbians* das neue Format der offenen Gesprächsrunde ausprobieren um gemeinsam mit euch über eure Fragen, Ideen und Gedanken zu der Thematik "lesbisch/queer sein als Fluchtgrund" ins Gespräch zu kommen. Als Expert*innen haben wir Vertreter*innen des queer refugees network Leipzig von der RosaLinde e.V. eingeladen. Wir freuen uns über eure rege Teilnahme und den Austausch mit euch!
Eintritt: frei

Fr., 20. 10. 17
19:00 Uhr
Let's talk about?! - Safer Sex, Frauenlust und sexuell übertragbare Infektionen
GESPRÄCHSRUNDE
PETER THÜRER, AIDS-Hilfe Leipzig e.V.
Ein Thema, das für viele auf den ersten Blick nicht sehr nach Spaß klingt, obwohl es beim weiteren darüber nachdenken gesundheitliche Sicherheit in sich birgt sowie die Vermeidung von gar unspaßigen Situationen. AIDS geistert in allen Köpfen herum, doch dabei wird oft vergessen, dass nicht nur HIV gefährlich ist! Es gibt eine Reihe von sexuell übertragbaren Infektionen, vor denen Menschen sich ebenfalls schützen sollten: Hepatitis, Chlamydien, Tripper, Syphilis, Pilze. Natürlich, nicht alle verlaufen so dramatisch wie AIDS, aber angenehm sind sie deshalb trotzdem nicht - und manche dieser Krankheiten können ebenfalls tödlich enden. Dabei macht eine Ansteckung auch nicht vor lesbischem Sex halt. In einer entspannten Gesprächsrunde mit Workshop-Charakter wollen wir mit Peter Thürer von der Aidshilfe Leipzig die erste Peinlichkeit bei solch einem intimen Thema spaßig überwinden und uns mit allen Fragen rund um Safer Sex beschäftigen, wie z.B.: Wie kann ich mich anstecken? Wie hoch ist das Infektionsrisiko? Wie kann ich mich schützen? Was sind die Symptome und die Auswirkungen der einzelnen Krankheiten? Wo kann ich mich hinwenden, um mich testen zu lassen? Und wie kann man die einzelnen Krankheiten behandeln?

Der Workshop ist offen für Frauen*. Anmeldung bitte bis zum 19. 10. 2017.
Teilnahmegebühr: 5,- | 3,- ?

Mi., 25. 10. 17
19:00 Uhr
Queere Mittwochsgesellschaft
NEU! STAMMTISCH Ü27
Manchmal kann der Alltag ziemlich nervig sein. Dem wollen wir mit unserer reizenden Gesellschaft entgegenwirken und alle 14 Tage gemeinsam einen schönen Abend verbringen. Kennenlernen, Austauschen, Plauschen und sich gemeinsam begeistern. Wer auf all diese Dinge und noch viel mehr Lust hat, ist herzlich eingeladen. Zu Beginn starten wir mit verschiedenen Themenschwerpunkten, sind aber gerne offen für eure Ideen und Vorschläge! Bei Fragen oder Anmerkungen meldet euch bei Kerstin: kschmitt@frauenkultur-leipzig.de

Heutiges Thema: Für jede*n was dabei? Queere Vielfalt in Serien und Filmen | 08.11.: Hürden des Alltags oder alles federleicht?
Unsere Gesellschaft ist für Frauen* geöffnet. dies bedeutet, es sind alle Menschen eingeladen, die sich als Frauen*, Trans*, Inter*, lesbisch oder queer verorten, fühlen, denken.

Do., 26. 10. 17
19:00 Uhr
Hypnose und Geburt
VORTRAG & DISKUSSION
Referentin: Dr. LAURA BAUER
Was wäre, wenn Frauen freudvoll und ohne jegliche Angst die Geburt ihres Kindes erwarten. Kann Hypnotherapie zur Geburtsvorbereitung das erreichen? Wie steht es, wenn Hypnotherapie mit konventionellen Geburtsvorbereitungskursen verglichen wird?
Hypnotherapie zur Geburtsvorbereitung nutzt eine Trance. Das ist eine tiefe körperliche Entspannung, bei der der Geist jedoch stark fokussiert ist. Hier können wir unsere Erwartungen verändern, Gefühle modifizieren und Ängste abbauen. Zudem kann auch die Wahrnehmung beeinflusst werden, so dass fast schmerzfreie Geburten möglich sind. Eine Studie mit 213 Frauen brachte interessante Ergebnisse. Sie war die Grundlage der Promotion in der Humanmedizin von Dr. Laura Bauer. An diesem Abend stellt die Ärztin ihre Studie vor und erklärt zudem, wie Hypnotherapie funktioniert. Da eigene Erfahrungen am eindrucksvollsten sind, zeigt Laura Bauer mithilfe einiger Experimente zum Selbst-Erleben, wie kraftvoll unsere Gedanken sind.

Die Veranstaltung findet statt im Rahmen von "women in science" | Kooperation zwischen RGL des Stura der Uni Leipzig und der Frauenkultur
Eintritt: 3,- | 1,50 Euro (ermäßigt)

Do., 02. 11. 17
19:00 Uhr
Fat Acceptance. Positionen und Praxen einer körperpolitischen Bewegung
LESUNG & GESPRÄCH
ANNE SOPHIE MENZINGER
Körperfett ist längst nicht mehr, wie bis Ende des 19. Jahrhundert, ein Symbol für Reichtum und Erfolg, sondern wurde zur Jahrhundertwende mit negativen Attributen verbunden, während Dünnsein im puritanischen Sinne mit Fleiß, Reinheit und Enthaltsamkeit assoziiert wurde. Die modernen Narrationen über Dickleibigkeit verdichten sich in den neoliberalen Anforderungen an das Individuum zu der Aufforderung, sich durch "richtiges" Ernährungsverhalten gesund zu halten und damit einen richtungsgebenden Idealkörper anzustreben. Sie stellen entwertende Stereotype über dicke Körper her, in denen sich Vorstellungen über Klasse, Geschlecht, Disability, Sexualität und "Race" wiederfinden. Der aus der Fat-Acceptance-Bewegung entstandene, angloamerikanische Begriff "Fat-Shaming" kritisiert diese Entwertung. Die in dieser Beschämung enthaltenen gesellschaftlichen Wertansprüche werden von Anne Sophie Menzinger in ihren Machtwirkungen untersucht.
Seit einigen Jahren wird eine selbstbewusste Akteurin auf der politischen Bühne sichtbar, die sich zum Thema Körperfett in einer radikalen Abgrenzung zu Gesundheitsdiskursen und hegemonialen Körperbildern positioniert: Die Fat-Acceptance-Bewegung. Anne Sophie Menzinger will ergründen, welches Ethos und welches Politikverständnis dem Fat Activism zugrunde liegen. Die Entwicklung der Fat-Acceptance-Bewegung, die unterschiedlichen Strömungen und ihr Verhältnis zu queerfeministischen Positionen sollen hier dargestellt und nicht zuletzt ihre unterschiedlichen theoretischen Referenzen diskutiert werden. Auch eine Auseinandersetzung mit den Identitätspolitiken dicker_fetter Artikulationen bei gleichzeitigem Bestreben, Zuschreibenden aufzulösen und zu dekonstruieren soll hier Raum finden.

ANNE SOPHIE MENZINGER, Jahrgang 1990, studierte soziale Arbeit in Hamburg. Sie ist Musikerin und arbeitet derzeit in der Kulturarbeit und Kreativitätsförderung. Neben ihrer persönlichen Auseinandersetzung mit sexueller und geschlechtlicher Vielfalt interessiert sie sich für feministische und soziale Bewegungen und deren diskursiven Verortungen.
Eintritt: 4,- | 2,- Euro (ermäßigt)

Fr., 03. 11. 17
19:00 Uhr
Inter* - politische Kämpfe und Entwicklungen. Eine Einführung
VORTRAG & DISKUSSION
ANIKE KRÄMER
"Seit Mitte der 1990er Jahre finden mehr und mehr intersex-Menschen in Europa und überall auf der Welt den Mut, den sie brauchen, um ihre Stimmen zu erheben und die Verletzung der Menschenrechte, unter denen viele leiden, zu verurteilen. Um dies zu tun, mussten sie Geheimhaltung, Scham, Pathologisierung oder Selbst-Pathologisierung und das immense gesellschaftliche Nicht-Wissen über die Belange (oder die schiere Existenz) von Intersex*-Menschen überwinden. Diese Herausforderungen waren - und sind es immer noch - schwer zu überwinden" (Dan Christian Ghattas, Miriam van der Have; OII Europe)
Der Vortrag wird eine Einführung in eben diese Belange von intersex-Menschen geben und die politischen Kämpfe um inter* (mit dem besonderen Fokus auf Pathologisierung und rechtlicher Anerkennung) nachzeichnen. Im Anschluss soll die Möglichkeit diskutiert werden, wie Allyship in Bezug auf inter* aussehen kann oder soll.

ANIKE KRÄMER ist Sozialwissenschaftlerin und promoviert zum Thema Alltagserleben von Eltern intergeschlechtlicher Kinder. Neben dem Wissenschaftskram arbeitet sie in feministischen Zusammenhängen mit und hofft immer noch, dass sich bald alles zum Guten wendet.
Eintritt: 4,- | 2,- Euro (ermäßigt)

So., 05. 11. 17
16:00 Uhr
Die Rückkehr der Nadelprinzessin
GESPRÄCH & PRÄSENTATION
ROSWITHA BURMEISTER | Text, ELSHAN GHASIMI | Musik
Die bildende Künstlerin Roswitha Baumeister lebt und arbeitet in Berlin. "Die Rückkehr der Nadelprinzessin" nennt sie ihr aktuelles Projekt. In persönlichen Recherchen spürt sie der Nähnadel nach und weiß über dieses alte, unbeachtete Werkzeug erstaunliche Begebenheiten zu erzählen. Wir laden alle Interessierten herzlich ein zu einem kurzweiligen Nachmittagstee mit Plaudereien aus dem Nähkästchen und einer kleinen Präsentation der Nadelsammlung von Roswitha Burmeister. Falls sie Schätze, Geschichten oder Objekte von der Nähnadel hüten, bringen sie diese doch mit und ergänzen die kleine Ausstellung. Die Nadel findet sich am Grund des Heuhaufens und der Vergangenheit.
Eintritt: 5,- | 3,- Euro (ermäßigt)

Do., 23. 11. 17
19:00 Uhr
Ohne Ort in der Welt - Hannah Arendt über Flüchtlinge und Staatenlosigkeit
VORTRAG & DISKUSSION
Dr. Elisabeth Gallas, Simon-Dubnow-Institut Leipzig

In Anbetracht der Flüchtlingskatastrophe der Zwischenkriegszeit sowie der Vertreibung und Vernichtung der Juden in Europa während des Nationalsozialismus entwarf die politische Theoretikerin Hannah Arendt (1906?1975) eine bis heute Gültigkeit beanspruchende Phänomenologie der Rechtlosigkeit und des Weltverlusts als Kernerfahrungen ihrer Zeit. Im Vortrag sollen ihre Überlegungen vorgestellt und in ihrer Bedeutung als historische Folie für die Gegenwart diskutiert werden.

Elisabeth Gallas ist leitende wissenschaftliche Mitarbeiterin am Simon-Dubnow-Institut für jüdische Geschichte und Kultur in Leipzig. Zwischen 2012 und 2016 war sie Minerva Research Fellow an der Hebräischen Universität Jerusalem und Forschungsstipendiatin am Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien.
Eintritt: 4,- | 2,- Euro (ermäßigt)